Das Problem des Judentums.

trel ⌂, Dienstag, 10. Mai 2016, 22:53 (vor 381 Tagen) @ bibel
bearbeitet von trel, Dienstag, 10. Mai 2016, 23:30

Es stimmt mich sehr traurig, dass das jüdische Volk bis heute ein in der Welt gehasstes Volk ist und nirgends wirklich angenommen wird, auch in Israel nicht. Weshalb kann die Welt nicht damit umgehen, dass die Juden der Rest des von Gott auserwählten Volkes Israel sind? Ist diese Auserwählung zu gross für die Welt? Ist die Angst, dass Gott durch die Juden die "Frevler" und die Ungläubigen zu Fall bringen könnte so stark? Dass er sich wieder und immer wieder in das Weltgeschehen einmischt, obwohl "man" ihn doch gerne draussen haben wollte?

Ein in der Tat sehr komplexes Problem, schwer zu durchdringen auch für mich, und innerhalb eines anderen Themas nicht leicht abzuhandeln. Dennoch einige Aspekte:

Mit dem Auftreten Christi war die Mission des jüdischen Volkes erfüllt. Das haben die maßgeblichen Juden aber nicht eingesehen; sie mißverstanden die Sendung des Gottes- und Menschensohnes als eine politische. Eine radikale jüdische Gruppe legte sich mehrfach mit den Römern an - undankbarerweise, weil sie ja nur mit Hilfe der Besatzer den Jesus hatten hinrichten können. Jedenfalls, die voraussehbare Folge der Aufstände war, daß ihr Tempel zuletzt zerstört und die Elite des Volkes definitiv vertrieben wurde. Die Blindheit gegenüber Christus ist also der Ursprung ihrer Heimatlosigkeit!

Hitlers Haß auf die Juden wurzelte übrigens in einer inneren Affinität. Denn auch Hitler verstand "sein" Volk als das auserwählte Volk; wie die Zionisten (und zeitlich nach ihnen) schufen die Nazis eine Blut- und Bodenbewegung; wie die Zionisten sprachen die Nazis vom "Volk ohne Raum"; und wie die alten Juden akzentuierten sie das Prinzip der Volks- und Rassenhygiene.

Merkwürdig ist auch die heutige Haltung der deutschen Regierung zu Israel. Einerseits ist Israel der einzige Staat, für den die deutsche Regierung erklärtermaßen bedingungslos eintreten würde; anderseits gibt es keinen Staat, der die Kriterien eines politischen Rechtsradikalismus mehr erfüllt als Israel. Zum Beispiel gibt es dort Rassegesetze wie im Hitlerdeutschland! So entsteht das Paradox, daß bei uns als Rechtsextremist verfolgt würde, wer den tatsächlichen Rechtsextremismus Israels auch nur in den ersten Ansätzen bei uns einführen, ja nur propagieren würde.

Ich selbst war 1975 für fünf Monate in einem israelischen Kibbutz beschäftigt. Einer der stärksten Eindrücke, die ich dort empfangen habe, war die Affinität der dortigen Juden mit den Nazis. Der Fanatismus in den Gesichtern der Juden, wenn sie über die Palästinenser sprachen, war der gleiche wie in den Gesichtern der Nazis, die ich aus Filmen in Erinnerung habe, welche uns in meiner Volksschulzeit zu pädagogischen Zwecken gezeigt wurden.

Was die Spiritualität der nachchristlichen Juden betrifft, so gibt - oder gab - es einerseits sehr bemerkenswerte Strömungen wie etwa den Chassidismus oder die lurianische Kabbala. Anderseits haben die Juden in bemerkenswertem Maße atheistisch-materialistische Wissenschaftler hervorgebracht. So waren fast alle, wirklich fast alle Psychoanalytiker - Juden! Große Ausnahme: Carl Gustav Jung; aber ausgerechnet der hatte mit der Sexualtheorie nichts am Hut.

Auch im Marxismus ist das Judentum stark vertreten, angefangen mit Marx.

Es sollte uns auch zu denken geben, daß die überwältigende Mehrheit der Deutschen im Staat Israel die größte Bedrohung des Weltfriedens sieht. Das läßt sich nicht aus "Antisemitismus" erklären, sondern aus der Politik. - Übrigens ist "Antisemitismus" ein falsches Wort, ein reiner Kampfbegriff; denn die Juden sind weit weniger semitisch geprägt als ihre Kontrahenten, die Araber, darunter die Palästinenser. Das gilt für die physische Erscheinung ebenso wie für die Sprache.

Und zuletzt: Es ist unsinnig, von einer "jüdisch-christlichen Kultur" zu sprechen. Das vorchristliche Judentum ist aufgegangen im Christentum, und das nachchristliche Judentum hat sich - wie der Islam - zum Antipoden des Christentums erklärt. Im Talmud werden die Christen verflucht. Wenn man sagt, das Judentum gehöre zum christlichen Abendland, dann gilt das allenfalls in einem negativen Sinne, nämlich im Sinne einer gegenseitigen Abgrenzung.

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Haben Sie je den "Stern der Erlösung" gelesen, von Franz Rosenzweig? Ein wunderbares Buch!

Nein, bisher nicht. Aber ich werde daran denken.

Das von Ihnen angegebene Buch von Fichte habe ich online leider nicht gefunden. Zur Zeit ist es mir unmöglich Bücher zu beschaffen.

Kostet als Taschenbuch 8,80 €, ist also erschwinglich. Aber zugegeben: Ich habe es selbst noch nicht gelesen. ;-)

Freundliche Grüße!
trel / admin


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