Abtreibung

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 28. Februar 2011, 23:15 (vor 2760 Tagen)

Täglich (!) 8000 bis 10000 Abtreibungen in USA, Kanada und EU

Wenn täglich 8000 bis 100000 Menschen in USA, Kanada (beide zusammen 2000 bis 4000) und der EU (5000 bis 6000; davon in Deutschland 800 bis 1000) abgetrieben werden, dann sind das jährlich 2,922 Mio. bis 3,6525 Mio. und in 50 Jahren 146,1 Mio. bis 182,625 Millionen Menschen. In diesen 50 Jahren von 1960 bis 2010 sind also in dieser Region sehr (sehr!) viel mehr Menschen durch Abtreibung gestorben als in den vorhergegangenen 50 Jahren von 1910 bis 1960 weltweit durch Weltkriege, Bürgerkriege, Revolten, Katastrophen, Unfälle u.ä..

Abtreibungsystem

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 28. Februar 2011, 23:47 (vor 2760 Tagen) @ Herr Schütze

Abtreibungssystem

Das gesamte Abtreibungssystem - die Abtreibungspolitik, das Abtreibungswesen, die Abtreibungsindustrie -, kurz: die Abtreibunsgesellschaft ist ein Skandal ersten Ranges. Und der Staat zahlt dafür auch noch gigantische Summen. „Auf etwa 40 Millionen Euro wurden z.B. für 2003 die Aufwendungen der öffentlichen Haushalte in Deutschland geschätzt, um die Schwangerschaftsabbrüche medizinisch »lege artis« durchzuführen. (Vgl. FAZ, 05.06.2004, S. 8). Einsparungen an anderer Stelle gleichen den Aufwand aus. So kann der »Freistaat« Bayern sein »Landeserziehungsgeld« um 30 Millionen Euro auf Grund des geburtenrückgangs verringern.“ (Udo Steiner, Generationenfolge und Grundgesetz, in: Herwig Birg, Auswirkungen der demographischen Alterung und der Bevölkerungsschrumpfung auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft, 2005, S. 26). Ein Skandal! Und unsere Verfassung, unser Grundgesetz wird pausenlos mit Füßen getreten: „Kinder kommen natürlich im Grundgesetz vor. Ein spezielles Grundrecht des Kindes findet sich aber nicht. Das Grundgesetz verlangt der Rechtsordnung zwar wirksame Vorkehrungen zum Schutz des Lebens ab. In der politischen und gesellschaftlichen Praxis spiegelt sich aber der Lebensschutz nicht wider.“ (Ebd., S. 26). Das sind sogar nur die harmloseren Seiten, denn Problem ist noch viel komplexer. Nur eine dekadente Gesellschaft leistet sich so viel Überfluß. Natürlich liegt es an einem liberalistisch-individualistischem System wie dem Abendland, wenn es es zu dem ohnehin schon vorhandenen Überfluß auch noch - und zwar zumeist ohne Grund (abgesehen von den wirklich harten Fällen, die aber eine sehr kleine Ausnahme sind) - die eigenen Nachkommen und letztendlich sich selbst abtreibt und gar nicht mehr weiß, wer oder was Männchen und Weibchen ist. Der Sinn dafür soll schon weg sein. Und die sehr wenigen Frauen, die wirklich von der Emanzipation profitieren, tun dies auf Kosten aller anderen Frauen, um über die Lobby an die Macht zu kommen und sie zu verteidigen - nicht nur gegen Männer, noch mehr gegen Frauen, also im Grunde doch gegen sich selbst. Wie unfruchtbar! Wie menschenfeindlich! Emanzipation und Abtreibung, und das auch noch auf Kosten des Staates, also: des Steuerzahlers!

Die von Eva Herman in ihrem vielbeachteten Essay „Die Emanzipation - ein Irrtum?“  gestellte Frage beantwortet Peter Mersch „mit einem klaren »Ja«. Eine weitestgehende Angleichung der Geschlechter führt in menschlichen Gesellschaften dagegen selbst bei optimaler Vereinbarkeit von Familie und Beruf dazu, daß die Opportunitätskosten für Kinder sowohl bei Frauen als auch bei Männern umso höher sind, je qualifizierter und beruflich engagierter die Eltern sind. Das daraus resultierende Nachwuchsverhalten dürfte den betroffenen Bevölkerungen sukzessive alle ihre Komponenten rauben. Oder anders gesagt: Solche Gesellschaften verarmen und verdummen - und zwar aus biologischen Gründen.“ (<A HREF="http://www.hubert-brune.de/mersch_deei.html#deei">Peter Mersch, Die Emanzipation - ein Irrtum! Warum die Angleichung der Geschlechter unsere Gesellschaft restlos ruinieren wird, 2007, Klappentext</A>]).„Emanzen ..., Feministinnen, ... Berufsfeministinnen bilden ihre eigene Lobby, sie schreiben Artikel und Bücher, machen Politik und gestalten Gesetze. Hausfrauen und Mütter haben diese Möglichkeiten nicht. Aus diesem Grund entstand dieses Buch.“ (Eva Herman, Das Eva-Prinzip, 2006, S. 251). Eva Hermans Buch ist ein Buch gegen den Egoismus / Individualismus, gegen alle Aussterbenden (Singles, Emanzen, Feministinnen, Berufsfeministinnen, Weicheier, Frauenversteher & Co. u.s.w.), gegen die Diktatur von Kinderfeinden, Frauenbeauftragten und allen anderen freiwillig Unfruchtbaren, kurz gesagt: gegen die Dekadenz, gegen den Untergang!

Abtreibung und weibliche „Emanzipation“

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 28. Februar 2011, 23:51 (vor 2760 Tagen) @ Herr Schütze

Abtreibung und weibliche „Emanzipation“

Abtreibung und weibliche „Emanzipation“ bedeuten Lebens-, v.a. Menschenfeindlichkeit, Beschleunigung des Unterganges, Wille zum Tod. „Das Lebensrecht wird in einer Zangenbewegung immer weiter eingeschränkt: Die Mehrheit hat sich offenbar damit abgefunden, daß seit der Liberalisierung des Paragraphen 218 1974 rund neun Millionen Kinder durch Abtreibung nicht das Licht der Welt erblickt haben. Zu einem fürchterlichen Automatismus ist darüber hinaus die vorgeburtliche Selektion durch die Pränataldiagnostik geworden, so daß bei Indizierung einer möglichen Behinderung des Kindes zur Regel geworden ist, notfalls durch Spätabtreibung (nach der 22. Schwangerschaftswoche) die Geburt eines solchen Kindes zu verhindern. Gerade ist eine Einigung in der Großen Koalition über eine Erschwerung von Spätabtreibungen wieder gescheitert. Wenn eine Industrienation wie Deutschland jährlich offiziell über 130000 gezeugte Kinder zur sozial unerträglichen Belastung erklärt und tötet, dann kann man ahnen, wie lange es dauern wird, bis es angesichts explodierender Gesundheitskosten und zerfallender Familienstrukturen genauso normal wird, Tausenden alten Menschen »freiwillig« das Leben »abzukürzen«, weil sie einer lebensfeindlichen Gesellschaft nicht länger zur Last fallen wollen. Auch bei der in den 1970er Jahren von Feministinnen forcierten Liberalisierung des Abtreibungsrechts führte man spektakuläre Einzelfälle von Frauen in Notsituationen an und sang das Hohelied von der selbstbestimmten Entscheidung der Frau. In der Praxis ist daraus ein menschenverachtender gesellschaftlicher Zwang entstanden, so daß das sioziale Umfeld inzwischen häufig bei »unpassenden Schwangerschaften« nichts anderes mehr erwartet als die Abtreibung, die als eine Art Verhütungsmethode betrachtet wird. Nicht anders wird es bei der Sterbehilfe sein: Unter dem wachsenden Kostendruck »für Alte« wird aus dem »Recht zum Selbstmord« dann »unvermeidlich eine Pflicht« (Robert Spaemann).“ (Dieter Stein, Eine Schwelle ist überschritten, in: Junge Freiheit, 28/08, 04.07.2008, S. 1). „Dieser Befund ist von mehr als nur akademischen Interesse in einer Zeit, in der die Zahl der alleine in Deutschland täglich abgetriebenen Embryos auf 800 bis 1000 geschätzt wird (5000 bis 6000 in der EU, 2000 bis 4000 in Nordamerika, zusammen 8000 bis 10000, in 1 Jahr 2,922 Mio. bis 3,6525 Mio., in 50 Jahren 146,1 Mio. bis 182,625 Mio.! <a href="http://www.reserveforum.de/index.php?id=473>**</a>). Mehr noch: Erstmals in der Geschichte der Menschheit scheint es möglich zu werden, den Menschen durch den Eingriff in das Genmaterial und durch »gender«-ideologisch gewollte Nivellierung der natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau gleichsam nach Maßgabe wirtschaftspolitischer Normen zu züchten.“ (Thomas Bargatzky, Was ist der Mensch?,  in: Junge Freiheit, 28/08, 04.07.2008, S. 26).

Allein schon diese drei Aspekte (Abtreibung, Euthanasie, wirtschaftspolitische Geschlechtsumwandlung) machen deutlich, was der Untergang einer Kultur, also einer Gemeinschaft (Entschuldigung: »Gesellschaft«, denn eine Gemeinschaft will sie ja schon lange nicht mehr sein), der Wille zum Tod wirklich bedeutet. Aus dem Abtreibung als Recht wird die Abtreibung als Pflicht, aus der Euthanasie als Recht wird die Euthanasie als Pflicht, aus der (biologischen) Geschlechtsumwandlung als Recht wird die (wirtschaftspolitische) Geschlechtsumwandlung als Pflicht. Im Grunde kann man ja sagen: Ohne Abtreibungen gäbe es kein Geburtendefizit, also keinen Bevölkerungsrückgang, sondern ein (zwar geringes, aber ideales) Sterbedefizit, also ein (zwar geringes, aber ideales) Bevölkerungswachstum. Die Abtreibung vergrößert das Geburtendefizit, den Bevölkerungsrückgang, enorm. Auch die Euthanasie, die vor allem zukünftig immer mehr eine Rolle spielen wird, vergrößert das Geburtendefizit, den Bevölkerungsrückgang. Und „Gender“ - das heißt: politische Geschlechtsumwandlung - sorgt für noch mehr Tötungen mittels Abtreibung und Euthanasie, vergrößert also das Geburtendefizit, den Bevölkerungsrückgang, denn „Gender“ ist ja gerade wirtschaftspolitisch erwünscht, weil damit die Frauenerwerbsquote erhöht wird. Die Tatsache, daß dabei die Geburtenzahlen und Bevölkerungszahlen, noch mehr reduziert werden, wird als negativer Nebeneffekt gerne in Kauf genommen.

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Antwort auf einen Teilaspekt: Tötung von Alten. Re-Inkarnation. Auferstehung.

admin @, Dienstag, 01. März 2011, 07:49 (vor 2760 Tagen) @ Herr Schütze

Wenn eine Industrienation wie Deutschland jährlich offiziell über 130000 gezeugte Kinder zur sozial unerträglichen Belastung erklärt und tötet, dann kann man ahnen, wie lange es dauern wird, bis es angesichts explodierender Gesundheitskosten und zerfallender Familienstrukturen genauso normal wird, Tausenden alten Menschen »freiwillig« das Leben »abzukürzen«, weil sie einer lebensfeindlichen Gesellschaft nicht länger zur Last fallen wollen.

So wird gesagt. Ich sehe eher die umgekehrte Gefahr: Die künstliche Verlängerung des vegetativen Lebens von Menschen, die natürlicherweise sterben würden und sterben wollen, gegen ihren Willen. Das ist zwar in jedem einzelnen Falle mit sehr großen Kosten verbunden, aber seltsamerweise scheint der Trend in diese Richtung zu gehen. Es ist paradox!

Ich kann mir sogar vorstellen, daß dies als ein neues Foltermittel angewandt werden könnte, nach dem Motto "Stirb langsam".

Es gibt jedenfalls zu denken, daß zahlreiche Menschen Testamente geschrieben haben für den Fall, daß sie unheilbar erkranken und gegen ihren Willen zum Fortleben gezwungen werden sollen.

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Davon abgesehen sollte man das Leben von ungeborenen und von "ausgelebten" Menschen nicht gleich bewerten.

Alte Menschen haben ihre Entfaltungsmöglichkeiten ausgeschöpft. Das was sie in diesem Leben tun konnten, haben sie meist getan; mehr "ist nicht drin". Sie sollten sich vorbereiten dürfen auf eine neue Verkörperung. Sie daran zu hindern, ist verbrecherisch.

Ungeborene Menschen dagegen haben sich möglicherweise über Jahrhunderte auf dieses Leben vorbereitet. Sie zu zwingen, sich plötzlich andere Eltern, andere Umstände auf die Schnelle zu suchen, ist ebenfalls verbrecherisch.

Die entscheidende Bewertungsgrundlage für den Vergleich von ungeborenen und alten Menschen ist also die Frage der Wiederverkörperung.

o Nimmt man die Wiederverkörperung an, dann wird man so werten, wie ich es oben getan habe.

o Lehnt man diese Idee ab, dann wird man das Leben - wie auch immer - um jeden Preis verlängern wollen, das Leben der Ungeborenen jedoch sehr gering bewerten.

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Darüber hinaus ist zu fragen: Was stellen wir dem Tod entgegen? Die Wiederverkörperung oder Re-Inkarnation ist eine Sache. Aber auch sie würde keinen Sinn ergeben, wenn es sich um bloße Wiederholungen handeln würde oder gar eine "ewige Wiederkunft" nach meachanischem Muster, so wie Nietrzzsche sich das vorstellte und - merkwürdiger - großartig fand. Vielmehr gibt es eine gestufte Evolution, die in den Passionsstufen Christi besteht; eine Evolution kosmischen Ausmaßes, welche die Natur einbezieht. Sie beruht auf dem Opfer und bezeichnet das Gegenstück des Darwinschen Prinzips des Überlebens des Stärksten.

