Feminismus, Genderismus (Teil I).

Herr Schütze ⌂ @, Donnerstag, 03. November 2011, 18:25 (vor 2211 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Schütze, Donnerstag, 03. November 2011, 20:12

Guten Tag, Herr Lentze!

Ich möchte zu einigen Ihrer Texte noch einmal Stellung beziehen.

Zum „natürlichen hierarchischen Unterschied zwischen Mann und Frau“ (**) haben Sie u.a. geschrieben:

„Aufstände, Umwälzungen, Revolutionen können immer nur von einem Beherrschtem gegenüber dem Herrschenden ausgehen. So sind z.B. die einzelnen Körperzellen dem Organismus untergeordnet: Dieser ist Herrscher, jene sind Beherrschte. Tendenziell, d.h. wenn der Organismus seine beherrschende Kraft verliert, entarten Zellen aber zu Krebszellen. Sie vollziehen dann einen Umsturz (der Hierarchie), beherrschen den Organismus und töten ihn. Und da sie ihm bestimmungsgemäß untergeordnet sind, töten sie mit diesem Akt auch sich selbst. In vergleichbarer Weise wirken Sexistinnen. Der Sexismus saugt den sozialen Organismus finanziell und demographisch aus. Frauen zahlen vielleicht ein Viertel der männlichen Beträge in die Sozialkassen, schöpfen aber über drei Viertel ab. Der Sexismus steigert den Leistungs-Transfer von Mann zu Frau immer noch weiter. Vor allem aber zerstört er die Familien und menschlichen Verhältnisse. Im übrigen kommt eine gegenwärtig viel diskutierte Studie von Susan Pinker zum Resultat, daß Männer gerade von ihren biologischen Voraussetzungen her dafür geschaffen sind, in Hierarchien (hier: in Betrieben) die Führung einzunehmen. Neu ist das zwar nicht - es gibt viele Studien dieser Art, die zum gleichen Ergebnis kommen -, aber es wird auch regelmäßig wieder verdrängt. .... Angenommen, in einer Fabrik habe ein Umsturz stattgefunden; die Lohnarbeiter hätten ihre Vorgesetzten an die Fließbänder gedrängt und sich selbst die Führungsetage erobert; all dies habe aber angeblich nur geschehen müssen, um langfristig »Gleichheit und Gerechtigkeit« herzustellen. Wenn nun den Betriebsleitern die Situation unerträglich wird und sie überdies zur Erkenntnis gelangen, daß der Betrieb »den Bach runtergeht«, dann werden sie nicht weit kommen, wenn sie ihrerseits Gleichbehandlung für sich fordern. Sie würden verlacht, wahrscheinlich sogar noch weiter degradiert werden. Ebenso wird ein Mann, der von Frauen Gleichbehandlung fordert, von ihnen als das behandelt, was er ist: als ein Herrscher, der durch Fehlverhalten seine Legitimität preisgegeben und sich damit unterhalb des Status der Frau begeben hat. Dies ist eine Beobachtung, die immer wieder gemacht werden kann, nicht nur auf dem Feld des Geschlechterkampfes, sondern auch z.B. in entkolonialisierten Gebieten. Dort wird ein Weißer, der sich freimütig als ein Gleicher ausgibt, verlacht, da er den Anschein erweckt, von seiner eigenen Gruppe verstoßen worden zu sein. In der Folge wird ihm der unterste Platz in der bestehenden Hierarchie zugewiesen - und eben gerade nicht der gewünschte Status der Gleichheit! Zu einem vergleichbaren Resultat, allerdings auf dem Felde der betrieblichen Hierarchie, kommt auch die o.g. Studie bzw. das Interview mit Susan Pinker.“ (Thomas R. E. Lentze, Was ist Sexismus?, 07.10.2009 **).

Daß ein Weißer, weil er sich als Gleicher ausgibt, von Schwarzen verlacht und darufhin der unterste Platz ihrer Hierarchie zugewiesen wird, ist ein interessanter Aspekt, der mir in dieser weitreichenden Konsequenz noch nicht so sehr bekannt gewesen ist. Daß der sexistische Feminismus den Mann genauso oder - wahrscheinlich noch schlimmer - behandelt und behandeln sehen will, dagegegen schon seit langem sehr. Man kann gar nicht deutlich genug aussprechen, wie sehr der sexistische Feminismus verwandt mit dem extremsten Rassismus und Klassismus (Egalitarismus / Kommunismus / Links-Sozialismus) ist, ja beide sogar übertrifft.

