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Neue Erkenntnisse der Kulturgeschichte: Donauschrift entstand 5.800 v.Chr.

admin @, Mittwoch, 07. Dezember 2011, 15:38 (vor 2119 Tagen)
bearbeitet von admin, Mittwoch, 07. Dezember 2011, 15:52

In der JF Nr. 48/11, Seite 24, findet sich eine Rezension zu Harald Haarmanns Buch "Das Rätsel der Donauzivilisation. Die Entdeckung der ältesten Hochkulturen Europas".

Die Blütezeit dieser Zivilisation - fraglich ist, ob wir vielmehr von "Kultur" sprechen müßten - begann demnach um 6.500 v.Chr., fällt also in die erste nachatlantische Kulturepoche, auch "alt-indische" Kulturepoche benannt, im Sinne der anthroposophischen Kulturepochenlehre. Ich gebe das entsprechende Schema hier noch einmal wieder, vgl. dort:

1. Ur-indische Kultur (7227 - 5067 v. Chr.)
2. Ur-persische Kultur (5067 - 2907 v. Chr.)
3. Ägyptisch-Chaldäische Kultur (2907 - 747 v. Chr.)
4. Griechisch-Lateinische Kultur (747 v.Chr. - 1413 n. Chr.)
5. Germanisch-Angelsächsische Kulturepoche (1413 - 3573 n. Chr., unsere gegenwärtige Epoche)
6. Slawische Kulturepoche (3573 - 5733 n. Chr.)
7. Amerikanische Kulturepoche (5733 - 7893 n. Chr.)

Ich zitiere aus der o.g. Rezension:

So wuchsen die ersten Großstädte in der Geschichte der Menschhheit eben nicht in Mesopotamien heran, sondern auf dem Balkan und in der südlichen Ukraine. Und auch wenn Uruk, Ur und andere sumerische Metropolen dann später nachzogen - Majdanc'ke und Tallyanky mit ihren bis zu 10.000 Einwohnern blieben zwei- bis viermal größer! Ähnlich verhält es sich mit dem Schmelzen und Gießen von Kupfer: Diese neuen und wichtigen Techniken beherrschten die Menschen in Beovode und Rudna Glava, Siedlungen im Raum südlich des heutigen Belgrad, bereits um 5.500 v.Chr., also mehrere hundert Jahre vor den Völkern Anatoliens.

Und dann wäre da noch die Schrift, eine der wesentlichsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit überhaupt. Die Ursprünge der Donauschrift, welche ebenfalls im Herzen des Balkan geschaffen wurde, reichen bis in die Zeit um 5.800 v.Chr. zurück, weshalb es sich hier um das mit Abstand älteste Schriftsystem der Welt handelt. [...] die Donauschrift entstand auf jeden Fall lange vor der sumerischen Keilschrift bzw. den ägyptischen Hieroglyphen; deren Aufkommen fiel nach heutigem Erkenntnisstand in die Zeit zwischen 3.300 und 3.150.

Ebenso obsolet ist das Dogma geworden, daß die ersten Schriftsysteme ausnahmslos deswegen entwickelt wurden, weil die wuchernde staatliche Bürokratie ein exaktes Notationsverfahren benötigte. Ein Staat als solcher hat an der Donau nämlich überhaupt nicht existiert, was bedeutet, daß die Schrift und all die anderen erwähnten Kulturleistungen zustande kamen, ohne daß es einer obersten lenkenden oder bevormundenden Autorität bedurfte.

Inwieweit das die anthroposophische Lehre von den Kulturepochen tangiert, ist eine interessante Frage. Anthroposophische Geschichts-Erkenntnisse werden ja nicht durch abstrahierende Auswertung physisch vorfindbarer Dokumente gewonnen, sondern durch Einblick in die - physisch nicht wahrnehmbare - Welt der Wesen, welche die Geschichte des Menschen gestalten. Dort wirken die Archai, die Zeitgeister. Diese sind an kosmische Periodizitäten gebunden, welche wiederum von hierarchisch noch höher stehenden Wesen geleitet werden, so etwa den Dynameis oder Geistern der Umlaufzeiten.

Um einen Vergleich zu gebrauchen, so könnte man z.B. die Evolution der Automobile durch Auswertung der Dokumente erforschen, in welchen die verschiedenen Automobil-Typen, ihre Herstellungsdaten, ihre Verkaufszahlen usw. aufgelistet sind.

Man könnte aber auch die Ingenieure selbst befragen, was sie entworfen haben, wann und warum sie es taten, von welchen Bedingungen sie selbst wiederum abhängig waren, usw. Das entspräche dann der anthroposophischen Forschung, welche sich anderer Erkenntnisorgane bedient, als die physische Wissenschaft es tut. Erstere bedient sich eines evolutiv neuen, über dem Ich gelegenen Wesensglied des Menschen. Mann nennt es "Geistselbst" oder "Manas" (letzteres ist sprachlich und in der Bedeutung verwandt mit dem "Manna", dem himmlischen Brot, im Alten Testament).

Die Forschung über das Ich, genauer: die Bewußtseinsseele, ist damit nicht obsolet. Sie ermöglicht erst den Zugang zum Material der Forschung. Aber sie allein kann es nicht letztgültig bewerten.

Interessant ist nun inbezug auf die Donauzivilisation, daß sie in die alt-indische Kulturepoche fällt. Diese zeichnete sich aber dadurch aus, daß sie das Erdenleben floh und zivilisatorische Arbeit vernachlässigte. Wenn demgegenüber in der Donauregion gleichzeitig Zivilisation (großstädtisches Leben, Metallurgie, Schriftgebrauch) entstand, wie jetzt aufgedeckt wurde, so könnte das bedeuten, daß es sich lediglich um einen Nebenschauplatz handelt, der für die Evolution der Menschheit - das heißt auch für die an ihr beteiligten höheren Wesen - keine wichtige Rolle gespielt hat und daher zurecht zeitweilig "verschüttet" war.

trel


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