Unaufgelöst gebliebener Widerspruch

Herr Mann, Samstag, 22. Dezember 2012, 13:33 (vor 1821 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Mann, Samstag, 22. Dezember 2012, 13:54

Guten Tag, Herr Lentze!

Wenn Sie einerseits schreiben, daß „der große Gedanke von der Auferstehung ... in den heiligen Mysterienstätten Ägyptens gepflegt wurde“, und andererseits, daß in Ägypten „das Volk ... den Auferstehungsgedanken verloren hätte“, dann ist das eindeutig ein Widerspruch, weil Sie das eine Mal sagen, es gäbe in Ägypten den Auferstehungsgedanken, und das andere Mal, es gäbe in Ägypten nicht den Auferstehungsgedanken. Wenn es ihn in Ägypten gab, dann hätte „das Volk“ ihn dort auch nicht verlieren können; und wenn es ihn in Ägypten nicht gab, dann hätte er in den „heiligen Mysterienstätten Ägyptens“ auch nicht „gepflegt“ werden können. Das sind Ihre Worte - das ist wie: als es regnete, regnete es nicht. In der Logik nennt man das eine Kontradiktion oder eben Widerspruch. Der Auferstehungsgedanke kann nicht sowohl existent als auch nicht existent sein. Das ist ein Widerspruch!

Daß die Ägypter den Auferstehunsgedanken gepflegt haben, weiß ich, und dieses Wissen habe ich nicht erst durch Spengler oder Brune erworben, wie Sie jetzt vielleicht wieder meinen, sondern durch mein Geschichtsstudium. Wenn wir also davon ausgehen können, daß die Ägypter den Auferstehunsgedanken gepflegt haben, dann können wir nicht ernsthaft ebenfalls davon ausgehen, daß gleichzeitig jemand in diesem, den Auferstehungsgedanken pflegenden Ägypten „den Auferstehungsgedanken verloren hätte“. Beides - noch dazu gleichzeitig - ist aus logischen Gründen nicht möglich.

Die einzige Möglichkeit zur Auflösung dieses Widerspruchs hätten wir, wenn wir davon ausgehen könnten, in Ägypten hätte sich zu der Zeit etwas ereignet, was im Widerspruch zum althergebrachten Kultus stand, z.B. eben im Widerspruch zu dem Auferstehungsgedanken. Mir fällt da aber nur die Zeit von 1377 bis 1358 ein, als Amenophis IV. regierte, der die Sonnenscheibe Aton verehrte (vgl. Echnaton) und also mit der Tradition brach. Ob das der für unser Thema hier relevante Zeitraum ist?

Mit freundlichem Gruß!

Herr Mann


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