Feminismus, Genderismus (Teil Ia).

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 14. November 2011, 15:43 (vor 2139 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Schütze, Montag, 14. November 2011, 18:42

Guten Tag, Herr Lentze!

Ich möchte kurz auf die folgenden Zitate in Ihrem Kommentartext und auf diesen selbst eingehen, und zwar unter besonderer Bezugnahme auf den sehr engen Zusammenhang zwischen der Ausbeutung der Mittelschicht (v.a. in Deutschland) durch die Ober- und die Unterschicht einerseits und der Ausbeutung der Männer durch den sexistischen Feminsmus bzw. Genderismus andererseits.

Einige Stellen des folgenden Textes sind da, wo ich Sie zitiere, grau oder hellgrau (nämlich da, wo ich Sie mich zitierend zitiere).

„»Und wenn z.B. heute die abendländische Oberschicht entmachtet und deren Reichtum an die abendländische Unterschicht verteilt werden würde, dann würde diese, wenn gleichzeitig die abendländische Mittelschicht in gleichem Ausmaß weiterhin ihre Leistung erbringen würde, von dieser Umverteilung mehrere Jahrhunderte lang gut leben können. „Revolutionen lohnen sich also seit der Moderne für alle und jeden „Revoluzzer“ immer mehr. Moderne „Ideologien“ entstehen darum auch zeitgleich mit der Moderne selbst, wenn diese bereits genügend Kapital für die Umsetzung jener angesammelt hat.« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:25 **).

War mir bisher nicht bekannt.“ (Thomas R. E. Lentze, Was die Linkspopulisten mit ihrer Ideologie ... anrichten, 04.11.2011; 16:30 **).

Ich hoffe, daß ich mit dem folgenden Text mehr als scheinbar zuvor zur Bekanntmachung beitragen kann.

Sobald etwas zu holen ist, für das sich das Holen auch wirklich lohnt, wird auch versucht, es zu holen. Wir kennen das doch auch von anderen Lebewesen. Jedes „höhere“ Lebewesen macht auf laienhafte Weise das, was jeder Buchhalter auf professionelle Weise macht: die Differenz von Erträgen und Aufwendungen, von Gewinn und Verlust berechnen (G.-u.-V.-Konto erstellen), um bilanzieren (eine Bilanz - ein Schlußbanzkonto, eine Schlußbilanz und danach wieder eine Eröffnungbilanz - erstellen), also entscheiden zu können, ob es sich lohnt oder nicht und ggf. wie sehr oder wie sehr nicht. Jedes „höhere“ Lebewesen verfährt so ohne irgendein Nachdenken darüber - auch die meisten Menschen denken gar nicht darüber nach, sondern lassen einfach ihr Stammhirn entscheiden (mit oft fatalen Folgen!). Die meisten räuberischen Menschen zu Beginn der Moderne oder heute in der Spätphase der Moderne kannten und kennen nicht die genauen Zahlen als Beträge des Kapitals, des Vermögens der zu beraubenden Menschen, aber wußten und wissen, daß es bei diesen Lohnenswertes zu rauben gibt. Ein solches Wissen reicht ihnen aus, um den Raub in die Tat umzusetzen, und: Der Mensch ist ein Raubtier! (**|**). Außerdem haben gerade die Armen nicht zufällig seit dem Beginn der Moderne nicht wenige Argumente und Fürstreiter auf ihrer Seite, wie man weiß - und im Abendland war das auch noch bis zum Ende des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts berechtigterweise so, in der Übergangszeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts schon weniger und danach gar nicht mehr.

Man muß also bei dem Thema, auf das ich mich in dem von Ihnen zitierten Text (**) beziehe, mein primäres Anliegen dabei berücksichtigen: Antworten auf die Fragen nach bestimmten Wirkungen und Auswirkungen bestimmter (Kultur-)Phänomene in einem bestimmten Raum zu einer bestimmten Zeit - in diesem Fall nämlich: im Abendland zur Zeit seiner Moderne.

