Benachteiligung Transsexueller

trel ⌂, Samstag, 09. April 2016, 13:51 (vor 497 Tagen) @ Bernhard
bearbeitet von trel, Sonntag, 10. April 2016, 15:58

Hallo Bernhard!

Im Hintergrund schwebt eine Frage: Sollen wir uns siezen oder duzen? Da du bereits in deinem ersten Beitrag deine Entscheidung getroffen hast - ich zitiere -:

Deine durchwegs stichhaltigen Konstatationen hinsichtlich der zunehmenden Machtgewinnung des dämonisch Weiblichen würde meine Ansicht bestätigen,

so schlage ich vor, daß wir jetzt dabei bleiben. Zumal es danach aussieht, daß wir uns noch viel zu sagen haben werden, wir insofern in ein freundschaftliches Verhältnis getreten sind. Vergleiche in diesem Zusammenhang die sehr interessanten Erläuterungen, die C.S.Lewis in seinem Buch "The four Loves", deutscher Titel: "Was man Liebe nennt" zum Thema Freundschaft gegeben hat.

Ich möchte einmal hier ansetzen:

Nehmen wir einmal an, der Mensch selber, sein Engel und/oder andere Engelwesen "schludern" bei der Vorbereitung zur Geburt [...]

Es ist für mich schwer vorstellbar, dass solche "Schlamperei" im Rahmen der menschlichen Evolutionsplanes überhaupt möglich ist. Wie sollte, wie könnte ich der Versicherung des kosmischen Christus, dem Herrn des Karma, wonach nichts geschehe im Himmel und auf Erden, ohne dass es dem väterlichen Weltengrund nicht verborgen bleibe, noch glauben und vertrauen?

Natürlich können wir darüber, mit unserem gegenwärtigen Erkenntnisvermögen, nur Vermutungen anstellen. Meine Vermutung ist nun, daß es sich keineswegs um höhere Schlamperei handelt, sondern um einen Interessenkonflikt zwischen der Individualität, also dem Menschen, der sich zur Verkörperung anschickt, und seinem Engel oder den höheren Wesen überhaupt, die mit ihm beschäftigt sind.

Es gibt doch Kinder, die unbedingt einen bestimmten Beruf ergreifen wollen, während die Eltern, vielleicht auch noch die Lehrer und sogar hinzugezogene Experten, meinen, daß das Kind mit diesem Berufswunsch scheitern werde. Da der Zögling aber von seiner Idee nicht abzubringen ist und mit seiner Begeisterung auch Eindruck macht, resignieren die Eltern und sagen untereinander: "Dann muß er eben seinen Weg gehen. Notfalls kann er sich später neu orientieren."

Im Falle der nachträglichen Geschlechtsumwandlung können wir in Betracht ziehen, daß in manchen Gesellschaften die Geburt eines Jungen ein glücklicheres Ereignis darstellt als die eines Mädchens. (Bei uns dürfte es feminismusbedingt eher umgekehrt sein.) Neben wir nun an, ein Mann habe die allgemeine familiäre Enttäuschung aufgrund der Geburt einer Schwester oder Tochter miterlebt und als belastend empfunden. Aus seinem niederen, begrenzten Ich entsteht nun der Wunsch, seinen zukünftigen Eltern diese Enttäuschung zu ersparen. Er nimmt sich also vor, wiederum als Junge wiedergeboren zu werden. Das höhere Ich aber, das die Inkarnationsreihe überschaut, oder der Engel, ist sich bewußt, daß die männliche Inkarnation der Vergangenheit einen Ausgleich als weibliche Inkarnation in der Zukunft verlangt. Das führt zu dem erwähnten Interessenkonflikt. Und da heute die Möglichkeit besteht, das Geschlecht nachträglich zu wandeln, geben die hierarchischen Wesen dann nach und lassen ihn als Jungen "durchgehen". Vielleicht sehen sie auch eine Chance in dieser Komplikation, denn der Betroffene wird sich später sehr viele Gedanken machen. Der Weg zur Freiheit - letztlich zur Gottwerdung - geht nur über Irrtum und Schuld.

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Abgesehen von der Geschlechtsumwandlung gibt es noch andere Phänomene, die einen zu Gedanken obiger Art verleiten können. So etwa die Tatsache einer offensichtlich ungerechten Verurteilung, vielleicht mit Todesstrafe. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, hat Steiner - und haben auch schon frühere Theosophen - hierbei das Karma ins Spiel gebracht. Demnach ist das Justizopfer mit dem Willen zum karmischen Ausgleich, das hießt hier: zur eigenen Todesstrafe, ins Leben getreten.

Über eine andere Erscheinung, die ohne den Karmagedanken völlig rätselhaft bleibt (aber auch mit ihm nur Spekulationen erlaubt), habe ich vor nicht langer Zeit im "Spiegel" gelesen. Es ging in dem betreffenden Artikel um Menschen, die von dem festen Willen getrieben sind, sich bestimmte Gliedmaßen amputieren zu lassen, und die nicht aufgeben, bis ein Arzt ihnen diesen Wunsch erfüllt. Danach sind sie tatsächlich zufrieden und fühlen sich "stimmig" ("vollständig" kann man ja nicht sagen, weil physisch das Gegenteil eingetreten ist). - Mein Lösungsvorschlag: Diese Mensch haben früher einmal anderen Menschen die gleichen Gliedmaßen abgetrennt, und zwar ohne innerliches Einverständnis mit ihrer Tat. Etwa als Soldaten oder als Arbeitgeber mit ungenügenden Sicherheitsvorkehrungen.

Diesen Drang zum Schuld-Ausgleich kennen wir ja auch im Alltagsleben. C.S. Lewis hat dazu ein Beispiel gegeben, das ich auf die Schnelle jetzt nicht auffinden konnte. Ich versuche, es in eigenen Worten wiederzugeben: Als kleiner Junge hat er versehentlich seinem Bruder, der gerade malte, einen Stoß gegen den Ellbogen gegeben, mit der Folge, daß dieser unwillentlich sein schon gemaltes Bild durchstrich. Das Problem wurde beigelegt, indem Lewis seinem Bruder erlaubte, sein eigenes Bild ebenfalls durchzustreichen. So waren sie in der Gleichheit des Schadens wieder "verbrüdert".

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Nochmals zur Tatsache der gesellschaftlich akzeptierten Geschlechtsumwandlung: Mit der bevorstehenden evolutiven Spaltung in einen neuen, höheren Menschen einerseits, und eine neue Tierheit anderseits steht ja die Sexualität als solche zur Disposition. Der Neue Mensch braucht keine Sexualität - keine generative Fortpflanzung - mehr, weil er den Tod überwunden hat. (Zu beachten: Die generative Fortpflanzung ist notwendige Folge des Todes, nicht umgekehrt!)

Wer sich also einen sexuellen Geburtsfehler "erlaubt" - oder wem die Hierarchien einen solchen erlauben -, der hat sich vielleicht ohnehin schon für den neuen Menschen entschieden. Der weiß vielleicht schon nicht mehr so richtig, was die Sexualität soll, und was da geordnete Verhältnisse sollen. Sie sind ihm tendenziell egal.

Dem Alten Menschen hingegen, der in der neuen Tierheit aufgehen wird, werden solche Irrtümer vermutlich seltener unterlaufen. Er braucht ja die generative Fortpflanzung, und somit eine geordnete Sexualität.

trel


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