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Hier bedarf es eines weiteren Schrittes

admin @, Freitag, 03. Februar 2012, 13:33 (vor 2115 Tagen) @ Küchenzaubermeister
bearbeitet von admin, Freitag, 03. Februar 2012, 13:42

Das Video bringt m.E. sehr überzeugend, ja schlagend auf auf den Punkt, was bei uns abläuft. (Ist es eine Satire, d.h. die Bearbeitung eines Original-Videos mit gänzlich anderem Inhalt? Oder gibt es das in Japan wirklich?)

Nun aber wurden einige interessante Aspekte zur Sprache gebracht.

Es würde überhaupt nichts (mehr) nützen, wenn nur eine weiße Nation ihre Suizidpolitik beenden würde, würden es nicht gleichzeitig auch die anderen weißen Nationen tun. Ich meine hierbei die wichtigsten dieser Nationen.

Das ist eine wohl notwendige Horizont-Erweiterung. Aber ist der darin geäußerte Gedanke richtig? Es gibt doch die Eigenverantwortlichkeit. Darf ich z.B. Verbrechen begehen, solange und nur weil Andere es tun? Muß ich mit meiner Anständigkeit warten, bis erklärtermaßen Alle mitziehen? Nein!

Und: Wird die Welt dadurch spürbar besser, daß ich moralisch einwandfrei lebe? Das zwar nicht. Und trotzdem will ich mich dazu erziehen, moralisch einwandfrei, das heißt gemäß meinem Gewissen, zu leben.

Übrigens gibt's auch noch die Vorbildfunktion. Hätten wir alle einen Bundespräsidenten, der nicht Spiegelbild des Durchschnittsmenschen, sondern Vorbild zum Idealmenschen ist, dann würde das eine volks-erzieherische Wirkung haben.

Weiter: Wenn Christus nicht angefangen hätte, aus seiner Position der göttlichen Stärke sich zu den Schwachen und Gefallenen herabzubeugen - auch zu den moralisch Gefallenen, deren Schuld er stellvertretend auf sich nahm, so wie anständige Eltern es mit ihren Kindern tun! -, dann wäre das alttestamentliche Prinzip "Auge um Auge" immer noch gültig. Nicht nur im politischen Denken der israelischen und VS-amerikanischen Juden, welches den Christus immer noch nicht erkannt hat.

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Wenn wir konstruktiv etwas bewirken wollen, müssen wir aufhören, uns selbst mit Zynismus zu begegnen oder umgekehrt mit Selbstmitleid zu überhäufen.

Das leuchtet mir ein. Was allerdings das Video betrifft, das Zauberküchenmeister verlinkt hat, so habe ich das nicht als zynisch empfunden, und auch nicht als Ausdruck des Selbstmitleids. Aber das kann daran liegen, daß ich über die politischen Vorgänge bisher noch nicht so im Bilde war.

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Wir müssen alles für die gerechte Bestrafung jener Verbrecher tun, die uns lenken und führen wie Schachbrettfiguren und wie solche auch aus dem Spiel herausnehmen. Diese größten Verbrecher aller Zeiten sind zu bestrafen!

Also "Aug' um Auge"? Dazu müßten wir erst einmal die Machtposition haben, um sie bestrafen zu können. Wir müßten also den Verbrechern gegenüber wie Eltern werden, die das Sorgerecht innehaben. Aber ob es jemals dazu kommen wird, ist fraglich.

Nun aber das Wichtigste: Wie sollen Eltern ihre Kinder wirkungsvoll, d.h. mit Aussicht auf Besserung bestrafen, wenn sie ihnen keine Alternative bieten, die zu verfolgen sich wirklich lohnt? Strafe ist ja nicht nur - oder auch gar nicht, je nach Auslegung - Vergeltung, vielmehr Erziehungsmittel. Strafe "lohnt" also nur, wenn der Bestrafte dadurch ein neues, besseres Ziel findet.

Bekanntlich vertrete ich den christlichen Denk-Ansatz.

Christlich handeln heißt, das Böse (Schädliche, Verirrte, Kranke, usw.) nicht abzuspalten und wegzuschließen, oder gar zu vernichten (was gar nicht geht, also illusionär ist), sondern zu verwandeln und zu integrieren.

Es gilt, das Böse in ein Gutes zu verwandeln. Daß das geht, darin besteht der christliche Glaube. "Glaube" ist hier nicht zu verstehen im Sinne von "Ich unterstelle, daß das gehen muß", sondern im Sinne von "Ich glaube an dich!". Also im Sinne von Gefühl und Willenskraft, vom Kopf hin zu Herz und Hand, anthroposophisch gesprochen: vom Nerven-Sinnes-System zum Rhythmischen System und weiter zum Stoffwechsel-Gliedmaßen-System. Das ist Liebe im besten Wortsinne.

Man kann das allerdings nicht aus eigener Kraft. So wie das deutsche Volk einen wirklichen Präsidenten bräuchte, der nicht Spiegelbild des Durchschnitts, sondern Vorbild zum Idealmenschen ist, so braucht der Einzelne einen Präsidenten, der über Allen steht. Den gibt es, doch ihn zu erkennen muß erlernt werden.

Dazu ein erhellender Spruch von Angelus Silsesius:

Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren.

Verloren, das hieße: Wir bleiben dem Prinzip "Auge um Auge, Zahn um Zahn" treu. Wir bleiben Juden. Jeder würde warten, bis die Anderen anfangen, das Gute zu verwirklichen, und dann würde niemals irgendwer den Anfang machen. Das können wir auch gar nicht.

Der Anfang ist ja auch schon gemacht worden - durch ein Wesen, das dazu in der Lage war. Aber ganz ohne unsere Mitwirkung nützt (ihm und uns) das auch nicht. Wir sind eigenverantwortlich, und darin besteht unsere Menschenwürde. Die Auferstehung müßte im Einzelnen stattfinden, ohne Hinblick darauf, ob Andere auch schon so weit sind.

Auch diesbezüglich ist das Gleichheits-Prinzip abzulehnen!

Immer muß Einer den Anfang machen, oder müssen es Einige, die Elite sozusagen. Unter den Menschen hat Einer den Anfang gemacht. Das war der "Menschensohn", der Gipfel des Menschen als Individuum. Seitdem kann Jeder von uns sich zu einem Gipfel erheben. Im Prinzip, nicht in Wirklichkeit. Gleichheit wird es nicht geben.

admin


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