Mittlerweile ist es doch so, daß die Ober- und die Unterschicht - beide (beide!) - so gut wie nichts mehr zu verlieren haben: die Oberschicht deswegen, weil sie seit dem Beginn des Globalismus (also seit etwa 1989/'90) sich und ihren Reichtum überall auf dem Globus verstecken und folglich nicht beraubt werden kann; die Unterschicht deswegen, weil sie keinen Reichtum hat und folglich nicht beraubt werden kann. Wenn die Ober- der Unterschicht zu verstehen gibt, sie solle doch ruhig „Revolution“ spielen und die „Reichen“ enteignen (lassen - nämlich: durch seinen Staat!), also berauben, dann ist sie selbst davon nicht betroffen, weil die Unterschicht sich lediglich an der Mittelschicht vergreifen kann und auch längst tut - ein Beispiel: in den westlichen Großstädten brennen nicht die Autos von Oberschichtlern, also u.a. von Carlos Slim Helú (2011 der reichste Mensch der Welt **), Bill Gates (2011 der zweitreichste Mensch der Welt **), Barack Obama (2011 der mächtigste Mensch der Welt **), Angela Merkel (2011 der viertmächtigste Mensch der Welt ** und die mächtigste Frau der Welt **), Karl Albrecht (2011 der zwölftreichste Mensch der Welt **) ... u.s.w. -, sondern die von Mittelschichtlern. Die Oberschicht unterstützt die Unterschicht bei der Ausbeutung der Mittelschicht, um selbst noch viel mehr ausbeuten zu können; denn die Oberschicht beutet die Mittelschicht ja bei weitem am meisten aus. Vergessen Sie also bitte nicht:

Ungefähr seit dem Ende des 20. Jahrhunderts (nämlich: seit es keine in Lohnarbeit stehende Unterschicht, kein Arbeiterproletariat mehr gibt) ist im Abendland die Möglichkeit zur Ausbeutung der Unterschicht immer weniger, dagegen aber der Ober- und der Mittelschicht immer mehr vom Erfolg gekrönt, weshalb die Oberschicht folgender Logik folgt und sich verspricht:

– „Ich beraube die Mittelschicht und erlaube der Unterschicht, dies (in geringerem Umfang natürlich) auch zu tun.“

– „Ich schütze mich auf diese Weise davor, zum Opfer einer Gegen-Ausbeutung durch die Unterschicht und/oder die Mittelschicht zu werden.“

– „Ich mache die Mittelschicht zu einem, ja dem Feind der Unterschicht, um eine Verständigung oder sogar ein mögliches Bündnis zwischen ihnen zu verhindern.“

– „Ich beraube und unterdrücke die Mittelschicht solange, bis sie nicht mehr existiert; denn ich muß sie ja nur in ihrer Leistungsträgerschaft fordern, sodaß ich von ihr immer mehr Steuern und Abgaben bekomme und nichts mehr zu befürchten habe, weil sie mehr mit ihrer Arbeit als mit allem anderen - z.B. mit ihrer Fortpflanzung - beschäftigt ist. (Und: dies kann ich von der Unterschicht nicht fordern, nicht erwarten, nicht einmal hoffen, weil die Unterschicht mittlerweile bei uns im Abendland nur noch ein vom Staat ge- und unterstütztes, außerdem ein globales, ohnehin immer wachsendes und daher meine Macht anstrebendes, dagegen aber die Mittelschicht nur ein regionales, nur ein arbeitendes, darum menschenfeindliches und ohnehin verschwindendes Phänomen ist).“

[image] Exponentieller Anstieg der Milliardäre. Zum Beispiel: 1998 waren es 230, und 2004 waren es 587, und 2007 waren es 946. Allein in diesen neun Jahren stieg die Zahl um 311,3%!

