Christentum...

DvB, Freitag, 09. September 2011, 06:33 (vor 2263 Tagen) @ trel

Und gerade die Wiederherstellung einer christlichen Gesellschaft dürfte um einiges schwieriger sein,


Es ist überhaupt nur theoretisch möglich. D.h., es ist möglich, daß es sich als unmöglich erweist. Es wäre, wie Amerika neu entdecken wollen.

Eben.

als bloß den Feminismus zu eliminieren.


Der kann anders gar nicht eliminiert werden.

Aber sicher.

Doch müssen wir genauer sein. Der Feminismus eliminert sich gerade selber, in dem er übergeht in den Genderismus. Der Feminismus transformiert sich; er war eine Vorstufe. Das wäre ein eigenes Thema und gesondert zu diskutieren. Aber der Genderismus ist noch schlimmer, weil er nicht nur die Mannheit unterdrückt, sondern die Menschheit. (Wobei ich die Weiber in diesem Falle zu den Menschen und nicht nur zu den Hominiden rechne.) Anderseits entzündet sich am Genderismus noch mehr als am Feminismus die Einsicht, daß hier nur die christliche Wahrheit Abhilfe schaffen könnte. Ersatzreligion kann nur durch Religion definitiv abgeschafft werden.

Ich sehe keinen Grund, Feminismus, Genderismus oder was es sonst noch so an verwandtem Brei geben mag, zu unterscheiden. Ich sehe einen Grund, den Unfug zu bekämpfen - und dazu brauche ich da Kampfbegriffe, nichts sonst. (Wir könnten das ja z.B. unter Gynoidiotismus zusammenfassen. Aber um sowas fachgerecht zu betreiben, bräuchts eine entsprechende Organisation, sonst würde das halt beizeiten versanden...) Bis dahin taugt mir der Begriff erstmal.

Der Feminismus/Genderismus eliminiert sich auch in Hinblick auf den anstehenden Wirtschaftszusammenbruch gerade selber. Es wird für die Faxen eben beizeiten keiner mehr Geld übrighaben. Natürlich will ich mich darauf aber nicht verlassen.

Fakt ist: Jede Ideologie kann durch eine andere verdrängt werden. Und das ist im Prinzip sehr einfach. Man bastelt eine Organisation, definiert Maßstäbe, an die sich die Anhänger zu halten haben und bietet ihnen Vorteile. Ein paar Aspekte sind natürlich noch zu beachten, aber im Prinzip ist es nicht mehr. Natürlich muß man eben besser sein, um Erfolg zu haben. Das ist aber für eine frische Ideologie, die keinerlei Ballast mit sich herumschleppen muß und sich voll auf ihr "Kerngeschäft" konzentrieren kann, kein wirkliches Problem.

Das Christentum ist natürlich solcher Ballast. Nämlich z.B. insofern es viele schon überhaupt ablehnen und dann die Christen auch noch selber ihre sektenmäßigen Spezialgesichtspunkte haben. Das Ganze ist sehr einfach zu vermeiden, indem man eben keine religionsrelevanten Aussagen trifft. Eine Notwendigkeit dafür ist ja schließlich auch nicht ersichtlich. Du könntest zwar denken, daß eine Gesellschaft ohne Feminismus/Genderismus ja wohl christlicher geworden ist, aber ein Nichtchrist würde das sicherlich ganz und gar nicht denken. Also ist alles bestens, solange Du nicht verkündest, Du wolltest die Gesellschaft christlicher machen und damit den Nichtchrist erschreckst. :-D

Man würde etwas versuchen, was nach menschlichem Ermessen gar nicht gelingen kann. Doch "der Glaube kann Berge versetzen." Wobei unter Glaube eine Verbindung von ungewöhnlicher Willenskraft, gepaart mit Gottvertrauen, zu verstehen ist. Und selbst dann ginge es nur mit Hilfe "von oben". Wir können nicht wissen, ob die nötigen Menschen sich zusammenfinden, und wir können nicht wissen, ob ihnen dann Hilfe gewährt wird. Wir können es hoffen, aber man sollte Hoffnung nicht mit Illusion verwechseln. Hoffnung ist Aktivität; Illusion ist falsche Erwartung aufgrund von Passivität und bleibender Realitätsverkennung.

