Ahriman und Mephistopheles — Himmler und Feminismus

trel ⌂, Samstag, 10. März 2012, 10:48 (vor 2020 Tagen) @ Mephistopheles Faust

Wer hat denn was oder nichts dagegen, Luzifer mit Mephisto(pheles) gleichzusetzen?

Ich habe was dagegen! Denn Mephisto gleicht viel mehr dem Ahriman.

Vergleiche hierzu die Anthrowiki unter dem Stichwort Mephistopheles. Dort finden sich zunächst etymologische Erläuterungen. Dann, betreffend seine Gestaltung bei Goethe, die folgenden Sätze:

Goethes Mephisto verkörpert das Prinzip der Negation. So läßt Goethe Mephisto von sich selbst sagen: Ich bin der Geist der stets verneint, denn alles was entsteht, ist wert, dass es zugrunde geht. Er verkörpert die materialistische Einstellung zu den Dingen und begreift daher auch nicht, was Faust in Wahrheit antreibt und zweifeln läßt. Aus anthroposophischer Sicht erscheint Goethes Mephisto als eine etwas unorganische Vermischung von Luzifer und Ahriman.

Es folgt ein unnötig langes Zitat aus einem Vortrag Steiners, von dem ich einiges Wesentliche herausgreife:

Vielleicht haben Sie schon öfters, wenn die Gestalt des Mephistopheles an Sie herangetreten ist, die Frage aufgeworfen: Wer ist denn eigentlich dieser Mephistopheles? Und hier werden schwere Fehler gemacht, die allerdings nur ausgebessert werden können durch eine tiefere okkulte Einsicht. Daß Mephistopheles mit dem Teufel oder mit der Vorstellung des Teufels zusammengebracht werden darf, darauf zielt ja schon der Name; denn das Wort «tophel» ist dasselbe wie «der Teufel». Aber die andere Frage ist diese, und hier kommen wir in ein Gebiet schwerer Irrtümer hinein, die in der Auslegung der Gestalt des Mephistopheles oftmals gemacht werden: Ob Mephistopheles zusammengeworfen werden darf mit dem Geist, den wir als den Luzifer bezeichnen, von dem wir in der Entwickelungsgeschichte der Menschheit oft gesprochen haben, der in der lemurischen Zeit und nachher mit seinen Scharen an die Menschheit herantrat und in gewisser Weise in die menschliche Entwickelung eingriff? Man ist in Europa leicht geneigt, die Gestalt des Mephistopheles, wie sie im Goetheschen «Faust» gilt, wie sie aber in all den verschiedenen Produkten der Volksliteratur gegolten hat, in denen sie schon spielt und die dem Goetheschen «Faust» vorangegangen sind, in den Volksschauspielen, in den Puppenspielen und so weiter, mit dem Luzifer zusammenzuwerfen. Wir treffen da überall die Gestalt des Mephistopheles an, und die Frage ist diese: Sind die Gestalt und die Genossen des Mephistopheles dieselben wie jene Gestalt mit ihren Genossen, die wir als Luzifer kennen ? Mit anderen Worten: Ist das, was an den Menschen herantritt durch mephistophelischen Einfluß dasselbe wie das, was an den Menschen herantrat durch luziferischen Einfluß? Die Frage müssen wir uns heute vorlegen.

[...]

Es war gegen das Ende der lemurischen Zeit, da der Mensch tatsächlich in seinem astralischen Leibe den Einflüssen, die von Luzifer herkamen, ausgesetzt war. Wenn Luzifer nicht an den Menschen herangetreten wäre, so wäre der Mensch bewahrt geblieben vor gewissen Schäden, aber er wäre auch nicht zu dem gekommen, was wir zu den höchsten Gütern der Menschheit zählen müssen.

[...]

Diese zwei Gestalten, Luzifer und Ahriman, müssen wir wohl voneinander unterscheiden. Denn Luzifer ist eine Wesenheit, die sich abgezweigt hat von der Schar geistig-himmlischer Wesenheiten nach der Sonnentrennung, während Ahriman eine Gestalt ist, die sich bereits vor der Sonnentrennung losgelöst hat und ganz andere Mächte in sich vereinigt. Dadurch, daß Luzifer in der lemurischen Zeit auf den Menschen gewirkt hat, wurde dem Menschen nichts anderes verdorben als der Einfluß, den der Mensch noch in der atlantischen Zeit gehabt hat, indem er auf die Luft- und Wasserkräfte wirken konnte.

[...]

Feuer und Erde in einem gewissen Zusammenwirken wurden schon früher eigentlich dem Menschen entzogen. Jetzt aber, durch den Einfluß Ahrimans und seiner Genossen, kam in einer gewissen Weise der Mensch wiederum, und zwar jetzt in verderbenbringender Weise zur Macht über Feuer- und Erdenkräfte. Und manches, was Sie hören über die Verwendung des Feuers im alten Persien, hängt mit dem zusammen, was ich Ihnen jetzt sage: Manche Kräfte, die getrieben werden als schwarze Magie und die damit zusammenhängen und dazu führen, daß der Mensch sich noch über ganz andere Kräfte hermacht und da einen Einfluß gewinnt über Feuer und Erde, können gewaltige, verheerende Wirkungen wachrufen. Schwarze Magie hätte von den Nachkommen der Atlantier selbst noch im alten Persien getrieben werden können, wenn nicht durch die Lehre des Zarathustra darauf hingewiesen worden wäre, wie Ahriman als feindliche Macht auf die Menschen so wirkt, daß er sie umstrickt, sie verdüstert gegenüber dem, was hinter der Sinneswelt als wirkliche geistige Gewalt hervorkommen soll. So sehen wir, daß ein großer Teil der nachatlantischen Kultur - das ging von Zarathustra und seinen Anhängern aus - dadurch beeinflußt wurde, daß dem Menschen klargemacht wurde auf der einen Seite die Wirkung des hehren Lichtgottes, dem sich der Mensch zuwenden kann, und auf der anderen Seite die verderbliche Macht des Ahriman und seiner Genossen.

[...]

So stieg vor dem Blick der menschlichen Erkenntnis zuerst Ahriman auf. So wurde er etwas, was man ahnte, wovon man etwas wußte durch den Einfluß der Zarathustra-Kultur; und von da aus verbreitete sich die Erkenntnis des Ahriman über die anderen Völker hin und über ihre Kulturvorstellungen. Unter den mannigfaltigsten Namen tritt Ahriman mit seinen Scharen bei den verschiedenen Kulturvölkern auf. Und durch die eigenartigen Verhältnisse, in denen die Seelen der europäischen Völker waren, die am weitesten zurück geblieben waren auf den Zügen von Westen nach Osten, die am meisten unberührt geblieben waren von dem, was im alten Indien, im alten Persien, in Ägypten, selbst in der griechisch-lateinischen Periode vor sich gegangen war, bei diesen Völkern Europas, unter denen die fünfte Kulturperiode aufleben sollte, da waren Seelenverfassungen vorhanden, daß ihnen besonders die Gestalt des Ahriman als eine furchtbare erschien. Und während diese die verschiedensten Namen angenommen hat - beim hebräischen Volke Mephistopheles genannt wurde -, wurde sie in der europäischen Welt zu der Gestalt des Teufels in seinen verschiedenen Formen.

So sehen wir, wie wir in einen tiefen Zusammenhang der geistigen Welten hineinblicken, und manches Mal, wenn jemand hoch erhaben sich fühlt über den mittelalterlichen Aberglauben, wird man sich wohl auch erinnern an den Ausspruch unseres Faust-Dichters: «Den Teufel spürt das Völkchen nie, und wenn er sie beim Kragen hätte!»

Gerade dadurch, daß der Mensch seine geistigen Augen vor diesem Einfluß verschließt, dadurch verfällt er diesem Einflüsse am allermeisten. Der Goethesche Mephistopheles ist nichts anderes als die Gestalt des Ahriman, und wir dürfen sie nicht verwechseln mit der Gestalt des Luzifer.


---------------

"Heinrich Dassel widmet sich in einem hevorragenden Beitrag (in der Zeitschrift Neue Ordnung - M. F.) weithin unbekannten Fakten zum Thema Hexenverfolgung. Zu den populären und hier widerlegten Irrtümern zählt er die treibende Rolle der Kirche, die überschätzte Opferrolle der »weisen Frauen« (25-30 Prozent der Verbrannten waren Männer) sowie die bisweilen viel zu hoch gegriffene Zahl der Todesopfer des Hexenwahns. Unter Heranziehung aktueller Literatur weist Dassel nach, daß mitnichten neun Millionen der Hexenverfolgung zum Opfer gefallen seien (Heinrich Himmler dixit, und in seinem Gefolge feministische Interessengruppen), sondern maximal 60 000 in ganz Europa."

Dazu vergleiche auch meinen Artikel Nationalsozialismus, Hexenwahn und Genderwahn.

-------------------

Weitere Fragen, drei an der Zahl:

1.) Irrtümer widerlegen kann doch zweierlei heißen: (a) die Irrtümer sind als Irrtümer widerlegt, also keine Irrtümer (mehr), oder (b) die Irrtümer sind widerlegt und deshalb als Irrtümer bestätigt. Aus dem Text geht zwar hervor, wie es gemeint ist, aber trotzdem: Wie sollen wir den Satz mit den "widerlegten Irrtümern" genau verstehen?

Mir scheint, (b) ist gemeint und zutreffend.

-----------------------

2.) War Himmler Feminist?

3.) Ist der Feminismus ein "Himmlerismus"?

Über Himmler habe ich einiges Nähere nur in Lina Heydrichs autobiografischem Buch "Leben mit einem Kriegsverbrecher" gelesen, abgesehen von dem, was man in der Wikipedia nachlesen kann. Aber die Idee, daß er Feminist gewesen sei, ist mir nicht gekommen. Anderenfalls hätte ich, immer auf Entdeckungsreise nach inneren Beziehungen zwischen Feminismus und anderen totalitären Strömungen, das sofort aufgegriffen.

Gruß
trel


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum