Zwei persönliche Fragen und zwei entsprechende Antworten.

trel ⌂, Sonntag, 26. Februar 2012, 18:52 (vor 2092 Tagen)
bearbeitet von trel, Sonntag, 26. Februar 2012, 19:28

Hallo, Herr Lentze!

Sie haben u.a. geschrieben:

„Was mich betrifft, so arbeite ich an mir selbst, und bin beinahe dankbar für jeden Verlust, den ich äußerlich erleide. Das ist natürlich nur möglich, wenn man an ein ewiges Leben »glaubt«. Dann kann ein äußerlicher Verlust (aktuell meines Sohnes, der sich voriges Jahr von mir losgesagt hat) eine neue innere Kraft erwecken und zugleich eine äußere, unerwartete Schicksalswende herbeiführen.“ (998).

Dazu habe ich zwei Fragen:

1.) Warum sind dann im Internet so viele Foren, Blogs, Kommentare und andere Texte von Ihnen zu finden?
2.) Wie kann sich denn ein Kind - noch dazu dann, wenn es so jung ist wie Ihr Sohn - von seinem Vater „lossagen“?

Guten Tag Herr Schütze!

Zu (1.):

So viele? Nun ja, zwei Foren, die hauptsächlich mir selbst als Notizbücher dienen; eine autobiografische Seite und drei Themenseiten. (Die beiden Weblogs hatten bzw. haben nur Experimentalcharakter.)

Ich sehe keinen Widerspruch zwischen Gelassenheit und Selbstmitteilung. Natürlich würde ich gerne möglichst viele Menschen erreichen. Aber ich weiß, daß es in jedem Äon eine große Zahl von Menschen gibt, die sich nicht belehren lassen. Das ist auch gar nicht zu bedauern.

So konnten wir nur dadurch Menschen werden, daß wir die Tiere aus uns herausgesetzt haben. Wir haben zugelassen, daß sich andere Wesen lange Zeit vor uns verkörperten, mit der Folge, daß diese Wesen - man nennt sie Tiere - sich ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten abgeschnitten haben. Die Tiere haben, bedingt durch vorzeitige Inkarnation, ihre Evolution frühzeitig einstellen müssen; viele Tierarten sind wegen Fehlanpassung sogar längst ausgestorben. Der Mensch und die Menschheit dagegen evoluieren ununterbrochen weiter.

Man kann das zweifach bewerten. Man kann einerseits sagen, daß wir die Wesen, die zur Tierheit wurden, hinuntergestoßen haben, um auf ihrem Rücken aufzusteigen. Man kann aber auch sagen, daß diese Wesen auf ihre Evolution verzichtet haben, um unseren Aufstieg zu ermöglichen. Auf jeden Fall kann immer nur ein Teil auf Kosten des anderen Teils sich aufwärts entwickeln. Das nennt man Differenzierung.

Zukünftig werden wir aber verpflichtet sein, den Tieren eine neue Chance zu geben bzw. ihnen ihre Großzügigkeit zu danken. Darin liegt der berechtigte Kern der Tierschutzbewegung, ja der Naturschutzbewegung überhaupt. Nur müssen wir vorsichtig sein, daß diese Bewegung nicht instrumentalisiert wird von Menschenhassern, die ihrerseits unter dem Einfluß von Widersachern aus der Geistsphäre stehen.

Auch die gegenwärtige Menschheit beginnt sich erkennbar zu differenzieren in zwei Teile, von denen der eine Teil so etwas wie eine neue Tierheit bilden wird, während der andere, zunächst sehr viel kleinere Teil sich zukünftige Möglichkeiten schafft.

Wenn Sie mich fragen, warum der zukunftsfähige Teil zunächst kleiner ist, so antworte ich mit dem Hinweis darauf, daß die Menschheit gegenüber der jetzigen Tierheit auch sehr klein angefangen hat. Das Seiende bildet eben eine Pyramide, wobei das Höchstentwickelte die kleinste Zahl ausmacht.

Dazu noch eine Bemerkung: Tiere re-inkarnieren nicht, Menschen schon. Was wir bei Tieren als Arten bezeichnen, sind Gruppen-Seelen, die sich als einzelne Tiere punktuell verkörpern, ohne dabei wesentliche Fortschritte zu machen.

Was nun diejenigen Menschen betrifft, die eine neue Tier-Art bilden werden, so dürfte das Gleiche gelten. Wer nicht auch rein geistige Gedankenformen aufnimmt, wird sich im nächsten Leben nicht an das vorherige Erdenleben erinnern, also auch keine entscheidenden Veränderungen mehr durchmachen können. Er wiederholt dann nur in kurzer Folge das Bisherige, ohne seinen Kulturkreis zu verlassen, so wie das z.B. für die autochthonen Schwarzafrikaner großenteils noch zutrifft.

Fazit:

Ich halte es für normal und unabänderlich, daß viele Menschen einen Weg gehen, der keine Zukunft hat. Ebenso halte ich es für normal und unabänderlich, daß es darum zu schweren Konflikten kommen wird, auch zu Verfolgungen. Menschen, die weiter waren als der Durchschnitt, mußten sich immer schon nach außen tarnen, ja bisweilen verstecken.

Unsere Aufgabe kann es also nicht sein, Andere um jeden Preis zu überzeugen. Unsere Aufgabe ist vielmehr, einen - mehr oder minder verborgenen - Vorreitertrupp, die Grundlage einer neuen Evolutionsspitze zu bilden. Wenn wir untereinander kommunizieren, dann nicht, um Anderen ihr Unvermögen nachzuweisen, sondern um uns selbst zu helfen, voranzukommen!

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Zu (2.):

Tatsächlich ist es ungewöhnlich, daß ein Kind, das durch die Gynokratie gegen seinen Vater instrumentalisiert wird, sich erst mit 14 Jahren von seinem Vater lossagt. In der Regel geschieht das ja viel früher. Von einem 14-jährigen Kind erwartet man, daß es sich nicht mehr so einfach instrumentalisieren läßt.

Hier ist aber in Betracht zu ziehen, daß der Junge eine negride Mutter, folglich auch etwas von der negriden Seelen-Art hat. Neger neigen zur Anpassung. Sie handeln erwartungs-orientiert. Auch mein Sohn hat etwas von dem negriden Naturell: Er möchte niemandem wehtun.

Nun ist es aber die Mutter, die am lautesten schreit, wenn er ihr nicht zu Willen ist. Ich dagegen bin das Wagnis eingegangen, das auch Gott mit uns Menschen eingegangen ist: Ich habe ihm frühzeitig die Freiheit gewährt. Vielleicht zu früh.

Zu bedenken ist auch, daß die biologische Mutter meines Sohnes ihrerseits von einer rechtlichen Mutter instrumentalisiert wird, einer Vormünderin. Diese kriegt Geld für die Funktion, die sie ausübt. Auf diese Weise ist das Vermögen, das mein Sohn per Testament von meiner Mutter geerbt hat, bereits aufgebraucht. Die Vormünderin wird wiederum von der Familienrichterin unterstützt, und diese von Gynokratie insgesamt. Dagegen habe ich eine sehr schwache Position.

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Es bleibt die Frage, wie ich die Entscheidung meines Sohnes zu bewerten habe.

Für mich steht fest: Wer seinen eigenen Vater verrät, wird auch jeden anderen Menschen verraten, sobald die Gelegenheit sich bietet. Wäre ich gegenwärtig ein Personalchef, so würde ich einem Vater-Verräter niemals eine verantwortliche Position einräumen. Ich würde ihn nicht einmal zum Freund haben wollen.

Nun sagte mir jemand, daß Heranwachsende in dem Alter noch keine verantwortlichen Entscheidungen treffen können, da sie sich der Folgen ihres Handelns nicht bewußt sind. Ich solle also nachsichtig sein und offen bleiben für meinen Sohn, falls er mich irgendwann aufsuchen sollte.

Dagegen möchte ich ein Erlebnis anführen.

Meine Mutter reagierte einmal auf etwas, das ich in Zusammenhang mit meinem Bruder sagte, mit etwa folgenden Worten: "Ja, das hat auch schon euer Vater gesagt: Wir dürfen dem K.-F. kein Geheimnis anvertrauen; der ist imstande, uns alle ins KZ zu bringen!"

Mein Vater hatte viele Jahre im KZ verbringen müssen. Er war denunziert worden. Wieweit er selbst dazu beigetragen hat, das sei hier nicht diskutiert. Entscheidend ist, daß mein Bruder zum Zeitpunkt, da er Anlaß zur Äußerung meines Vaters gegeben hat, höchstens etwa 8 Jahre alt gewesen sein kann; ferner, daß meine Mutter dies mit innerer Zustimmung berichtete; und schließlich, daß der Charakterzug, den meine Eltern übereinstimmend meinem Bruder zuschrieben, sich viel später bewahrheitet hat.

Mein Bruder hat nämlich, wie ich erst viel später erfuhr, Briefe, die ich an ihn schrieb (meist Reiseberichte aus Afrika) ungelesen einem Staatsanwalt übergeben, und dies in der Hoffnung, dies würde zu meiner Einweisung in eine psychiatrische Anstalt führen. Er war nämlich überzeugt, daß ich (latent?) verrückt sei. Irgendwer muß ihm Derartiges gesagt haben. Hinzu kam, daß er in dem Einfamilienhaus meiner Mutter mit dieser allein leben wollte. Ich stellte für ihn eine Bedrohung dar, weil ich ebenfalls bei meiner Mutter wohnte, wenn ich in Deutschland arbeitete, um mir finanzielle Grundlagen für mein afrikanisches Transportunternehmen zu erarbeiten. In der Absicht, mich loszuwerden, handelte mein Bruder völlig gewissenlos. Was ihn an Gewalttaten gegen mich hinderte, war nur seine Feigheit.

Aus dem Aufgeführten leite ich ab, daß wesentliche Charakterzüge eines Menschen sich anscheinend schon viel früher als erst mit 14 Jahren erkennen lassen.

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Dagegen wiederum muß ein Christ bedenken, daß der Mensch im Prinzip entwicklungsfähig ist, auch moralisch. Und zur Entwicklung des Anderen kann man selbst beitragen, auch durch Gebete. Zu den letzten Worten meines Sohnes mir gegenüber gehörten diese, daß ich für ihn beten möge. Übrigens ist er, anders als mein Bruder, keineswegs bösartig oder gar rachsüchtig. Er hat mich auch niemals bestohlen oder direkt belogen. Er geht nur gerne den Weg des geringsten Widerstandes. Das unterscheidet ihn von mir.

Das unterscheidet ihn auch von meinem Vater. Wie ich erst vor nicht langer Zeit erfuhr, hätte er seinen KZ-Aufenthalt wahrscheinlich vermeiden können, wenn er einige Kameraden verraten hätte. Er blieb jedoch standhaft. Ich zitiere aus meiner Autobiografie:

[image]

Gleichwohl ist natürlich möglich, daß mein Sohn zur Besinnung kommt, vielleicht auch wegen meiner Fürbitte. Das muß vorerst dahingestellt bleiben.

Gruß
trel

Interessante Thesen!

Herr Schütze, Sonntag, 26. Februar 2012, 22:17 (vor 2091 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Schütze, Sonntag, 26. Februar 2012, 22:43

Guten Abend, Herr Lentze!

Das permanente Wiederholen des Bisherigen, wie es z.B. noch bei den Schwarzafrikanern üblich ist, hat in der Tat kulturelle Gründe. Es sieht nicht so aus, als ob sie jemals aus diesem Teuefelkries herauskommen würden.

„Anderen ihr Unvermögen nachzuweisen“, wie Sie schreiben (**), ist sehr häufig gar nicht die Absicht der meisten Menschen, wenn sie sich mitteilen wollen - das sieht aber häufig für denjenigen so aus, der der jeweils Andere ist. Ich könnte bei dieser Aussage von Ihnen durchaus auch vermuten, Sie zählten auch mich zu denjenigen, die den „Anderen ihr Unvermögen nachzuweisen“ trachten. Doch das ist nicht der Fall. Jedenfalls ist es nicht mein erstes, auch nicht mein zweites, wahrscheinlich auch nicht mein drittes, sondern eher vielleicht mein viertes Motiv für derartige Gespräche, die wir aus dem Internet kennen - also auch solche in Ihren Foren und Blogs. Auch ich führe solche Gespräche hauptsächlich, „um uns selbst zu helfen, voranzukommen!“ (**). Ich benutze dabei nur einen anderen (Erkenntnis-)Weg und auch ein anderes (Sprach-)Werkzeug als Sie.

Ihre Autobiographie ist ebenfalls interessant! Wer genau aber ist dieser Herr Friedrich Loop?

Die „Lossagung“ Ihres Sohnes von Ihnen muß Sie doch aber auch traurig stimmen - zumal Sie selbst ein ähnliches Schicksal mit Ihrem Vater erlebt haben. Hier drängen sich einem schon wieder Freuds Aussagen zum „Wiederholungszwang“ auf. Die Gedanken zur Wiederholung sind aber bei Nietzsche viel besser, also zutreffender, kommen der Wirklichkeit und auch der Wissenschaftlichkeit viel näher als als bei Freud. Freud hat seine gesamte Psychoanalyse von Nietzsche. Er hat sie von ihm abgeschrieben - leider nur zu schlecht. Für mich ist auch der Aspekt, wie Menschen es immer wieder schaffen, aus dem „Wiederholungszwang“ ohne Hilfe herauszukommen, viele interessanter und wirklichkeitsnäher als der absurde Aspekt, daß Menschen darin gefangen bleiben, solange ihnen kein „Arzt“ hilft.

Wer hat denn den Text über die Vernehmung Ihres Vaters im Jahre 1936 (siehe: Kopie **) verfaßt? Auch Friedrich Loop? Wenn ja: Warum?

Sie haben mal irgendwo geschrieben, daß Sie für Ihr „Sosein“ auch bereit wären, ins Gefängnis zu gehen. Ihr Vater scheint auch so eine „Einstellung“ gehabt zu haben. Und er ist ja tatsächlich im Gefängnis gewesen. Hier drängen sich schon wieder die Aussagen zum „Wiederholungszwang“ auf ...!

Freundliche Grüße!

H. S.

Interessante Thesen!

trel ⌂, Sonntag, 26. Februar 2012, 23:43 (vor 2091 Tagen) @ Herr Schütze
bearbeitet von trel, Sonntag, 26. Februar 2012, 23:47

Guten Abend, Herr Lentze!

Guten Abend Herr Schütze!

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Das permanente Wiederholen des Bisherigen, wie es z.B. noch bei den Schwarzafrikanern üblich ist, hat in der Tat kulturelle Gründe. Es sieht nicht so aus, als ob sie jemals aus diesem Teuefelskreis herauskommen würden.

Sie sind es aber teilweise schon, nämlich durch Verschiffung und Versklavung nach den VSA während früherer Jahrhunderte. Damit widerfuhr ihnen physisch, was Unsereiner durch Re-Inkarnation selbst zustandebringt.

Außerdem soll man natürlich nicht pauschalisieren. Es handelt sich bei allen Menschen um Individuen, auch wenn die Individualisierung nicht überall gleich fortgeschritten ist. Gegenwärtig finden auch starke Veränderungen statt.

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Wer genau aber ist dieser Herr Friedrich Loop?

Keine Ahnung. Siehe Verweis auf der Ursprungsseite.

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Die „Lossagung“ Ihres Sohnes von Ihnen muß Sie doch aber auch traurig stimmen - zumal Sie selbst ein ähnliches Schicksal mit Ihrem Vater erlebt haben.

Natürlich. Aber ich halte es für eine schlechte Mode, unnötig viel über die eigenen Gefühle zu reden. Das hätten die Gynokraten gerne, daß wir uns alle zu unserer weiblichen Seite "bekennen" und letztlich zu Weibern werden. Nur wenn es um Unterhaltszahlungen (Männersteuer) geht, dann wollen sie, daß wir Männer sind, die wie Automaten funktionieren.

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Sie haben mal irgendwo geschrieben, daß Sie für Ihr „Sosein“ auch bereit wären, ins Gefängnis zu gehen. Ihr Vater scheint auch so eine „Einstellung“ gehabt zu haben. Und er ist ja tatsächlich im Gefängnis gewesen. Hier drängen sich schon wieder die Aussagen zum „Wiederholungszwang“ auf ...!

Das mit dem "Wiederholungszwang" sollte man nicht zu mechanisch sehen. Eigentlich gibt es gar keinen Wiederholungszwang.

Man hat sich die Eltern ausgewählt - bzw. man ist von den Eltern ausgewählt worden -, weil man sich von einem vorherigen Leben her bereits kannte und also durch gemeinsame Schicksale verbunden ist. Dann tritt man das Leben eben auch unter ähnlichen Voraussetzungen an.

Die Idee vom Wiederholungszwang ist also in mechanistisch denkenden Leuten aufgekommen, welchen die Erkenntnis von Re-Inkarnation und Karma verschlossen geblieben ist. Es handelt sich um keine Erkenntnis, sondern um einen als Erkenntnis etikettierten Erkenntnis-Mangel.

Gruß
trel

Pauschalisierung, „Individualität“, Gynokratie und „Wiederholungszwang“

Herr Schütze, Dienstag, 28. Februar 2012, 00:35 (vor 2090 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Schütze, Dienstag, 28. Februar 2012, 01:13

Ich grüße Sie, Herr Lentze!

Zur von Ihnen angesprochenen Pauschalisierung (**):

Ich bin nicht pauschal gegen Pauschalisierung. Denn: Wenn ich pauschal gegen Pauschalisierung wäre, dann wäre das ja eine Pauschalisierung und meine Aussage dadurch nicht wahr. Ich wäre dann gar nicht glaubwürdig, und das möchte ich schon doch sein! Man kann nicht pauschal gegen Pauschalisierung sein - außer dann, wenn man lügt oder (sich) täuscht.

Zur von Ihnen angesprochenen „Individualität“ (**):

Mein erster Kommentar hier im Reserveforum wurde am 03.02.2011 um 21:07 Uhr veröffentlicht (**). Erinnern Sie sich noch an ihn? Dort kann man u.a. nachlesen: „.... Ähnlich wie mit dem nur „bedingten freien Willen“ (**) verhält es sich auch mit der nur „bedingten Individualität“. So ist z.B. jedes Lebewesen und also auch jeder Mensch nur genetisch-biologisch ein „Individuum“ (lat. in = „un“, „nicht“ + lat. dividere = „teilen“) - ein „Unteilbares“ -, denn schon soziobiologisch gibt es keine „Individuen“ mehr, weil jedes „Unteilbare“ jede Art von Kollektivform (**) auf Dauer zerstört. „Individualität“ bedeutet auf dieser Ebene nur so lange kein Problem, wie sich ein Gemeinschaftsmitglied in den Dienst der Gemeinschaft stellt - und das tut übrigens auch jeder Häuptling, jeder Chef, jedes Leittier u.s.w. -, doch muß man dann eher von „Einzigartigkeit“ als von „Individualität“ (= „Unteilbarkeit“) sprechen, denn die „Unteilbarkeit“ ist ja genau das, was jede Gemeinschaft regelmäßig ausschließt. Tut sie dies nicht, dann ist sie lebensmüde. ....“ (**).

Zur von Ihnen angesprochenen Gynokratie (**):

Um der Gynokratie kein „Schießpulver“ zu liefern, hatte ich Ihnen ja angeboten, mir per E-Brief zu antworten (**).

Zum von Ihnen angesprochenen „Wiederholungszwang“ (**):

Warum habe ich das Wort „Wiederholungszwang“ mit Anführungstrichen versehen? .... - Na klar, das schöne Wort „Wiederholungszwang“ ist als Begriff problematisch!

Gruß!

H. S.

Zu "Individualität" und zu "Gynokratie".

trel ⌂, Dienstag, 28. Februar 2012, 02:17 (vor 2090 Tagen) @ Herr Schütze

Guten Abend Herr Schütze!

So ist z.B. jedes Lebewesen und also auch jeder Mensch nur genetisch-biologisch ein „Individuum“ (lat. in = „un“, „nicht“ + lat. dividere = „teilen“) - ein „Unteilbares“ -, denn schon soziobiologisch gibt es keine „Individuen“ mehr, weil jedes „Unteilbare“ jede Art von Kollektivform (**) auf Dauer zerstört.

Da widerspreche ich nicht; allerdings hatte ich an etwas Anderes gedacht, nämlich an die unsterbliche "Individualität" im Sinne Steiners. Das ist ein Terminus, für den man auch "unsterbliche Seele" nehmen kann. Jedenfalls geht es um den Menschen, der hinter der Verkörperung steht. Hinter der Verkörperung steht ein unsichtbarer Mensch, der mehr umfaßt als das, was von ihm gerade verkörpert ist. Von diesem unsichtbaren, umfassenden Menschen ist die Rede, wenn es im Vaterunser heißt: "Dein Name werde geheiligt." Denn der unsichtbare Mensch ist göttlich, jedenfalls eher göttlich als der verkörperte. Letzterer kann viele Schwächen und Fehler haben.

Das ist freilich ein großes Thema, denn ein Mensch, der sich z.B. in der schwarzen Rasse verkörpert hat, läßt vergleichsweise mehr Biologisches als Ewiges erkennen. Es gibt reife und weniger reife Individualitäten; solche die sich seit der Erde-Mond-Trennung immer wieder verkörpert haben, aber auch solche, die jetzt zum erstenmal die Erde betreten.

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Um der Gynokratie kein „Schießpulver“ zu liefern, hatte ich Ihnen ja angeboten, mir per E-Brief zu antworten (**).

Es ist tatsächlich so, daß ich den Verrat meines Sohnes verhältnismäßig gelassen hingenommen habe. Ich bin ja ein alter Mann (62), und ich habe, wie man so sagt, viel durchgemacht. Und vor Allem bin ich überzeugt, nicht nur einmal zu leben. Das mag dazu beigetragen haben, daß ich mich immer gut auf das Wesentliche konzentrieren konnte. So habe ich während des Sorgerechtsstreits, also zur Zeit größter seelischer Belastung, das Abendgymnasium besucht, mit gutem Ergebnis (1,9) abgeschlossen und ein Studium begonnen.

Davon abgesehen ist natürlich der Verrat des eigenen Kindes mit das Ärgste, was einem passieren kann, schlimmer noch als die Untreue der eigenen Frau. Als Christ wendet man sich dann eben umso mehr zu Einem, der einen nie verrät: Jesus Christus. Man gibt Zeitliches hin in der Hoffnung, Ewiges zu gewinnen. Und diese Hoffnung ist wesentlich verschieden von Illusion. Illusionen pflegt man zu verlieren, die Hoffnung - im christlichen Sinne - aber nicht. Diese ist eine Kraft, die mit der Zeit nur wächst. Man muß nur den Anfang geschafft haben.

Grüße!
trel

P.S.:
Kennen Sie "Rückkehr von morgen" von Georg Ritchie? Ein inzwischen sehr verbreiteter, knapp 100 Seiten umfassender Erlebnisbericht über eine Nahtod-Erfahrung. Äußerst lesenswert, nicht moralisierend, vielmehr spannend und ergreifend, vor Allem glaubwürdig.

Ergänzende Bemerkung zum Begriff der Hoffnung.

trel ⌂, Dienstag, 28. Februar 2012, 15:11 (vor 2090 Tagen) @ trel

Man gibt Zeitliches hin in der Hoffnung, Ewiges zu gewinnen. Und diese Hoffnung ist wesentlich verschieden von Illusion. Illusionen pflegt man zu verlieren, die Hoffnung - im christlichen Sinne - aber nicht. Diese ist eine Kraft, die mit der Zeit nur wächst. Man muß nur den Anfang geschafft haben.

Diesbezüglich ist vielen Menschen noch nicht klar, daß es zwei fast genau entgegengesetzte Begriffe der Hoffnung gibt.

Vom verbreiteten wissenschaftlichen Standpunkt aus, also seit Aristoteles, jedoch vor der Christus-Erfahrung, ist Hoffnung identisch mit Illusion. Sie ist insofern ein Mangel zunächst an Einsicht, tiefer besehen an Mut, denn der fehlende Mut hindert daran, der Wirklichkeit ins Gesicht zu sehen und sie zu nehmen, wie sie ist. Dagegen wird dann eine Schein-Wirklichkeit aufgebaut.

Hoffnung im zweiten Wortsinne ist keine intellektuelle, sondern eine Gefühls- und Willens-Eigenschaft. Sie ist wie eine Pflanze, die gekeimt hat und nun wächst. Um zu keimen, mußte zuerst eine Grablegung erfolgen, nämlich die eines Samenkorns. Wobei zu beachten ist, daß nicht jedes Samenkorn, das zu Boden fällt bzw. "ins Grab fällt", auch keimt (Mt 13,1-23). Man kann aber die nötigen Voraussetzungen dafür schaffen.

Damit also die Hoffnung aufkeimt, ist es nicht nötig, daß man "sich etwas vormacht" oder über die Auferstehung predigt. Die Predigt kann, muß aber nicht erfolgreich sein; sie ist auch nicht zwingende Voraussetzung für die Keimung.

Auf jeden Fall gewinnt das Wachstum der Pflanze, nachdem sie einmal gekeimt ist, eine Eigendynamik. Sie ist ein realer, kein eingebildeter Vorgang. Zwar kann die Pflanze auch vorzeitig zerstört werden, aber ein kluger Gärtner wird das Nötige tun, um die Pflanze zu pflegen.

