Wann kippte es?

Historiker, Dienstag, 29. November 2011, 12:42 (vor 2121 Tagen) @ Patrick Bieri

„LOLA-Szene“ und Ähnlichkeiten.

Sehr geehrter Patrick Bieri!

Mit Ihrer Reihenfolge liegen sie ja nicht falsch, aber Ihr Vergleich der „LOLA-Szene“ mit dem Nationalsozialismus „hinkt“, ist - genau beurteilt - falsch. Denn Ihre Beschreibung paßt eher z.B. auf die „68er“, den Feminismus, die „Scientology“ und sämtliche „Antinational-“ und „Migrationsindustrien“ als auf den Nationalsozialismus, weil dieser - wie der Kommunismus (und diese Ähnlichkeit ist kein Zufall!) - durch „Revolution“ an die Macht gekommen ist. So ehrlich oder neutral bzw. objektiv muß man schon sein und darum die historischen Fakten akzeptieren. Der Nationalsozialismus hätte, wenn er so, wie Sie es beschrieben haben, an die Macht gekommen wäre, nach seiner „Machtergreifung“ z.B. den Reichstagsbrand oder z.B. den sogenannten „Röhm-Putsch“ nicht nötig gehabt, sondern hätte gleich ans Eingemachte gehen können - konnte er aber nicht, weil er eben nicht zuvor alle Positionen besetzt hatte, sondern nur sehr wenige, und zwar ebenfalls nur deshalb, weil er z.B. das Versailler Diktat und zuletzt auch besonders z.B. die Weltwirtschaftskrise für seine Ziele nutzen konnte (ohne diese beiden wäre er nicht einmal über München hinaus bekannt geworden). „Der Ausgangspunkt der nationalsozialistischen Bewegung ist nicht München, sondern Versailles.“ (Theodor Heuss). Das bedeutet selbstverständlich, daß der Nationalsozialismus dank seiner ersten Chance, also dank des Versailler Diktats punkten konnte, aber tatsächlich bis zur Weltwirtschaftskrise eben nicht punktete und auch nicht punkten konnte, weil sich das Volk für ihn überhaupt nicht interessierte und er auf seine zweite Chance warten mußte: die Weltwirtschaftskrise.

Mit freundlichen Grüßen!

Historiker


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