Ein Rollenspiel

Patrick Bieri, Mittwoch, 30. November 2011, 15:43 (vor 2184 Tagen) @ admin

Woher kommt gegenwärtig die Anfälligkeit für diesen geistigen Primitivismus?

Ich denke es ist ein letzter, verzweifelter Versuch der ungläubigen Menschen, sich vor dem Untergang zu retten. Sie haben erkannt, dass sie in die Irre gegangen sind und möchten nun doch noch umkehren. Aber es ist zu spät, die Türe ist zu.

Vor gut 10 Jahren habe ich mit schreiben begonnen. Mein erster Text handelt von diesem Irrweg und ich nannte ihn "Ein Rollenspiel". Man findet ihn hier:

http://www.portalpb.bplaced.net/kreativitaet/Notizen/Gesellschaft/Ein%20Rollenspiel.htm

Und weil es bequemer ist, auch hier:

Es gibt uns nicht! Das eigene ICH existiert nicht, es hat nie existiert und wird auch nie existieren. Wir sind bloss Schauspieler des Lebens, Marionetten des Zufalls! Geben wir uns diesem Gedanken einige Momente hin:

Wir werden geboren als Mensch, ein Klumpen Fleisch, Knochen, ein Körper. Ausgestattet mit allen lebenswichtigen Teilen, darunter auch ein Hirn. Sagen wir, wir enthalten einen Geist, einen Rohgeist, das Betriebssystem für diesen Körper. Das Funktionsprogramm. Was nun? Wir existieren, als Körper, weil jemand uns gewollt hat. Wir haben uns nicht gewollt! Als diese Entscheidung getroffen wurde, haben wir noch gar nicht existiert, wie sollten wir uns also gewollt haben. Vor uns steht die Lebensaufgabe: Finde dich selbst! Verdammt zu leben. Doch wir können uns nicht finden, wir können nicht einmal beginnen zu suchen. Wir wissen nichts, wir sind nichts als lebender Körper. Also müssen wir annehmen. Wir nehmen alles an, was uns das Leben bietet, Eltern, Schule, Gesellschaft. Wir versuchen das Leben, probieren es aus, tauschen gut mit böse, klug mit dumm, schnell mit langsam. Aber wir finden uns nicht. Weil es uns nicht gibt! So beginnen wir Eigenschaften zu sammeln, von denen wir glauben, dass sie gut sind, gut für uns. Wir beginnen zu bauen, Rollen aufzubauen, die wir uns überziehen können, damit wir vor den anderen nicht ohne ICH dazustehen brauchen! Einige Rollen passen gut, andere nicht, wir tauschen aus, probieren uns durch, zweifeln, verändern, werfen weg. Doch wir finden uns nicht! Inzwischen sind wir erwachsen geworden, keine Kinder mehr, die spielen dürfen. Man sagt uns, es sei nun an der Zeit, zu wissen was wir wollen, zu wissen, wer wir sind. Doch wir wissen es nicht, immer noch nicht. Und die anderen! Wissen die wer sie sind? Ein Verdacht kommt in uns auf. Nochmals durchforsten wir die Hunderten, ja Tausenden von Rollen, welche wir im Leben schon gespielt haben. Haben wir uns vielleicht übersehen, haben wir uns nicht erkannt, als wir uns begegneten? Wir sind müde, wir möchten nicht mehr suchen. Wir möchten endlich leben! Die anderen leben doch auch! Dann, eines morgens, geben wir nach. Wir erinnern uns an eine Rolle, die war angenehm. Nur eine Rolle, aber angenehm, bequem, sicher, akzeptiert. Wir streifen sie über, etwas widerwillig, aber wir tun es. Dann stellen wir uns vor sie hin, die Welt, die anderen, die mit Leben und sagen laut: „Seht her! Ich habe mich gefunden! Das bin ich!“ Und die anderen sind erleichtert. Nun wissen sie endlich, wer wir sind!

Doch natürlich ist das falsch! Es gibt uns und zwar nicht nur in der materiellen Welt. Wir sind hier bloss die Manifestation unserer Idee, welche "hinter den Kulissen" existiert. Doch wenn der Mensch versucht, sich von dieser Idee loszureissen, dann verliert er sich und muss notgedrungen beginnen, Rollen zu spielen. Je länger er das tut, umso mehr entfernt er sich von seiner Idee und wird zum Spielball der Welt.

Es ist deshalb wichtig, sich mit seiner Idee, also seinem wirklichen Selbst auseinander zu setzen und den Kontakt nicht zu verlieren.

Und diese Idee ist im Geist und der Geist ist Gott.

...und wer es etwas länger mag, der lese dieses Buch:
http://www.amazon.de/Die-Welt-Wille-Vorstellung-Gesamtausgabe/dp/3423306718

...oder dieses:
http://www.buch.ch/shop/home/artikeldetails/die_flucht_vor_gott/max_picard/ISBN3-250-10192-3/ID1884806.html


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