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"Höhere" Erkenntnisstufen.

admin @, Sonntag, 24. April 2011, 15:40 (vor 2793 Tagen) @ Herr Schütze
bearbeitet von admin, Sonntag, 24. April 2011, 21:21

Als ich inbezug auf anthroposophische Forschung von "Deduktion" schrieb, habe ich das falsche Wort verwendet. Ich hätte vielmehr von "Initiation" schreiben müssen.

Ihre Ausführungen über das Verhältnis zwischen Induktion und Deduktion sind zweifellos gründlich und der Beachtung wert. Allerdings führen sie in diesem Falle nicht wirklich weiter.

Es gibt in der angewandten Mathematik Aufgaben, die auch mit Gleichungen x-ten Grades nicht oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand zu lösen sind, wohl aber mit einer sehr einfachen Differentialrechnung. Letztere zählt aber bereits zur Analysis, also zur "höheren Mathematik".

Entsprechendes gilt auch für nicht-mathematische Probleme, etwa für die Kulturgeschichte. Man kann natürlich endlos Daten sammeln und auswerten sowie Theorien ausbilden, aber die betreffende Kultur verstehen, das ist eine andere Sache.

Bei den Methoden, die Steiner erstmals beschrieb, handelt es sich um

Sie setzen das bisherige wissenschaftliche Denken voraus, fügen ihm aber etwas Neues hinzu, das heute grundsätzlich erlernt werden kann. "Heute", das heißt, es wäre in früheren Jahrhunderten nicht oder nur einem noch kleineren Teil der Menschen (den sogenannten Rosenkreuzern im historischen Sinne) möglich gewesen.

Diese Methoden bauen auf dem Denken auf, verlangen dann aber auch eine Umwandlung des Fühlens und des Wollens. Das geht regulär nur durch Überwindung innerer Widerstände, d.h. einer Scham- und einer Angst-Schranke. Man begegnet auf diese Weise nacheinander zwei sogenannten "Hütern der Schwelle", die jeweils berechtigte Funktionen ausüben. Es geht also um vertiefte Selbsterkenntnis als notwendige Bedingung. Man erkennt, daß Erkennen zu einem moralischen Vorgang wird, der die Heranbildung von besonderen moralischen Qualitäten erforderlich macht, um die "Hüter" zu veranlassen, einen "durchzulassen".

Letzteres ist ja eigentlich nicht ganz neu. Es gab und gibt jederzeit vielerlei, das zu erkennen möglich ist, und dennoch selbst von seriösen Wissenschaftlern ignoriert, bisweilen aktiv geleugnet, ja manchmal heftig bekämpft wird. Der Grund liegt dann in der Persönlichkeit der betreffenden Wissenschaftler: Sie fürchten - oft nur minderbewußt - die Folgen, die es für ihr eigenes Leben hätte, unter Anderem die Erkenntnis des Karmas.

Näheres siehe z.B. in Steiner, "Die Stufen der höheren Erkenntnis", einer Schrift von etwa 70 Seiten (enthalten in dem Taschenbuch 641 der Reihe "Rudolf Steiner Taschenbücher aus dem Gesamtwerk"). Ich werde aber demnächst versuchen, diese Methoden andeutungsweise zu beschreiben.

Grüße und frohe Ostern! Bedenken wir auch: Wir feiern ein Fest von größter kulturgeschichtliche Bedeutung, nämlich der Auferstehung Christi. Für uns Heutige, übrigens auch für mich, ist bzw. war das nicht ohne Weiteres verständlich. Wir sind dem natürlichen Fühlen früherer Menschen dermaßen entwachsen, daß wir erst wieder aufs Neue lernen müssen, worum es sich da handelt.

trel


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