Die meisten Menschen wollen nicht aktiv sein. Und viele sind noch ganz ausführlich pseudoaktiv, um dieses (auch und ganz besonders vor sich selbst) zu vertuschen. Wer ein Problem, gegen das er (angeblich) aktiv sein will, schon derart kompliziert darstellt, daß es etwa nur mit ballastbehängten Lösungskonzepten zu lösen sei, will meines Erachtens keineswegs wirklich aktiv werden.

Instinktiv weiß das wahrscheinlich jeder. Und zeigt Dir bei irgendwelcher komplexististischen Scheiße eben ganz einfach nen Vogel. :-D

Und Du gefällst Dir in der Rolle, denn Du bist ja vermeintlich daran 'gar nicht schuld', die 'wollen eben nicht' und Du hast ja 'alles getan'... ;-)

Bei Deinen gewöhnlich sehr theorielastigen, abgehobenen Ausführungen ist das ja wohl auch kein Wunder. Ansonsten käme es natürlich auf den Versuch an...


Immer, wo kein Interesse besteht und folglich Langeweile aufkommt,

Logisch, daß Nichtchristen kein Interesse am Christentum haben.

entsteht das Urteil der Theorielastigkeit.

Manchmal auch bei Theorielastigkeit. :-P

Natürlich ist das Projekt theorielastig, weil die Praxis erst geschaffen werden muß.

Bei einer Darlegung ist ja die Darlegung die Praxis. Und so eine Darlegung ist zwar immer was Theoretisches - aber muß noch lange nicht theorielastig sein, sondern könnte sich auch auf eher praktische Gesichtspunkte beziehen. (Also etwa statt "zeitgemäßes Christentum befaßt sich mit derjenigen Gemäßheit der Zeit, die..." z.B. "beim zeitgemäßen Christentum haut man großmäuligen Weibern aufs Maul, bis Ruhe ist...".)

Es käme also wirklich, wie du selbst sagst, auf den Versuch an. Allerdings habe ich schon eine ganze Reihe von (sehr unvollkommen, z.T. fehlerhaften, aber die Fehler hat keiner gemerkt) Versuchen gestartet. Mir bleibt nichts anderes übrig, als auf den Durchbruch zu warten. Und der könnte innerhalb von ganz anderen Menschengruppen als den der Antifeministen kommen. Zunächst habe ich gemeint, daß christliche Gruppen infrage kämen. Aber dort sind die Probleme, mit denen wir uns herumschlagen, etwa Scheidungsfolgen und Umgangsentzug, weibliche Gewalt, Falschbeschuldigungen, z.T. nahezu unbekannt. Die kennen das einfach nicht, und sind dabei stehengeblieben.

Offen gesagt, ich sehe mich selbst damit völlig überfordert. Ich habe gegenwärtig "nichts zu bieten", und ich weiß nicht, wie es weitergeht. Es ist allerdings kaum möglich, allein weiterzukommen. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Es ist doch bei jeder Sache, die man anfängt, dasselbe: man muß sich zunächst erstmal klarwerden, was man will. (Also z.B. Christentum verbreiten ODER Feminismus/Genderismus eliminieren.) Und als Zweites sich über die wichtigsten Mittel Gedanken machen. Für Dinge, die Du nicht allein machen kannst (abgesehen vllt. von irgendwelchen Ausführenden, die Du bezahlen oder zwingen kannst), sind das eben in erster Linie die Leute. Die müssen dasselbe wollen. Und je komplizierter dieses Dasselbe ist, desto weniger wirst Du finden. Und selbst fürs Allerrudimentärste werden das nur wenige sein - weil eben kaum einer wirklich irgendwas will/tätig sein will.


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