„Nein-sagende“ Religion

Herr Schütze ⌂ @, Mittwoch, 30. November 2011, 19:01 (vor 2181 Tagen) @ admin
bearbeitet von Herr Schütze, Mittwoch, 30. November 2011, 20:01

Guten Abend, Herr Lentze!

Entschuldigung, ich wollte Ihnen nicht zu nahe treten mit dem Nietzsche-Zitat (**). Jeder, der sich mit Nietzsche beschäftigt hat, kennt Nietzsches gewandelte Meinung über das Christentum. Auch wir haben darüber ja schon gesprochen. Man darf, so glaube ich, die Aussagen und auch die Systematik dazu nicht auf die „Goldwaage“ legen. Es ist für die Erkenntnis nämlich hilfreich, wenn Nicht(-mehr)-Christen über Christus, die Christen und das Christentum urteilen - unter der Voraussetzung allerdings, daß man in Gesellschaften lebt, in der solche Erkenntnisse nicht unterdrückt, tabuisiert, verboten sind. Wir müssen doch (1) Christus von den (2) Christen und die Christen von dem (3) Christentum trennen, wenn wir erkenntnistheoretisch bzw. wissenschaftlich urteilen wollen. Daß so ein Urteil dann nicht wirklich objektiv ausfällt, ist klar, aber nicht das, was ich meine: (1) Christus hat gewirkt, aber wahrscheinlich nicht so, wie es Paulus und die Evangelisten überliefert haben; (2) die Christen, insbesondere die Urchristen waren andere als die späteren, heutigen und zukünftigen; (3) das Christentum war früher anders als das spätere, heutige und zukünftige. Dazu können Sie vielleicht mehr sagen als ich. Mir geht es nur darum, Ihnen mitzuteilen, daß z.B. insbesondere Nietzsche mit seinem Haß auf das Christentum experimentiert hat, daß er oft wie ein Arztphilosoph bzw. Immunologe (**) sprach, was ja eben eine Rückkehr zum Christentum nicht ausschließt.

Angenehmen Advent!

Herr Schütze


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