Der Fall Rachel_Dolezal

trel ⌂, Sonntag, 10. April 2016, 15:56 (vor 555 Tagen) @ TarZahn
bearbeitet von trel, Sonntag, 10. April 2016, 19:43

Speziell im Falle der Rachel Dolezal könnte es sich um eine, wenn ich so sagen darf, irreguläre Inkarnations-Erinnerung handeln. Die Fähigkeit, sich an frühere Verkörperungen zu erinnern (und nachfolgende vorauszuahnen) nimmt anscheinend zu. Laut Steiner wird der zukünftige Mensch dafür ein besonderes Organ mitbringen, wobei eine wirkliche Erinnerung allerdings nur dann möglich sein wird, wenn der Mensch in der zu erinnernden Verkörperung sinnlichkeitsfreie Vorstellungen ausbilden konnte. Wo nicht, wird ihm das Organ nicht helfen, sondern vielmehr belasten, vielleicht krank machen.

Denkbar ist - wohlgemerkt, ich spekuliere -, daß die Frau Dolezal einmal (vorzugsweise: zuletzt) als Negerin verkörpert war, und nunmehr eine Erinnerung auftritt, die aber nicht als solche erkannt wird, sondern zu einer illusionären Identifizierung führt. Wie im Wikipedia-Bericht dargestellt, soll Frau Dolezal durch zahlreiche kleine Lügen oder Betrügereien aufgefallen sein, alle von einer Art, die erkennen lassen, daß sie zwischen Wahrheit und Einbildung nicht gut unterscheiden kann.

Eine andere Möglichkeit ist, daß sie eigentlich in diesem Leben als Negerin auftreten wollte, es dazu aber nicht kommen konnte, und sie die Realität jetzt nicht wahrhaben will. Der Wunsch bestimmt die Wahrnehmung. In jedem Falle liegt ein Defizit an Wahrheitsliebe vor.

Interessant ist die Angelegenheit dadurch, daß unsere Rechtsverhältnisse nicht auf die neuen "Identitäten" eingestellt sind. Unser Recht ist ja römischen Ursprungs und somit körperbetont. Auf reguläre und irreguläre Inkarnations-Erinnerungen sind wir nicht vorbereitet. Das wird sicher noch zu vielen Ad-hoc-Regelungen führen.

Siehe zum Fall Dolezal auch diese Seite. Da wird Tupoka Ogette zitiert, eine "Expertin für Vielfalt und Anti-Diskriminierung". Sie empfindet das Schwarzsein anscheinend als eine unverdiente Strafe Gottes, bezeichnet es aber gleichzeitig auch als ein Konstrukt. Und Frau Dolezal ist für sie ein Ärgernis, weil diese sich gleichsam die schwarze Jacke nach Belieben an- und ausziehen kann, je nachdem, ob es ihr Vorteile bringe. Da hat sie insoweit recht.

Gleichwohl, ein Christ würde das Schwarzsein (wie jede Form des Benachteiligtseins) klaglos auf sich nehmen, so wie Christus das Kreuz auf sich genommen hat. Denn wenn wir es nicht tragen bzw. ich es nicht trage, wer trägt es dann? Sollen das immer Andere sein? Es ist ein Irrtum, das Böse durch Protest gegen das Böse aus der Welt zu schaffen! Gott hat uns vorgemacht, wie es einzig geht.

trel


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