Aus diesen Gründen wird jemand, den die Hoffnung leitet, am allerwenigsten dazu neigen, sich Illusionen zu machen, indem er etwa sagt: Der/die Verlorene wird wiederkommen, und dann wird einfach fortgesetzt, was unterbrochen worden war. Es kommt schon wieder, aber vielleicht erst im nächsten Leben, auf jeden Fall aber unter neuen Voraussetzungen. Und darüber soll man sich keine unnötigen Gedanken machen.

Hoffnung äußert sich gerade in der Fähigkeit zum Verzicht.

trel

Anmerkung

Herr Schütze, Dienstag, 28. Februar 2012, 21:02 (vor 2089 Tagen) @ trel
bearbeitet von Herr Schütze, Dienstag, 28. Februar 2012, 21:23

Guten Abend, Herr Lentze!

Die Wörter „Individualität“, „Individuum“, „individuell“, „Individaualismus“ u.s.w. sollte man nur da verwenden, wo sie sinnvoll sind. Sie sind nämlich schon viel zu sehr mißbraucht worden. „Unsterbliche Seele“ dagegen ist klar, denn sie ist eindeutig zuordnebar: Glaube, Religion, Theologie, Philosophie.

Weil Sie wieder einmal auch die „Erde-Mond-Trennung“ angesprochen haben: Vorsicht! Der Intensivlehrer liest mit!

Gruß

H. S.

Anmerkung

trel ⌂, Dienstag, 28. Februar 2012, 23:21 (vor 2089 Tagen) @ Herr Schütze

Guten Abend, Herr Lentze!

Guten Abend, Herr Schütze!

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Die Wörter „Individualität“, „Individuum“, „individuell“, „Individaualismus“ u.s.w. sollte man nur da verwenden, wo sie sinnvoll sind. Sie sind nämlich schon viel zu sehr mißbraucht worden. „Unsterbliche Seele“ dagegen ist klar, denn sie ist eindeutig zuordnebar: Glaube, Religion, Theologie, Philosophie.

Einverstanden.

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Weil Sie wieder einmal auch die „Erde-Mond-Trennung“ angesprochen haben: Vorsicht! Der Intensivlehrer liest mit!

Ich lasse mich ja gerne überzeugen. Aber nicht überrumpeln von einem "Intensivlehrer"! Intensiv ist ja auch nur sein Zorn, nicht seine Lehre.

Zur Abwechslung habe ich das Stichwort "Mond" bei Wikipedia angeklickt, genauer: Entstehung des Mondes. Ich hab's gelesen - und kann es glauben oder auch nicht. Eine Aussage wie

Im November 2005 konnte ein internationales Forscherteam der ETH Zürich sowie der Universitäten Münster, Köln und Oxford erstmals die Geburtsstunde des Mondes präzise datieren

hat für mich nicht mehr Überzeugungskraft als eine Aussage Steiners, eher weniger. Denn Steiner gibt wenigstens die Erkenntnis-Methoden an, und wie sie zu erlernen sind.

Im anderen Falle jedoch würde mir selbst eine gründliche Kenntnis der Methoden (inkl. Mathematik und Physik) gar nichts nützen, da die technischen Apparate, die ebenfalls erforderlich sind, nur einem engen Kreis von Menschen (vergleichbar einer Priesterkaste) zur Verfügung stehen.

Daß die Behauptungen dieser "Wissenschaftler" in sich selbst möglicherweise widerspruchsfrei sind, will ich gar nicht bestreiten. Aber die innere Widerspruchsfreiheit gilt ja für das Wahnsystem eines intelligenten Paranoikers genauso!

Man vergleiche hierzu Platos Höhlengleichnis..

Im Übrigen ist im Wikipedia-Artikel die Rede von einem heute weithin anerkannte[n] Modell zur Entstehung des Mondes. Das ist schon mal gut. Über Modelle muß sich niemand aufregen. Die Leichtigkeit, mit der heutige "Wissenschaftler" ihre Modelle austauschen, hat auch etwas für sich.

Gruß
trel

Anmerkung

Herr Schütze, Dienstag, 28. Februar 2012, 23:42 (vor 2089 Tagen) @ trel

Ihr Wort in Gottes Ohr!