Die Oberschicht macht sich bei der Unterschicht beliebt; sie hat - besonders seit der „Bürgerlichen Revolution“ von 1789 - Angst vor „Revolutionen“ sie hat mehr Angst vor der Unter- als vor der Mittelschicht; sie hat Angst, ihren Reichtum und also ihre Macht zu verlieren. Daß diese Angst nicht grundlos ist, zeigen - z.B. in Deutschland - die seit ungefähr 1989/'90 immer schneller wachsende Zahl der Milliardäre und die gleichzeitig (zwar!) noch langsam wachsende Zahl der Armen (diese wächst u.a. deshalb langsamer als jene, weil beide die Mittelschicht ausbeuten!), obwohl die Oberschicht die Unterschicht an der Ausbeutung der Mittelschicht teilhaben läßt. Die Oberschicht gewinnt bei diesem Raub selbstverständlich sehr viel mehr als die Unterschicht, aber solange auch die Unterschicht gewinnt (wir dürfen ja nicht vergessen, daß die „Armut“ im gesamten Westen importiert ist - durch rasant wachsende Einwanderung von Wirtschaftsflüchtlingen) und ihr immer wieder Gewinn versprochen werden kann, befindet die Oberschicht sich ziemlich in Sicherheit. Sie hat die Mittelschicht insgeheim zum Feind erklärt, um sich an ihr in einem Ausmaß wie nie zuvor zu bereichern und bei der Unterschicht, weil diese davon auch profitiert (obwohl sehr viel weniger), eine Freundschaft vorzutäuschen.

[image]

Prozentuale Veränderungen (gegenüber 1992) des durchschnittlichen Nettoeinkommens pro Kopf in Deutschland.

Um auf den sehr engen Zusammenhang zwischen der Ausbeutung der Mittelschicht (v.a. in Deutschland) durch die Ober- und die Unterschicht einerseits und der Ausbeutung der Männer durch den sexistischen Feminsmus bzw. Genderismus andererseits einzugehen, möchte ich zunächst jemanden zitieren, den ich Ihnen schon vorgestellt habe (**|**|**|**):

„Wir dürfen aber auch nicht vergessen, wie sehr wir Abendländer selbst und mit welchen nationalen Egoismen (besonders z.B. die Engländer) die bösen Geister gerufen haben, die wir jetzt nicht mehr loswerden. Es waren wir selbst, die die Moderne - unsere Moderne: die abendländische Moderne - gewollt haben, praktiziert haben und immer noch praktizieren. Wirtschafts- und gesellschaftspolitisch gesprochen: Es begann mit der Thesis als dem Liberalismus bzw. Kapitalismus (**); auf ihn folgte die Antithesis als der Links-Sozialismus bzw. Egalitarismus (**); und seit dem 9. November 1989 haben wir es mit der Synthesis als dem Rechts-Sozialismus bzw. Fraternitarismus (**) zu tun. Die Synthesis ist dabei für unsere Existenz die gefährlichste, weil selbstmörderischste. Was zu Hochzeiten des liberalistischen Kapitalismus und zu Hochzeiten des egalitaristischen Kommunismus nur wenige (z.B. Oswald Spengler **) für möglich hielten, ist inzwischen tatsächlich eingetreten: die aus diesen zwei größten ideologischen Gegnern sich speisende Synthesis: der fraternitaristische Globalismus. Kapitalismus und Kommunismus - diese zwei Todfeinde - haben sich verbündet, um die Mitte auszubeuten. So konnte es auch zu dem von Spengler prophezeiten Bündnis zwischen der »weißen Weltrevolution« (**) und der »farbigen Weltrevolution« (**) kommen. Spengler wußte, es würden »sich eines Tages Klassenkampf und Rassenkampf zusammenschließen, um mit der weißen Welt ein Ende zu machen« (**). Denn das »liegt in der Natur der Dinge, und keine der beiden Revolutionen wird die Hilfe der andern verschmähen, nur weil sie deren Träger verachtet. Gemeinsamer Haß löscht gegenseitige Verachtung aus.« (**). Spenglers Prognosen sind größtenteils bereits Wirklichkeit geworden (**|**).“ (Hubert Brune, „Menschenrechte“ als Untergangsbeschleuniger, 2001 **).

„Die Ausbeutung der Mittelschicht kommt sowohl der Oberschicht als auch der Unterschicht zugute, und wenn das Nationale, ja die gesamte kulturelle bzw. rassische Gemeinschaft tabuisiert wird, kommt das all jenen, die dieses Tabu nicht betrifft, zugute. Daher auch das verlogene Gerede der »Multikulturalisten« und »Genderisten« von »Brüderlichkeit« bzw. »Schwesterlichkeit« (vgl. »Synthesis«). Es sind ja insgesamt 93% der Menschheit, die davon profitieren, daß 7% der Menschheit ausgebeutet werden, wobei mit großer Verlogenheit behauptet wird, die 7% (die weiße Mittelschicht) beuteten die 93% (die globale Unterschicht und die globale Oberschicht) aus, und die größte Verlogenheit ist, daß zu den 93% auch die Oberschicht (rd. 1%) gerechnet wird - Oberschicht und Unterschicht als eine Interessengruppe! Das ist die »Synthesis«!“ (Hubert Brune, „Menschenrechte“ als Untergangsbeschleuniger, 2001 **).

