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Warum qualifizieren die Medien Anders Breivik als einen Unsympath ?

admin @, Montag, 16. April 2012, 20:10 (vor 2043 Tagen)
bearbeitet von admin, Montag, 16. April 2012, 20:17

Kein Zweifel: Ein Massenmörder gehört eingesperrt.

Warum aber muß ein solcher Mensch, wie es etwa in diesem Spiegel-Artikel geschieht, zusätzlich als ein "Narzißt, der Mitleid nur für sich selbst empfindet", als Versager, überhaupt als behaftet mit allen möglichen unsympathischen Eigenschaften dargestellt werden? Offenbar, um ihn zum Haßobjekt zu stilisieren.

Ist das aber nötig? Befürchtet man, daß das, was er angestellt hat, vielleicht nicht ausreicht, um ihn hinter Gitter zu bringen und somit unschädlich zu machen?

Der Grund dürfte ein anderer sein: Es soll ein Nachdenken über Breiviks Zielsetzung verhindert werden. Er wollte ja etwas Bestimmtes erreichen, nämlich die Befreiung seines Heimatlandes vom "Kultur-Marxismus", von der ungezügelten Immigration kulturfremder Menschen, etc. Dazu hat er sich beizeiten schon sehr detailliert geäußert. Er vertritt also Ziele, die in Gegensatz zu denen der globalen politischen Elite, aber vielleicht in Einklang mit dem Willen der Völker stehen.

Man sollte sich auch einmal fragen, warum Breivik inbezug auf seinen Massenmord immer wieder als ein "Monster" bezeichnet wird. Gewiß, das ist er. Aber sind die ausländischen Drahtzieher der blutigen Umstürze in Irak, in Libyien, und jetzt in Syrien, bei denen viel mehr Menschen umkommen, keine Monster? Es ist doch kein Geheimnis, daß die angeblichen "Volksaufstände" im Interesse der sogenannten "Weltgemeinschaft" liegen. Auffälligerweise konzentrieren sich diese Aufstände ja stets in ölreichen Gebieten bzw. Städten. Vgl. dazu auch diesen kritischen Artikel in der JF, dessen Autor hierzu Klartext spricht.

Soweit der politische Hintergrund. - Psychologisch gesehen, ist die Darstellung Breiviks als eines Versagers, Schwächlings, ja Wahnsinnigen ebenso falsch. Um einen derartigen "Erfolg" zu erzielen wie Breivik (ich setze das Wort in Anführungszeichen, um keine Mißverständnisse zu provozieren), muß man zumindest auf gewissen Gebieten überdurchschnittliche Fähigkeiten haben. Denn isoliert für sich (!) besehen, sind die Eigenschaften, die jemanden zu einer dermaßen "durchschlagenden" Tat befähigen, bewundernswert. Nur das Ziel ist es nicht. Jedenfalls kann von Feigheit, mangelnder Willenskraft, fehlender Intelligenz usw. keine Rede sein.

Wieviel mehr trifft der Vorwurf der Feigheit auf diejenigen namenlosen Massenmörder zu, die, in staatlichem Auftrag vor einem Bildschirm sitzend, bewaffnete Flugkörper steuern, welche in fremden Ländern nicht nur "Terroristen", sondern oft genug auch Zivilisten töten!

In diesem Zusammenhang sei auch die militärische Leistung der muslimischen Flugzeugführer erwähnt, welche die Zwillingstürme in New York zum Einsturz brachten (ich gehe auf die anhaltende Diskussion über die Hintergründe hier nicht ein). Natürlich waren es Verbrecher, schon weil sie sogenannte "Kollateralschäden" - die Tötung zahlreicher Zivilisten - inkauf nahmen. Aber man halte dagegen die US-amerikanische Vergeltungsaktion, welche darin bestand, ein Land von der doppelten Fläche Deutschlands mit einem ungeheuren Materialaufwand zu bombardieren, nur um einen einzigen Mann, den vermeintlichen Anstifter, zu treffen. Was noch nicht einmal gelang! Militärisch war das ein kostspieliges Totalversagen, das keineswegs irgendeine Bewunderung verdient. Von dem moralischen Aspekt der materiellen, menschlichen und kulturellen Verwüstungen ganz zu schweigen.

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Fazit:

Anstatt Individualisten, welche Terror verbreiten, zu dämonisieren, sollte man die Berechtigung ihrer Ziele diskutieren.

Wohlgemerkt: die Ziele, nicht die Mittel. Daß die Mittel nicht tolerabel sind, darüber sind wir uns einig.

Bleibt die Diskussion ihrer Ziele aus, so ist zu befürchten, daß weitere derartige Ereignisse uns treffen werden.

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Breiviks "Demaskierung" wird fortgesetzt. Doch wem nützt das?

admin @, Dienstag, 17. April 2012, 23:18 (vor 2041 Tagen) @ admin

Der "Spiegel" titelt: "Demontage des Bösen". Schön wär's. Doch das Böse bzw. der Böse kann grundsätzlich nicht demontiert werden. Und wenn Breivik in seinem Narzißmus "demaskiert" wird, so befriedigt das auch nur ein nicht gerade edles Bedürfnis.

Anders Breivik wollte aus seiner Aussage vor Gericht seinen großen Auftritt machen, doch die Staatsanwältin durchkreuzte den Plan. Sie demaskierte den Attentäter von Norwegen, stutzte sein übergroßes Ego. Zurück blieb ein Mann, der sich feiert - und doch vor allem selbst betrügt.

Mag sein. Und jetzt feiert sich eben die Gegenseite. Aber wem ist damit geholfen? Allenfalls den Angehörigen der Opfer, die dankbar Alles zur Kenntnis nehmen, was den Täter als klein erscheinen läßt. Verständlich ist es ja. Mehr nicht.

Auf ein interessantes Argument Breiviks wurde leider nicht eingegangen:

Die 77 Toten hätten allein dazu gedient, weiteres Blutvergießen in einem Bürgerkrieg zwischen islamistischen Einwanderern und norwegischen Ureinwohner zu vermeiden. Das war die menschenverachtende Quintessenz seines entemotionalisierten Vortrags. Breivik gefiel sich in seiner Rolle, brüstete sich, in der gleichen Lage gehandelt zu haben wie amerikanische Generäle im Zweiten Weltkrieg, die Bombenangriffe gegen Deutschland und Japan befohlen hätten, "um größeres Leid zu verhindern".

Das Argument Breiviks ist hier völlig eingedeckt von psychologischen Bewertungen. Ob das Argument aber stichhaltig ist, erfahren wir nicht. Doch gerade darauf käme es an!

Wohlgemerkt, es geht mir nicht darum, Breivik freizusprechen. Mir geht es vielmehr darum, darauf hinzuweisen, daß dieser Fall eigentlich Anlaß bietet, über gewisse politische Ereignisse und Entwicklungen tiefer nachzudenken. Eine Gelegenheit, die leider wohl nicht genutzt wird.

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