Feminismus, Genderismus (Teil Ic)

Herr Schütze ⌂ @, Freitag, 18. November 2011, 20:09 (vor 2138 Tagen) @ admin
bearbeitet von Herr Schütze, Freitag, 18. November 2011, 23:05

Ich grüße Sie, Herr Lentze!

Danke für Ihre Antwort.

„Da ist zunächst mein Desinteresse an Themen, die mit Geld zusammenhängen. Ich lebe seit meiner Ehescheidung von der Grundsicherung, kann auch gar nicht anders, denn in der Folge des ganz legalen Kindesraubs wurde ich unterhaltsverpflichtet, sitze also auf Unterhaltsschulden. Einnahmen würden mir gepfändet. Ich würde mich auch nicht zur fruchtlosen Erwerbstätigkeit zwingen lassen, notfalls ins Gefängnis gehen. Ohnehin führe ich ein anspruchsloses und kontemplatives Leben. Natürlich würde das die Stäätin, eigentlich: den Mittelstand, mit weiteren 90 Euro täglich belasten.“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Es wird sie vielleicht wundern, aber: ich bin einerseits nicht so ganz besonders interessiert an dem Geld, das nur mir gehören soll und sonst keinem, aber mich interessiert das Geld aus einem erkenntnistheoretischem Interesse herauus, also in wissenschaftlich-philosophischer Hinsicht.

„Warum war Jesus so dumm, daß er sich hat ans Kreuz schlagen lassen?“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Genau! Oder: Warum war das „Arbeiterproletariat“ so dumm, daß es sich von den Kapitalisten (Oberschichtler) ausbeuten und von den Kommunisten (Oberschichtler, die angeblich die Unterschicht „vertreten“) belügen und ebenfalls, wenn auch in geringerem Umfang, ausbeuten ließen. Und: Seit ungefähr 1989/'90 ist die Mittelschicht an der Reihe. Warum läßt sie sich ausbeuten, und obendrein in so einem gigantischen Umfang? Sie wird mehr ausgebeutet als alle jemals in der Menschheitsgeschichte Ausgebeuteten zusammen!

„Vielleicht sind die Mittelständler ... opferbereit.“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Das sind sie garantiert! Und bei uns - im Abendland - wird das Gegenteil behauptet, weil man der Mittelschicht das Geld rauben will, wovon die Oberschicht und die Unterschicht (letztere in geringerem Ausmaß natürlich) profitieren. Die Mittelschicht wird mit halbwegs raffinierten rhetorischen Mitteln als das hingestellt, was in Wirklichkeit mehr auf die Ober- und Unterschicht zutrifft, sodaß der Kenner sofort weiß, wer hier warum diese rhetorischen Mittel verwendet. Aber sogar auch viele Mittelschichtler selbst glauben die Lügen der Unter- und insbesondere der Oberschichtler (letztere kann man seit ungefähr 1989/'90 auch als Globalisten oder Cäsaristen bezeichnen). Die deutsche Mittelschicht bezahlt mittlerweile alles - denken sie nur an die vielen Lügen, z.B. die über den Euro, den die Mehrheit der Deutschen nicht wollte und nicht will, oder z.B. die über die Kriege, die die Mehrheit der Deutschen nicht wollte und nicht will, oder z.B. die über das Klima, dessen angeblich „vom Menschen verursachter“ Wandel überhaupt nicht nachweisbar ist! Das alles und noch viel mehr wird nur deshalb behauptet, weil mit Hilfe dieser Lügen der Raub des Geldes und Vermögens der deutschen Mittelschicht „legalisiert“ wurde und wird.