Dies wäre ein Thema für sich.

Der Kultur des Todes ist in aller Entschiedenheit entgegenzutreten. Aber ebenso ist die Frage zu stellen und zu beantworten: Was stelen wir der Kultur des Todes entgegen? Wenn wir ihr nichts entgegenzustellen haben, dann bliebe nur die Resignation.

trel

Die „Kultur des Todes“ ist der Teil der Kultur, der sich „Zivilisation“ nennt

Herr Schütze ⌂ @, Mittwoch, 02. März 2011, 00:39 (vor 2759 Tagen) @ admin

Lieber Admin, ich nehme Ihre Antwort zum Anlaß, mein Verständnis von der „Kultur des Todes“ als dem Teil der Kultur, der sich „Zivilisation“ nennt, zu verdeutlichen und dabei versuche, auf diejenigen Ihrer Aussagen, die ich hier zitiere, zu orientieren.

Ich sehe eher die umgekehrte Gefahr: Die künstliche Verlängerung des vegetativen Lebens von Menschen, die natürlicherweise sterben würden und sterben wollen, gegen ihren Willen. Das ist zwar in jedem einzelnen Falle mit sehr großen Kosten verbunden, aber seltsamerweise scheint der Trend in diese Richtung zu gehen. Es ist paradox!

Ganz genau! Noch nie hat man etwas mittel- bis langfrsitig trotz der „sehr großen Kosten“ durchsetzen können, sondern immer hat man etwas mittel- bis langfristig wegen der „sehr großen Kosten“ aufgeben müssen.

Ich kann mir sogar vorstellen, daß dies als ein neues Foltermittel angewandt werden könnte, nach dem Motto "Stirb langsam".

Vorstellbar ist vieles.

Es gibt jedenfalls zu denken, daß zahlreiche Menschen Testamente geschrieben haben für den Fall, daß sie unheilbar erkranken und gegen ihren Willen zum Fortleben gezwungen werden sollen.

Jedenfalls ist das der Trend. Aber man darf nicht vergessen, wie schnell die Anpassungsprozesse sein können, sobald die gesetzlichen Rahmenbedingungen, und wie schnell die Wendehälse sich drehen können, sobald die politischen Rahmenbedingungen sich geändert haben.

Nimmt man die Wiederverkörperung an, dann wird man so werten, wie ich es oben getan habe. Lehnt man diese Idee ab, dann wird man das Leben - wie auch immer - um jeden Preis verlängern wollen ....

Ich glaube nicht an den „Gutmenschen“, genauer gesagt: an den, der vorgibt, einer zu sein. Die abendländischen Ärzte sind zur Verlängerung des Lebens gezwungen, weil es für sie (noch!) keine andere Gesetzeslage gibt. Sobald sich etwas Grundlegendes ändert, wird sich auch die „Mentalität“ der Ärzte ändern. Wetten?

Man wird aber trotzdem auch dann noch „das Leben der Ungeborenen jedoch sehr gering bewerten“, wie Sie schreiben, weil man sich anderen Zwängen ausgesetzt hat, weil man sie fälschlicherweise für vorteilhaft gehalten hat. Man denke nur an die heute überall in der westlichen Welt vorherrschende Priorität der (Finanz-)Wirtschaft gegenüber jeder Politik, jeder Rechtssprechung u.s.w., ja jeder Kultur überhaupt. Das nämlich ist die „Kultur des Todes“.

Die „Kultur des Todes“ ist der Teil der Kultur, der sich „Zivilisation“ nennt.

Es ist die „Zivilisation“, die den Tod einer Kultur heraufbeschwört. Sie ist der Teil der Kultur, der den Tod der Kultur will, der nihilistisch, aber auch verführerisch „modern“ ist.

Ich habe noch den alten, den deutschen Begriff von „Kultur“. Leider ist er durch den angelsächsischen Begriff „Civilisation“ - im Zuge der anglizistischen Seuche - in den Hintergrund getreten. (Siehe auch: Definition von „Kultur“ und „Zivilisation“!). Im Deutschen ist „Zivilisation“ einerseits das Hyponym zum Hyperonym „Kultur“, andererseits aber auch deckungsgleich mit Kultur, d.h. beide können je nach Text und Kontext auch Synonyme sein. Im Englischen aber ist „Civilisation“ stark abgegrenzt von „Culture“, d.h. beide sind fast nie wie Synomyme verwendbar. „Civilisation“ ist einerseits deckungsgleich mit dem deutschen Wort „Zivilisation“, andererseits zum Teil auch deckungsgleich mit dem deutschen Wort „Kultur“. Nun hat sich aber bei den Deutschen aufgrund der Politkorrekheit immer mehr die englische Version durchgesetzt. Und das ist selbst schon ein Zeichen von „Zivilisation“, wie ich sie verstehe, denn ich verstehe sie ja im Sinne der deutschen Sprachnorm als den dekadenten Teil der Kultur (sprachwissenschaftlich gesagt: als Hyponym zum Hyperonym „Kultur“). Trotz (und wegen) der Tatsache, daß heute immer mehr Deutsche die englische Definition bevorzugen, ist die deutsche Definition der englischen Definition überlegen und - auch darum - vorzuziehen. Die englische Definition ist eine zivilisationistische Definition, d.h. sie ist nicht neutral, nicht wissenschaftlich, sondern von vornherein bewertend. Sie wertet die Kultur ab und die Zivilisation auf. Diese Definition ist pro-zivilisationistisch, weil sie selbst ein Ausdruck der Zivilisation ist. **

Es gibt einen Lebenstrieb und einen Todestrieb (vgl. meinen Text zum Thema „Neger-Quote, Frauen-Quote ...“ vom 04.02.2011,16:01 Uhr). Bezüglich einer Kultur ist ihre „Zivilisation“ der Todestrieb. Sie ist durch und durch nihilistisch. Ihr „Todeszug“ beginnt mit der Bekämpfung der alten Mächte, also auch der Kirche - dabei verspricht sie alles und kann auf Dauer nichts halten.

Der Kultur des Todes ist in aller Entschiedenheit entgegenzutreten.

Ja, aber kann man das, wenn sie „Zivilisation“ (also: Teil einer Kulturgeschichte!) ist?

Was stellen wir der Kultur des Todes entgegen?

Die Kultur des Lebens! Und das ist die Kultur selbst!

Wenn wir ihr nichts entgegenzustellen haben, dann bliebe nur die Resignation.

Amor fati?

Ich weiß es nicht, außer: daß auch ich grundsätzlich gegen die „Kultur des Todes“ bin.

Sollten wir unser Schicksal lieben? Oder ist Ihnen das zu NIETZSCHEANISCH? Sollten wir unseren Untergang FAUSTISCH gestalten? Oder ist Ihnen das zu SPENGLERIANISCH?

Freundliche Grüße

Herr Schütze

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Kultur des Todes.

admin @, Mittwoch, 02. März 2011, 09:47 (vor 2758 Tagen) @ Herr Schütze

Guten Tag Herr Schütze,

vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Die Unterschiede im Verständnis von Kultur und Zivilisation waren mir bisher nicht so klar, und darum begrüße ich Ihre aufhellenden Bemerkungen.

Leider bin ich mit Spengler nicht vertraut. Ich sage "leider", denn ich habe immer stärker den Eindruck, daß seine Lektüre gewinnbringend wäre. Vor einiger Zeit gab es eine billige Neuausgabe seines Werkes "Der Untergang des Abendlandes", doch habe ich nicht rechtzeitig zugegriffen. Selbst wenn Spengler im heutigen Wissenschaftsbetrieb nicht viel gilt, so ist das kein Einwand, denn von seinen Werken geht zweifellos eine inspirierende Kraft aus. Das gilt übrigens für viele der älteren Autoren, die ich deshalb bevorzugt lese.

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Sie unterstellen einen Todestrieb, schon in ihrem früheren Beitrag. Hier möchte ich jetzt einmal kritisch ansetzen. Der Begriff war mir bisher als ein Terminus von S.Freud bekannt, ferner sinngemäß in Zusammenhang mit der "Kultur des Todes", von der Kardinal Ratzinger sprach.

Der Todestrieb erscheint mir als eine bloße Konstruktion, eine Abstraktion, real als Unmöglichkeit. Kein Wesen kann den Tod als solchen wollen - auch dann nicht, wenn es Selbstmord begeht. Nun kann man natürlich den Todestrieb als ein abstraktes Prinzip verstehen, aber das ist wohl eher eine Verlegenheitslösung.

Alternativ zu dem Konzept von Spengler (das ich noch nicht gut kenne) und dem von Hubert Brune (in das ich mich auch erst gründlicher einarbeiten müßte), stelle ich Ihnen ein anderes Konzept vor, von dem ich meine, daß es Beachtung verdient. Es ist das anthroposophische Konzept verschiedener Autoren, das - angeblich, und für mich glaubwürdig - durch geistige Empirie gewonnen wurde.

Demnach sind die kosmischen Kräfte wesenhaft vorzustellen. Wesen habe ihre jeweils eigene Evolution bzw. Geschichte, Herkunft, "Charakter", usw. Es gibt nun drei Gruppen von zerstörerischen Wesenheiten. Wenn wir sie etwas abstrahieren, so lassen sie sich (willkürlich) benennen wie folgt:

1. Luzifer (Lichtbringer). Identisch mit dem "gefallenen Engel" der Bibel. Die luziferischen Wesen sind evolutiv zurückgeblieben auf dem "Alten Mond", dem dritten von sieben kosmisch-planetaren Weltzuständen, in deren Folge unsere Erde der vierte Weltzustand ist.

Anmerkung: Zwischen den Weltzuständen gibt es keine Existenz. Nur unsere Erde ist physisch, und das auch nur in ihrer jetzigen (Unter-Unter-)Periode. Die anderen Daseinsformen erschließen sich nur dem hellseherischen Bewußtsein.

Die luziferischen Wesen sind insofern relativ "junge" Wesen, und ihr "Charakter" ist recht gut einfühlbar. Er ist bezeichnet mit Stolz, Hochmut, Selbstliebe, Egozentrik, Rebellion. Viele Künstler sind luziferisch geprägt. Die Selbstaufblähung führt jedoch zum evolutiven Stillstand, daher das Sprichwort:

"Dummheit und Stolz / wachsen aus einem Holz."

Kosmisch besehen, verursachte Luzifer eine Frühreife des Menschen, dergestalt, daß dessen Ich nicht erst mit 21, sondern mit etwa 3 Jahren zu erwachen beginnt. Das führte zum Ausschluß aus dem Paradies (das man sich nicht physisch vorstellen soll!) und zu Mühe, Krankheit und Tod, aber auch zur vielbesungenen Freiheit des Menschen.

Luzifer war es, der Jesus in die erste Versuchung führte, indem er ihm "alle Königreiche dieser Welt" anbot. Allerdings ist er relativ gut "belehrbar", natürlich nur durch Christus, in einer (für den Esoteriker) absehbaren Zukunft.

2. Ahriman. Identisch mit dem "Satan" der Bibel. Die ahrimanischen Wesen waren zurückgeblieben schon auf der "Alten Sonne", dem zweiten kosmisch-planetaren Weltzustand. Sie sind daher mächtiger als die luziferischen Wesen.

In vielerlei Hinsicht bilden sie das polare Gegenstück zu ersteren. Ahriman ist gefühllos, aber von eisernem Willen und kaltem Intellekt, dabei ohne Eitelkeit. Ahrimanisch inspirierte Menschen sind Machtmenschen, die im Hintergrund wirken und rastlos und äußerst effizient damit beschäftigt sind, Systeme aufzubauen, in denen Menschen ihre Freiheit verlieren, und für die keine Verantwortlichen gefunden werden. Die ahrimanische Macht ist anonym. Sie wirkt vor allem in Wirtschaft und Technik.

Die Schäden, die Ahriman am Menschen anrichtet, werden nicht durch Krankheit und Tod, sondern immer wieder durch Wiederverkörperung ausgeglichen.

Luzifer und Ahriman gemeinsam waren es, die Jesus in die zweite Versuchung führten: Sich vom Tempel fallen zu lassen, d.h. in die Regionen des Unbewußten. Die Psychoanalyse hat hierin ihren Ursprung, ebenso die Massenpsychosen, der Hitlerismus u.a.

Ahriman allein war es, der Jesus in die dritte Versuchung führte: Steine in Brot zu verwandeln, d.h. die Illusion zu wecken, aus Totem Lebendiges zu schaffen; Lebendiges durch Totes zu substituieren. Damit wurde Jesus aber nicht völlig fertig, denn hinter Ahriman stand verdeckt der Sonnendämon. Daher antwortete Jesus: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein [also immerhin auch vom Brot], sondern auch vom Wort Gottes."

3. Sorat oder "die Asuras". Identisch mit dem Sonnendämon in der Apokalypse. Die asurischen Wesen sind bereits auf dem "Alten Saturn" zurückgeblieben dem, ersten kosmisch-planetaren Weltzustand.

Diese Wesen werden durch Steiner, Tomberg u.a. nur selten erwähnt (aus Scheu?), und entziehen sich weitgehend einer Beschreibung. Ihre zerstörerische Macht ist ohne Vergleich. Ihre Macht ist gegenwärtig im Kommen; sie "reißen Stücke aus dem Ich" (Steiner), wollen es völlig zerstören. Eines ihrer Mittel ist das Schaffen sexueller Perversionen in massenhafter Verbreitung.

Es gibt in diesem Weltzustand keine Möglichkeit, die durch sie angerichteten Schäden auszugleichen. Es gilt, sie zu erkennen und zu meiden.

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Das war gedacht als Vorbereitung zu einer Betrachtung der sieben nach-atlantischen Kultur-Epochen, wie sie das anthroposophisch ausgebildete Erkenntnisorgan zutage fördert.

Anmerkung: Vorher gab es, ebenfalls jeweils 7-gliedrig, atlantische Periode; davor die lemurische, davor die hyperboräische, davor die polarische Periode. - Erst in der Mitte der lemurischen Periode geschah die Trennung des Mondes von der Erde und, gleichzeitig damit die Trennung in zwei Geschlechter, sowie eine Verfestigung der Erde.

Jede der sieben nachatlantischen Kulturen oder Kultur-Epochen dauert 2160 Jahre, also ein Zwölftel der durch die Präzession bedingten Verschiebung des Frühlingspunktes im Tierkreis.

1. Ur-indische Epoche. Wirken der Rishis. Höchste kosmische Weisheit, doch Zurückschrecken vor der Verbindung mit der Erde und ihrer Bearbeitung. - Kultur des ausgebildeten Ätherleibes.

2. Altpersische Epoche. Wirken des Ur-Zarathustra (er re-inkarnierte mehrfach). Auseinanderstzung zwischen Iran und Turan bzw. einer sehr kleinen Gruppe fortgeschrittener, kulturschaffender Menschen und einer großen, zurückgebliebenen Gruppe. Dualistisches Weltbild; Kampf des Lichtes (Ahuro Mazda) mit der Finsternis (Ahriman). Bearbeitung der Erde; Züchtung der kulturbildenden Pflanzen- und Tierrassen. - Kultur des ausgebildeten Astralleibes.

3. Sumerisch-babylonisch-ägyptische-hebräische Epoche. Zikkurats in Mesopotamien, Pyramiden in Ägypten. Schriftkultur. Kosmisches Bewußtsein, Astrologie. Schriftkultur. Landvermessung. - Kultur der ausgebildeten Empfindungsseele.

4. Griechisch-römische Epoche. - Kultur der ausgebildeten Verstandesseele.

5. Gegenwärtige (mitteleuropäische) Epoche. Beginnend um etwa 1480. - Kultur der Bewußtseinsseele: Vereinzelung des Menschen; ausgeprägter Materialismus; geistig-kosmische Isolation höchten Grades; aber auch Entwicklung neuer geistiger Fähigkeiten - in manchen Menschen, d.h. die Chance wird nicht von allen ergriffen; eine Spaltung der Menschheit zeichnet sich ab, die später in zwei Kulturströmungen, dann in zwei sehr verschiedene neue Rassen ausmünden wird.

6. Russische Epoche. - Kultur des Geistselbst (Manas). Andeutungen dieser Kultur z.B. im Werk von Wladimir Solowjew.

7. Amerikanische Epoche.

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Jetzt käme es darauf an, dies alles

a) noch weiter zu begründen, und zwar sowohl inbezug auf die Entwicklung des Menschen, als auch inbezug auf die Entwicklung der 9-gliedrigen Hierarchie bereits höher entwickelter Wesen (sehr kompliziert!). Aufgaben und Gefahren der Kulturepochen, wie sie als Gesamtheit nach- bzw. vorauswirken, sind - sehr verschlüsselt - in den sieben "Sendschreiben" der Apokalypse beschrieben; ausführliche Erläuterung u.a. bei Tomberg.

b) in Beziehung zu setzen zu der Kulturepochenlehre anderer Autoren.

Zu bemerken bleibt mir noch, daß man die Entwicklung der Kulturen auch nicht zu schematisch sehen sollte. Es gibt vielfältige Überschneidungen, Konflikte, Abspaltungen, usw.

Sieht man es wesentlich, so wird die Evolution außerdem noch zu einem Drama. Tomberg verglich sie mit einer Fahrt auf dem Schiff, sagen wir einer Ozean-Überquerung.

Der gewöhnliche Passagier denkt, mit dem Kauf des Billets sei alles getan. Für die Mannschaft - also die "höheren Wesen" - sieht es aber nicht so einfach aus; sie sind ständig dabei, den Kurs zu korrigieren, Einflüsse vorauszuberechnen und ihnen entgegenzusteuern. Und - wir können uns mit ihnen sogar in Beziehung setzen! Das ist uns freigestellt. Doch um es wirklich zu können, ist auch eine Vorbereitung nötig.

Soviel für heute.

Gruß
admin

Exkurs: Kulturtheorie von Oswald Spengler und Hubert Brune

Herr Schütze ⌂ @, Mittwoch, 02. März 2011, 20:51 (vor 2758 Tagen) @ admin

Spenglers Werke sind unbedingt zu empfehlen, nicht nur sein Hauptwerk Der Untergang des Abendlandes (**), sondern auch seine nicht so bekannten Werke, besonders z.B. Preußentum und Sozialismus (**) und Jahre der Entscheidung (**). Daß Spengler „im heutigen Wissenschaftsbetrieb nicht viel gilt“, wie Sie schreiben, ist nicht ganz richtig; wenn Sie geschrieben hätten: „in der »Bundesrepublik« und den Teilen der Welt, die der ihr gehorchen, an deren Wesen die Welt genesen soll“, dann ja; aber die Tatsache dieses Tabus verdeutlicht sogar noch mehr, wie aktuell Spenglers Thesen auch und gerade heute sind und in Zukunft vielleicht sogar noch mehr sein werden. Ähnliches gilt für Goethe, wenn man an Spenglers Methode denkt, und für Nietzsche, wenn man an Spenglers Fragestellungen denkt; denn in Spenglers Hauptwerk heißt es ja im Vowort: „Zum Schlusse drängt es mich, noch einmal die Namen zu nennen, denen ich so gut wie alles verdanke: Goethe und Nietzsche. Von Goethe habe ich die Methode, von Nietzsche die Fragestellungen, und wenn ich mein Verhältnis zu diesem in eine Formel bringen soll, so darf ich sagen: ich habe aus seinem Augenblick einen Überblick gemacht. Goethe aber war in seiner ganzen Denkweise, ohne es zu wissen, ein Schüler von Leibniz gewesen. So empfinde ich das, was mir zu meiner eigenen Überraschung zuletzt unter Händen entstanden ist, als etwas, das ich trotz des Elends und Ekels dieser Jahre mit Stolz nennen will: als eine deutsche Philosophie.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. IX **).

[image]Sie sagten, daß Sie das „Konzept von Spengler ... noch nicht gut“ kennen und sich in das Konzept „von Hubert Brune ... auch erst gründlicher einarbeiten“ müssen. Sie können jedoch mit dem Konzept von Hubert Brune auch das Konzept von Spengler kennenlernen, weil es „nicht unerheblich von Goethe und Nietzsche, also am meisten von Spengler beeinflußt“ (**) ist, „sich aber trotzdem in gar nicht wenigen Aspekten von diesen“ (**) abhebt und deshalb als doch ziemlich unabhängig zu bezeichnen ist. Brunes Konzept von den zwei menschlichen Kulturerscheinungen - quasi als den zwei Kulturbahnen (**) - ist zwar laut eigener Aussage „sogar bisher von niemanden sonst vorgestellt worden, also einzigartig“ (**), doch sind auch in Brunes Theorie „Kulturen im allgemeinen und im besonderen (z.B. die verschiedenen Historienkulturen) als den Lebewesen sehr ähnlich aufzufassen. Außerdem sind alle Historienkulturen als Abweichungen (besonders in der künstlerischen Art bzw. Form) von der Menschenkultur zu verstehen, in die sie über ihre Modernen und Zivilisationen allmählich wieder einmünden - allerdings auf jeweils andere, nämlich kulturspezifische Art und Weise. Insofern und auch aufgrund anderer Hypothesen, z.B. auch der über die »vorgeburtliche« Existenz einer jeden Kultur, unterscheidet sich“ Brunes „Kulturtheorie auch sehr von Spenglers Kulturtheorie.“ (**). Spenglers Kulturtheorie wird dennoch auf vielen Webseiten von Hubert Brune vorgestellt und erklärt (vgl. http://www.Hubert-Brune.de). Anschaulich wird das z.B. auch dadurch, daß Brune Spenglers „Tafeln zur vergleichenden Morphologie der Weltgeschichte“ (**) jeweils unten mit einem Kommentar versehen und dabei erklärt, wie sehr sich seine Theorie von der Spenglers unterscheidet (**).

[image]Zu dem von Ihnen angesprochenen Todestrieb: Es mag sein, daß er als Begriff zu abstrakt ist - ähnlich wie die von Ihnen erwähnten „3 Gruppen von zerstörerischen Wesenheiten“ (**); aber ich habe mich auf ihn wie auf den Lebenstrieb nur bezogen, um deutlich zu machen, daß es im Leben sowohl einen Auf- als auch einen Abbau gibt, daß es im Leben so etwas wie Winter, Frühling, Sommer, Herbst und eventuell wieder Winter u.s.w. gibt. (Vgl. Abbildung). Die Genetik zeigt uns ebenfalls, daß es so ist. Das, was ich zum Todestrieb in diesem Forum auch schon in einem „früheren Beitrag“ (**) geschrieben habe, bezieht sich auf die auch eine Kulturgenetik (**) beinhaltende Kulturtheorie von Hubert Brune.

[image]Die von Ihnen angesprochenen „Zwölftel der durch die Präzession bedingten Verschiebung des Frühlingspunktes im Tierkreis“ (**) spiegeln auch in ungefähr die von Spengler und Brune in ihren jesweiligen Kulturtheorien veranschlagten Kulturphasen und deren Dauer wieder. Besonders bei Brune: 12 Kulturphasen - verteilt auf die 4 Jahreszeiten -, die sich, nachdem sie „abgelaufen“ sind, auf stark abschwächte Weise formell „wiederholen“, und zwar in so schwacher Ausprägung, wie es vor dem Beginn der ersten Historienkultur Mesopotamien/Sumer schon der Fall war. (Vgl. Abbildung). Das heißt: Historienkulturen sorgen für die starken Schwingunge, die großen Amplituden - in positiver wie negativer Hinsicht. Sind für eine Kultur ihre 12 Kulturphasen beendet, ist für sie auch ihr aktiver Anteil an der Geschichte bebendet. Wir Abendländer befinden uns gegenwärtig - gemäß Brunes Theorie - am Beginn der 12. Kulturphase, die Brune Befruchtung oder Cäsarismus nennt, womit er auch den Globalismus meint, wie er sagt (**). Das, was wir Abendländer heute „Globalisierung“ (Globalismus ist aber zutreffender) nennen, gab es in unterschiedlich stark ausgeprägter Form in den anderen Historienkulturen auch.

Das von Ihnen angepriesene „anthroposophische Konzept verschiedener Autoren, das - angeblich, und für mich glaubwürdig - durch geistige Empirie gewonnen wurde“ (**), ist mir nicht so sehr bekannt. Ich kenne Rudolf Steiner nicht besonders gut, aber immerhin ein Buch von ihm: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? (1904). Es tut mir leid, daß ich mich noch nicht mehr mit „Anthroposophie“ beschäftigt habe; ich kann hier nur mit einer Ausrede parieren: Ich halte die „Anthroposophie“ - vielleicht fälschlicherweise - für ein bißchen „zu abgehoben“. Aber vielleicht wird sich meine Einstellung noch ändern. Ich bin ein sehr an der Wissenschaft orientierter, sie auch mit (philosophischer) Skepsis begegnender Mensch. Damit will ich aber nicht sagen, daß ich Agnostiker oder Atheist sei.

Danke für Ihre Antwort und schönen Gruß!

Herr Schütze

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Oswald Spengler, Hubert Brune, u.a.

admin @, Donnerstag, 03. März 2011, 10:35 (vor 2757 Tagen) @ Herr Schütze

Wegen Spengler habe ich soeben den diesbezüglichen Artikel "Staatspolitischen Handbuch, Band 2, Schlüsselwerke", von Lehnert/Weißmann gelesen. Sehr interessant, doch beinhaltend ein Zitat, das mich enttäuscht:

Aber "die Menschheit" hat kein Ziel, keine Idee, keinen Plan, so wenig wie die Gattung der Schmetterlinge oder Orchideen ein Ziel hat. "Die Menschheit ist ein zoologischer Begriff oder ein leeres Wort.

Dies steht in äußerstem Gegensatz zur anthroposophischen Auffassung, wonach die Menschheit die "zehnte Hierarchie" (gerechnet von oben nach unten) bildet und als solche eingebunden ist in den lebendigen Kosmos der Hierarchien überhaupt. Man kann sagen, daß sozusagen das Herzblut höherer Wesen mit der Menschheit verbunden ist; von Freunden und Feinden, und unter ersteren vor Allem Jesus Christus, der sagte: "Ich bleibe bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Davon abgesehen gibt es bemerkenswerte Übereinstimmungen. Steiner war Herausgeber der naturwissenschaftliche Werke Goethes und auch mit dessem "Faust" bestens vertraut. Das auf Goethe fussende organische Denken ("Goetheanismus") ist eine der Grundlagen der Anthroposophie überhaupt. Auch hat er 1895 ein Buch über Nietzsche geschrieben, mit späteren Zusätzen, in denen eine sehr veränderte Beurteilung zum Ausdruck kommt.

Tomberg hat sich in seinem Spätwerk mehrfach sehr positiv über Leibniz geäußert, auch was die okkulte Seite betrifft. Während Schiller aus seiner Inspiration durch die mittlere Schicht der "Akasha-Chronik" (Weltgedächtnis) zu dem Schluß kam, die Weltgeschichte sei das Weltgericht, erhielt Leibniz im Schlaf Einblicke in die obere Schicht dieser Akasha-Chronik, mit der Folge seines unerschütterlichen Optimismus. - Ich habe von Leibniz seine "Monadologie" und andere kleinere Werke gelesen (deutsch und französisch im Meiner-Verlag) und finde sie sehr ansprechend, auch stilistisch. Die angenehme Sprache täuscht über die Tiefe leicht hinweg.

