Modalitäten des abendländischen Untergangs und der Verhinderung desselben !

Herr Schütze, Montag, 06. Februar 2012, 19:37 (vor 2059 Tagen) @ admin
bearbeitet von Herr Schütze, Montag, 06. Februar 2012, 21:29

Guten Abend, Herr Lentze!

Sie haben geschrieben: „Das hieße, nach marxistischer Manier der Ökonomie den Primat zuzuweisen und die Kultur (hier auch die Politik) zum bloßen Überbau zu erklären. Gegenwärtig trifft das sogar zu, leider.“ (**).

Die von Ihnen angesprochene Zuweisung geht aber nicht oder jedenfalls nicht direkt aus dem hervor, was ich gesagt habe (**):

1.) Demographie-Bereich: Beendigung der abendländischen Bevölkerungsabnahme;

2.) Ökonomie-Bereich: Loslösung vom „Money-Trust“ („Dollar-Imperium“);

3.) Politik-Bereich: (Wieder-)Vertretung der Interessen aller Leistungsträger;

4.) Psychopolitik-Bereich: (Wieder-)Vermittlung des abendländischen Stolzes.

Die Ökonomie ist hier an zweiter Stelle (siehe: 2.) angegeben. An erster Stelle (siehe: 1.) steht hier die Demographie! Veränderungen innerhalb der Bevölkerung können sowohl die Ökonomie beeinflussen als auch von der Ökonomie beeinflußt werden. In meinem Text ist jedoch nirgendwo zu lesen, daß die Ökonomie die „Basis“ sei oder sein müsse bzw., wie Sie sagen, daß ich „nach marxistischer Manier der Ökonomie den Primat zuzuweisen“ (**). gedenke. Da haben Sie mich falsch verstanden!

Derzeit erleben wir die Beeinflussung der Demographie durch die Ökonomie besonders stark; doch das heißt nicht, daß das immer so war, immer so ist und immer so sein wird.

Daß ich die Demographie an die erste Stelle (siehe: 1.) und die Ökonomie an die zweite Stelle (siehe: 2.) gesetzt habe, drückt auch meinen Wunsch aus, es möge bald wieder so sein, daß die Demographie von ihrer Möglichkeit Gebrauch macht, die Ökonomie zu beeinflussen, und sich nicht weiterhin von der Ökonomie beeinflussen läßt. Wir müssen doch aber die momentanen Tatsachen zur Kenntnis nehmen, und zu diesen Tatsachen gehört u.a. die starke Beeinflussung der Demographie durch die Ökonomie. Wenn wir es aber schaffen würden, die Demographie wieder stärker zu machen (wir sind ja auch übrigens schon dabei, allerdings machen wir nicht unsere eigene Demographie stärker, sondern die der sogenannten „3. Welt“), würden wir zwar zunächst einmal Einbußen in der Ökonomie hinzunehmen haben, aber mittelfristig insgesamt gewinnen, weil wir bei weiterer Vorherrschaft der Ökonomie wahrscheinlich letztlich sogar noch viel mehr Einbußen haben werden als für den Fall, wenn wir unsere eigene Demographie zur Vorherschaft bringen würden.

Daß es so kommen wird, ist zwar nicht sehr wahrscheinlich, aber eben nicht unwahrscheinlich. Daher auch mein Satz: „Der unter 1.) angeführte Bereich führt uns zu einer Sozialismus-Variante, die sich »Feminismus« nennt und verhindert, daß es zu einer Beendigung der abendländischen Bevölkerungsabanahme kommt oder - in absehbarer Zeit - kommen wird.“ (**). Denn in der Tat: Im Feminsmus und noch mehr in den Interessen und Desinteressen der Herrschenden, weil die ja an ihm am meisten verdienen, sehe ich die größte Gefahr für uns und unser Gelingen, unsere Demographie wieder stärker zu machen. Daher auch mein auf jenem folgender Satz: „Dieses Thema ist auch der Grund dafür, daß ich in diesem »Reserveforum« (wieso heißt das eigentlich so, Herr Lentze?) kommentiere.“ (**). Mit dem Feminismus und anderen Sozialismen machen die Herrschenden uns kaputt!

