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Wird es in Israel einmal eine solche Schuldkultur geben wie jetzt in Deutschland?

admin @, Samstag, 13. September 2014, 00:37 (vor 1070 Tagen)
bearbeitet von admin, Samstag, 13. September 2014, 00:47

Seid Jahrzehnten steht Israel in der Kritik von Menschenrechtlern. Meines Wissens ist kein Land von internationalen Einrichtungen so häufig wegen Kriegsverbrechen angeprangert worden wie Israel.

Der vorgestrige "Spiegel"-Bericht läßt aufs Neue an diesen Sachverhalt denken: Human Rights Watch wirft Israel "Massaker" vor.

Dabei handelt es sich hierbei nicht einmal mehr um einen Krieg im eigentlichen Sinne. Die Asymmetrie ist dermaßen, daß man nur noch von einem einseitigen Militärschlag reden kann.

Denn schauen wir mal, wieviele israelische Zivilisten sind getötet worden? Antwort: Ganze drei! Auf palästinensicher Seite läßt sich das nicht gut feststellen, aber immerhin waren darunter, so heißt es im Bericht, 253 Frauen und 491 Kinder. Selbst wenn wir annehmen, daß von den getöteten Männern kein einziger ein Zivilist gewesen sei, dann wären es demnach immer noch 746 Zivilisten.

746 : 3! Wahrscheinlich aber noch erheblich mehr als diese 746, eben weil nur ein Teil der getöteten Männer Kämpfer gewesen sein können.

Es ist also geradezu zynisch, hier noch von einer nationalen Selbstverteidigung zu reden. Vielmehr geht es um Gewinne für die Waffenindustrie, was Israelis ja auch ganz unverhohlen zugegeben haben.

Nicht unerwähnt bleiben soll anderseits der Mut von gegenwärtig 43 Dissidenten auf Seiten der israelischen Armee, wovon der gestrige "Spiegel"-Artikel Kunde gibt: Israelische Soldaten kritisieren Besatzung. Selbstverständlich verdienen diese unser Lob.

Dissidenten hat es aber auch in Deutschland unter Hitler gegeben, und diese haben dafür wirkliche Opfer zu erbringen gehabt, nämlich Erschießung oder KZ-Haft.

Es gibt im Ländervergleich einen wichtigen Unterschied: In Deutschland wurde der Mord an Juden ausgelagert nach Osteuropa. Die weitaus meisten Deutschen wußten also nichts davon, zunächst jedenfalls. Das ist in Israel anders. Dort ist es die Bevölkerung, welche der Regierung Dampf macht. Bezeichnenderweise heißt es in dem letztgenannten "Spiegel"-Bericht über die Dissidenten:

für die meisten Israelis sind sie Verräter.

Inbezug auf Israel ist insofern der Ausdruck "Tätervolk" berechtigt. Inbezug auf Deutschland ist er es keinesfalls.

Und weiter:

Palästinenser seien für die israelische Armee mittlerweile weniger Menschen, als vielmehr bloße "Ziele", sagt Nadav, der fünf Jahre lang gedient hat, zuletzt als Unteroffizier.

Da denke ich an den KZ-Aufseher Göth, der morgens nach dem Urinieren / vor dem Frühstück wahllos auf Häftlinge schoß. Aber der handelte als Einzeltäter. Es hat noch mehr solcher schlimmen Einzeltäter gegeben, aber das ist doch etwas Anderes, als wenn Taten geschehen, die durch ein ganzes Volk gebilligt, ja angeheizt werden.

admin


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