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Da ich meinen Rückstand in der Spengler- und Brune-Lektüre nicht so schnell werde aufholen können, hier vorweg noch einige Bemerkungen zu einzelnen Kulturepochen in Anlehnung an Tombergs "Betrachtungen über das Alte Testament".

Ein auserwähltes Volk hatte es schon vor dem israelitischen gegeben. Es handelte sich um den unverdorbenen Restbestand aus der aufgrund von schwarzmagische Praxis untergegangenen Atlantis. Auch von den "verdorbenen" Völkern gab und gibt es Nachkommen; das waren damals die Turanier und sind heute die Chinesen und Mongolen.

Es war der Eingeweihte Manu, der mit dem unverdorbenen Restbestand nach Zentralasien zog, wo er die erste Pflanzstätte der arischen Kultur begründete. Daraus bildete sich später die altindische Kultur. Sie versagte aber, da sich die alten Inder immer einseitiger der höheren Welt zuwandten bzw. von der irdischen Welt abwandten und dadurch das Gleichgewicht zerstörten.

Die zweite Kultur, die iranische, versagte zunehmend durch Kompromisse mit ihrem Gegenspieler, dem Turaniertum. Tomberg:

Denn eine geistige Strömung ist nur so lange stark, als sie sich in keine Kompromisse einläßt. (S.21)

Die dritte Kultur-Epoche, die ägyptisch-chaldäische, ist wegen ihrer inneren Polarität oder Doppelrichtung interessant. Sie

hatte die Aufgabe, die zwei großen Pforten der geistigen Welt, die Pforte der Geburt und die Pforte des Todes solange heilig zu erhalten, bis eine heilige Geburt und ein heiliger Tod diese Pforten für die ganze Menschheit für alle Zukunft eröffnen würde. Die Völker dieser Kultur sollten die Geburt derjenigen Wesenheit vorbereiten, die durch den Opfertod das höchste Heil der Menschheit bringen würde. [...] Zum Hüter der Mysterien der Geburt war das Chaldäertum berufen; zum Hüter der Mysterien des Todes aber Ägypten.

Das ging wiederum nur eine Zeitlang (d.h. etwa 2000 Jahre) gut. Im Zweistromland bildeten sich religiöse Sexualkulte aus, die u.a. ingestalt der Tempelprostitution verwirklicht wurden: Das turanische Element hatte sich eingeschlichen. Die Geburt Gottes sollte durch Mechanisierung der Geburt, durch die Praxis der Erstgeborenen-Tötung, verhindert werden.

In Ägypten hingegen wurde die Idee der Überwindung des Todes durch Auferstehung ersetzt durch den Mumienkult. Zu bedenken ist, daß Tod nicht durch Verwesung charakterisiert ist - das ist vielmehr ein Lebensvorgang -, sondern durch Erstarrung:" Zum Raum wird hier die Zeit."

Leben ist der von der Zeit durchströmte Raum; Tod ist das Erstarren der Zeit im Raum. Wenn die Zeit zum Raum wird, so daß sie ihre Herrschaft über die Gestalt einbüßt, erstirbt sie und wird zum Leichnam.

Der Mond ist so ein Leichnam, der durch die Elohim oder Exusiai (Wesen der 4. Hierarchie oberhalb der Menschheit) unter Führung des Eloha Jahve aus der Erde herausgelöst wurde, um die Erde am Leben zu erhalten. Warum das nötig wurde, und welche Umstände dazugehören, das wäre wieder ein Kapitel für sich.

Einige Hinweise zur babylonischen Mysterienkultur der Geburt habe ich, unter etwas anderem Aspekt, auch gegeben in meinem Artikel Die Sparkasse Bonn und das Weib auf dem Tier.

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Soviel für heute. Die Idee der Jahreszeiten inbezug auf das Leben einer Kulturepoche ist sehr sinnvoll und steht selbstverständlich nicht in Widerspruch zu dem Gesagten. Aber zum Zyklus kommt hinzu die Linie hinzu mit dem Egebnis einer (Aufwärts-)Spirale. Sicher wäre es auch interessant, die beiden Kultur-Lehren zu vergleichen und, wenn möglich, in Einklang zu bringen. Letztlich wäre herauszustellen, was auf die Einflüsse der Hierchien zurückgeht, und was eher durch gedankliche Interpolationen zustandekommt.

Mit den besten Grüßen!
trel

Goethe, Nietzsche, Steiner, Spengler, Brune u.a.

Herr Schütze ⌂ @, Donnerstag, 03. März 2011, 22:37 (vor 2757 Tagen) @ admin

Spengler hat Naturwissenschaften und Mathematik studiert. Was die zeitgenössischen Erkenntnisse der Naturwissenschaften angeht, so läßt sich mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß Spengler sie weniger wie Goethe (z.B. gegen Newtons Physik) bekämpft, sondern mehr wie Nietzsche akzeptiert hat, obwohl er Goethe verehrt hat wie niemanden sonst. „Die Menschheit“ aber haben alle drei abgelehnt.

„Aber »die Menschheit« hat kein Ziel, keine Idee, keinen Plan, so wenig wie die Gattung der Schmetterlinge oder der Orchideen ein Ziel hat. »Die Menschheit« ist ein zoologischer Begriff oder ein leeres Wort.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 28 **).

In der Fußnote dazu ist zu lesen:

„»Die Menschheit? Das ist ein Abstraktum. Es hat von jeher nur Menschen gegeben und wird nur Menschen geben« (Goethe zu Luden).“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917, S. 28 **).

Ich füge hier zwei Textbeispiele an, die verdeutlichen, wie wichtig der Kontext ist:

Das Leben hat ein Ziel. Es ist die Erfüllung dessen, was mit seiner Zeugung gesetzt war. Aber der einzelne Mensch gehört durch seine Geburt entweder einer der hohen Kulturen an oder nur dem menschlichen Typus überhaupt. Eine dritte große Lebenseinheit gibt es für ihn nicht. Aber damit liegt sein Schicksal entweder im Rahmen der zoologischen oder der »Weltgeschichte«. Der »historische Mensch«, wie ich das Wort verstehe und wie es alle großen Historiker immer gemeint haben, ist der Mensch einer in Vollendung begriffenen Kultur. Vorher, nachher und außerhalb ist er geschichtslos. Dann sind die Schicksale des Volkes, zu dem er gehört, ebenso gleichgültig wie das Schicksal der Erde, wenn man es nicht im Bilde der Geologie, sondern der Astronomie betrachtet.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 613 **).

Das Leben hat kein »Ziel«. Die Menschheit hat kein »Ziel«. Das Dasein der Welt, in welcher wir auf unserm kleinen Gestirn eine kleine Episode abspinnen, ist etwas viel zu Erhabenes, als daß Erbärmlichkeiten wie »das Glück der meisten« Ziel und Zweck sein könnten. In der Zwecklosigkeit liegt die Größe des Schauspiels. So empfand es Goethe. Aber dieses Leben, das uns geschenkt ist, diese Wirklichkeit um uns, in die wir vom Schicksal gestellt sind, mit dem höchstmöglichen Gehalt erfüllen, so leben, daß wir vor uns selbst stolz sein dürfen, so handeln, daß von uns irgend etwas in dieser sich vollendenden Wirklichkeit fortlebt, das ist die Aufgabe.“ (Oswald Spengler, Preußentum und Sozialismus, 1919, S. 85 **).

Hat - laut Spengler - das Leben nun ein Ziel oder nicht?

[image]Eines ist sicher: Spengler ging es in dieser Frage um seinen Protest „gegen zwei Annahmen, die alles historische Denken bis jetzt verdorben haben: gegen die Annahme eines Endziels der gesamten Menschheit und gegen die Leugnung von Endzielen überhaupt.“ (Oswald Spengler, Der Untergang des Abendlandes, 1917-1922, S. 613 **). In diesem Zusammenhang lassen sich auch die nur zunächst widersprüchlich erscheinenden Antworten auf die Frage nach dem „Ziel des Lebens“ und auch die Antwort auf die Frage nach „der Menschheit“ richtig verstehen. Spengler könnte also trotzdem auch mit einer die Menschheit mit einschließenden Kulturtheorie einverstanden sein,
und eine solche ist die von Hubert Brune. Laut Brune verläuft „die Geschichte der Menschheit ... auf mindestens zwei Bahnen (siehe Abbildung), und das heißt: die Menschwerdung (die 3. Kultur) ist als Menscheitsgeschichte die Bahn (»M«), auf der die Menschheit ihr WORUM-ES-GEHT (die 1. Kultur als „Zentrum“) umkreist, während sie selbst von jeder Historienkultur auf einer zweiten Bahn (»H«), die wir Kulturgeschichte (die 5. Kultur) nennen, umkreist wird. Denn: Um die Natur (bzw. Gott, Naturtechnik o.ä.) dreht sich die Menschwerdung (Menschen-Kultur), die von der Historiographik (vertreten durch die Historienkulturen) umkreist wird - also müssen sich beide um die Natur (bzw. Gott o.ä.) drehen. Menschen müssen also mindestens zwei Bahnen oder Ebenen berücksichtigen - aber dabei ihre Eigendrehung und Neigung nicht vergessen -, wenn sie ihre eigene Entwicklung verstehen wollen, wobei die erste Bahn bedeutender ist als die von ihr abhängige zweite Bahn. Wahrscheinlich wird die erste Bahn die zweite Bahn überdauern, aber es ist auch möglich, daß beide gleichzeitig verschwinden werden (**). Falls ja, wird das dann mit oder ohne „Zivilisation“ geschehen?“ (Hubert Brune, Kulturbahnen, in: http://www.Hubert-Brune.de **).

Nun zu Steiner:

Ich weiß, daß Steiner mit Goethe sehr vertraut war, daß er Bücher zu bzw. über Goethe und Nietzsche geschreiben hat (Beispiele: Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften, 1882-1897; Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung, mit besonderer Rücksicht auf Schiller, 1886; Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit, 1895; Goethes Weltanschauung, 1897; Goethes Geistesart in ihrer Offenbarung durch seinen „Faust“ und durch das Märchen von der Schlange und der Lilie, 1918) und daß das „auf Goethe fussende organische Denken (»Goetheanismus«) ... eine der Grundlagen der Anthroposophie überhaupt“ (). Auch ist mir das Goetheanum bekannt. Nur habe ich mich mit Steiner offenbar nicht intensiv genug beschäftigt, um mich näher zu dem, was Sie über ihn sagen, äußern zu können. Vielleicht erzählen Sie mir einfach mehr über Steiner und bekommen im Gegenzug mehr Wissenswertes über Spengler und Brune.

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Versuch einer Annäherung auf philophischer Ebene.

admin @, Freitag, 04. März 2011, 21:51 (vor 2756 Tagen) @ Herr Schütze

Guten Abend Herr Schütze,

das ist ein gutes Dialog-Angebot Ihrerseits, daß wir versuchen, unsere Standpunkte kennenzulernen. Ich habe versucht, auf der Seite von H.Brune mich zu orientieren, aber es fällt mir zunächst schwer. Übersichtlich ist die Darstellung schon, aber die Denkweise ist ungewohnt - für meinen ersten Eindruck schematisierend, konstruierend.

Vielleicht können wir uns auf einer philosophischen Ebene annähern. Nehmen wir einige polarisierende Gegenüberstellungen, die Tomberg in Anbetracht der neunten Tarot-Karte ("Der Eremit") vornimmt. Es sind:

1. Die Antinomie Idealismus - Realismus;
2. die Antinomie Realismus - Nominalismus;
3. die Antinomie Glaube - empirische Wissenschaft.

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1. Die Antinomie "Idealismus - Realismus"

Sie läßt sich auf zwei entgegengesetzte Formeln zurückführen:

"Das Bewußtsein oder die Idee geht jeder Sache vorher" - die Formel des Idealismus;

und

"Das Ding (res) geht jedem Bewußtsein oder jeder 'Idee' vorher" - die Grundformel des Realismus.

Der Idealist (z.B. Hegel) hält jedes Ding für eine Form des Denkens, während der Realist (z.B. Spencer) behauptete, daß die Objekte der Erkenntnis eine Existenz, unabhängig vom Denken oder vom Bewußtsein des Subjekts der Erkenntnis haben. Der Realist sagt, daß man - auf dem Wege der Abstraktion - Begriffe, Gesetze und Ideen von Objekten der Erkenntnis herleitet. Der Idealist dagegen sagt, daß man - auf dem Wege der Konkretisierung - Begriffe, Gesetze und Ideen des Subjektes der Erkenntnis in die Objekte hineinlegt.

Der Realist stellt die Theorie von der Wahrheit als sogenannter "Übereinstimmung" auf, d.h., daß Wahrheit die "Übereinstimmung zwischen Objekt und Intellekt" ist. Der Idealist stützt sich auf die Theorie von der Wahrheit als sogenannter "Kohärenz", d.h., daß Wahrheit der Zusammenhang - oder die Abwesenheit von Widersprüchen - bei der Handhabung der Ideen, Begriffe und Objekte (die nur Begriffe sind) durch den Intellekt ist.

Gemäß dem Realismus ist wahr, was im Intellekt mit dem Gegenstand übereinstimmt. Gemäß dem Idealismus ist wahr, was ein zusammenhängendes System im Intellekt bildet.