Daher meine Hoffnung und aber auch deren Relativierung in dem folegenden Satz: „Im unter 2.) angeführten Bereich könnte es tatsächlich bald zu einer Loslösung vom „Money-Trust“ kommen, doch die Betonung liegt leider auf dem Hilfsverb »könnte«, weil die Globalisten alles daransetzen werden, um das zu verhindern - und sei es durch einen Krieg gegen China oder wieder einmal gegen die ganze Welt!“ (**). Es wird also sehr schwierig für uns. Ohne Unterstützung der Fehler seitens der Globalisten - sie haben schon viele Fehler gemacht und werden weiterhin Fehler machen (!) - wird es wohl nicht gehen.

Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum ich dann die folgenden zwei Sätze schreiben mußte: „Von den unter 1.) und 2.) angeführten Bereichen wird es auch abhängen, ob der unter 3.) angeführte Bereich eine (Wieder-)Vertretung der Interessen aller Leistungsträger zulassen wird oder nicht. Das gilt ebenfalls für die (Wieder-)Vermittlung des abendländischen Stolzes im unter 4.) angeführten Bereich.“ (**). Mit anderen Worten: Wir haben eigentlich sogar ganz gute Aussichten auf Erfolg, wenn man von den riesigen Problemen absieht, die uns einzig die Gloablisten und die von ihnen ins Spiel gebrachten Funktionierenden permanent bereiten.

Ähnliches habe ich hier im „Reserveforum“ (wieso heißt das eigentlich so, Herr Lentze?) schon häufiger angesprochen.

Wenn Sie der Meinung sind, daß das trotzdem noch marxistisch sei - und dieser Meinung kann man ja durchaus sein -, dann bitte ich Sie, mir das mitzuteilen.

Da fällt mir - nicht ganz zufällig - ein Zitat ein:

„Die systematische Philosophie war mit Ausgang des 18. Jahrhunderts vollendet. Kant hatte ihre äußersten Möglichkeiten in eine große und - für den westeuropäischen Geist - vielfach endgültige Form gebracht. Ihr folgt eine ... spezifisch großstädtische, nicht spekulative, sondern praktische, irreligiöse, ethisch-gesellschaftliche Philosophie. Sie beginnt ... im Abendlande mit Schopenhauer, der zuerst den Willen zum Leben (»schöpferische Lebenskraft«) in den Mittelpunkt stellte, aber, was die tiefere Tendenz seiner Lehre verschleiert hat, die veralteten Unterscheidungen von der Erscheinung und dem Ding an sich, von Form und Inhalt der Anschauung, von Verstand und Vernunft unter dem Eindruck einer großen Tradition noch beibehielt. Es ist derselbe schöpferische Lebenswille, der im Tristan schopenhauerisch verneint, im Siegfried darwinistisch bejaht wurde, den Nietzsche im Zarathustra glänzend und theatralisch formulierte, der durch den Hegelianer Marx der Anlaß einer nationalökonomischen, durch den Malthusianer Darwin der einer zoologischen Hypothese wurde, die beide gemeinsam und unvermerkt das Weltgefühl des westeuropäischen Großstädters verwandelt haben, und der von Hebbels »Judith« bis zu Ibsens Epilog eine Reihe tragischer Konzeptionen von gleichem Typus hervorrief, damit aber ebenfalls den Umkreis echter philosophischer Möglichkeiten erschöpft hat.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 63).

Marx war Hegelianer, wenn auch ein „nur“ linker Hegelianer. Darwin war Mathusianer.

Marx hätte ein mittlerer Hegelianer bleiben oder ein rechter Hegelianer werden sollen! Gerade das, was ihn als Linken damals auszeichnete, macht ihn heute so lächerlich. Gerade sein propagierter „Endsieg“, der über die Diktatur des Proletariats erreicht werden sollte, war es ja, der viele auf so verführerische Weise anzog und trotzdem (oder gerade deswegen!?!) das Unglaubwürdigste an seiner Philosophie war, ist und bleiben wird. Die dialektische Methode und sonstiges Gedankengut hatte er von Hegel direkt abgeguckt und abgeschrieben. Die ist auch nicht so falsch. Nur seine Schlußfolgerungen sind ein Witz, ein schlechter Witz allerdings - wahrscheinlich deswegen, weil Marx dabei wirklich alleine (selbständig!) denken mußte, aber nicht konnte, weil er dabei nichts mehr abschreiben konnte. So’n Pech aber auch für Karl Heinrich Marx.

Mit freundlichen Grüßen!

Herr Schütze


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