Soll man Schüler zur Teilnahme an Schweigeminuten zwingen?

trel ⌂, Freitag, 16. Januar 2015, 18:53 (vor 800 Tagen)

Der Anlaß zu meiner Frage ist dieser Artikel aus der Lügenpresse: "Charlie Hebdo"-Anschlag: Schüler stören Gedenkveranstaltungen.

Es handelt sich um eine Gewissensfrage. Und mit dem Gewissen soll man nicht Theater spielen. Übt man hier gar noch Zwang aus, dann verdirbt man den Menschen von Grund auf.

Zum Vergleich: Soll man ausländische Fußballspieler zwingen, vor Spielantritt die Nationalhymne zu singen?

Natürlich soll oder kann man sie nicht zwingen. Man kann - und sollte - sie aber aus der Nationalmannschaft ausschließen. Denn durch ihre Nichtteilnahme erklären sie ja, nicht zur Nation zu gehören.

Schüler aber kann man nicht von der Schule ausschließen. Die Schule ist kein Spiel, sondern Pflicht. Bestrafen kann man sie zwar, aber das würde ihre Entwicklung zur Selbstverantwortlichkeit gefährden. Es wäre eine der schlimmsten Entscheidungen, die man in der Folge des Nationalsozialismus und der DDR-Regierung treffen könnte, gerade bei uns.

Diejenigen, die das in Zweifel ziehen, sollte man wirklich fragen, was ihnen die Meinungsfreiheit - und die Rechtsstaatlichkeit überhaupt - wert ist.

Ich meine jedenfalls, daß man die Verweigerer in ihrer Eigenständigkeit unterstützen sollte. Eine Bewertung der Sache, wegen der geschwiegen werden soll, kann man ja dann immer noch vornehmen. Das sind eben zwei Dinge, die streng geschieden werden müssen: Der eigene moralische Standpunkt, und die Sachverhalts-Analyse. Vielleicht ist über den Sacherhalt einfach nicht genügend aufgeklärt worden. Dann muß man das nachholen.

Erinnern möchte ich auch an den deutschen Kanzler, der sich bei Amtsantritt geweigert hatte, den üblichen Schwur zu leisten (dem deutschen Volk zu dienen). Merkwürdigerweise wurde das von den Deutschen anstandslos hingenommen.

trel


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