„Und damit kommen wir zur zweiten Schwierigkeit, die sich mir stellt. (Ich spreche nicht von unüberwindlichen Hindernissen, wohlgemerkt!) Sie argumentieren als Atheist, ich als Gottgläubiger, ja sogar als Christ.“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Ich bin kein Atheist, sondern muß hin und wieder deswegen „atheistisch“ argumentieren, weil ich mich der Wissenschaft, der Logik, der Philosophie verpflichtet fühle! Ein Gläubiger kann das nicht, soll das auch nicht, denn wenn er in Hinsicht auf seinen Glauben „argumentiert oder - noch schlimmer - „diskutiert, ist er schon kein Gläubiger mehr. Das ist mir völlig klar. Mich würde ich eher vielleicht als Agnostiker bezeichnen. Ich wurde - besonders von meiner Großmutter - christlich im katholischen Sinne erzogen und habe, glaube ich, das, was man mir damals neben vielen anderen Geboten und Tugenden z.B. auch über die von „Ehrlichkeit“ und „Wahrheit“ erzählt hat, tief verinnerlicht und doch immer mehr nur den weltlichen Aspekt dabei verfolgt, denn „Ehrlichkeit“ und „Wahrheit“ lagen in der damaligen religiösen Erziehung immer sehr eng beieinander, weshalb ich sie zu der Zeit, als ich die Religion oder sie mich verließ, immer mehr in meinen ohnehin starken Drang zu Wissenschaft und Philosophie integrierte. (So oder so ähnlich muß das wohl gelaufen sein.) Ich säkularisierte immer mehr - so wie Säkularisierung ja auch das Merkmal der Moderne oder Zivilisation ist. Ich bin ein Moderner. Aber ich bin auch kein Moderner. Ich war ein Christ oder bin es vielleicht irgendwie (z.B. historisch!) immer noch, oder ich bin ein Agnostiker oder ein Pantheist oder ein Deist, aber kein Atheist (jedenfalls würde ich mich selbst so nicht bezeichnen). Und so wie ich manchmal gegen das Christentum argumentiere, obwohl ich selbst ein registrierter Christ bin, so argumentiere ich gegen die Moderne, obwohl ich selbst ein registrierter Moderner bin. Eine solche Konstellation kann einen - zumindest in philosophischer Hinsicht - nur z.B. zu Goethe, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Spengler, Heidegger und Sloterdijk führen.

„Auch wenn es arrogant klingen könnte: Die Verständnis-Ebene des Christen liegt höher. Ein Christ versteht grundsätzlich den Nichtchristen, aber dieser kann jenen nicht verstehen.“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Das ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit richtig!

„Vieles von dem z.B., was Brune schreibt, ist neu und interessant für mich, gerade auch auf dem Gebiet der Lebensphilosophie (**).“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Das sehe ich genauso. Für mich sind Brunes Texte immer wieder befruchtend.

„Nur komme ich zwangsläufig zu teilweise anderen Bewertungen. Was etwa Nietzsche betrifft, so war er mir immer schon und bleibt er mir weiterhin hoch interessant - allerdings in dem Sinne interessant, wie für einen Arzt eine Krankheit interessant sein kann. Denn Nietzsche ist äußerst erhellend in seinem eskalierenden Haß auf das Christentum, in seinem Zusteuern auf den Wahnsinn.“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Es interessiert mich sehr, wie sie Nietzsches „eskalierenden Haß auf das Christentum, in seinem Zusteuern auf den Wahnsinn“ genauer verstehen. Vielleicht können Sie darauf einmal näher eingehen.

„Nietzsche war in seiner Jugendzeit gläubiger Christ!“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Ich weiß nicht, ob dies sogar der eigentliche Grund ist für meine schon sehr früh zu empfinden begonnene Nähe zu Nietzsche, oder ob beide eher gar nichts miteinander zu tun haben. Jedenfalls ist in der chronologisch geordneten Reihe, die ich eben erwähnt habe - Goethe, Hegel, Schopenhauer, Nietzsche, Spengler, Heidegger und Sloterdijk - auch Nietzsche nicht zufällig erwähnt.

„Ich finde Ihre Beiträge anregend.“ (Thomas R. E. Lentze, Grundsätzliche Fragen, 18.11.2011, 16:57 **).

Ich die Ihrigen auch! Besonders hinsichtlich Ihrer konsequenten Argumentation, die Sie an den Tag legen, wenn es um den Feminismus geht.

Freundliche Grüße!

Herr Schütze


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