Die ganze Welt, genau widergespiegelt im Intellekt, ist das Erkenntnisideal des Realismus. Die ganze Welt, wie sie die Postulate und Kategorien des Intellekts als ein einziges zusammenhängendes System widerspiegelt, ist das Erkenntnisideal des Idealismus.

"Die Welt führt das Wort, und der menschliche Intellekt hört ihr zu", sagt der Realismus. "Der Intellekt führt das Wort, und die Welt ist dessen Widerschein", sagt der Idealismus.

"Nihil in intellectu quod non prius fuerit in sensu - Das Ding (res) geht jedem Bewußtsein oder jeder 'Idee' vorher" ist die jahrtausendealte Formel des Realismus. "Nihil in densu quod non prius fuerit in intellectu - Das Bewußtsein oder die Idee geht jeder Sache vorher" ist die Gegenformel des Idealismus.

Wer hat recht? Der Realismus mit seinem Idol des Dinges (res), das dem Denken vorausgeht, und mit seinem urpersischen Dualismus von Finsternis (Ding) und Licht (Gedanke), der aus ihnen entspringt und geboren ist? Oder der Idealismus mit seinem Idol des menschlichen Intellekts, den er auf den Thron Gottes setzt, und mit seinem pan-intellektuellen Monismus, in dem es weder Platz gibt für die "Vollkommene Schwärze" der übermenschlichen Weisheit, die in dem geheiligten Buch des Hermes Trismegistos, betitelt "Kore Kosmu", erwähnt wird, noch für die Finsternis des Bösen, der Häßlichkeit und der Illusion, die wir jeden Tag erfahren?


Nein, werfen wir uns weder der Welt noch dem Intellekt zu Füßen, sondern werfen wir uns anbetend nieder vor der gemeinsamen Quelle von Welt und Intellekt - vor Gott. Vor Gott, dessen Wort zugleich sowohl das "wahre Licht ist, das jeden Menschen erleuchtet, der in diese Welt kommt" (Jo 1,9), als auch der Schöpfer dieser Welt:

"Alles ist durch es geworden, und ohne es ist nichts geworden, was geworden ist" (Jo 1,3).

Das Ding, die Welt - das Wort ist deren Quelle. Der Intellekt, das Licht des Denkens - auch deren Quelle ist das Wort. Darum ist die heidnische Hermetik der Vergangenheit wie auch die christliche der Gegenwart weder realistisch noch idealistisch. Sie ist logistisch, weder auf das Ding noch auf den menschlichen Intellekt gegründet, sondern vielmehr auf den Logos, das Wort Gottes, dessen objektive Offenbarung die urbildliche Welt der phänomenalen Welt, dessen subjektive Offenbarung das Licht oder das Urbild des menschlichen Geistes ist.

"Und das Licht schien in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen" (Jo 1,5).

Das bedeutet, daß es Finsternisse gibt sowohl in der Welt als auch im Bewußtsein, die nicht vom Licht durchdrungen wurden -, und daß folglich das Böse, das Häßliche und die Illusionen ebenso in der Welt wie im Bewußtsein existieren.

Die vom Wort nicht durchdrungene Finsternis der Welt ist aber nicht der Ursprung des Bewußtseins, und der vom Wort nicht erleuchtete menschliche Intellekt ist nicht das Prinzip der Welt. In der Erscheinungswelt gibt es objektive "Illusionen", d.h. "nicht reale Dinge", die nicht durch das Wort geworden sind, sondern die zu einem vergänglichen Dasein aus den Untergründen der Finsternis aufgetaucht sind. Im Bereich des subjektiven Bewußtseins gibt es Illusionen, d.h. nicht reale Begriffe, Ideen und Ideale, die nicht durch das Licht des Wortes erzeugt sind, sondern die zu einem vergänglichen Dasein aus den Untergründen der Finsternisse des Unterbewußtseins aufgetaucht sind.

Die Übereinstimmung zwischen einem illusorischen Objekt und dem von ihm im Intellekt gebildeten Begriff wäre nicht Wahrheit, sondern eine doppelte Illusion. Dies sollte der Realist wissen, wenn er seine Theorie von der Wahrheit als "Übereinstimmung" aufstellt. Und die Kohärenz im Inneren eines auf Illusionen gegründeten intellektuellen Systems ist kein Kriterium seiner Wahrheit, sondern vielmehr der Hinweis auf eine Zwangsvorstellung, die umso tiefer ist, je vollständiger die Kohärenz ist. Die sollte der Idealist wissen, wenn er seine Theorie von der Wahrheit als "Kohärenz" vorbringt.

Die Objekte sind nur real im Sinne des Realismus, wenn sie im Wort wirklich sind, und intellektuelle Konstruktionen sind nur wahr im Sinne des Idealismus, wenn sie im Wort wahr sind. Der menschliche Intellekt als solcher bringt die Wahrheit nicht in der Art aus sich hervor, wie die Spinne ihr Netz hervorbringt.

Keine Tatsache de äußeren oder der inneren Welt als bloße Tatsache begründet eine Wahrheit, da sie ebensogut eine Illusion oder die Geschichte einer Illusion lehren kann, sei es in der Natur (z.B. die vordiluvischen Ungeheuer), sei es im Bereich des Menschlichen (z.B. etliche Idole der Vergangenheit oder Gegenwart).

Nun ist die "Welt" unserer Erfahrung die phänomenale Offenbarung sowohl der vom Wort geschaffenen Welt als auch der Welt der Evolution der Schlange. Auch der "Intellekt" unserer Erfahrung ist ebenso die Offenbarung des Lichtes des Wortes wie der List der Schlange - um den biblischen Ausdruck zu gebrauchen, der zeigt, wie die Finsternis das Licht nachahmt, ohne es aufzunehmen. Darum muß man, bevor man sich zum Realismus bekennt, zwischen "Welt" und Welt unterscheiden. Ebenso muß man, bevor man den Idealismus annimmt, zwischen kosmischer Intelligenz und menschlichem Intellekt unterscheiden.

Ist diese Unterscheidung einmal getroffen, so kann man ohne Zögern gleichzeitig ebenso den Realismus wie den Idealismus annehmen - was dann den Ideal-Realismus oder Logismus der alten und zeitgenössischen Hermetik ergibt.

Dann wir die Methode der Übereinstimmung zum Stab in der Hand des Eremiten [vgl. die Tarot-Karte], und die Methode der Kohärenz wird zum Mantel, der ihn bekleidet. Und dies dank dem Licht der Lampe des Eremiten, die das heilige Instrument ist, in dem sich das Licht des Wortes mit dem Öl der menschlichen intellektuellen Bemühung vereint.

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Soweit die erste Antinomie und ihre "Auflösung". Für den Nichtchristen ist diese Denkweise sicher ungewohnt; für mich war sie es anfangs auch. Aber sie "bildet".

Richtig interessant aber wird's erst mit der zweiten Antinomie. Darüber demnächst.

Herzliche Grüße
trel

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Fortsetzung: Die Antinomie "Realismus - Nominalismus"

admin @, Samstag, 05. März 2011, 20:01 (vor 2755 Tagen) @ admin
bearbeitet von admin, Samstag, 05. März 2011, 21:03

Tomberg:


2. Die Antinomie "Realismus - Nominalismus"

In dieser Antinomie wird der Ausdruck "Realismus" anders verstanden als in der Antinomie "Realismus - Idealismus". Realismus bedeutet hier eine Schule westlichen Denkens, die denjenigen generalisierenden Begriffen objektive Wirklichkeit zuschreibt, die man heute gewöhnlich als "abstrakt" bezeichnet, die aber die mittelalterliche Philosophie "universalia" (Allgemeinbegriffe) nannte. Die Strömung westlichen Denkens, die die objektive Realität der Allgemeinbegriffe leugnet und Wirklichkeit nur für Einzeldinge gelten läßt, ist die des "Nominalismus".

Beim "Realismus" in diesem Sinne geht es also um die objektive Wirklichkeit der "Universalien" (der Gattungen und Arten), nicht um die Übereinstimmung der Begriffe des Intellekts mit der Wirklichkeit der Dinge als Kriterium der Wahrheit. Es geht hier also um ein ganz anderes Problem als bei der Entgegensetzung "Realismus - Idealismus". "Realisten" hinsichtlich des Problems der Wirklichkeit der Allgemeinbegriffe sind tatsächlich extreme "Idealisten" in der Frage, ob Intellekt oder Tatsache den Vorrang haben.

Das der Antinomie "Realismus - Nominalismus" zugrunde liegende Problem wurde in der Ideengeschichte zu erstenmal ausdrücklich von Porphyrius (232/233 - 304 n.Chr.) gestellt, und zwar in seiner "Isagoge" oder "Einleitung von Porphyrius, dem Phönizier, Schüler des Plotin von Lycopolis, in die Kategorien" (wie der vollständige Titel dieser kleinen Schrift lautet). Das Problem ist darin gleich am Anfang mit aller wünschenswerten Klarheit formuliert worden:

"Was, um gleich mit diesem anzufangen, bei den Gattungen und Arten (d.h. den Allgmeinbegriffen) die Frage angeht, ob sie etwas Wirkliches sind oder nur auf unseren Vorstellungen beruhen und ob sie, wenn Wirkliches, körperlich oder unkörperlich sind, endlich, ob sie getrennt für sich oder in oder an dem Sinnlichen auftreten, so lehne ich es ab, hiervon zu reden, da eine solche Untersuchung sehr tief geht und eine ganz eigene umfangreiche Erörterung fordert."


Tatsächlich widmete man diesem Problem von Boethius bis zur Renaissance und selbst bis auf den heutigen Tag jene ganz eigene und umfangreichere Erörterung, von der Porphyrius glaubte, daß es sie verdient. Denn die mittelalterlichen Gelehrten, die klar gesehen hatten, daß das Problem der Allgemeinbegriffe (Universalienproblem) im Mittelpunkt der Philosophie steht, behandelten es als zentrales Problem, was Anlaß gab zur Teilung der Welt der Philosophen in "Realisten" (die Gattungen und Arten bestehen in sich selbst, oberhalb und außerhalb der Individuen) und in Nominalisten (die Gattungen und Arten bestehen bestehen nicht außerhalb der Individuen; sie sind nur "Namen", nützliche Worte zum Zweck der Klassifikation).

Eine dritte Schule - die der "Konzeptualisten" oder, je nachdem der "gemäßigten Realisten" oder der "gemäßigten Nominalisten" (die Allgemeinbegriffe bestehen wohl, aber sie bestehen nur im Geist desjenigen, der sie faßt) - entstand während der Kontroverse und bedeutete zwar keine Synthese, spielte aber eine ähnliche Rolle, wie sie Kaiser Lothar I. Lothringen in seiner Stellung zwischen Frankreich und Deutschland zuwies, nämlich die eines Mittlers.

Der Streit zwischen Realismus und Nominalismus wurde ein Jahrtausend lang leidenschaftlich ausgetragen, und er beschränkte sich nicht auf gelehrte Disputationen, sondern nahm verschiedene Formen an, einschließlich der Entscheidungen von Kirchenkonzilien, wie z.B. des Konzils von Soissons, das 1092 den Nominalismus verurteilte.

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Die These der "Realisten" geht auf Platon zurück, auf seine Ideenlehre, die der "Nominalisten" knüpft an Antisthenes an:

"Ich sehe wohl Pferde, aber keine Pferdheit."

Der Kern des Problems ist, ob die Pferdheit vor de individuellen Pferden ist (universale ante rem - das Allgemeine ist vor dem Besonderen), ob sie den individuellen Pferden innewohnt (universale in re - das Allgemeine ist im Besonderen) oder ob sie nach den individuellen Pferden ist und erst auf dem Wege der Abstraktion gewonnen wird (universale post rem - das Allgemeine ist nach dem Besonderen). Nach Platon existiert die Pferdheit als Idee vor den Pferden; nach Aristoteles existiert die Pferdheit nur in den Pferden als formgebendes Prinzip; nach den Konzeptualisten (z.B. Kant) ist die Pferdheit ein Begriff, den der Geist im Wege der Sumierung der allen Pferden gemeinsamen Merkmale und der Abstraktion von den Besonderheiten bildet (universale post rem).

Die Streitfrage, ob die Pferdheit den wirklichen Pferden vorausgeht, ob sie ihr formgebendes Prinzip ist oder ob sie nur einen von der Sinneserfahrung losgelösten Begriff des Geistes darstellt, ist, offen gestanden, nicht so aufregend, solange es sich allein um die Pferdheit handelt. Allerdings wird sie es, wenn es um die Menschheit oder die Welt geht. Denn dann wird sie zum Problem des Unterschieds zwischen der Schöpfung und Entstehung.

In der Schöpfung besteht die Idee oder der "Plan" der Welt vor dem Akt ihrer Verwirklichung, während es bei der Entstehung oder Evolution weder Idee noch Plan vor der Tatsache gibt, wohl aber eine den Substanzen und individuellen Wesen innewohnende Kraft, die sie treibt, durch Versuche und Irrtümer den Weg des Fortschritts zu suchen. Was die Menschheit betrifft, wird sie zum Problem des urbildlichen Menschen oder des himmlischen Adam, d.h. zum Problem der Schöpfung des Menschen oder aber seiner evolutionären Entstehung.

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Prüfen wir jetzt näher die Grundthesen des Realismus und des Nominalismus.

"Das Allgemeine ist vor dem Besonderen" ist die grundlegende Formel des Realismus.

"Das Besondere ist vor dem Allgemeinen" ist die Gegenformel des Nominalismus.

Diese beiden gegensätzlichen Thesen implizieren, daß für den Realismus das Allgemeine wirklicher und von höherem objektiven Wert ist als das Besondere, für den Nominalismus das Besondere wirklicher und von höherem Wert als das Allgemeine. Mit anderen Worten, für den Realismus ist die Menschheit wirklicher und ein höherer Wert Wert als der Mensch; dagegen ist für den Nominalismus der individuelle Mensch wirklicher und von höherem Wert als die Menschheit.

