Aufwachen oder Erweckung

Patrick Bieri, Montag, 19. Dezember 2011, 18:45 (vor 2165 Tagen) @ trel
bearbeitet von Patrick Bieri, Montag, 19. Dezember 2011, 18:49

Es gibt ganz offensichtlich Menschen, welche irgendwann in ihrem Leben eine geistige Schwelle überschreiten und danach "Einblick" erhalten in die geistige Ebene, resp. den geistigen Grund der Welt. Spirituelles Aufwachen oder auch Erweckung sind zwei gebräuchliche Begriffe dafür.

Klar ist auch, dass diese Ereignisse meist spontan auftreten und eine Art von Anfangspunkt setzen. Danach folgt eine Zeit der Reife und Erfahrung. Ist diese durchschritten, nimmt der erneuerte Mensch seine ihm zugedachte Aufgabe in Angriff.

Die Anfangsereignisse sind je nach Mensch und seiner Situation leicht unterschiedlich in der Art und der Stärke. Paulus hat es vor Damaskus sehr hart getroffen, aber er war ja auch ziemlich auf dem falschen Weg! Mich traf es weitaus weniger hart, aber von der Art des Ereignisses ist es vergleichbar. Ich ging zu Boden und konnte mich 30-40 Minuten schlicht nicht mehr rühren. Nicht einmal einen Finger! In den ersten Sekunden hatte ich Todesangst und versuchte mich zu wehren. Ok, ich habe sehr schnell aufgegeben. Dann gings besser.

Was man in dieser Zeit erlebt, hängt wohl auch mit der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Glaubensmodell zusammen. Paulus sah ein helles Licht und hörte eine Stimme. Ich hingegen sah und hörte nichts auffälliges, aber ich habe auch kein materielles Glaubensmodell, indem Lichterscheinungen oder Engel vorkommen. Mein Glaubensmodell ist eher rein geistig, also eher so wie im Buddhismus. Und da gibt es halt nichts zu sehen und zu hören!

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit den späteren Einblicken in die geistige Ebene. Man erfährt diese entsprechend den eigenen Vorstellungen. Wer sich also die geistige Ebene eher mit Geistwesen und Hirarchien vorstellt, dem wird sie auch so gezeigt. Wer sich eher nichts konkretes vorstellt, der erfährt sie eher kontemplativ. Wie sie wirklich ist, bleibt dabei offen. Die Einblicke dienen auch eher der eigenen Motivation und Belehrung, als dass sie zum weitergeben gedacht sind. Sonst entstehen nämlich schnell "Bilder", die dann missbraucht werden von Uneinsichtigen!

Visionen und mystische Erlebnisse in der Natur treten in den folgenden Jahren spontan auf und manchmal erkennt man sie erst Tage später als solche. Manchmal auch sofort. Was man daraus erkennen kann, hilft einem bei der eigenen Bildung und bei der Erfüllung seiner Aufgabe. Auch ganz konkrete Hinweise erhält man, zum Beispiel auf die Aktivitäten oder Gedanken anderer Menschen oder auch auf zukünftige Geschehnisse. Welche Informationen man erhält, hängt wiederum mit der eigenen Aufgabe zusammen. Jeder erhält das, was er braucht.

In ganz speziellen oder gefährlichen Situationen wird man direkt vom Geist geführt. Man tut oder sagt dann einfach, was zu tun und zu sagen ist, ohne dass man dabei selbst aktiv mitdenkt. Ist die Situation vorbei, resp. durchgestanden, staunt man oft über das, was man getan oder gesagt hat und erkennt dann, dass man direkt geführt wurde. Man wird auch auf solches vorbereitet, indem man vom Geist in gestellte Situationen geführt wird, welche einem dann zeigen, dass man sich auf die Führung verlassen kann. Mich hat der Geist einmal eine beinahe senkrechte Felswand hochklettern lassen, die gut 100 Meter hoch war. Ich bin da einfach hoch wie ferngesteuert. Und ich kann weder klettern, noch bin ich schwindelfrei. Oben angekommen war ich von Angstschweiss durchnässt, aber von jedem Zweifel erlöst!

Ja, so ist das. Manchmal ist es angenehm, diesen Weg zu gehen, manchmal ist es schwierig, manchmal ist es mühsam. Doch zurück kann und will man nicht mehr. Wohin sollte man denn auch zurück, wenn man erst einmal bei Gott ist?! :-)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum