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Antwort auf einen Teilaspekt: Tötung von Alten. Re-Inkarnation. Auferstehung.

admin @, Dienstag, 01. März 2011, 07:49 (vor 2822 Tagen) @ Herr Schütze

Wenn eine Industrienation wie Deutschland jährlich offiziell über 130000 gezeugte Kinder zur sozial unerträglichen Belastung erklärt und tötet, dann kann man ahnen, wie lange es dauern wird, bis es angesichts explodierender Gesundheitskosten und zerfallender Familienstrukturen genauso normal wird, Tausenden alten Menschen »freiwillig« das Leben »abzukürzen«, weil sie einer lebensfeindlichen Gesellschaft nicht länger zur Last fallen wollen.

So wird gesagt. Ich sehe eher die umgekehrte Gefahr: Die künstliche Verlängerung des vegetativen Lebens von Menschen, die natürlicherweise sterben würden und sterben wollen, gegen ihren Willen. Das ist zwar in jedem einzelnen Falle mit sehr großen Kosten verbunden, aber seltsamerweise scheint der Trend in diese Richtung zu gehen. Es ist paradox!

Ich kann mir sogar vorstellen, daß dies als ein neues Foltermittel angewandt werden könnte, nach dem Motto "Stirb langsam".

Es gibt jedenfalls zu denken, daß zahlreiche Menschen Testamente geschrieben haben für den Fall, daß sie unheilbar erkranken und gegen ihren Willen zum Fortleben gezwungen werden sollen.

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Davon abgesehen sollte man das Leben von ungeborenen und von "ausgelebten" Menschen nicht gleich bewerten.

Alte Menschen haben ihre Entfaltungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Das was sie in diesem Leben tun konnten, haben sie meist getan; mehr "ist nicht drin". Sie sollten sich vorbereiten dürfen auf eine neue Verkörperung. Sie daran zu hindern, ist verbrecherisch.

Ungeborene Menschen dagegen haben sich möglicherweise über Jahrhunderte auf dieses Leben vorbereitet. Sie zu zwingen, sich plötzlich andere Eltern, andere Umstände auf die Schnelle zu suchen, ist ebenfalls verbrecherisch.

Die entscheidende Bewertungsgrundlage für den Vergleich von ungeborenen und alten Menschen ist also die Frage der Wiederverkörperung.

o Nimmt man die Wiederverkörperung an, dann wird man so werten, wie ich es oben getan habe.

o Lehnt man diese Idee ab, dann wird man das Leben - wie auch immer - um jeden Preis verlängern wollen, das Leben der Ungeborenen jedoch sehr gering bewerten.

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Darüber hinaus ist zu fragen: Was stellen wir dem Tod entgegen? Die Wiederverkörperung oder Re-Inkarnation ist eine Sache. Aber auch sie würde keinen Sinn ergeben, wenn es sich um bloße Wiederholungen handeln würde oder gar eine "ewige Wiederkunft" nach meachanischem Muster, so wie Nietrzzsche sich das vorstellte und - merkwürdiger - großartig fand. Vielmehr gibt es eine gestufte Evolution, die in den Passionsstufen Christi besteht; eine Evolution kosmischen Ausmaßes, welche die Natur einbezieht. Sie beruht auf dem Opfer und bezeichnet das Gegenstück des Darwinschen Prinzips des Überlebens des Stärksten.

Dies wäre ein Thema für sich.

Der Kultur des Todes ist in aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Aber ebenso ist die Frage zu stellen und zu beantworten: Was stelen wir der Kultur des Todes entgegen? Wenn wir ihr nichts entgegenzustellen haben, dann bliebe nur die Resignation.

trel


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