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Ehrenmord - und ein widersprüchliches Plädoyer der Staatsanwaltschaft

admin @, Freitag, 11. Mai 2012, 21:45 (vor 2017 Tagen)
bearbeitet von admin, Freitag, 11. Mai 2012, 23:18

Der "Spiegel" zu einem Ehrenmordprozeß in Oldenburg:

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat Mahmood A. aus verletztem Ehrgefühl aufgrund seiner religiösen Überzeugung gehandelt. [...]

Daher stehe die Tat auf "sittlich tiefster Stufe", sagte die Staatsanwältin. Die Art der Verletzungen - so der Stich ins Auge - sprächen für eine "sehr verabscheuungswürdige Tat".

Wie paßt das zusammen? Wer aus verletztem Ehrgefühl handelt, kann nicht auf sittlich tiefster Stufe handeln. Ehre besteht nämlich in der Anerkennung, welche die Gesellschaft einem zollt, und das Ehrgefühl besteht in der subjektiven Gewißheit einer verdienten Anerkennung.

Dagegen wird jemandem, der auf "sittlich tiefster Stufe" handelt, niemals Ehre gezollt, in keiner Gesellschaft. Zudem weiß der Täter dann selber, daß ihm keine Ehre gebührt. Daß er sich diesbezüglich irrt, ist eigentlich unmöglich; denn wenn er sich irrt, dann kann die Tat schon nicht mehr auf sittlich tiefster Stufe stehen.

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Wie aber steht es mit der Sittlichkeit des weiblichen Opfers? War es wirklich unschuldig?

Farzana A. hatte mit der Tradition der Familie gebrochen und heimlich geheiratet.

[...]

Im Mai 2003 gaukelte Farzana ihren Eltern vor, eine Freundin in Frankfurt am Main besuchen zu wollen. Tatsächlich flog sie nach Pakistan, heiratete dort heimlich ihren Jugendfreund. Zurück in Deutschland verheimlichte das Paar gegenüber Farzanas Familie die Heirat, nur wenige weihte es ein.

Farzana hatte Angst vor der Reaktion ihres Vaters - Todesangst. Sie war von ihrem Vater streng muslimisch erzogen worden. Zwei Schwestern von ihr sollten mit Männern verheiratet werden, die sie nicht kannten. Farzana stellte ihre Liebe zu Muhammad über diese Tradition, obwohl sie wusste, in welche Gefahr sie sich begab.

Das war zumindest grob fahrlässig. Es war aber noch mehr, nämlich ein klarer und voll bewußter Verstoß gegen die Normen, mit denen sie bestens vertraut war. Es war so, wie wenn hier jemand den Holocaust leugnet, wissend, daß er dafür länger einsitzen könnte als für einen "bloßen" Mord.

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In diesem Falle hat das Gericht nicht nur einen Menschen, sondern eine Kultur verurteilt.

Und zwar eine der Kulturen, nach denen es unsere Politiker verlangt, wenn es darum geht, die - vermutlich von den Siegermächten verlangte - Blutwäsche des Deutschen Volkes durchzuführen.

Das ist auch so ein Widerspruch, der nach Klärung verlangt: Fremdvölker werden ins Land geholt, nicht weil man "Toleranz" und "Vökerverständigung" üben möchte, sondern um sie zu instrumentalisieren; d.h., weil die Regierung ein Volk braucht, das sich leichter formen läßt als das ursprüngliche, angestammte Volk. Die vollständige Andersheit fremdländischer Sitten bedeutet ja nicht, daß ihre Träger geistig stabiler wären als wir es sind. Im Gegenteil, diese Menschen sind es gewohnt, in Diktaturen zu überleben - durch Anpassung. Und darum erscheinen sie unserer Regierung nützlich. Inwieweit die Rechnung aufgeht, ist natürlich fraglich.

admin


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