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Steinbach: "Die Nazis waren eine linke Partei." Richtig?

admin @, Freitag, 03. Februar 2012, 22:18 (vor 2115 Tagen)
bearbeitet von admin, Freitag, 03. Februar 2012, 22:45

Ein Spiegel-Artikel befaßt sich mit der Frage, ob, wie Erika Steinbach auf Twitter behauptete, die Nazis Linke waren.

Das Ergebnis laut Spiegel-Redakteurin und den meisten Spiegel-Foristen: Nein. Manche meinen sogar, die NSDAP sei die denkbar rechteste Partei gewesen.

Doch Vorsicht! Der "Spiegel" ist unbestritten links. Dem müssen wir gerade in dieser Frage nicht alles glauben.

Wenn es dort etwa heißt,

Die NSDAP, sagt etwa der Historiker Heinrich August Winkler, "war das organisierte und extremste Nein zu allem, wofür linke Parteien standen. Rechter kann man gar nicht stehen",

so ist das falsch. Denn immerhin haben die Nazis so Manches dauerhaft durchgesetzt, was eigentlich linkes Anliegen ist. Nicht nur, aber insbesondere den Mutterkult, der heute das Familienrecht bestimmt. Ferner den Volkswagen, den Volksempfänger usw., Dinge die jeder einfache Mensch zu erwerben in der Lage sein sollte. Auch das Wort "Urlaub" wurde damals volkstümlich. Siehe auch die sozialen Programme von "Kraft durch Freude".

Davon abgesehen ist es auch Unsinn, eine Partei, die in den Linken Gegner sieht, nur deswegen als rechts zu bezeichnen. Linke bekämpfen sich auch untereinander!

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Höchst lächerlich auch die folgende Bemerkung eines "Experten":

"Natürlich hatte die NSDAP einen 'deutschen Sozialismus' im Programm, aber keinen internationalistischen, sondern einen, der auf Exklusion, Verfolgung und Vernichtung basierte."

Ja, beruhte denn der internationalistische Sozialismus nicht auf Exklusion, Verfolgung und Vernichtung? Stalin tötete doch unzählige seiner eigenen Gefolgsleute. Da war Hitler weitaus berechenbarer!

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Was wäre denn rechts?

Zur rechten Position gehört zwingend Konservativismus. Doch konservativ waren die nationalen Sozialisten mit Sicherheit nicht, zumindest Hitler war es nicht. Er tat, was alle Sozialisten machen:

Auch die Zerstörung der Familien haben die Nazis durch ihren Mutterkult zumindest vorbereitet.

Lediglich die Privatisierung des Eigentums haben sie nicht betrieben.

Was im Nationalsozialismus für Konservativismus gehalten werden könnte, war, richtiger besehen, Atavismus. Mit Atavismus bezeichnet man den Durchbruch überholter Entwicklungsstadien. Das gab es wirklich, etwa ingestalt der "Germanentümelei" und dem Aufwärmen heidnischer Kulte. Konservativismus hingegen bedeutet, die durchgehende Kontinuität des Überlieferten zu bewahren, so also auch das Christentum. Und in diesem Zusammenhang natürlich auch das Preußentum. Doch daran war gerade Hitler nicht interessiert. Er war auch an seiner eigenen Familienforschung nicht interessiert.

Vergleiche ansonsten den Artikel hier im Forum: Nationalsozialismus: Rechts- oder eher Links-Ideologie? Haffners Meinung.

admin


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