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Zur Beachtung für alle Forumbetreiber - der "Jugendschutzbeauftragte".

admin @, Sonntag, 13. November 2011, 17:03 (vor 2144 Tagen) @ admin
bearbeitet von admin, Dienstag, 15. November 2011, 14:16

"Weiter weise ich Sie darauf hin, dass für das Angebot kein Jugendschutzbeauftragter im Sinne des § 7 JMStV bestellt wurde."

Da fragt man sich als Forumbetreiber: Wieso brauche ich einen Jugenschutzbeauftragten?

Ruhig bleiben!

Die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) darf mir sagen, daß ich keinen Jugenschutzbeauftragten habe, aber sie muß mir nicht verraten, daß ich keinen brauche.

Wer aber muß einen Jugendschutzbeauftragten bestellen? Gemäß dieser Quelle ist dazu verpflichtet,

Ferner, wer länderübergreifendes Fernsehen oder Suchmaschinen betreibt. - Zum Begriff der "Geschäftsmäßigkeit" wird dort noch vermerkt: "Der Begriff der Geschäftsmäßigkeit ist weder legal definiert noch finden sich Auslegungshilfen in der Gesetzesbegründung."

Dann gibt es - für die wirklich geschäftsmäßigen Anbieter, also Partnervermittler, Erotik- und Pornobörsen etc. - Einschränkungen, nämlich für Anbieter

Also, Mitarbeiter habe ich keine. Aber zehn Millionen Zugriffe, die könnten mir recht sein!

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Jetzt müssen wir uns natürlich fragen: Wem nützt der - offenbar Beunruhigung oder Einschüchterung bezweckende - Hinweis, ich hätte keinen Jugendschutzbeauftragten bestellt?

Auskunft gibt z.B. die Interessenvereinigung JugendSchutzBeauftragte.Net. Dort lesen wir:

Nutzen Sie unseren Service als Jugendschutzbeauftragter und lassen Sie Ihr Angebot prüfen, bevor Sie oder unsere Kinder Schaden nehmen. Unwissenheit und laienhaftes Vorgehen schützt Sie nicht vor Ordnungsgeldern oder anderen möglichen Folgen.

Dann erfolgt ein "Angebot schon ab 6,90 Euro monatlich", was dann aber, wenn man weiterklickt, auf 9,90 erhöht wird.

Ein anderer Anbieter macht es "Ab monatlich 95,20 Euro (80,00 Euro zzgl. 19% USt.)."

Da fragt man sich: Woher die Preisunterschiede? Offenbar ist hier ein lukrativer Markt entstanden, dessen Moral sich nicht wesentlich unterscheidet von dem jugendgefährdenden Angebot, vor dem der Beauftragte das jugendliche Publikum schützen soll.

Und es scheint, daß Angestellte der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) zu den Profiteusen in diesem zweifelhaften Geschäft gehören.

Aber mal ehrlich: Haben die nicht ein raffiniertes Konzept? Einschüchterung durch umfangreiche Hinweise, ohne aber bestimmte Aussagen zu benennen; und mittendrin die eigentliche Botschaft ingestalt der als bloße Feststellung verkleideten Suggestion, einen Geschäftsvertrag zu schließen.

Grenzt das nicht an Korruption und Schutzgeld-Erpressung ?

Der zugrundeliegende Gedanke ist doch anscheinend dieser: Du hast Grund zur Beunruhigung. Bestelle jetzt einen Angestellten aus unserer Vereinigung "JugendSchutzBeauftragte.Net" zu einem monatlichen Festpreis, und wir sagen dir im Gegenzug, was du tun mußt, um ruhig schlafen zu können.

admin


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