Text von Herbert Hahn zur geistigen Einstellung während der Heiligen zwölf Nächte.

trel ⌂, Dienstag, 30. Dezember 2014, 21:32 (vor 1057 Tagen) @ trel
bearbeitet von trel, Dienstag, 30. Dezember 2014, 21:55

Liebe Leser,

aufgrund wiederholter Bitten habe ich nun das Manuskript, das anscheinend im Internet nicht verfügbar ist, endlich einmal vollständig abgeschrieben.

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[Überschrift im Manuskript:]

Von Advent bis 6. Januar. Ausspruch Rudolf Steiners, von H.Hahn mitgeteilt.

Für den Lichtsuchenden sollen in der Advent-Zeit die Widerstände des Lebens ein besonderer Prüfstein sein. Er muß immer bemüht sein, die Personen von der Sache zu trennen, denn Leid und Schwierigkeiten werden uns als Proben geschickt, und die Menschen, durch die uns Schweres geschieht, sind nur das Werkzeug. Einfügen sollen wir uns in jede Situation, ruhen in ihr, ohne uns zu verlieren. - Der Inhalt des großen Verlangens dieser Zeit ist, sich das Göttliche tatsächlich einzuverleiben (Zustand der Geburt), nicht nur in Ausnahmezuständen Göttliches zu erleben. Alles, was mit der irdischen Persönlichkeit zusammenhängt, sollen wir ausschalten. Wir sollen ganz kindhaft sein, ganz entspannt dem anderen gegenüber. Alles, was geredet und gemeint wird, Diskussionen, Gereiztheit, allen diesen Ballast sollen wir lassen.

Vor jeder großen Feier steht eine große Gelegenheit, etwas in sich zu überwinden - das Opfer!

Weihnachtseinstellung

Gnade: Advent, das Licht, das kommt, um alles zu erleuchten in der tiefsten Nacht. Die Erde hat sich ganz leer gemacht, das Leben eingezogen. Sie ist wie eine leere Schale. Alle Säfte im Pflanzenreich ziehen sich zurück. So bereitet sie sich vor, göttliche Kräfte zu empfangen.

Im ersten Advent soll der Mensch sich durchringen zur Opferbereitschaft, zu Dienst- und Liebesbereitschaft. Er soll sich mit den inneren Augen sehen und diesen Tag als die Feier des Verlangens nach Geburt erleben. Die Weihe der Feier ist: Ich weihe mich dem Dienst des Geistes der Liebe, des Geistes der Liebe, des Geistes, der in mir geboren werden soll. Die Gedanken richten sich auf den kommenden Christus im Menschen.

Zweiter Advent. Der Mensch beginnt zu suchen und empfindet bei seinem Suchen, daß er allein nichts vermag. So bereitet er sein Herz vor, daß darin das Göttliche einziehen kann, denn da ich Negatives abbaue, wird Raum für das Göttliche.

Dritter Advent. Der Mensch sucht die wahre Wirklichkeit, die im Geistigen liegt. Der Schlüssel zu ihr und zu allem geistigen Erkennen ist das Opfer. Die Stimme der Stille sagt: Ich will niemandem wehetun, ich will alles vergeben.

Vierter Advent. Der Mensch hat den Pfad gefunden und bereitet sich vor, ihn zu betreten. Das bedingt die Beherrschung des irdischen Körpers; nur dann kann der Gottessohn im Menschen erwachen. Das Streben in dieser Zeit ist, das Reich Gottes durch sich, durch seine Haltung und sein Wirken sichtbar zu machen in der Welt. Wir sind die Träger auch dieses ewigen Geistesreiches. - Die Adventsstufen sind Bewußtseinsstufen in der Seele.

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Am 24. Dezember beginnen die zwölf Heiligen Nächte. Sie sind Symbole für die zwölf Seelenkräfte, die wir in uns lebendig machen müssen. Und so gilt diese Einstellung für immer, nicht für die zwölf Nächte allein.

Am 1.1. um 12 Uhr größte Sonnennähe, daher fünfeinhalb Tage vor- und nachher die Zeit der Heiligen Nächte. In diesen dunkelsten Nächten ist uns die Geistessonne am nächsten. Sie durchscheint die Erde von innen, durchlichtet alles, nicht wie später: die Erde von oben bescheinend.