Für den Realismus würde es keine Menschen geben, wenn es keine Menschheit gäbe; für den Nominalismus dagegen würde es keine Menschheit geben, wenn es keine Menschen gäbe.

Die Menschen bilden die Menschheit, sagt der Nominalist.

Die Menschheit erzeugt in ihrem unsichtbaren, aber wirklichen Schoß die individuellen Menschen, sagt der Realist.

Wer hat recht? Der Realismus mit seinem Idol der Kollektivität, die der Individualität, der individuellen Seele, vorausgeht, jener Realismus, der durch den Mund des Kaiphas die Rechtfertigung des über Jesus Christus gefällten Todesurteils sprach, indem er sagte:

"Es ist besser, wenn ein Mensch für das Volk stirbt, als daß das ganze Volk zugrunde geht" (Jo 11,50; Jo 18,14)?

Jener Realismus, der durch die Gerichte der Inquisition die schädlichen Individuen ausrottet, indem er sie dem Interesse der Menschheit oder der Kirche opferte? Der Realismus endlich, der, indem er entweder die Rasse oder Klasse über die einzelnen Menschen stellt, Millionen von Juden und Zigeunern durch die Nazis und Millionen von "Kulaken" oder wohlhabenden Bauern und Angehörigen der oberen Klassen durch die Bolschewiken ausrottete?

Dann also der Nominalismus?

Aber der Nominalismus ist blind für Ideen und Prinzipien, die für ihn nur Worte sind. Das Wahre, Schöne und Gute existieren für ihn nicht als objektive Wirklichkeiten, es sind nur Fragen des Geschmacks. Keine Wissenschaft und keine ernstzunehmende Philosophie, die ihre Namen wirklich verdienen, könnten bestehen, wenn der Nominalismus der einzige intellektuelle Boden wäre, auf dem sie leben müßten. Denn anstatt auf das Allgemeine zu zielen ,wären sie darauf aus, das Besondere zu suchen. Sie würden nur besondere Tatsachen sammeln und, weit entfernt, deren gemeinsamen Merkmalen Wert beizulegen, aus denen sich Gesetze oder Prinzipien herleiten ließen, würden sie nur zu einer Art Museum von besonderen Tatsachen führen. Dieses Museum würde vergeblich den Advent des wissenschaftlichen und philosophischen Denkens erwarten, um der Menschheit auf allgemeine Weise nützlich zu sein: Der Nominalismuswäre nicht einmal imstande, diess Denken hervorzubringen, denn er steht im Gegensatz zur Wissenschaft.

Statt der Wissenschaft oder der Philosophie würde er einer Menge von Sekten mit subjektiver Geschmacksrichtung Raum geben. Jeder würde nach seiner eigenen Art denken und glauben. Man würde sich nur an das halten, was gefällt.

Genau aus diesem Grunde hat die Kirche den Nominalismus als Lehre verurteilt und die Wissenschaft ihn als Methode verbannt. Er hätte die Kirche in eine Menge kleiner Religionen nach dem persönlichen Geschmack jedes einzelnen atomisiert, und er hätte die Wissenschaft in ein steriles Sammlertum und eine Unzahl privater Meinungen aufgelöst.

Wir können also nicht auf den Realismus verzichten, wenn wir auf die objektive Wahrheit (Wissenschaft) und auf die transsubjektive Wahrheit (Religion) Wert legen. Man muß also die objektive und die transsubjektive Wahrheit anerkennen, wenn man die Vereinigung der Menschheit in der universalen objektiven Wahrheit der Wissenschaft und der transsubjektiven Wahrheit der Religion erstrebt.

Können wir auf den Nominalismus verzichten?

Ebensowenig. Denn für die Weltanschauung des Nominalismus besteht die Welt aus individuellen, einzigartigen und unersetzbaren Wesen. Er ist die Sicht der Welt als einer großen Gemeinschaft von Wesen, anstelle einer Welt von Gesetzen, Prinzipien und Ideen. Er ist die Weltanschauung, in der der Vater, der Sohn und der Heilige Geist als wahre und lebendige Personen, vereint durch die ewigen Bande der Vaterschaft, Kindschaft und Bruderschaft herrschen, umgeben von Seraphim, Cherubim, Thronen, Herrschaften, Kräften, Gewalten, Fürstentümern, Erzengeln, Engeln, Menschen und sichtbaren und unsichtbaren Wesen der Natur. Wie könte man in aller Aufrichtigkeit des Herzens das Gebet zum Vater, der in den Himmeln ist, sprechen: "Dein Name werde geheiligt", wenn man nicht glaubt, daß es der einzige und heilige Name des lebendigen, einzigen und heiligen Wesens ist und nicht die Bezeichnung für die höchste Idee, die "causa prima" (Erstursache) oder das "absolute Prinzip"? Kann man eine unsichtbare Welt von unpersönlichen "Erstursachen" lieben, eine Welt, bevölkert von Gesetzen und Prinzipien?!

So wie die allgemeine intellektuelle Erkenntnis der Welt als solcher (Wissenschaft) und als Werk Gottes (Philosophie) nicht möglich ist ohne den idealistischen Realismus, ebensowenig ist die individuelle intuitive Erkenntnis der einzelnen Wesen durch die Liebe (Mystik, Gnosis und Magie) möglich ohne den realistischen Nominalismus.

Man kann weder den idealistischen Realismus noch den realistischen Nominalismus ohne Vorbehalt annehmen, noch auf den einen oder anderen verzichten. Denn sowohl der Intellekt, der den idealistischen Realismus fordert, als auch die Liebe, die den realistischen Nominalismus fordert, sind strukturelle Fähigkeiten der menschlichen Natur. Die menschliche Natur selbst ist realistisch hinsichtlich des Denkens und nominalistisch hinsichtlich der sozialen Gemeinschaft oder der Liebe.

Das "Universalienproblem" ist in der Geistesgeschichte der Menschheit durch die Tatsache der Inkarnation entschieden worden, als das der Welt zugrunde liegende Allgemeine - der Logos - zu Jesus Christus wurde, der das der Welt zugrunde liegende Besondere ist. Damals wurde das Allgemeinste des Allgemeinen, das Prinzip der Intelligibilität überhaupt, der Logos, zum Besondersten des Besonderen, ja zum Urbild der Persönlichkeit, Jesus Christus.

Vor allem das Johannesevangelium hebt auf klare und ausdrückliche Weise die Tatsache der Vereinigung des Prinzips der allgemeinen Erkenntnis mit dem Wesen der individuellen Liebe von Herz zu Herz hervor. Dieses Evangelium beschreibt das Werk der Göttlichen Alchemie, wo das Wasser sich mit dem Feuer vereinigte, und wo das Wasser zu lebendigem Wasser und die Feuerzungen zu den "Pfingstzungen" wurden, die jeder in seiner Sprache verstand. Die Substanz der Taufe - das belebte Wasser und das Feuer, das das Besondere nicht verzehrt, sondern es teilhaben läßt an der Ewigkeit - ist aus dem Werk der Inkarnation und der Erlösung hervorgegangen.

Im Bereich der Geistesgeschichte geschieht die Taufe auch bei der Vereinigung von Realismus und Nominalismus, von Kopf und Herz in menschlichen Wesen, denn diese Vereinigung ist nur der Abglanz der Tatsache der Inkarnation, in der "das Wort Fleisch geworden ist".

Die christliche Hermetik ist ebenso Freundin des idealistischen Realismus, insofern dieser nach dem Logos strebt, wie des realistischen Nominalismus, insofern dieser nach der mystischen Erfahrung der Vereinigung der Wesen durch die Liebe strebt. Sie selbst kann nur die Erkenntnis des Allgemeinen sein, das sich im Besonderen offenbart. Für die Hermetik gibt es keine "Prinzipien", "Gesetze" und "Ideen", die außerhalb der individuellen Wesen bestehen, nicht als strukturelle Merkmale ihrer Natur, sondern als getrennte Wesenheiten und unabhängig von ihnen. Für die Hermetik gibt es weder das "Gesetz der Schwerkraft" noch das "Gesetz der Wiederverkörperung": es gibt nur die Anziehung und Abstoßung von Wesen (auch die Atome sind Wesen), soweit es die Schwerkraft betrifft, und die Anziehung der Wesen durch das irdische Leben mit seinen Freuden und Schmerzen, soweit es die Wiederverkörperung betrifft.

Andererseits, wenn es nicht solche Wesenheiten in der Welt gibt wie Gesetze der Schwerkraft und der Wiederverkörperung, so gibt es doch den universalen Wunsch der Wesen - der kleinen wie der großen -, sich zu verbinden, miteinander Moleküle zu bilden, Organismen, Familien, Gemeinschaften, Nationen...Das ist ein Wunsch, ein universales strukturelles Bedürfnis, das sich als "Gesetz" manifestiert. Die "Gesetze" sind den Wesen immanent, wie die Logik dem Denken immanent ist als Teil der eigentlichen Natur des Denkens. Und der wirkliche Fortschritt, die wirkliche Evolution, ist das Fortschreiten der Wesen vom Leben unter einem Gesetz zum Leben unter einem anderen Gesetz, d.h. die strukturelle Änderung der Wesen.

So ist das Gesetz "Auge um Auge, Zahn um Zahn" im Begriff, allmählich ersetzt zu werden durch das Gesetz der Vergebung. So wird auch das Gesetz "der Schwache dient dem Starken, das Volk dem König, der Schüler dem Meister" eibnmal dem Gesetz weichen, das der Meister im Akt der Fußwaschung aufgezeigt hat. Nach diesem höheren Gesetz dient der Starke dem Schwachen, der König dem Volk, der Meister dem Schüler - ganz wie es in den Himmeln ist, wo die Engel den Menschen dienen, die Erzengel den Engeln und den Menschen usw. Und Gott? Er dient allen Menschen ohne Ausnahme.

So wird auch das "Gesetz" des Kampfes ums Daein, das Darwin auf biologischem Felde beobachtet hat, einmal seinen Platz dem Gesetz des Zusammenwirkens für das Dasein einräumen, das schon im Zusammenwirken der Blütenpflanzen mit den Bienen besteht, im Zusammenwirken der verschiedenen Zellen in einem Organismus und im Zusammenwirken im menschlichen sozialen Organismus.

Das Ende des "Gesetzes" vom Kampf um das Dasein und der künftige Sieg des Gesetzes vom Zusamenwirken für das Leben sind durch den Propheten Jesaja angekündigt worden:

"Dann wohnt der Wolf bei dem Lamm und lagert der Panther bei dem Böcklein. Kalb und Löwenjunges weiden gemeinsam, ein kleiner Knabe kann sie hüten." (Jes 11,6)

Das wird geschehen, weil das neue "Gesetz" - d.h. eine tiefe Umwandlung in der psychischen und physischen Struktur der Wesen - das alte "Gesetz" ablösen wird, zuerst im Bewußtsein, dann in den Wünschen und Neigungen und schließlich in der organischen Struktur der Wesen.

Die "Gesetze" folgen aufeinander und wandeln sich. Sie sind keine metaphysischen unbeweglichen Wesenheiten. So ist es auch mit den "Prinzipien" und "Ideen".

"Der Sabbat ist um des Menschen willen da und nicht der Mensch um des Sabbats willen. Darum ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat." (Mk 2,27f.).

Dies ist die Beziehung zwischen den Wesen auf der einen und den Gesetzen, Prinzipien und Ideen auf der anderen Seite.

Gesetze, Prinzipien und Ideen sind also nicht real?

Sie sind es wohl, aber ihre Realität besteht nicht darin, daß sie ein von den Wesen getrenntes Dasein haben. Sie sind keine metaphysischen Wesenheiten, die eine Welt oder einen Plan bevölkern - eine Welt der Gesetze, Prinzipien und Ideen, die ihnen eigentümlich ist. Die geistige Welt ist keine Welt der Gesetze, Prinzipien und Ideen; sie ist eine Welt der geistigen Wesenheiten - der menschlichen Seelen, der Engel, Erzengel, Fürstentümer, Mächte, Kräfte, Herrschaften, Throne, Cherubim, Seraphim und der Heiligen Trinität des Heiligen Geistes, des Sohnes und des Vaters.

Welches ist dann die Realität der Gesetze, Prinzipien und Ideen?

Sie liegt in ihrer strukturellen geistigen, seelischen und körperlichen Verwandtschaft. Alle Wesen bekunden eine universale Verwandtschaft und legen Zeugnis ab von ihrem gemeinsamen Ursprung und ihrem gemeinsamen Archetypus. Dieser gemeinsame Archetypus, den die Kabbala "Adam Kadmon" nennt, ist das Gesetz, das Prinzip und die Idee aller Wesen. Das "Ebenbild und Gleichnis Gottes" (Gen 1,26) in Adam ist das Gesetz, kraft dessen Adam herrscht über "des Meeres Fische, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alle Landtiere und über alle Kriechtiere am Boden" (Gen 1,26). Adam ist das Gesetz, das Prinzip und die Idee aller Wesen der Natur, weil er ihre urbildliche Synthese ist.

Der Realismus hat daher recht, wenn er die Realität der Universalien behauptet; denn sie sind die strukturellen Merkmale des Archetypus aller besonderen Wesen. Der Nominalismus hat ebenfalls recht, insofern er lehrt, daß es keine anderen Wirklichkeiten in der Welt gibt als die individuellen Wesen und daß die Universalien sich nicht unter diesen Wesen befinden.

Die Hermetik betrachtet den Logos, der Mensch geworden ist, als das archetypische Universale, welches das vollkommene besondere "Wesen" geworden ist. Für die christliche Hermetik besteht die Streitfrage zwischen Realismus und Nominalismus nicht.

