Verdrängung und Generalisierung

trel ⌂, Montag, 05. Dezember 2011, 13:30 (vor 2122 Tagen) @ Patrick Bieri

Patrick,

was du zitierst, sind Warnungen an die Glaubens-Kanididaten bzw. an die bereits Gläubigen, die der Ermutigung bedürfen.

Was den Umgang mit den (noch) nicht Gläubigen betrifft, so scheinst du diesen Satz nicht zu beachten, der sich aber in deinem Zitat aus dem Judasbrief findet:

22 Erbarmt euch derer, die zweifeln; rettet sie, entreißt sie dem Feuer! Der anderen aber erbarmt euch voll Furcht; verabscheut sogar das Gewand eines Menschen, der der Sünde verfallen ist.

Hier wird also unterschieden zwischen den "Wackelkandidaten" und den absolut Unbelehrbaren. Wer aber ist absolut unbelehrbar? Das können wir kaum entscheiden. Und wenn es heißt, wir sollten sogar das Gewand eines solchen Menschen meiden, dann heißt das nur, daß wir uns nicht unnötig (!) in sein Milieu begeben sollen. Das Milieu, das ist sein "Gewand". Das ist etwas ganz Anders, als den Menschen zu verabscheuen. Letzeres steht uns nicht zu!

Abgesehen davon glaube ich wie du, daß ein großer, vielleicht sogar der überwiegende Teil der Menschheit gewissermaßen ausgeschieden, d.h. auf eine niedere Entwicklungsstufe zurückgeworfen wird. Nach anthroposophischer Erkenntnis (Steiner/Tomberg) stehen wir am Beginn einer Differenzierung zweier Strömungen, die sich immer mehr ausdifferenzieren werden, bis hin zu zwei auch äußerlich verschiedenen Rassen. Zuletzt wird eine Kommunikation nicht mehr in gewöhnlichem Sinne möglich sein.

Nur eben, wir können das nicht entscheiden. Stell dir einen Menschen vor, der dir als absolut "unheilbar" erscheint, sodaß du dich von ihm distanzierst. Später tritt er dir als Gläubiger gegenüber und erzählt dir, wie er durch einen wahren Christen - d.h. durch dessen Liebe - überzeugt und bekehrt worden ist. Dann würdest du dir sagen müssen: Wäre er diesem nicht begegnet, d.h. hätte er unter den Christen nur mich gekannt, so wäre er verloren gewesen.

Das ist natürlich nur fingiert. Ich selbst bin gewiß auch kein Vorbild.

Wir sollten uns aber immer fragen, wie Christus uns beurteilt.

Gruß
trel


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