In die zwölf Heiligen Nächte soll man sehr wachbewußt hineingehen. Für die erste Nacht bis 1 oder 2 Uhr wach bleiben; während der anderen Nächte möglichst regelmäßig, also zur gleichen Zeit zu Bett gehen. Überhaupt einen regelmäßigen Rhythmus leben in dieser Zeit. Ist das im Äußeren nicht möglich, dann soll man es innerlich versuchen. Wer die Stille im äußeren Ritus nicht durchführen kann, soll versuchen, sich der Heiligkeit der Zeit stets bewußt zu sein. Besonders bewußt auch die Pflichten erfüllen, eingedenk, daß man sie in heiliger Zeit verbringt. Sich selber aber nichts durchgehen lassen, keine häßlichen Regungen in der Seele haben, immer strenger und strenger mit sich selber sein.

Im Weihnachtserlebnis, in den zwölf Heiligen Nächten, wird der Keim gelegt zu den zwölf Monaten des Jahres. Darum sind diese zwölf Tage so wichtig. Wenn wir z.B. in den ersten Tag entgleiten, legen wir einen Keim, der im ersten Monat negativ im Blute aufgeht.

Wir müssen versuchen, die zwölf Tage gesetzmäßig und richtig zu verleben, denn wir brauchen jedes Jahr, um an unserer Wiedergeburt zu arbeiten, und dürfen keines verlieren.

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24./25. Dezember: Der Heilige Abend, an dem Christus der Seele geboren wird. Und die Seele fragt, kann ich mit all meinen Schwächen und Mängeln und Leidenschaften erlöst werden?

Symbol: Der Stall von Bethlehem, denn in dessen Niedrigkeit und Armut wurde das Licht der Welt hineingeboren. Die Stimme der Stille dringt zur Seele und lehrt sie, das Gute in uns und in den anderen freudig zu bejahen.

Mysterium: Die suchende Seele im Dunkel eines weglosen Waldes (Steinbock: Göttlicher Geist wird im Stoff geboren. Geist und Stoff, das A und O, berühren sich, und es entsteht Leben.)

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25./26. Dezember: Die Johannesnacht: Der Adler der Seele hebt die Schwingen und sieht, von höherer Warte zurückblickend, auf sein Leben. Der Mensch erkennt darin das Karmagesetz.

Mysterium: Wahl des steilen oder breiten Weges. Schwer zu finden ist der Pfad des Geistes für das Fleischgeborene. (Bhagavadgita:) Ich-gebundenes oder Menschheit geweihtes Leben (Wassermann).

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26./27. Dezember: Nun folgen die drei Nächte der weißen Lilie. Die Seele erkennt, daß sie sich nicht zu halten vermag, daß sie wieder hinuntergezogen wird, weil noch so viel Erdhaftes an ihr ist. Die Seele schickt sich bewußt an, den irdischen Körper zu reinigen, indem sie jede Speise gleichsam als heilige Wegzehrung ansieht. "Ich bin das Brot." Wir kommen aus dem Brote, leben auf dem Entwicklungsweg aus dem Brote und kehren zurück in das Brot.

Mysterium: Nie das Ziel vergessen bei den weiten Wanderungen im Erdreich (Fische).

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27./28. Dezember: Bewußt den Astralkörper reinigen. Antipathie und Sympathie wird in All-Liebe umgewandelt. Leidenschaft und Begierden schweigen. Die Christuskraft durchleuchtet und durchkraftet in uns, was luziferisch ist, was ahrimanisch ist.

Mysterium: Die Arbeit an mir selbst dient dem Wohle des Ganzen. Der Erzengel Uriel hält uns den Spiegel vor, in dem wir sehen, wer wir sind (Widder).

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28./29. Dezember: Bewußt den Gedankenkörper reinigen. Gedankenzucht, Konzentration auf Positives. Umwandeln der schwarzen Gedankentauben in weiße, denn unser Denken gleicht, solange es nicht bewußt in Zucht genommen wird, einem Taubenschlag. Diesen Taubenschlag auch schließen vor fremden, negativen Gedanken.