[image]


1) 6,1% zahlen 70% der Steuern;
2) 24,4% zahlen 30% der Steuern;
3) 19,5% sind von Steuern befreit;
4) 50% sind zu 100% Sozialfälle.


1+ 2) 30,5% Steueraktive;
3 + 4) 69,5% Steuerneutrale, - passive.


[image]

1) 70% der Steuern von 6,1% bezahlt;
2) 30% der Steuern von 24,4% bezahlt.

1+ 2) 100% der Steuern von 30,5% bezahlt.


„Es ist das ewig ungerechte Spiel (**): Ausbeutung quantitativ oder qualitativ Schwacher durch quantitativ oder qualitativ Starke. Modern gesprochen sind die Angehörigen der Unterschicht quantitativ sehr stark und qualitativ sehr schwach, die der Mittelschicht quantitativ schwach bis stark (phasenweise zunehmend und abnehmend) und qualitativ schwach bis stark (phasenweise zunehmend und abnehmend), die der Oberschicht quantitativ sehr schwach und qualitativ sehr stark. Ziehen Sie daraus nun bitte die Konklusion!


Oberschicht)
Quantität: sehr schwach;
Qualität: sehr stark.

Mittelschicht)
Quantität: schwach bis stark (Frühphase), stark (Hochphase), stark bis schwach (Spätphase);
Qualität: schwach bis stark (Frühphase), stark (Hochphase), stark bis schwach (Spätphase).

Unterschicht)
Quantität: sehr stark;
Qualität: sehr schwach.

Je näher sich die Mittelschicht am Anfang oder am Ende der Entwicklung befindet, desto schwächer ist sie. In der Frühphase befindet sich die Mittelschicht noch im Aufbau, ist also noch nicht so effizient ausbeutbar, und existieren größtenteils immer noch die alten Herrschaftsformen. In der Spätphase befindet sie sich im Abbau, weil sie wegen ihres angesammelten Kapitals effizient ausbeutbar geworden ist und aufgrund der größtenteils neuen Herrschaftsformen zum Abbau gezwungen wird.

Oberschicht)
Kapital: sehr viel;
Macht: sehr viel.

Mittelschicht)
Kapital: wenig bis viel (Frühphase), viel (Hochphase), viel bis wenig (Spätphase);
Macht: wenig bis viel (Frühphase), viel (Hochphase), viel bis wenig (Spätphase).

Unterschicht)
Kapital: sehr wenig;
Macht: sehr wenig.

Weil also aufgrund von ökonomischen und historischen Bedingungen ein explizit gegen die Mittelschicht gerichtetes Bündnis von Ober- und Unterschicht während der Frühphase sehr unwahrscheinlich und während der Spätphase sehr wahrscheinlich ist, ist die Mittelschicht am meisten während der Spätphase gefährdet. Und diese Spätphase ist die Phase der »Synthesis« (**), die ich eben beschrieben habe.“ (Hubert Brune, „Menschenrechte“ als Untergangsbeschleuniger, 2001 **).

Der sogenannte „Kampf »gegen« die Ungerechtigkeit“ ist in Wirklichkeit ein Kampf für noch mehr Ungerechtigkei! Je länger er andauert, desto extremer, umfassender wird die Ungerechtigkeit. Dies zeigt sich auch im sogenannten „Geschlechterkampf“, der anfangs als ein Kampf für die „Freiheit“ (vom Mann!), dann als ein Kampf für die „Gleichheit“ (mit dem Mann!) und schließlich als ein Kampf für die „Schwesterlichkeit“ (ohne den Mann!) imaginiert und auf ziemliche paradoxe Weise durchgeführt wurde und wird. In Wirklichkeit geht es um die Ausbeutung und Vernichtung des Mannes - und zwar ganz ähnlich wie bei der Ausbeutung und Vernichtung der Mittelschicht (der Deutschen, der Abendländer, der Weißen, der Christen, der Männer ... [ja, und dann?] ...): der Gegner wird nicht sofort oder bald, sondern allmählich mit quasi lang wirkendem Gift vernichtet, denn: je länger er noch exisitiert, desto mehr kann man ihn ausbeuten. Man könnte meinen, es sei eine „sehr intelligente Strategie“, doch es ist im Grunde eine einfache Erfolgsrechnung - wie eben beschrieben. Dieser Kampf ist genauso dekadent (euphemistisch gesprochen: „modern“, „zivilisiert“) wie alle anderen modernen, zivilisierten Kämpfe.

„»Zuerst wird mit der „Freiheit“ gelockt, aber dann, weil es die nur bedingt gibt und ihr widersprochen werden kann, mit der sie widersprechenden „Gleichheit“ gelockt, die es aber ebenfalls nur bedingt gibt, weshalb schließlich nur noch mit der „Brüderlichkeit“ gelockt werden kann, obwohl es auch sie nur bedingt gibt. – „1789“ scheitert immer! .... Haben nicht die Bürgerlichen gleich nach ihrer „Revolution“ 1789 ihre Ziele verraten, indem sie die „Freiheit“ durch die „Gleichheit“ und diese wiederum durch die „Brüderlichkeit“ ersetzten - bis dann alles in den Napoleonischen Kriegen endete, und das „Revoluzzer“-Spiel danach erneut losbrach?« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:25 **).

Diese Folge muß ich erst noch durchdenken. War bisher, ich gebe es zu, nicht mein Thema.“ (Thomas R. E. Lentze, Was die Linkspopulisten mit ihrer Ideologie ... anrichten, 04.11.2011; 16:30 **).

Es sollte aber auch Ihr Thema sein, wie ich meine, denn: Der Feminismus ist eingebettet in die politischen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen Entwicklungen, die wiederum in den Kulturkreis eingebettet sind. Ich sage noch einmal: Man muß bei dem Thema, auf das ich mich in dem von Ihnen zitierten Text (**|**) beziehe, mein primäres Anliegen dabei berücksichtigen: Antworten auf die Fragen nach bestimmten Wirkungen und Auswirkungen bestimmter (Kultur-)Phänomene in einem bestimmten Raum zu einer bestimmten Zeit - in diesem Fall nämlich: im Abendland zur Zeit seiner Moderne. Die Phänomene der „Bürgerlichen Revolution“, wozu eben u.a. die modernen Ideologien (einschließlich Feminismus!) gehören, folgen stets - mehr oder weniger - dem Schema von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“. Dieses Schema ist erstmals von 1789 bis 1815 durchgespielt worden und hat sich danach stets - mehr oder weniger - wiederholt (besonders ideologiegeschichtlich, wie gesagt), wobei der zeitliche Rahmen größer und kleiner sein kann. Im größeren Zeitrahmen: die Moderne bzw. Zivilisation in ideologiegeschichtlicher Hinsicht! Im kleineren Zeitrahmen: die jedem fleißigen Schüler bekannten sogenannten „Revolutionen“, z.B. die von 1789 in Frankreich, die von 1848/'49 in vielen Ländern Europas, die von 1871 in Frankreich („Pariser »Kommune«“), die von 1917 in Rußland* (*sie zählt nur teilweise mit, weil: in Rußland, also außerhalb des Abendlandes, aber abendländischer Herkunft!), die von 1918/'19 in Deutschland und Österreich-Ungarn, die von 1989/'90 in vielen Ländern Europas. Wichtig für unser Thema hier ist der größere Zeitrahmen, also: die Moderne bzw. Zivilisation in ideologiegeschichtlicher Hinsicht! Sie kann man einteilen in drei Phasen:

1.) Vorherrschaft der „Freiheit“ (v.a. des „freien“ Marktes über den „geschlossenen“ Staat) - ungefähr von 1789 bis 1870;

2.) Vorherrschaft der „Gleichheit“ (v.a. des „geschlossenen“ Staates über den „freien“ Markt) - ungefähr von 1870 bis 1989;

3.) Vorherrschaft der „Brüderlichkeit“ (synthetisierend; für den Feminismus: „Schwesterlichkeit“) - ungefähr von 1989 bis ...?....

