Das ist kein Dekonstruktivismusbau, sondern ein Zerstörungsbau brutalster Art!

Scepticius Scepticissimus, Montag, 05. März 2012, 03:35 (vor 2024 Tagen) @ Aestheticius Aestheticissimus
bearbeitet von Scepticius Scepticissimus, Montag, 05. März 2012, 04:31

Für mich ist das eine Architektur zerstörerischer Gewalt als sadistische Brutalität gegen das eigene Volk!

[image]Soll mir doch erst einmal ein sogenannter oder selbsternanmter „Experte“, „Architekt“, „Künstler“ oder „Historiker“ das Gegenteil beweisen. Keiner kann das!

Der dem historistischen (neoklassizistischen) Bau keilartig ein- und aufgezwungene dekonstruktivistische Bau soll zerstören - sonst nichts. Mag ja sein, daß jemand in dieser Zerstörung eine „Chance“ zur „Therapie“ sieht, daß die Zerstörung also eine „psychische Krankheit“ darstellen soll, die erst durch die „Auseinandersetzung“ mit der Geschichte und die „Aufarbeitung“ dessen, was in ihr „falsch“ bzw. „neurotisch“ o.ä. gewesen ist, „geheilt“ werden kann - nicht muß heißt das dann aber auch, wie ich gern hinzufüge! Der historistische (neoklassizistische) Bau stellt für mich keine Geschichte mit „Falschheiten“ bzw. „Neurosen“ o.ä. dar, sondern genau das Gegenteil. Dagegen symbolisiert der ihm ein- und aufgezwungene dekonstruktivistische Keilbau die falsche, neurotische, eben kranke Gewalt, die z.B. mit lustvoller, sadistischer Brutalität gegen das Volk, gegen den Demos und also auch gegen die Demokratie gerichtet ist. So ist es auch kein Wunder, daß einem bei diesem Anblick neben den vielen anderen Unterarten von Feindlichkeit sofort auch die Identitätsfeindlichkeit einfällt. Die hier symbolisierte ewige Feindschaft von 0,1% (Herrscher) und 99% (Volk) bezieht sich eben auch auf die Identitätslosigkeit, die so zu mindestens 99% gegeben ist. Der Keilbau ist keine „Ergänzung“, wie mancher Perverser glauben mag, sondern eine Spaltung zwischen der sadistischen Brutalität mit lustvoller Zurschaustellung ewiger Universalmacht und der masochistischen Wehrlosigkeit mit wenig Aussicht auf Veränderung, dafür umso mehr Aussicht auf keine Zukunft, weil die Herkunft hier durch den Sadismus deutlich verneint wird.

[image]Der Architekt des Keilbaus, Daniel Libeskind, ist Jude und macht gerne auf sich und die jüdische Stellung in der Welt aufmerksam. Ist das auch an diesem Bau erkennbar? Ich meine ja. Mehr sogar: denn Libeskind kann sich auf diese Weise nicht nur als Architekt, sondern auch - mit dem Judentum gemeinsam - als „Psychiater dieser Welt“ feiern lassen. Das Gebäude des Militärhistorischen Museums in Dresden zeigt dies: denn seit dem Neoklassizismusbau ein Denkostruktivsimusbau ein- und aufgezwungen wurde (2004-2010), soll ja vielleicht in dem Bild, das sich dem Betrachter bietet, der Keilbau den Bug eines von unten aus dem Verdammnisort der Juden kommenden Vergeltungsschiffes symbolisieren, mit dem die traditionelle Geschichte der christlichen Abendländer keilartig gespaltet bzw. zerstört werden soll, wobei der Eindruck entstehen soll, der Bug als der Keil bedeute einen Bruch mit dieser Geschichte als einen „psychotherapeutischen Einbruch“ bzw. „psychiatrischen Eingriff“ in die „kranke Psyche“ des „Patienten“ Abendland. Die Psyche des Abendlandes (hier dafür stellvertretend: Deutschland, dafür stellvertretend Dresden und dafür symbolisch stellvertretend dieses Bauwerk des Militärhistorischen Museums in Dresden) soll also nur noch durch ihn gesund werden und bleiben können - und das heißt auch: nicht müssen, wie ich wiederum gern hinzufüge!