Den ersten Teilerfolg für den Versuch, den „natürlichen hierarchischen Unterschied zwischen Mann und Frau“ (**) ) zu vernichten, konnte keine andere Institution als die Frankfurter Schule verbuchen, wie auch Sie wohl meinen:

„Die »68er-›Kultur-Revolution‹« ... hat ihre Wurzeln im Neo-Marxismus (als: Freudomarxismus; Anm. von mir), genauer gesagt in der »Kritischen Theorie« der Frankfurter Schule. Ihre Vertreter (Horkheimer, Adorno, Habermas, H. Marcuse, W. Reich, A. Mitscherlich u.v.a.) hatten zu ihrem erklärten Ziel die Abschaffung jeglicher Herrschaft. Dabei verliehen sie dem Begriff »Herrschaft« (und übrigens dem des Patriarchats) den schlechten Beigeschmack, den er auch heute noch hat. Weitere Ziele, die sie verfolgten, waren u.a.: Sturz des obersten Wertes (Gott), Zerstörung des Christentums; totale Ent-Hierarchisierung der Gesellschaft; Zerstörung der Familie; stattdessen staatliche Erziehungsdiktatur;Kreation eines narzißtischen, polymorph perversen, prä-ödipal regredierten Menschen, der das Lustprinzip über das Leistungsprinzip stellt, der sich von der »Tyrannei« eines »Ich« oder gar »Über-Ich« befreit hat und der sich an den Erwartungen der Anderen orientiert; Ent-Pathologisierung der Krankheit, ihre Erklärung aus patriarchal-repressiv-lustfeindlichen Strukturen; Institutionalisierung sexueller Perversionen. Wer durch diese Ideologie geprägt wurde - und das sind wir alle aufgrund des »revolutionierten«, weiblich dominierten Bildungswesens -, der wird kaum mehr anders können, als den chaotischen Ist-Zustand und den kollektiven Hedonismus als »Fortschritt« (zum »Guten«) zu bewerten.“ (Thomas R. E. Lentze, Was ist Sexismus?, 07.10.2009 **).

Sie kennen die folgende Aussage wahrscheinlich auch: „Die Kritische Theorie ist tot!“ (Peter Sloterdijk, in: Die Zeit, 09.09.1999 ). Hoffentlich ist diese Aussage richtig! Falls nicht, schließe ich mich sofort der Ihrigen an:

„Eine »Kritik der Kritischen Theorie« (also der Frankfurter Schule) ist gefordert!“ (Thomas R. E. Lentze, Was ist Sexismus?, 07.10.2009 **).

Sogenannte „Revolutionen“ haben erst ab dem Zeitpunkt einen Sinn, ab dem sie für die sogenannten „Revolutionäre“ auch wirklich lohnen. Die „Bürgerliche Revolution“ von 1789 entwickelte sich deshalb in Frankreich, weil dort die Adeligen alle Nichtadeligen und sogar auch nicht wenige Niederadelige ausgesaugt und dabei soviel Geld angesammelt hatten, daß sich für diejenigen, die die „Revolution“ praktizierten - wenige Ex-Adelige und etwa gleich wenige Advokaten aus dem Bürgertum -, das Gegen-Aussaugen lohnte, um den ausgesaugten Nichtadeligen (Bürgern) Reichtum versprechen und vielleicht zum Teil auch geben zu können. Und wenn z.B. heute die abendländische Oberschicht entmachtet und deren Reichtum an die abendländische Unterschicht verteilt werden würde, dann würde diese, wenn gleichzeitig die abendländische Mittelschicht in gleichem Ausmaß weiterhin ihre Leistung erbringen würde, von dieser Umverteilung mehrere Jahrhunderte lang gut leben können. „Revolutionen lohnen sich also seit der Moderne für alle und jeden „Revoluzzer“ immer mehr. Moderne „Ideologien“ entstehen darum auch zeitgleich mit der Moderne selbst, wenn diese bereits genügend Kapital für die Umsetzung jener angesammelt hat.

Entstehung der modernen Ideologien aus der bürgerlich-revolutionären Parole!

(1) „Freiheit“, (2) „Gleichheit“, (3) „Brüderlichkeit“.

(1) „Libertät“, (2) „Egalität“, (3) „Fraternität“.

(1) „Liberalismus“, (2) „Egalitarismus“, (3) „Fraternitarismus“.

Dieses „Modell“ wird immer wieder durchgespielt, auf alles bezogen und reinszeniert.

Zuerst wird mit der „Freiheit“ gelockt, aber dann, weil es die nur bedingt gibt und ihr widersprochen werden kann, mit der sie widersprechenden „Gleichheit“ gelockt, die es aber ebenfalls nur bedingt gibt, weshalb schließlich nur noch mit der „Brüderlichkeit“ gelockt werden kann, obwohl es auch sie nur bedingt gibt. – „1789“ scheitert immer! – Ein weiteres Beispiel unter vielen:

Die „Kritische Theorie“ gibt der Parole tautologische „spezielle“ Attribute, u.a.. das Sexuelle:

(1) „Sexuelle Freiheit“, (2) „Sexuelle Gleichheit“, (3) „Sexuelle Brüderlichkeit“.

Die „Kritische Theorie“ verfährt wie oben beschrieben, doch sie nimmt den Prozeß gedanklich so vorweg, daß sie ihn sowohl vom Anfang als auch vom Ende her theoretisch und, wie sie glaubt, auch praktisch durchspielen kann. Letzteres ist ihr größter Fehler. So entsteht ihr „Zwangskosensualisms“, wie Niklas Luhmann richtig beschrieben hat. Die „Kritische Theorie“ läutet bereits die letzte Stufe ein: den sexistischen „Feminismus/Genderismus“!

Der sexistische „Feminsimus/Genderismus“ gibt der Parole ein sexistisches Attribut:

(1) „Sexistische Freiheit“, (2) „Sexistische Gleichheit“, (3) „Sexistische Schwesterlichkeit“.

(1) Thesis, (2) Antithesis, (3) Synthesis.

Der sexistische „Feminismus/Genderismus“ will die Abschaffung des Mannes und nennt das, wenn er „euphemistisch argumentiert“, die „Abschaffung der Geschlechter“. Haben nicht die Bürgerlichen gleich nach ihrer „Revolution“ 1789 ihre Ziele verraten, indem sie die „Freiheit“ durch die „Gleichheit“ und diese wiederum durch die „Brüderlichkeit“ ersetzten - bis dann alles in den Napoleonischen Kriegen endete, und das „Revoluzzer“-Spiel danach erneut losbrach? Haben nicht die Sozialisten ihre Ziele verraten, indem sie die von Karl Marx geforderte „Diktatur des Proleatriats“ zur Notwendigkeit machten, d.h. dadurch ihr „Paradies“ - den „Kommunismus“ - indirekt leugneten, ad absurdum führten, widerlegten? Und gilt dies nicht auch auf nur etwas andere und ansonsten doch sehr ähnliche Weise für den „Feminismus/Genderismus“? Ich sage eindeutig: Ja!

Weil bei all diesen „Revoluzzer“-Spielen auch gelernt wird, wissen die „Revoluzzer“ immer mehr über die Abläufe einer „Revolution“ und können sie deshalb von vorn und von hinten spielen. Der Vorteil besteht für sie in der Undurchschaubarkeit dieses Spiels für die meisten Menschen - die sogenannte „Masse“ -, wodurch es immer mehr Zeit in Anspruch nehmen und immer mehr Schaden anrichten kann.

Das Katastrophale an all diesen „Revoluzzern“ ist, daß sie alles vernichten: daß sie Nihilisten sind, und das gilt mit weitem Abstand am meisten für die sexistischen „Feministinnen/Genderistinnen“ (sie sind von niemanden mehr zu toppen, weil sie, falls sie ihr „Ermächtigungsgesetz“ durchsetzen, das Ende der Menschheit herbeiführen werden). Der durch „Umverteilung“ und „Quotierung“ zu immer mehr Reichtum und also Macht gekommene „Feminismus/Genderismus“ vernichtet mittels seiner Machtinstrumente - insbesondere Geburtenkontrolle (!) - zuerst die abendländische Familie und darum auch die abendländische Gemeinschaft, die abendländische Kultur, zuletzt die Männer dieses Planeten. Sie bringt genau das zur „Endlösung“, mit dem die Frankfurter Schule („Kritische Theorie“) begonnen hat: den „natürlichen hierarchischen Unterschied zwischen Mann und Frau“ (**) zu vernichten! Diese „Endlösung“ ist die „Endlösung der Männerfrage“, und die bedeutet: die Vernichtung der Männer!

Es wäre jetzt aber wenig sinnvoll und folglich auch wenig hilfreich, wenn man dem sexistischen „Feminismus/Genderismus“ allein die Schuld für diese menschenfeindliche Entwicklung gäbe. Er hat - historisch gesprochen - noch nicht einmal die Hauptschuld, weil es nicht wenige der Männer selbst waren, die diese Entwicklung ermöglichten. Die Hauptschuldigen an dieser menschenfeindlichen Entwicklung tragen jene Männer im Abendland, weil sie sie erst möglich machten, machen und noch einige Zeit machen werden.

Ob die „Kritische Theorie“ schon „tot“ (Peter Sloterdijk, in: Die Zeit, 09.09.1999) ist oder nicht, spielt mittlerweile keine sehr große Rolle mehr, weil sie vom „Feminismus/Genderismus“ längst übertroffen und machtpolitisch abgelöst bzw. geschluckt worden ist. Fraß hier die „Revolution“ wieder ihre Kinder? Was die „Revolution“ von 1789 exemplarisch vorgemacht hat, betrifft jede ihrer Nachfahren in zunehmendem Maße: Man hat sich und seinen Mitstreitern (Mitläufern) die „Freiheit“ versprochen und über den Weg der „Gleichheit“ und „Brüderlichkeit“ eine diktatorische Schreckensherrschaft aufgebaut. Und diese kann nur durch Gegengewalt beendet werden. Auch die „Kritische Theorie“ hat sich und ihren Mitstreitern (Mitläufern) die „Freiheit“ - eine tautologische „spezielle“: die „Freiheit als Abschaffung jeder Herrschaft, jeder Hierarchie“ (sie hat sie tautologisch „spezialisieren“ müssen, weil die „Freiheit“ ja längst durch die Geschichte widerlegt worden war) - versprochen und über den Weg ihrer „Gleichheit“ (tautologisch „speziell) und ihrer „Brüderlichkeit“ (tautologisch „speziell) eine diktatorische Schreckensherrschaft aufgebaut. Und auch der „Feminismus/Genderismus“ hat sich und seinen Mitstreiterinnen (Mitläuferinnen) die „Freiheit“ - eine tautologische „spezielle“: die „Freiheit als Abschaffung der Männerherrschaft“ (er hat sie tautologisch „spezialisieren“ müssen, weil die „Freiheit“ ja längst durch die Geschichte widerlegt worden war) - versprochen und über den Weg seiner „Gleichheit“ (tautologisch „speziell) und seiner „Schwesterlichkeit“ (tautologisch „speziell) eine diktatorische Schreckensherrschaft aufgebaut. Dieser Prozeß ist noch nicht abgeschlossen.

Ihr Schluß:

„Entweder stehen Frauen nicht auf der Stufe von Erwachsenen. Dann allerdings bräuchten wir unbedingt ein Patriarchat. Denn im Patriarchat genießen Frauen die Vorzugsrolle beschützenswerter Wesen. Oder wir betrachten Mann und Frau als hierarchisch gleich. Dann haben sie aber auch gleiche Leistungen zu erbringen. Und zwar überall und nicht nur da, wo es ihnen vorteilhaft erscheint! Wie wäre es, wenn auch Frauen einmal mehr als das Doppelte zahlen ? Wir könnten es dann ja »positive Diskriminierung« nennen!“ (Thomas R. E. Lentze, Was ist Sexismus?, 07.10.2009 **).

Volle Zustimmung! Allerdings ist das Gleichheitsideal nicht oder nur bedingt realisierbar - abgesehen davon, daß sich die sexistischen Frauen ihre erst einmal erreichten Gewinne nicht mehr nehmen lassen und nach ihrer Machtergreifung ihr Programm durchziehen werden.

Fortsetzung folgt: => **.


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