Mysterium: Tempel, den Jesus reinigt (Stier).

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29./30. Dezember: Nun folgen die drei Nächte des Schwertes. Petrus-Nacht: Nacht der Schwertweihe. Jeder muß sich das Schwert der Unterscheidung selbst schmieden. Jeder muß mit geistiger Willenskraft die beiden Stücke, das Todlose, Ewige, und das Vergängliche zusammenschmieden, um die Wahrheit kennenzulernen.

Mysterium: Gottessohn mit Menschensohn verschmelzen (Einssein - Zwillinge).

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30./31. Dezember: Die Schlange am Schwertkauf: Weisheit. Man soll sich mit erhebender Lektüre beschäftigen. Es ist die Nacht des großen Befehls.

Das Mysterium der Tätigkeit: Wer befiehlt über unsere Seele? Wer ist der Herr unserer Seele, der Täter unserer Taten? Wir haben die Freiheit. Den guten Willen in uns stärken (Krebs).

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31.Dezember / 1.Januar: Das Kreuz am Schwertknauf: Das Opfer. Umgürtet mit dem Schwert der Christuskraft spricht die Zunge der Wahrheit, ohne verletzen zu können. Es ist die Nacht des Ent-setzens.

Mysterium: Der Ritter, der Streiter mit der Lanze des Willens und dem Schwert der Erkenntnis, der Hund als Symbol des Gehorsams ihm zur Seite. Hinter ihm Tod und Teufel. Auf bestimmter Stufe der Erkenntnis führt jeder falsche Schritt schneller ins Verderben. Der Sieg wird errungen durch das Erfülltsein von der Göttlichkeit, dem Verantwortungsbewußtsein und der unermüdlichen Treue gegenüber den Aufgaben des Lebens (Löwe).

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1./2. Januar: Nun folgen drei Nächte der Krone. Loslösen von Nur-Intellekt oder die Loslösung des Intellekts von der irdischen Gebundenheit und Zweckhaftigkeit. Es ist die dreimal heilige Nacht, in der das niedere Ich abfällt und mir der Wunsch bleibt zu dienen, sich hingeben zu dürfen (Jungfrau).

[Hier wie auch teilweise unten kein Mysterium zur betreffenden Nacht angegeben.]

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2./3. Januar: Die Nacht, in der aus dem Dienen das größte Opfer erwächst. Gehorchen - horchen - hören lernen auf die innere Stimme und die Zeichen des Göttlichen.

Mysterium: Der Rufer in uns durch die verschiedenen Inkarnationen hindurch. Seine Klarheit nimmt zu durch Opfer und Entscheidung (Waage).

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3./4. Januar: Die Nacht: Der Kampf mit dem Hüter der Schwelle.

Mysterium: Die Gralsburg in uns aufbauen. Sich immer mehr in Treue zum Höchsten bekennen (Skorpion).

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4./5. Januar: In der Nacht wird die errungene Krone zu Füßen des Göttlichen niedergelegt, denn wir haben sie zwar selber erkämpft, aber daß wir sie erringen durften, ist Gnade, ist Gesetz des Geistigen. Denn Gnade ist Zustrom aus einer Quelle, die der Mensch aus menschlicher Kraft nicht zu zwingen vermag. Nun wird Anfang und Ende eine raumlose Zeit, zeitloser Raum, alles ist Ewiges, Heiliges jetzt. Die zielstrebigen Kräfte des Schützen müssen so eingesetzt werden, daß er geistiges Gut in Empfang nehmen kann.

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Das, was wir in den zwölf Heiligen Nächten erkannt und empfangen haben, müssen wir nun in das Leben hineintragen und die Materie und das Seelische durchgeistigen.

Die Heiligen zwölf Nächte sind entscheidend für das Leben und Schicksal des ganzen kommenden Jahres. In ihnen kann ein guter Keim unseres Wollens gelegt werden. Besonders entscheidend ist, was wir uns in der Silvesternacht vornehmen. In der Silvesternacht gibt uns der Volksgeist für einige Augenblicke frei. Was wir dann denken, wird von den höchsten Hierarchien ergriffen - und es trägt die Kraft der Verwirklichung in sich.

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[Ende des Manuskripts.]


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