Auf diese Weise läßt sich die Störung in der Psyche des „Psychiaters“ bzw. „Psychotehrapeuten“ alias Architekten grandios verbergen. Ebenfalls wird dadurch der Bombenterror bzw. Bombenholocaust als das „Trauma“ des „Patienten“ Deutschland verharmlost, denn die Spaltung durch den Keilbau läßt ja eine „Aufarbeitung“ der Geschichte nur so zu, wie sie der „Psychiater“ bzw. „Psychotehrapeut“ alias Architekt - mit dem Mittel eben jener Spaltung durch den Keilbau - bereits diktatorisch vorgegeben hat. Es kommt also gar nicht zur „Aufarbeitung“ der Geschichte, ja: es soll auch gar nicht dazu kommen, es soll getrennt werden: hier die alte, dort die neue Geschichte - die alte soll vergessen, die neue akzeptiert werden! Und trotzdem soll der Eindruck entstehen, hier habe jemand viele „therapiert“!

Der dekonstruktive Architekt hat offenbar wirklich den Anspruch, die reinen Formen der architektonischen Tradition zu behandeln wie ein „Psychiater“ seine „Patienten“. Er will die „Symptome einer verdrängten Unreinheit“ feststellen. Diese „Unreinheit“ zwischen „Psychiater“ und „Patient“ soll durch eine Kombination von sanfter Schmeichelei und gewalttätiger Folter an die Oberfläche geholt werden: Die Form wird also „verhört“! Stimmt das? Gemäß Aussagen von Philip Johnson und Mark Wigley stimmt das: „Ein dekonstruktiver Architekt ist deshalb nicht jemand, der Gebäude demontiert, sondern jemand, der den Gebäuden inhärente Probleme lokalisiert. Der dekonstruktive Architekt behandelt die reinen Formen der architektonischen Tradition wie ein Psychiater seine Patienten – er stellt die Symptome einer verdrängten Unreinheit fest. Diese Unreinheit wird durch eine Kombination von sanfter Schmeichelei und gewalttätiger Folter an die Oberfläche geholt: Die Form wird verhört.“ (Philip Johnson / Mark Wigley, Deconstructivist Architecture, 1988, S. 11).

Eigentlich kann sich so jeder Architekt zu jeder Art von Experten deklarieren, der er in Wirklichkeit gar nicht ist. Das ist Lug und Betrug! Analog dazu erklären sich Laien zu „Experten“, Unprofesionelle zu „Professionellen“ ..., aber eben auch Frauen zu „Männern“, Männer zu „Frauen“ ... - dies zeigt sich auch in dem Slogan „form follows fantasy“, den die Dekonstruktivisten von Louis Sullivans Slogan „form follows function“ abgeleitet haben. Wenn die Form der Phantasie folgt, dann ist nicht nur jede Form möglich, sondern auch jede Art von Lug und Betrug.

Kein Wunder also, daß zu einer von der „Phanatasie“ inspirierten Architektur auch Begleiterscheinungen gehören, die ihrerseits nur „Phanatasie“ brauchen, um sich zu deklarieren und zu rechtfertigen. Auch, ja gerade den Perversionen sind so ja überhaupt keine Grenzen mehr gesetzt. Die unbegrenzte Phantasie läßt die Form ja nur folgen - anders und schärfer formuliert: sie bestimmt die Form! Sie hat der Barbarei, dem Fellachentum, der Sklaverei sämtliche Tore geöffnet und neue Wege gebaut!

Wenn ich phantasiere, ich sei Feminist oder Feministin (denn ich kann ja auch in jedem beliebigen falschen Körper stecken!), dann brauche ich nur zu phantasieren, daß allen Männer der Schwanz abgeschnitten oder alle Männer getötet werden sollen, und dabei auf die dieser Phantasie folgende Form zu warten. Der Nachteil dabei ist nur, daß mir oder spätestens meinen Nachkommen irgendwann die Umstände verdeutlichen werden, daß das nicht meine Wünsche, ja noch nicht einmal meine Phantasien, sondern lediglich dem Willen der Mächtigen dienende, von deren Propaganda mir eingetrichterte Dummheiten waren.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum