Nihilismus

trel ⌂, Donnerstag, 03. November 2011, 22:40 (vor 2210 Tagen) @ Herr Schütze
bearbeitet von admin, Freitag, 04. November 2011, 16:02

In Ihrer auf den Tag genau 2 Jahre später gegebenen Neufassung (**)

Ich war erstaunt und habe zunächst geglaubt, daß ich falsch datiert hätte. Dann habe ich meine Tagebuch-Einträge verglichen.

Im Tagebuch von 2009 steht für den 7.Oktober u.a.:

Die Neufassung der Unterseite "Was ist Sexismus" im Sexistinnen-Pranger vorläufig fertiggestellt und ins Netz gestellt, nachts.

Im Tagebuch von 2011 steht für den 7.Oktober u.a.:

Die Unterseite "Das ist Sexismus" im Sexistinnen-Pranger endlich fertiggestellt.

Also stimmt es mit "auf den Tag genau 2 Jahre". Seltsamer Zufall!

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Ich muß heute frühzeitig ins Bett und kann nur kurz antworten. Jedenfalls danke ich Ihnen zunächst einmal sehr herzlich, Herr Schütze, daß Sie sich die Zeit genommen haben, die Artikel o.g. genau zu lesen und zu kommentieren.


Ich zitiere daher jetzt 'mal einen anderen Menschen:

[...] Denn warum ist die Heraufkunft des Nihilismus nunmehr notwendig? Weil unsre bisherigen Werte selbst es sind, die in ihm ihre letzte Folgerung ziehn; weil der Nihilismus die zu Ende gedachte Logik unsrer großen Werte und Ideale ist, – weil wir den Nihilismus erst erleben müssen, um dahinter zu kommen, was eigentlich der Wert dieser »Werte« war .... Wir haben, irgendwann, neue Werte nötig.

Vielleicht sehen Sie in dem Text von Nietzsche keinen direkten Zusammenhang zu Ihrem Text über den Sexismus und seine Grausamkeiten. Ich schon. Denn nur Nihilisten können so vorgehen, wie Sie es beschrieben haben, oder wie ich selbst es schon mehrfach beschrieben habe.

Ich kenne diesen Text von Nietzsche. Möchten Sie mir zustimmen, wenn ich sage, daß die erste Seligpreisung aus der Bergpredigt (Matt.5,3):

Selig sind die Bettler um Geist [oder die geistig Armen, Verarmten], denn ihrer ist das Reich der Himmel

das Gleiche besagt? Um das voll zu verstehen, sind allerdings etwas kompliziertere Erläuterungen über die höheren Erkenntnisstufen nötig. V. Tomberg (der Nietzsche des Öfteren zitiert, ihn als einen hoch bedeutenden, nur leider gescheiterten Geistesmenschen charakterisiert) gibt sie in seinen "Betrachtungen zum Neuen Testament". Man sollte sie wirklich lesen und durchdenken, denn wenn man die neun Seligpreisungen in gewöhnlicher Art liest, dann erscheinen sie trivial oder unverständlich. Sie geben aber in ihrer Reihenfolge einen natürlichen Entwicklungsgang wieder, den alle Menschen - mehr oder weniger freiwillig durchlaufen (müssen). wieder.

So wie überhaupt die Wortführer aller „Revolutionen“ größtenteils einer höheren Schicht entstammen als die, deren Vertreter sie sind oder zu sein scheinen. Das ist es ja gerade. Wenn es Sich-und-seinesgleichen-Widerspechende nicht gäbe, wenn es die antithetischen Bewegungen nicht gäbe, kurz: wenn es die Antithesis nicht gäbe, dann hätten wir auch keine nennenswerte Entwicklung, sondern nahezu Stillstand: wir hätten die Bäume dann wohl nie verlassen. Und weil dies so ist, denken die „Linken“, sie und ihre Ideale bzw. Ideologien seien „fortschrittlich“, wobei sie vergessen, daß der Weg, den sie beschreiten, der rückschrittlichste Weg überhaupt ist, den ja auch schon ihr Lieblingsschlagwort „Revolution“ („revolutio“ (lat.) = Rücklauf, Zurückwälzen, Umdrehung) verrät - oder auch Rousseaus „Zurück zur Natur!“.

Richtig erkannt und gut ausgedrückt.

Der „Feminismus/Genderismus“ benutzt mit eiskalter Berechnung und Willkür die Männer auch dadurch, daß er sie zwischen ihrer Millionen Jahre alten natürlichen Stellung und ihrer unnatürlichen, weil nur politisch diktierten gesellschaftlichen „Soll-Stellung“ aufreibt, wodurch sie in eine vom Feminismus diktierte zutieftst mißliche Lage geraten: sie sind ganz „oben“ (wie immer schon), wenn es um ihre Pflichten geht, und ganz „unten“ (wie noch nie), wenn es um ihre Rechte geht

Wiederum gut ausgedrückt.

Man darf dabei nicht vergessen, daß die uralte Stellung des Mannes zwar „oben“ ist, aber nicht zwecks „Ausbeutung und Unterdrückung der Frau“ (so ein Unsinn können sich nur Dekadente ausdenken!), sondern zwecks jener ebenso alten Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, die für jeden Mann bedeutet: höchste Risikobereitschaft und volle Verantwortung für alle anderen Menschen in der jeweiligen Gemeinschaft.

So ist. Den Vorwurf der Unterdrückung erheben immer nur diejenigen, die nie in der Verantwortung waren. Ich habe das übrigens auch erst lernen müssen. In meiner Jugend war ich oppositionell eingestellt und schimpfte auf meine "ausbeuterischen" Arbeitgeber. In Afrika wurde ich dann selbst Unternehmer. Seitdem kann ich mich in die Leistungsträger besser hineinversetzen.

Die Physiker haben recht: Was im Gleichgewicht ist, ist tot! Folglich ist der Egalitarismus - der „Gleichheits“-Wahn - die Todessucht, das Streben zum Tod! Egalitaristen sind Sterbende, Aussterbende, Untergehende

Das merken sie leider nur nicht, außer wenn es zu spät ist. Auch dies läßt sich anthroposophisch tief begründen, und dann wird es erst interessant. Das bloße Feststellen, auch bei Nietzsche, ist ja letztlich ermüdend, weil auch er keine Lösungen bietet. Nur ist seine Sprache dermaßen lebendig, daß man ihn trotzdem gerne liest.

Morgen dann weiter. Für heute verabschiede ich mich mit den besten Wünschen!

trel


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