Wir hoffen doch aber, daß der Intensivlehrer nicht wirklich „zornig“ war, wie Sie meinen. Denn wenn er wirkich zornig war, dann haben Sie ihn jetzt erneut herausgefordert, weil er zornig werden könnte über Ihre Aussage, daß „intensiv“ an ihm lediglich sein Zorn gewesen sei.

Gruß!

H. S.

Anmerkung

trel ⌂, Mittwoch, 29. Februar 2012, 00:01 (vor 2089 Tagen) @ Herr Schütze

Wir hoffen doch aber, daß der Intensivlehrer nicht wirklich „zornig“ war, wie Sie meinen. Denn wenn er wirklich zornig war, dann haben Sie ihn jetzt erneut herausgefordert, weil er zornig werden könnte über Ihre Aussage, daß „intensiv“ an ihm lediglich sein Zorn gewesen sei.

Naja, der Zorn ist ja auf Abstand nicht gefährlich für mich. Den brauche ich also nicht zu fürchten.

Aber wie sieht denn nun die Lehre aus? Ich meine nicht das Ergebnis, sondern die Heranführung. Der Intensivlehrer hat zwei Meinungen vor sich: seine eigene, und die eines Anderen. Er will, daß ich meiner Meinung abschwöre, ohne wirklich belehrt worden zu sein. Dabei weiß er - oder müßte wissen -, daß ich einer solchen Aufforderung nicht folgen werde, und es selbst angesichts eines Scheiterhaufens nicht täte.

Es führt kein Weg an einer wirklichen Überzeugungsarbeit vorbei! Und mit Überzeugungsarbeit meine ich natürlich etwas Anderes, als die Politiker darunter verstehen. Aber vielleicht will der Intensivlehrer gar nicht überzeugen, selbst im Zustand der Affektruhe nicht. Bin vielleicht ich der "wahre" Intensivlehrer?

Gruß
trel

Anmerkung

Herr Schütze, Mittwoch, 29. Februar 2012, 00:13 (vor 2089 Tagen) @ trel

Und für wen?

Anmerkung

trel ⌂, Mittwoch, 29. Februar 2012, 01:00 (vor 2089 Tagen) @ Herr Schütze

Und für wen?

Gute Frage. Ich kann sie nicht beantworten. Manche Leute lassen sich durch Bücher, Foreneinträge etc. belehren, teilen dies aber nicht. Von ihnen erfahre ich unmittelbar nicht. Sie brauchen eben keinen Dialog. Aber selbst diejenigen, die mitteilen, daß sie belehren, nicht jedoch selbst belehrt werden wollen, sind durch meine Einträge vielleicht schon unterschwellig weichgeklopft worden, ohne daß sie es selbst gemerkt haben. Das wäre auch schon ein Erfolg.

Aber ich gehe nicht nach dem Erfolg. Ich selbst bin ja auf einem Erkenntnisweg. Und ich benutze dieses Forum, wie schon mehrmals geschrieben, vor Allem als mein persönliches Notizbuch mit nützlicher Suchfunktion. Darum habe ich auch von Anfang an Wert darauf gelegt, daß hier kein unnützes Gequatsche stattfindet, und die Quatscher haben das früher oder später akzeptiert.

Gruß
trel

Ein Lehrer soll nicht „überzeugen“, sondern lehren !

Intensivlehrer, Mittwoch, 29. Februar 2012, 21:08 (vor 2088 Tagen) @ trel
bearbeitet von Intensivlehrer, Mittwoch, 29. Februar 2012, 21:13

Salve!

Ein Lehrer soll nicht „überzeugen“, sondern lehren!

Das Faktum, daß wir heute in einer Zeit leben, in der die Lehrer ihre Schüler „überzeugen“, ihnen „Hypes“ ermöglichen und ein kräftiges „Oau“ (auf englisch geschrieben: „wow“) herauskitzeln müssen, um überhaupt noch einigermaßen anerkannt zu werden, ändert überhaupt nichts daran, was ein Lehrer per definitionem ist (Lehrer) und tut (lehren) - das zeigt doch schon das Wort!

Es ist richtig, was Herr Lentze sagt: Ich will gar nicht „überzeugen“!

Herr Lentze aber will „überzeugen“, und deswegen ist er ja auch kein Lehrer, schon gar nicht ein Intensivlehrer!

Ade!

Intensivlehrer

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