Denken Sie 'mal an die schrankenlose Entwicklung des Liberalismus in der Zeit von 1789 bis 1870 (siehe: 1.) oder an die dazu antithetische Entwicklung des Egalitarismus von 1870 bis 1989 (siehe: 2.) oder an die Entwicklung des Fraternitarismus von 1989 bis ...?... (siehe: 3.), der nur noch damit beschäftigt ist, Liberalismus und Egalitarismus zu versöhnen oder zu synthetisieren (**), wofür z.B. auch die schrecklich mächtigen Institutionen wie Weltbank, IWF, WTO, UNO, WBGU , WWF, EU, OIC u.v.a. (einschließlich „Gender“-Institutionen u.s.w.) stehen.

Alle diese Institutionen sind abendländischer Herkunft (ob sie mittlerweile von anderen Teilen der Welt verinnerlicht worden sind, spielt dabei nur eine Nebenrolle, weil die Idee der abendländischen Kulturseele entstammt). Man kann auch den Feminismus letztlich nicht genau verstehen, wenn man ihn aus diesen ihn einrahmenden Entwicklungen immer nur isoliert. Dem Feminismus reicht längst nicht mehr „nur“ die „Freiheit“ (vom Mann!) und auch nicht mehr „nur“ die „Gleichheit“ (mit dem Mann!), sondern seit einiger Zeit will er die „Schwesterlichkeit“ (ohne den Mann!) durchsetzen, und zwar synthetisierend: die Thesis „Freiheit“ in erhöhter Form in sich bewahren (aufheben **) und die die Thesis negierende Antithesis „Gleichheit“ auf einer erhöhten Ebene negieren (aufheben **). Der Feminismus will nämlich in dieser synthetischen Phase (siehe: 3.) gar nicht mehr die „Gleichheit“ (mit dem Mann!), sondern die erhöhte Form der „Freiheit“ (vom Mann!), d.h. die „Schwesterlichkeit“ - das ist die feministische Synthesis! **

Diese Synthesis können Sie auch den Feminismus-als-Sexismus (also den Sexistischen Feminismus) nennen, denn er ist - mit eben nur deutlicherer Betonung - dasselbe Phänomen wie der eben beschriebene Feminismus-als-Synthesis (der synthetische Feminismus). Ihn gab es selbstverständlich auch schon vor dieser synthetischen Phase, aber er war zu der Zeit noch nicht die vorherrschende Variante des Feminismus, und das Vorherschen ist entscheidend (auch für das Verständnis). Der Feminismus ist, wie alle anderen Ideologien der Moderen auch, dem Verständnis sehr leicht zugänglich, wenn man ihn dem eben beschriebenen Dreierschritt (vgl. Hegels Dialektik **) unterzieht. Wie der Feminismus selbst folgt auch seine synthetische Variante - also: der Feminismus-als-Sexismus - diesem Dreierschritt. **

Ein anderes plausibles Beispiel sind die Parteien, die ja alle - auch nicht zufällig - dieselbe „Geburtsstunde“ haben wie die „Bürgerlichen Revolution“ von 1789. Sobald Parteien entstanden sind, spalten sie sich auf, und man erkennt, daß auch sie dabei dem Schema „Freiheit–›Gleichheit–›Brüderlichkeit“, das bei ihnen auch „Mitte–›Links–›Rechts“ (**|**|**) genannt werden kann. - Dies läßt sich auch an vielen anderen Beispielen zeigen - jeder Kulturkreis ist angefüllt mit solchen Beispielen.

So wie aus der ehemaligen Unterschicht eine Mittelschicht gemacht worden ist - ungefähr in der Zeit von 1870 bis 1989 (siehe: 2.), diese seit ungefähr 1989 (siehe: 3.) immer mehr ausgebeutet und eine neue Unterschicht immer mehr importiert wird, so sind die Frauen in die Lohnarbeit gebracht, den Männern der Mittelschicht „gleichgestellt“ (siehe: 2.) worden und werden wie sie seit ungefähr 1989 (siehe: 3.) in exponentiell zunehmendem Maße ausgebeutet. Der sehr bedeutende Unterschied ist aber, daß die Frauen der Mittelschicht - wie alle Frauen - eine Lobby haben (sogar auch dann, wenn sie mit ihr gar nichts zu tun haben wollen!) und die Männer der Mittelschicht nicht. Die Herrschenden und Lobbyisten (die mittelbar Herrschenden) behaupten, hier gäbe es eine „Ungerechtigkeit“, aber sie meinen damit nicht die Ungerechtigkeit gegenüber den Männern der Mittelschicht, sondern die in der Wirklichkeit nicht existente gegenüber den Frauen. Die in der Wirklichkeit existente Ungerechtigkeit gegenüber den Männern der Mittelschicht wird dabei einfach ausgeblendet, schlimmer noch: durch die in der Wirklichkeit nicht existente gegenüber den Frauen ersetzt. Die künstlich erhobene „Ungerechtigkeit“ ist nämlich, wie das Wort „künstlich“ schon verrät, keine natürliche und auch keine wirklich gesellschaftliche, sondern eine rein finanzökonomisch kalkulierte, um die Lohnkosten senken zu können. Und da es diese ökonomische Ungleichheit und Ungerechtigkeit zwischen Wirtschaftslobby und Frauen auch gibt und eine Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern nicht (!), hat es der Feminismus so leicht, das immer größer gewordene Vakuum zu füllen. Der Feminsimus entstammt ja nicht einer finanzökonomischen und auch nicht einer frauentypischen Lobby, sondern den gegebenen Situationen in einem geographischen Raum (Abendland) zu einer geschichtlichen Zeit (Moderne) mit den Möglichkeiten zu „Revolutionen“ und kann deshalb seine Lüge verbreiten, er sei aus sich selbst entstanden und strebe gar keine finanzökonomische Lobby, keine Macht an, sondern beseitige lediglich „Ungerechtigeiten“.

Mit anderen Worten: Der Mann hat die Frau an die Macht gebracht - ja getragen!

Ich sage voraus: Wenn der Ertrag aus der Ausbeutung der Mittelschicht bei Null angekommen sein, wenn also die Mittelschicht nicht mehr existieren wird, dann wird auch die Moderne mit allen ihren wahnsinnigen Ideologien, zu denen auch der Feminismus gehört, bei Null angekommen sein, also nicht mehr existieren! **

Ich hoffe, daß ich mit dem bisherigen Text mehr als scheinbar zuvor zur Bekanntmachung beigetragen habe.

„»Die Hauptschuldigen an dieser menschenfeindlichen Entwicklung tragen jene Männer im Abendland, weil sie sie erst möglich machten, machen und noch einige Zeit machen werden.« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:25 **).

Da stimme ich allerdings zu. Bei schlecht geratenen Kindern tragen auch die Erzieher (d.h. heute vor allem Mütter) zumindest eine Mitschuld.“ (Thomas R. E. Lentze, Was die Linkspopulisten mit ihrer Ideologie ... anrichten, 04.11.2011; 16:30 **).

Hier habe ich ein kleines Problemchen mit dem Adverb „allerdings“, denn: wenn Sie „da ... allerdings“ zustimmen, bedeutet das nach den Regeln der Grammatik und Logik, daß Sie meinen vorherigen Sätzen (**) nicht zustimmen. Meinetwegen. Allerdings (!) ergäbe das dann Probleme der Übereinstimmung mit vielen Ihrer anderen Äußerungen.

-

„»Abgesehen davon, daß sich die sexistischen Frauen ihre erst einmal erreichten Gewinne nicht mehr nehmen lassen und nach ihrer Machtergreifung ihr Programm durchziehen werden.« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:25 **).

Darin sehe ich in der Tat ein ernstes Problem. Das Frauenwahlrecht werden wir auf friedlichem Wege auch nicht mehr los. Womit ich nicht sagen will, daß wir den Unfrieden, der zu seiner Abschaffung nötig ist, aktiv herbeiführen sollten. Der wird schon von selber kommen.“ (Thomas R. E. Lentze, Was die Linkspopulisten mit ihrer Ideologie ... anrichten, 04.11.2011; 16:30 **).

Da können Sie sicher sein! Mein von Ihnen zitierter Satz ist zwar auch, aber nicht nur im Hinblick auf das Frauenwahlrecht gemeint, sondern auf die Gewinne (also: ganz allgemein), und zu denen gehört eben auch das Frauenwahlrecht.


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum