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Häusliche Gewalt: Bonner Polizei nimmt die Realität nicht zur Kenntnis.

admin @, Mittwoch, 16. November 2011, 02:54 (vor 2195 Tagen)
bearbeitet von trel, Mittwoch, 16. November 2011, 12:44

Der Bonner Generalanzeiger berichtet von Zuständen bei der Bonner Polizei - ohne sich davon zu distanzieren.

Seit vielen Jahren ist aufgrund von universitären Studien bekannt, daß häusliche Gewalt mindestens gleich häufig von Frauen wie von Männern ausgeht. Und mittlerweile werden diese Erkenntnisse nicht einmal mehr vom deutschen Frauenministerium unterschlagen.

Anders bei der Bonner Polizei. Ansprechpartner für den "Generalanzeiger" war Dieter Frankenne aus dem zuständigen Kriminalkommissariat 41. Er sagt:

"[...] die Bereitschaft, Gewalt anzuzeigen, ist größer geworden."

Heute seien Frauen immer seltener bereit, die Schuld bei sich selbst zu suchen, und sie wüssten mehr über ihre Rechte.

Er nennt auch den Grund:

Dazu trage die Aufklärung mit Hilfe von mehrsprachigen Flugblättern bei, die Polizisten in der Öffentlichkeit verteilten.

Als wirksames Mittel gegen häusliche Gewalt hat sich eine Änderung des NRW-Polizeigesetzes im Jahr 2002 erwiesen. Seitdem können Polizisten die Täter, die meist männlich sind, sofort aus der gemeinsamen Wohnung verweisen und ein zehntägiges Rückkehrverbot aussprechen. "Die dürfen noch ein paar Sachen packen, müssen den Schlüssel abgeben und dann mit den Beamten die Wohnung verlassen", schildert Frankenne den Ablauf.

Was Frakenne so nett als "Aufklärung" bezeichnet, ist freilich das Gegenteil davon. Es ist Anstiftung zur straffreien Denunziation. Und zwar einseitig zugunsten von Frauen.

Rechtsstaatlich zumindest hoch bedenklich ist selbstverständlich auch, daß vermeintliche Täter - d.h. als Täter Denunzierte - ohne Überprüfung des Sachverhaltes, d.h. auf bloße Anschuldigung -, aus der "gemeinsamen" (d.h. meist vom Mann bezahlten) Wohnung verwiesen werden können.

Diese Praxis ist geschlechtsbezogen. Zwar nicht die Rasse, aber das Geschlecht wird für schuldig erklärt - wissenschaftlichen Erkenntnissen und rechtsstaatlichen Prinzipien zum Trotz. Und schwingt nicht sogar ein Hauch von Hohn in der Bemerkung "Die dürfen noch ein paar Sachen packen"?

Natürlich gibt es Männer, die häusliche Gewalt ausüben. Aber es gibt mindestens genauso viele Frauen, die es tun. Die Notwendigkeit polizeilicher Interventionen sei also nicht infrage gestellt. Aber die sexistische Einseitigkeit, in der es geschieht, ist alarmierend. Das dürfte sozialen Sprengstoff anhäufen.

Man beachte auch die unwürdige geistig-moralischen Einstellung, welche in folgenden zwei Absätzen zum Ausdruck kommt:

Die Polizei erlebt allerdings häufig, dass die Frauen nicht die Kraft finden, sich von einem gewalttätigen Partner zu trennen. "Sie sehen oft keinen Ausweg, weil sie sich abhängig fühlen oder den familiären Kontext nicht verlassen wollen", berichtet Irmgard Küsters vom polizeilichen Opferschutz.

Sie erinnert sich gut an einen Fall aus dem vergangenen Jahr: Ein Mann hatte seine Frau im Treppenhaus gewürgt, weil sie ihn verlassen wollte. Später verweigerte das Opfer aber die Aussage, so dass er nicht wegen eines versuchten Tötungsdelikts, sondern nur wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden konnte. Heute, hat Küsters erfahren, lebt das Paar wieder zusammen.

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Heute also "lebt das Paar wieder zusammen." Seht an, zwei Heterosexuelle, die sich vertragen! Schrecklich, nicht wahr? Opferschützerin Küsters scheint das nicht zu mögen. Vergleiche hierzu das Bild rechts, vom Frauennotruf Trier. Die dortigen "Opferschützerinnen" geben offen zu erkennen, daß sie homosexuell sind!

Gewalt fange schon bei Beleidigungen und Drohungen an. Küsters rät, frühzeitig Hilfe in einer Beratungsstelle zu suchen - und im Ernstfall sofort Anzeige zu erstatten.

Sehr bemerkenswert finde ich folgende Aussage:

"Ursache ist aber meistens auch ein Machtgefälle in der Beziehung", ergänzt Opferschützerin Küsters.

Ja, dies Machtgefälle besteht - und es wird stabilisiert durch die Bonner Polizei. Männer und Frauen, laßt euch nicht für dumm verkaufen! Informiert euch!

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Vgl. zum selben Thema auch: Anfrage zur häuslichen Gewalt: Bonner Polizei verstummt.


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