Feminismus, Genderismus (Teil IIa).

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 14. November 2011, 15:54 (vor 2142 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Schütze, Montag, 14. November 2011, 17:55

Sehr gehrter Herr Lentze!

Wie gesagt: Einige Stellen des folgenden Textes sind da, wo ich Sie zitiere, grau oder hellgrau (nämlich da, wo ich Sie mich zitierend zitiere).

„»Ich zitiere daher jetzt 'mal einen anderen Menschen: ›.... Denn warum ist die Heraufkunft des Nihilismus nunmehr notwendig? Weil unsre bisherigen Werte selbst es sind, die in ihm ihre letzte Folgerung ziehn; weil der Nihilismus die zu Ende gedachte Logik unsrer großen Werte und Ideale ist, – weil wir den Nihilismus erst erleben müssen, um dahinter zu kommen, was eigentlich der Wert dieser »Werte« war .... Wir haben, irgendwann, neue Werte nötig.‹ - Vielleicht sehen Sie in dem Text von Nietzsche keinen direkten Zusammenhang zu Ihrem Text über den Sexismus und seine Grausamkeiten. Ich schon. Denn nur Nihilisten können so vorgehen, wie Sie es beschrieben haben, oder wie ich selbst es schon mehrfach beschrieben habe.« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:41 **).

Ich kenne diesen Text von Nietzsche. Möchten Sie mir zustimmen, wenn ich sage, daß die erste Seligpreisung aus der Bergpredigt (Matt. 5,3): »Selig sind die Bettler um Geist [oder die geistig Armen, Verarmten], denn ihrer ist das Reich der Himmel« das Gleiche besagt?“ (Thomas R. E. Lentze, Nihilismus, 03.11.2011; 22:40 **).

Ja, jedenfalls ist eine solche Deutung ebenfalls möglich.

„»So wie überhaupt die Wortführer aller ›Revolutionen‹ größtenteils einer höheren Schicht entstammen als die, deren Vertreter sie sind oder zu sein scheinen. Das ist es ja gerade. Wenn es Sich-und-seinesgleichen-Widerspechende nicht gäbe, wenn es die antithetischen Bewegungen nicht gäbe, kurz: wenn es die Antithesis nicht gäbe, dann hätten wir auch keine nennenswerte Entwicklung, sondern nahezu Stillstand: wir hätten die Bäume dann wohl nie verlassen. Und weil dies so ist, denken die ›Linken‹, sie und ihre Ideale bzw. Ideologien seien ›fortschrittlich‹, wobei sie vergessen, daß der Weg, den sie beschreiten, der rückschrittlichste Weg überhaupt ist, den ja auch schon ihr Lieblingsschlagwort ›Revolution‹ (›revolutio‹ (lat.) = Rücklauf, Zurückwälzen, Umdrehung) verrät - oder auch Rousseaus ›Zurück zur Natur!‹.« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:41 **).

Richtig erkannt und gut ausgedrückt.“ (Thomas R. E. Lentze, Nihilismus, 03.11.2011; 22:40 **).

Vielen Dank!

„»Der ›Feminismus/Genderismus‹ benutzt mit eiskalter Berechnung und Willkür die Männer auch dadurch, daß er sie zwischen ihrer Millionen Jahre alten natürlichen Stellung und ihrer unnatürlichen, weil nur politisch diktierten gesellschaftlichen ›Soll-Stellung‹ aufreibt, wodurch sie in eine vom Feminismus diktierte zutieftst mißliche Lage geraten: sie sind ganz ›oben‹ (wie immer schon), wenn es um ihre Pflichten geht, und ganz ›unten‹ (wie noch nie), wenn es um ihre Rechte geht« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:41 **).

Wiederum gut ausgedrückt.“ (Thomas R. E. Lentze, Nihilismus, 03.11.2011; 22:40 **).

Wiederum vielen Dank!

„»Man darf dabei nicht vergessen, daß die uralte Stellung des Mannes zwar „oben“ ist, aber nicht zwecks ›Ausbeutung und Unterdrückung der Frau‹ (so ein Unsinn können sich nur Dekadente ausdenken!), sondern zwecks jener ebenso alten Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern, die für jeden Mann bedeutet: höchste Risikobereitschaft und volle Verantwortung für alle anderen Menschen in der jeweiligen Gemeinschaft.« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:41 **).

So ist es. Den Vorwurf der Unterdrückung erheben immer nur diejenigen, die nie in der Verantwortung waren. Ich habe das übrigens auch erst lernen müssen. In meiner Jugend war ich oppositionell eingestellt und schimpfte auf meine »ausbeuterischen« Arbeitgeber. In Afrika wurde ich dann selbst Unternehmer. Seitdem kann ich mich in die Leistungsträger besser hineinversetzen.“ (Thomas R. E. Lentze, Nihilismus, 03.11.2011; 22:40 **).

Das ist eine gute Nachricht!

„»Die Physiker haben recht: Was im Gleichgewicht ist, ist tot! Folglich ist der Egalitarismus - der „Gleichheits“-Wahn - die Todessucht, das Streben zum Tod! Egalitaristen sind Sterbende, Aussterbende, Untergehende ....« (Herr Schütze, Feminismus, Genderismus, 03.11.2011; 18:41 **).

Das merken sie leider nur nicht, außer wenn es zu spät ist. Auch dies läßt sich anthroposophisch tief begründen, und dann wird es erst interessant. Das bloße Feststellen, auch bei Nietzsche, ist ja letztlich ermüdend, weil auch er keine Lösungen bietet. Nur ist seine Sprache dermaßen lebendig, daß man ihn trotzdem gerne liest.“ (Thomas R. E. Lentze, Nihilismus, 03.11.2011; 22:40 **).

So ist es. Allerdings (!) ist Nietzsche nicht nur ein Feststeller, sondern auch ein Anbieter von Lösungen, wenn man darunter auch eine Art von Befreiung versteht, z.B. durch „psychische Verarbeitungen“ bis hin zur Beendigung des Leids und Elends durch Beschleunigung der Beschleunigung. Die Beschleunigung als die Moderne nannte schon lange vor Nietzsche kein geringerer als Goethe das „Veloziferische“!

Beste Wünsche!

Herr Schütze


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