Bei näherer Betrachtung relativiert sich Vieles

trel ⌂, Freitag, 20. Mai 2016, 17:34 (vor 459 Tagen) @ bibel
bearbeitet von trel, Freitag, 20. Mai 2016, 23:59

Auffallend ist für mich, wie diese Bücher ganz offensichtlich als Ratgeber für Frauen (Mütter) geschrieben wurden, welche keinerlei Gefühle gegenüber ihren Kindern zu haben scheinen (ausser Hass vielleicht). Also gefühlskalte (frigide) Frauen, narzistisch gestörte Frauen, von Selbsthass zerfressene Frauen, das männliche Geschlecht verteufelnde Frauen...oder kurz gesagt: für Feministinnen!

Ich habe mir vor vier Jahren Haarers Buch "Unsere kleinen Kinder" (1936, 6. Auflage 1940) aus einem Antiquariat zukommen lassen, und jetzt erstmalig etwas genauer hineingeschaut.

Bis jetzt habe ich darin nichts Schlimmes entdecken können. Im Gegenteil, es spricht viel - darf ich das so sagen? - liebendes Engagement heraus, und ihre Ratschläge, soweit ich sie gelesen habe, erscheinen mir allesamt sehr vernünftig. Z.B., was die Ernährung betrifft. Zwar fordert sie auch strenge Disziplin, etwa:

Aber zeigt denn nicht gerade die sich ausbreitende Fettsucht unter den heutigen Kindern, was passiert, wenn die Disziplin aus der Erziehung verschwindet? Vielleicht ist es gerade das, was den Kindern heute fehlt: die (nicht nur liebende, sondern auch) strenge Hand!

Aufforderungen zu vermeidbarem Zwang habe ich nicht gefunden, im Gegenteil, Zitat:

Und auf der folgenden Seite ein Beispiel:

Ich habe auch den Wikipedia-Artikel zu Johanna Haarer aufgerufen. Und der überzeugt mich ganz und gar nicht. Natürlich kann man der Frau Haarer ihr Bekenntnis zum Nationalsozialismus vorwerfen. Aber der Hintergrund des Wikipedia-Artikels ist - nur in eine andere Richtung - genauso stark ideologisiert.

Ich zitiere (Hervorhebungen in Fettdruck durch mich):

Die Grundzüge ihres Erziehungsideals waren Zucht, Unterwerfung, Reinlichkeit und insgesamt Kinder- wie auch Frauenfeindlichkeit:

Das Fehlen des Mannes und Vaters soll also als Beleg dienen für Frauenfeindlichkeit! Absurder geht's nimmer. Wenn, dann handelt es sich hier um Männer- und Väterfeindlichkeit.

Erwähnt wird das negative Urteil ihrer Töchter Gertrud und Anna. Aber auch das ist mit Vorbehalt zu nehmen. Denn erstens ist es nicht ungewöhnlich, daß Kinder sich in der Retrospektive über ihre Eltern beklagen. Und zweitens handelt es sich um herausgegriffene Äußerungen. Man müßte die Autobiografie von Gertrud Haarer mal als Buch vor sich haben. Vielleicht relativiert sich dann die Sache noch einmal!

Fazit:

Hüten wir uns, auf Menschen das Böse zu projizieren, auch wenn eine erwiesenermaßen nationalsozialistische Gesinnung der betreffenden Person uns hierfür einen Freibrief ausstellt und uns von jedem Begründungszwang befreit.

Jesus Christus hat uns gelehrt, die Menschen zu lieben, d.h. die guten Seiten zu sehen und herauszustreichen, die Unvollkommenheiten dagegen zu ignorieren. Indem man das tut, macht man den Menschen besser.

trel


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