Die tägliche Haßrede im "Spiegel": Christian Stöcker bringt den Ratten-Vergleich.

Herr Schütze @, Montag, 17. April 2017, 02:12 (vor 37 Tagen) @ admin

Guten Abend, Herr Schütze!

Ich hoffe, es geht Ihnen gut.


Ja, ich bin gesund und munter, und ich hoffe, Sie sind es auch.

Danke. Mir geht es auch gut.

Einem Rudolf Augstein der 1960er Jahre würde heute fristlos gekündigt und der Prozeß gemacht.


Warum?

Nun, ich glaube, daß der „Spiegel“ in den 1960er Jahren trotz des beginnenden Wandels seine volksverhetzende Fratze noch nicht so deutlich zeigen konnte, wie er es heute kann, und darum auch noch nicht so deutlich zeigte wie es heute tut.

An dieser Stelle muß ich einräumen, über die früheren Zeiten nicht mehr gut im Bilde zu sein. Gelegentlich habe ich aber einige sehr gründliche Spiegel-Artikel aus den frühen Jahren ausgegraben. Das sind bzw. waren allerdings immer auch "Storys"; insofern hat Enzensberger recht.

Aus meiner Sicht ist die unverhohlene Rechtslastigkeit, also Parteilichkeit, das wesentliche Kennzeichen des "Spiegel". Alles was politisch rechts ist, wird gnadenlos verteufelt; rechte Politiker werden in ungünstigen Posen abgebildet; nie wird von Linkspopulisten oder gar Linksextremisten, aber immer von Rechtspopulisten geredet, und diese nach Möglichkeit als verkappte Nazis dargestellt. Daß zum linken Lager grundsätzlich auch ein rechtes Lager gehört, einfach der Ausgewogenheit wegen, wird ignoriert. Der "Spiegel" ist ein Hetzblatt.

Verblüffend ist, daß der "Spiegel" sich auch durch die Kritik seiner Leser nicht belehren läßt, jedenfalls nicht umgehend. Es ist ja schon mal erfreulich, daß kritische Kommentare überhaupt erscheinen dürfen. Man kann den Eindruck gewinnen, daß der "Spiegel" an ihnen seine Grenzen austestet. Ich meine die Grenzen der Manipulation und Volksverhetzung.

Das Volk, selbst das links orientierte, läßt sich anscheinend nur bis zu einem gewissen Grade verhetzen. Besonders deutlich wird das am Minderheiten-Thema. Ständig erscheinen Artikel, in denen die weibliche, negride oder homophile Minderbeteiligung in verantwortlichen Aufgabenbereichen oder anläßlich von Kulturpreis-Verleihungen skandalisiert wird. Natürliche Unterschiede werden geleugnet. Vielfalt in der Hose, aber bitte nicht im Kopf und Kultur. Buntheit im Trieb-, aber nicht im Meinungsspektrum. Beides korreliert negativ: Wo der Sex entfesselt wird, da wird die geistige Freiheit eingeschränkt; wo der Sex hingegen gelenkt wird, da entsteht Hochkultur.

Doch wie gesagt, die meisten Leser protestieren, wenn derartige Artikel, besonders zur Weiberquote, erscheinen. Sie erkennen, daß nicht jeder Homophile oder Neger, der bei einer Preisverleihung sich übergangen fühlt, dies einer "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit" verdankt, und sie erkennen ebenfalls, daß Führungsstellen nicht mit gleichviel Weibern wie Männern (= Menschen im engeren Sinne) besetzt werden können. Oft genug stehen ja gar nicht einmal genug weibliche Bewerber zur Wahl.

Warum lese ich den "Spiegel" (genauer: Spon) trotzdem? Weil dort ständig sehr viele Nachrichten erscheinen. Der Gefahrenabwehr halber lese ich täglich aber auch die Online-Ausgabe der "Jungen Freiheit". Erst so entsteht die nötige Ausgewogenheit. Eigentlich tut sie das sogar nur teilweise, denn die "Junge Freiheit" ist nicht so weit rechtslastig, wie der "Spiegel" linkslastig ist.

Ja, das ist richtig.

Übrigens fällt auf, daß die Sex-und-Politik-Angelegenheit im prüden „British Empire“ des 19. Jahrhunderts nicht zufällig andersherum war: Über Sex durfte man nicht reden, wohl aber über Politik. Heute ist es genau umgekehrt, denn heute darf man nicht über Politik reden, wohl aber über Sex.

Wo der Sex regiert, da ist die poltische und geistige Freiheit verboten.

Das erinnert an panem et circenses im antiken Rom.

Frohe Ostern!


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum