Erweckung oder planmäßige Annäherung.

trel ⌂, Montag, 19. Dezember 2011, 20:05 (vor 2101 Tagen) @ Patrick Bieri

Soso, du hattest also ein etwas dramatisches Erweckungserlebnis, sowie Erlebnisse der eindeutigen Führung.

Ich hatte dergleichen nicht. Ich traf meine Entscheidung für Christus selbstbestimmt im Alter von 33 ("zufällig" im Alter der Kreuzigung und Auferstehung Christi) in der Folge einer ernsthaften, angsterfüllten Orientierungskrise.

Erlebnisse der Führung habe ich auch, aber sehr "zarte". Ich glaube auch, mit einem höheren Wesen reden zu können, aber ich muß mich darauf einstellen. Wer es ist - mein höheres Ich, mein Engel, Christus - kann ich allerdings nicht sagen. Vielleicht sollte ich auch einfach Gewissensstimme sagen. Nur wie gesagt: Um diese Stimme zu hören, muß ich mich darauf einstimmen.

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Was man in dieser Zeit erlebt, hängt wohl auch mit der eigenen Persönlichkeit und dem eigenen Glaubensmodell zusammen. [...] Ganz ähnlich verhält es sich auch mit den späteren Einblicken in die geistige Ebene. Man erfährt diese entsprechend den eigenen Vorstellungen. Wer sich also die geistige Ebene eher mit Geistwesen und Hirarchien vorstellt, dem wird sie auch so gezeigt. Wer sich eher nichts konkretes vorstellt, der erfährt sie eher kontemplativ. Wie sie wirklich ist, bleibt dabei offen. Die Einblicke dienen auch eher der eigenen Motivation und Belehrung, als dass sie zum weitergeben gedacht sind. Sonst entstehen nämlich schnell "Bilder", die dann missbraucht werden von Uneinsichtigen!

Das siehst du vielleicht etwas zu psychologisch. Zwar glaube ich schon, daß höhere Wesen (und auch Verstorbene) sich bisweilen in vertraute Bilder kleiden, u.a. um einen nicht zu erschrecken. Aber diese höheren Wesen sind Realität und sehr individuell, ob man sie nun sieht oder nicht. Das ist jedenfalls meine Überzeugung.

Du hast offenbar eine mystische Begabung zum passiven Empfangen. Die fehlt mir. Darum ist mir der anthroposophische Schulungsweg so sympathisch. Da wird streng methodisch vorgegangen.

Für das Alte Testament hat Tomberg die verschiedenen geistigen Erfahrungsweisen hervorgehoben. So waren die Propheten am ehesten Sprachrohre Gottes. Dagegen erforschte z.B. Daniel die höhere Welt eigenständig, d.h. er stellte Fragen und bereitete sich durch asketische Übungen vor. David übte sich im ständigen Austausch und Gewissenerforschung, wie aus seinen Psalmen hervorging. Manche Entscheidungen traf er nach Befragung Jehovas, andere ohne sie.

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Jeder erhält das, was er braucht.

So scheint es. Viele erhalten auch, was ihnen sehr schadet. Es hängt wohl auch vom Verhalten oder von der Vorbereitung in den früheren Erdenleben ab.

Darum finde ich gerade die karmischen Biografien, wie Steiner sie gegeben hat, so interessant. Wenn man z.B. liest, daß Marx und Engels in ihren letzten Leben Feudalherren und Raubritter waren, von denen der eine den anderen überfallen und versklavt hat, und jener das im 19. Jahrhundert als Spinnstoff-Fabrikant mit Wohltätigkeit gegenüber dem früheren Gegner wieder ausgeglichen hat, so ist das doch besonders lehhrreich! Und amüsant in diesem Falle auch.

Hast du selbst schon mal daran gedacht, eine Autobiografie zu schreiben, oder hast du es schon getan?

Gruß
trel


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