Kleidung in der Kirche u.A.

trel ⌂, Freitag, 20. Mai 2016, 00:00 (vor 518 Tagen) @ bibel

Es gehen Reiche und Arme zur Kirche und man kleidet sich so, wie es eben möglich ist. Nicht alle haben das Geld für schicke Kleider.

Hier muß ich widersprechen! Anständige Kleidung - ich meine nicht "schicke" Kleidung, die gehört sowie nicht in die Kirche - ist auch für die Ärmsten erschwinglich. Schwarze Sakkos und dazu passende Hosen, auch weiße Hemden und Krawatten bekommt man notfalls in den öffentlichen Kleiderstuben für ganz wenig Geld. Und selbst derjenige, für den das keine Lösung ist - für mich zum Beispiel, weil ich für heutige Verhältnisse sehr schlank bin -, kann z.B. bei C&A wirklich billig neue, gut aussehende Sachen kaufen. Mein schwarzes Sakko aus Leinen (nicht Kunststoff!) kostete dort 39 €, die Hose 19 €. Meistens hat man auch Freunde, die einem ihre alten Kleider überlassen.

Und zuletzt möchte ich daran erinnern, daß auch die ärmsten Bauern früher für den Kirchgang ihre Sonntagskleidung trugen. Es hieß, man müsse den Sonntag heiligen, also ernstnehmen. Arbeitskleidung ist nur nötig, wenn man wirklich arbeitet.

Nun gut, ich habe früher auch alle Laster durchprobiert. Zu einem Mann, der auch äußerlich etwas auf sich hält, bin ich erst viel später geworden. Ich meine jedenfalls, daß die äußere Selbstgestaltung auch für die geistige Welt nicht ohne Bedeutung ist.

Ich verstehe auch das entsprechende Gleichnis von Jesus nicht in diesem Sinne. Es geht ihm dabei wohl eher um die innere Haltung der Hochzeitsgäste, schliesslich wurden diese ja von der Strasse und auch von den Feldern geholt und waren wohl nicht immer für eine "weltliche" Hochzeitsfeier gekleidet.

Für geladene Gäste, die sich keine angemessene Kleidung leisten konnten, wurde diese bereitgestellt. Dafür gab es auch das entsprechende Personal. In manchen Ländern wird das heute noch so praktiziert. Hochzeiten waren ja damals Ereignisse, die nur einmal im Leben stattfanden. Dafür wurde rechtzeitig auch gespart. Nicht zuletzt auch für die Verköstigung und eben auch die Einkleidung der Gäste.

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Die Vorgänge in Europa, welche ich aus der Ferne etwas beobachten kann, besorgen mich zunehmends.

Mich auch. In diesem Zusammenhang sollte man erwähnen, daß der Erste Weltkrieg für die weitaus meisten Menschen, auch Politiker mit Einblick, völlig überraschend einsetzte.

PS: Ich gehöre übrigens zu einer Gruppe von mystisch interessierten Menschen, welche sich über die Grenzen der Religionen hinweg zusammen geschlossen haben. Wir haben viele Freunde, auch auf facebook, welche uns mit Informationen versorgen. Das Bild, welches sich daraus ergibt, ist erschreckend! Auch in diesem Forum finden wir immer wieder interessante Hinweise, wie auch auf Ihren anderen Seiten.

Wir sollten darüber den Mut nicht verlieren. Angst führt zu Lähmung; das aber ist, anthroposophisch gesprochen, das Mittel, auf das Ahriman (biblisch: das Tier mit den zwei Hörnern) baut. Der "Krieg Aller gegen Alle" wird in jedem Falle kommen, und selbst wenn nicht: sterben müssen wir sowieso. Auch der Gottessohn ist durch den Tod gegangen.

Hoffnung, nicht als Illusion, sondern als Willenshaltung, das ist es, was wir brauchen.

Mit freundlichem Gruß!
trel


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