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Ende des Abschnitts.

Kulturtheorie von Hubert Brune (Fortsetzung)

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 07. März 2011, 23:50 (vor 2753 Tagen) @ admin

Für Brune ist „Kulturphase“ der Inbegriff einer wohltemperierten Abrundung durch geistig-politische Tätigkeiten in einer bestimmten Zeitspanne, oft ausgedrückt durch technische, künstlerische, ökonomisch-politische und geistig-metaphysische Richtungen. Sie kann nur 60-80 Jahre andauern, wie im Falle des Rokoko, oder 200-300 Jahre, die etwa jeweils Karolingik, Romanik und Gotik ausmachten. Eine Phase umfaßt im Mittel etwa 180 Jahre. Ein „Kulturquartal“ umfaßt 3 Phasen, das sind durchschnittlich 500-600 Jahre, tatsächlich aber manchmal auch nur 300-350 Jahre, wie im Falle der abendländischen Jugend (Renaissance, Barock und Rokoko). Kulturelle Quartale bezeichnet Brune häufig analog zu den 4 Jahreszeiten (**) mit „Winter“, „Frühling“, „Sommer“, „Herbst“, zu den 4 Tageszeiten (grob gesehen) mit „Nacht“, „Morgen“, „Nachmittag“ „Abend“ oder zu den 4 lebendigen Entwicklungszeiten (grob gesehen) mit „uterin“ (auch: „pränatal“), „kindlich“, „jugendlich“, „erwachsen“.

Ein Kulturquartal ist eine Jahreszeit in dem Sinne, daß an ihr erkennbar wird, was sie ist, wenn sie gewissermaßen innehält. Winter, Frühling, Sommer und Herbst sind wie unterirdisches Wachstum, zarte Blüten, Hochblüte und Verfall, wie die pflanzliche Welt immer wieder bezeugt, aber nicht nur sie: die 4 Jahreszeiten (**) sind wie uterines, kindliches, jugendliches und erwachsenes Leben, z.B. auch vergleichbar mit dem der Säugetiere. Das erwachsene Leben kann mehrere Quartale umfassen; in dem Falle teilen die Älteren (Elter[e]n) ihr Leben mit den Kindern, Enkelkindern oder gar Urenkelkindern. In Kulturen war und ist dies auch möglich: China, Indien und die die magische Kultur existieren als Zivilisationen (Erwachsene) schon länger als das Abendland.**

Ein historienkultureller Umlauf bzw. ein Durchlauf durch die 12 Historienkulturphasen dauert rund 2150 Jahre: „ein Zwölftel der durch die Präzession bedingten Verschiebung des Frühlingspunktes im Tierkreis“ (**), die man als Metaphysisker auch „Platonisches Jahr“ nennt.

Zum Unterschied von „Neuzeit“, „Moderne“ und „Zivilisation“:

So wie es die Tabelle zeigt, so möchte ich den Unterschied von »Neuzeit«, »Moderne« und »Zivilisation« verstanden wissen. Das »Ab«, der »Abbau« einer Kultur ist identisch mit »Neuzeit« und / oder »Moderne« (also entweder »Neuzeit i.e.S.« + »Moderne i.e.S.« oder »Neuzeit i.w.S.« = »Moderne i.w.S.«), aber nur bis zu einer bestimmten Zeit mit »Zivilisation«, denn zur »Zivilisation« zählt auch noch die »Nach-/Endzeit«. Was »Moderne« und »Zivilisation« angeht, so gibt es allerdings auch noch Definitionen, die über die in der Tabelle dargestellte in gewisser Hinsicht hinausgehen, und zwar dann, wenn man eine Kultur selbst (a) als Moderne bzw. Teil einer Moderne oder (b) als Zivilisation bzw. Teil einer Zivilisation betrachtet. Solange Moderne und Zivilisation sich zeitlich noch decken, macht es bezüglich der zeitlichen Abgrenzung noch keinen Unterschied, welche Begriffe verwendet werden - inhaltlich dagegen bleibt der Unterschied stets gewahrt. So kann z.B. die gesamte Zeit der Historienkulturen (der Historiographik als nur einer Historien-Kultur) als Moderne oder Zivilisation der Historisierung noch so lange gleichermaßen angesehen werden, wie sie noch zeitgleich bleiben. Da aber in der Regel die Zivilisation später als die Moderne endet und bezüglich unserer Zukunft niemand genau vorhersagen kann, ob und wie lange unsere Zivilisation länger dauern wird als unsere Moderne, sollte man beide auch diesbezüglich möglichst nicht synonym verwenden.“ **

Kulturtheorie von Hubert Brune (Fortsetzung)

Herr Schütze ⌂ @, Mittwoch, 20. April 2011, 23:16 (vor 2709 Tagen) @ admin
bearbeitet von Herr Schütze, Donnerstag, 21. April 2011, 02:14

Vorteilhaft an dem Kulturmodell von Hubert Brune sind besonders die bereits angesprochenen Hauptaspekte, die die Unterschiede zu Spenglers Kulturmodell verdeutlichen (**): Gemäß Brunes Theorie sind nämlich die einzelnen Kulturen (1.) keine Monaden oder „Inseln“ in einem riesigen „Ozean“, sondern nur relativ geschlossene und ansonsten gegenüber anderen Kulturen offene „Inseln“ in einem kleinen „See“ auf einer größeren „Insel“ in einem relativ kleinen „Binnenmeer“, (2.) keine urplötzlich aus dem Nichts hervorgende, sondern zu dieser Zeit „pränatal“ sich entwickelnde Gebilde, (3.) keine ebenso plötzlich wieder verschwindende, sondern von schwachen auf starke, von starken auf schwache Schwankungen wechselnde und zuletzt nur noch schwachen Schwankungen ausgesetzte Gebilde, (4.) keine nur auf einer „Bahn“, sondern auf mindestens zwei „Bahnen“ sich entwickelnde Gebilde u.s.w.. Dadurch läßt sich - nur z.B. - viel besser (als bei Spengler) verstehen, warum Mesopotamien/Sumer, Ägypten, Antike, Maya/Inka gegen Ende ihres „Lebens“ den Einflüssen fremder Kulturen erlegen sind und Indien, China, Morgenland „überleben“ konnten. (Was aus dem Abendland werden wird, wird die Zukunft zeigen.) China schaffte es durch zunehmende Abschottung zur richtigen Zeit; das Morgenland schaffte es durch Aggressivität, mit der es aufgewachsen war (man bedenke allein schon seine geographische und in dem Zusammenhang zeitliche Mittellage!) und die es auch und besonders in „zivilisatorischer“ Zeit noch begleitete und begleitet (was heute der Westen „Islamismus“ nennt, ist ... Islam, also: aggressives Morgenland ohne Trennung von Religion und Politik); Indien schaffte es mit Mühe durch eine Mischung aus beiden Taktiken.

[image]

Kulturtheorie von Oswald Spengler

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 07. März 2011, 00:14 (vor 2754 Tagen) @ Herr Schütze

Spenglers Hauptwerk - Der Untergang des Abendlandes- trägt den Untertitlel: Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte. Titel und Untertitel verraten nicht nur, worum es Spengler zu tun war, sondern auch die ihm zur Seite stehenden Geistespaten:

Goethe und Nietzsche verdankte Spengler „so gut wie alles“, wie er selbst sagte. (**). Spenglers Ansatz gehört zu den zyklischen Geschichtsvorstellungen, die davon ausgehen, daß die Geschichte nicht einfach nur linear verläuft, sondern auch zyklisch, sich also in einem ständigen Auf und Ab befindet. Weil besonders der westliche Kulturkreis, die abendländische Kultur, der Linearität gegenüber der Zyklizität höhere Priorität einräumt, gilt es, den Blick auf die Zyklizität zu richten: Völker und Kulturen entstehen, haben einen Höhepunkt und vergehen letztendlich wieder. So schließt sich immer wieder ein Kreis, in dem ständig dieselben Muster und Stufen durchschritten werden, obwohl dieser Kreis nicht zweidimensional, sondern dreidimensional ist: eine Spirale. Die Geschichte hat, so scheint es, keinen Anfang und kein Ende, sondern läuft ewig innerhalb dieser Kreisläufe weiter. [image]Die großen acht Kulturen (**) durchlaufen nach Spenglers Vorstellung bestimmte Stadien, die man in Kurzform durch Vorzeit (bis zur „Geburt“!), Aufstieg, Blütezeit und Verfall definieren könnte. Laut Spengler entsteht jede Kultur fast urplötzlich, ihr Auftauchen ist fast rein zufällig und kaum zu erklären (nicht nur deshalb, muß - jedenfalls gemäß der Theorie von Hubert Brune - auch die „vorgeburtliche“ Zeit unbedingt berücksichtigt werden!). Im Sinne Spenglers erlebt jede Kultur nach ihrer Geburt ein Bewußtsein, das in der Zeit vor ihrer Geburt nicht existiert hatte. Am Ende steht der völlige Zerfall der Kultur, der oft nach außen hin lange nicht sichtbar ist, sich nach innen aber unaufhörlich fortsetzt. Wenn auch der Herbst der Kultur zu Ende ist, wird auch nach außen sichtbar, daß die Kultur vergreisen wird. Schließlich erstarrt die Kultur, nimmt ihre endgültige, versteinerte Gestalt an, die sie aus eigener Kraft nicht mehr verändern kann. Der Wiedereintritt in eine nahezu geschichtslose Zeit ist somit vollzogen, so Spengler, denn: was folgt, ist wieder das zoologische Auf und Ab des primitiven Zeitalters, mag es sich auch in noch so durchgeistigte religiöse, philosophische und vor allem politische Formen hüllen.

Jede der acht Kulturen wird geprägt von Raum („Landschaft“) und Zeit, in deren Verlauf ihr „Seelenbild“ und ihr „Ursymbol“ immer deutlicher erkennbar wird (jedenfalls für den „[Er-]Kenner“). So sind z.B. die antike Kultur und die abendländische Kultur gegensätzlich, was sich an den beiden Seelenbildern - „apollinisch“ (Antike) und „faustisch“ (Abendland) und den beiden Ursymbolen „Einzelkörper“ (Antike) und „Unendlicher Raum“ (Abendland) erkennen läßt. Wie ein Dogma gegenüber aller Erfahrung, gelten auch Seelenbild und Ursymbol allgemein als unbeweisbar, deshalb sei hier darauf hingewiesen, daß der Unterschied zwischen Antike und Abendland sogar am Beispiel „Parallelenaxiom“ deutlich werden kann: Euklid hat in seinen „Elementen“ (um 312 v. Chr.) die mathematische Entsprechung für das antike Beispiel gegeben und Gauß fast einen „platonischen Monat“ später später (um 1800) die für das abendländische.

Folgende Ursymbole sind in Spenglers Hauptwerk vornehmlich thematisiert: „Weg“ (ägyptische Kultur), „Nirwana“ (indische Kultur), „Tao (auch als Weg) oder auch Naturlandschaft, Naturarchitektur“ (chinesische Kultur), „Einzelkörper“ (antike Kultur) „Welthöhle“ (magische [arabische] Kultur), „Unendlicher Raum“ (faustische [abendländische] Kultur). Diese Ausdrucksformen machen das Einzigartige einer jeden Kultur aus, das sie von jeder anderen immer unterscheiden wird. Alles, was überhaupt geworden ist, alles, was die Kultur im Laufe ihres „Lebens“ erzeugt hat, geht zurück auf das kulturspezifische Ursymbol und ist Ausdruck einer Kulturseele. Nach Leo Frobenius: „Paideuma“.

Spenglers Hauptwerk „war in der ersten Niederschrift vollendet, als der große Krieg ausbrach. Es ist bis zum Frühling 1917 noch einmal durchgearbeitet und in Einzelheiten ergänzt und verdeutlicht worden. Die außerordentlichen Verhältnisse haben sein Erscheinen weiterhin verzögert. .... Der Titel, seit 1912 feststehend, bezeichnet in strengster Wortbedeutung und im Hinblick auf den Untergang der Antike eine welthistorische Phase vom Umfang mehrerer Jahrhunderte ....“ (Ebd., [Vorwort zur Ausgabe des 1. Bandes], S. X **). Spengler fragt nach einer „Logik der Geschichte“ (ebd., S. 3 **). Er fragt sich, ob es eine „metaphysische Struktur der historischen Menschheit, die von den weithin sichtbaren, populären geistig-politischen Gebilden der Oberfläche wesentlich unabhängig ist“ (ebd., S. 3 **), ja „diese Wirklichkeit geringeren Ranges vielmehr erst hevorruft“ (ebd., S. 3 **).

„Der Untergang des Abendlandes, zunächst ein örtlich und zeitlich beschränktes Phänomen wie das ihm entsprechende des Untergangs der Antike, ist, wie man sieht, ein philosophisches Thema, das in seiner ganzen Schwere begriffen alle großen Fragen des Seins in sich schließt. Will man erfahren, in welcher Gestalt sich das Schicksal der abendländischen Kultur erfüllen wird, so muß man zuvor erkannt haben, was Kultur ist, in welchem Verhältnis sie zur sichtbaren Geschichte, zum Leben, zur Seele, zur Natur, zum Geiste steht, unter welchen Formen sie in Erscheinung tritt und inwiefern diese Formen ... Symbole und als solche zu deuten sind. Das Mittel, tote Formen zu erkennen, ist das mathematische Gesetz. Das Mittel, lebendige Formen zu verstehen, ist die Analogie. Auf diese Weise unterscheiden sich Polarität und Periodizität der Welt. Das Bewußtsein davon, daß die Zahl der weltgeschichtlichen Erscheinungsformen eine begrenzte ist, daß Zeitalter, Epochen, Lagen, Personen sich dem Typus nach wiederholen, war immer vorhanden.“ (Ebd., S. 4 **).

„Ich nenne dies dem heutigen Westeuropäer geläufige Schema (Altertum-Mittelalter-Neuzeit ist gemeint [Herr Schütze]), in dem die hohen Kulturen ihre Bahnen um uns als den vermeintlichen Mittelpunkt alles Weltgeschehens ziehen, das ptolemäische System der Geschichte und ich betrachte es als die kopernikanische Entdeckung im Bereich der Historie, daß in diesem Buche ein System an seine Stelle tritt, in dem Antike und Abendland neben Indien, Babylon, China, Ägypten, der arabischen und mexikanischen Kultur - Einzelwelten des Werdens, die im Gesamtbilde der Geschichte ebenso schwer wiegen, die an Großzügigkeit der seelischen Konzeption, an Gewalt des Aufstiegs die Antike vielfach übertreffen - eine in keiner Weise bevorzugte Stellung einnehmen.“ (Ebd., S. 24 **).

Spengler erteilte der damals und auch heute immer noch üblichen Periodisierung Altertum-Mittelalter-Neuzeit mit ihrer teleologischen Grundkonzeption sowie ihrer Vernachlässigung der nicht-westlichen Kulturen eine gehörige Absage. Kulturen sind überindividuelle Wesenheiten, die Spengler als „Organismen“ auffaßte; sie durchlaufen somit jeweils einen Zyklus - mit Schicksal!

„Diesem allem, den willkürlichen, engen, von außen gekommenen, von eigenen Wünschen diktierten, der Historie aufgezwungenen Formen, stelle ich die natürliche, die »kopernikanische« Gestalt des Weltgeschehens entgegen, die ihm in der Tiefe innewohnt und sich nur dem nicht voreingenommenen Blick offenbart.“ (Ebd., S. 34 **).

„Ich erinnere an Goethe. Was er die lebendige Natur genannt hat, ist genau das, was hier Weltgeschichte im weitesten Umfange, die Welt als Geschichte genannt wird.“ (Ebd., S. 35 **).

„Der Untergang des Abendlandes, so betrachtet, bedeutet nichts Geringeres als das Problem der Zivilisation. Eine der Grundfragen aller höheren Geschichte liegt hier vor. Was ist Zivilisation, als organisch-logische Folge (), als Vollendung und Ausgang einer Kultur begriffen?  Denn jede Kultur hat ihre eigne Zivilisation.“ (Ebd., S. 43 **).

„Die Zivilisation ist das unausweichliche Schicksal einer Kultur. Hier ist der Gipfel erreicht, von dem aus die letzten und schwersten Fragen der historischen Morphologie lösbar werden. Zivilisationen sind die äußersten und künstlichsten Zustände, deren eine höhere Art von Menschen fähig ist. Sie sind ein Abschluß; sie folgen dem Werden als das Gewordene, dem Leben als der Tod, der Entwicklung als die Starrheit, dem Lande und der seelischen Kindheit, wie sie Dorik und Gotik zeigen, als das geistige Greisentum und die steinerne, versteinernde Weltstadt. Sie sind ein Ende, unwiderruflich, aber sie sind mit innerster Notwendigkeit immer wieder erreicht worden.“ (Ebd., S. 43 **).

Spengler veranschlagt für jede Kultur einen Zeitraum von rund 1000 Jahren oder mehr - einen Toleranzwert von mehreren Jahrhunderten durchaus zulassend.

„Jede Kultur durchläuft die Altersstufen des einzelnen Menschen. Jede hat ihre Kindheit, ihre Jugend, ihre Männlichkeit und ihr Greisentum.“ (Ebd., S. 144 **).

„Jede Kultur, jede Frühzeit, jeder Aufstieg und Niedergang, jede ihrer innerlich notwendigen Stufen und Perioden hat eine bestimmte, immer gleiche, immer mit dem Nachdruck eines Symbols wiederkehrende Dauer.“(Ebd., S. 148 **).

„Wie Blätter, Blüten, Zweige, Früchte in ihrer Gestalt, Tracht und Haltung ein Pflanzendasein zum Ausdruck bringen, so tun es die religiösen, gelehrten, politischen, wirtschaftlichen Bildungen im Dasein einer Kultur.“ (Ebd., S. 148 **).

„In diesem Sinne wiederholt nun auch mit tiefster Notwendigkeit jedes irgendwie bedeutende Einzeldasein alle Epochen der Kultur, welcher es angehört.“ (Ebd., S. 149 **)

„Als Goethe den Urfaust entwarf, war er Parzival. Als er den ersten Teil abschloß, war er Hamlet. Erst mit dem Zweiten Teil wurde er der Weltmann des 19. Jahrhunderts ....“ (Ebd., S. 149 **).

„Und Goethes zweiter Faust, Wagners Parsifal verraten im voraus, welche Gestalt unser Seelentum in den nächsten, den letzten schöpferischen Jahrhunderten annehmen wird.“ (Ebd., S. 149 **).

„Als Homologie der Organe bezeichnet die Biologie deren morphologische Gleichwertigkeit im Gegensatz zur Analogie, die sich auf die Gleichwertigkeit der Funktion bezieht. Goethe hat diesen bedeutenden und in der Folge so fruchtbaren Begriff konzipiert, dessen Verfolgung ihn zur Entdeckung des os intermaxillare beim Menschen führte; Owen hat ihm eine streng wissenschaftliche Fassung gegeben. Ich führe auch diesen Begriff in die historische Methode ein.“ (Ebd., S. 149 **).

„Homolog sind die Lunge der Landtiere und die Schwimmblase der Fische, analog - in bezug auf den Gebrauch - sind Lunge und Kiemen. (**). Hier äußert sich eine vertiefte, durch strengste Schulung des Blicks erworbene morphologische Begabung, die der heutigen Geschichtsforschung mit ihren oberflächlichen Vergleichen - zwischen Christus und Buddha, Archimedes und Galilei, Cäsar und Wallenstein, der deutschen und der hellenischen Kleinstaaterei - völlig fremd ist. Es wird im Verlauf dieses Buches immer deutlicher werden, welch ungeheure Perspektiven sich dem historischen Blick eröffnen, sobald jene strenge Methode auch innerhalb der Geschichtsbetrachtung verstanden und ausgebildet worden ist. Homologe Bildungen sind, um hier nur weniges zu nennen, die antike Plastik und die abendländische Instrumentalmusik, die Pyramiden der 4. Dynastie und die gotischen Dome, der indische Buddhismus und der römische Stoizismus (Buddhismus und Christentum sind nicht einmal analog), die Zeit der »kämpfenden Staaten« Chinas, der Hyksos und der Punischen Kriege, die des Perikles und der Ommaijaden, die Epochen des Rigveda, Plotins und Dantes. Homolog sind dionysische Strömung und Renaissance, analog dionysische Strömung und Reformation. Für uns - das hat Nietzsche richtig gefühlt - »resümiert Wagner die Modernität« (**). Folglich muß es für die antike Modernität etwas Entsprechendes geben: es ist die pergamenische Kunst. (Die Tafeln am Anfang geben einen vorläufigen Begriff von der Fruchtbarkeit dieses Aspekts **).“ (Ebd., S. 150 **).

Gemäß Spengler gibt es zwischen den Kulturen „Gleichzeitigkeiten“, weil das, was (in) einer Kultur passiert, auch (in) jeder anderen Kultur passiert ist oder noch passieren wird. Zwar sind für uns die zeitlichen Unterschiede zwischen ihnen im mathematischen bzw. chronologischen Sinne abzählbar, also zahlenmäßig unterscheidbar, doch kommt es beim Verstehen der Kultur(en)geschichte darauf gar nicht so sehr an, weil die Kulturen in homolog(isch)er und analog(isch)er Beziehung zueinander stehen.

„Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.“ (Ebd., S. 209 **).

Aufgrund der „Gleichzeitigkeit“ passiert in Kulturen quasi immer wieder das Gleiche, das nur dadurch verschiedenartig wirkt, da es jeweils auf das Ursymbol zurückgeht und darum Ausdruck einer bestimmten Kulturseele ist, die die einzigartige Prägung verleiht. Alle Erscheinungen innerhalb einer Kultur - z.B. jeder Stil in Architektur und Kunst, jede Philosophie oder Wissenschaft, jede Staatsform, jedes Stadtbild u.s.w. - sind für sie ganz einzigartig und neu, innerhalb der Menschheitsgeschichte aber nur Symbole für das Ewig-Gleiche.

Ein zentraler Punkt in Spenglers Terminologie liegt in der Unterscheidung, die er zwischen Kultur und Zivilisation anstellt (**|**|**). Hat eine Kultur ihre „Tag-und-Nacht-Gleiche“ (Hubert Brune) überschritten, ist sie Zivilisation. Demnach ist der Eintritt der Kultur in ihre Zivilisation identisch mit dem Eintritt der Kultur in ihren „Herbst“ (**|**). Die Zivilisation ist gekennzeichnet z.B. durch die Künstlichkeit von Architektur und Kunst, das Anwachsen der großen Weltstädte und durch generelle Dekadenzerscheinungen, die mit dem breitflächigen Absterben des ursprünglichen Lebensgeistes der Kultur verbunden sind. Für Spengler steht die Kultur näher am Zenit und die Zivilisation näher am Nadir.

Spengler beschreibt z.B. das Individuum der Zivilisation als den innerlich erstorbenen Menschen der späten Städte, seien es Babylon und Alexandria oder Paris und Berlin, dessen ganze geistige Existenz sich auf das Kausalitätsprinzip gründet. Wissenschaft und Atheismus sind die großen Themen jeder beginnenden Zivilisation. Bedeutsam ist der Rationalismus, der Verstand, der alles überprüfen und nichts mehr glauben will. Die Kunst wird künstlich, die Architektur wird form- und maßlos. Die alten Formen der Blütezeit werden plötzlich als Zwang empfunden, die man durchbrechen muß. Was nun stattfindet sind nur mehr Moden, pure Abwechslung, die für Entwicklung gehalten wird. Alte Stile werden wiederbelebt und verschmolzen, aber es entsteht nichts großes Neues. Das letzte Ergebnis ist laut Spengler ein feststehender, unermüdlich kopierter Formenschatz. Je mehr sich die Zivilisation ihrem Nadir nähert, desto mehr nähert sich z.B. auch die Macht der Wissenschaft dem Ende, eingeleitet durch eine Stimmung des Skeptizismus. In ihm kommen einer Kultur zum ersten Mal wieder Zweifel an den Möglichkeiten und dem Wahrheitsgehalt der Wissenschaft. Es zeigt sich für Spengler, daß Wissenschaft ein spätes und vorübergehendes Schauspiel ist. Das Abendland erlebte nach Spengler den letzten Höhepunkt seiner Wissenschaften im 19. Jahrhundert. Spengler räumt allerdings ein, daß die abendländische Wissenschaft durchaus etwas besonderes sei, das es noch in keiner bisherigen Kultur gegeben habe. Dennoch sei auch sie nur eine vorübergehende Erscheinung. Spengler prophezeit, daß Wissenschaft und Technik nur solange aufrecht erhalten, weiterentwickelt und von Nutzen sein werden, solange es Menschen gibt, die ihre Funktionsweise verstehen. Nimmt die Zahl dieser Menschen allmählich ab - wie es die von ihm in Aussicht gestellte zunehmende Kinderlosigkeit der Zivilisationsmenschen zwangsläufig mit sich bringen wird - so wird auch die von ihnen aufrecht erhaltene Technik irgendwann verschwunden sein.

Für das Abendland haben gemäß Spengler die Riesenkämpfe mit Napoleon begonnen und im 1. Weltkrieg, der gerade zu Ende ging, als Der Untergang des Abendlandes erschien, ihren vorläufigen Höhepunkt gefunden. Die Tatsache, daß das 19. Jahrhundert verglichen mit Spenglers Beschreibungen relativ wenige solcher vernichtenden Kriege hervorgebracht hat, erklärt Spengler, indem er auf die angestrengte Diplomatie und die stehenden, jederzeit bereiten Heere jenes Jahrhunderts verweist. Dies beweise, daß man ständig zum Krieg bereit gewesen sei und nur die Angst vor den Folgen ihn immer noch im letzten Moment verhindert habe. Noch im 20. Jahrhundert werde, so prophezeite Spengler damals, diese Entwicklung ihren endgültigen Höhepunkt finden und der Zeitpunkt kommen, an dem die Diplomatie irgendwann nicht mehr greifen wird. (Den 2. Weltkrieg hat der 1936 verstorbene Spengler nicht mehr erlebt! Eine Wiederbelebung erhielten seine Ideen erst in den 1990er Jahren durch Huntington. In den 1990er Jahren erlebte Spenglers Gedankengut eine Renaissance, als Samuel P. Huntington in seinem 1996 erschienen Werk - Der Kampf der Kulturen - Spenglers Vorstellung weitgehend autonomer Kulturkreise wieder aufgriff und in seinem Modell einer neuen Weltordnung verwendete.).

Kennzeichnend für den Untergang einer jeden Kultur ist laut Spengler weiterhin die Erscheinung der zweiten Religiosität, die mit der schrittweisen Abkehr von der rationalen Wissenschaft einhergeht. Je mehr also die Wissenschaft ihren Sinn für die Menschen verliert, desto mehr verfällt jene Kulturseele wieder einem ursprünglichen Glauben, wie sie ihn ganz zu Beginn hatte. Die zweite Religiosität ist der ersten sehr ähnlich, nur daß sie diesmal nicht zur Geburt führt, sondern in ihrem zügellosen Drang zur Wiedergeburt in den Synkretismus(, in die von da an von der fremden Seite dominierten Pseudomorphose (**) und nicht selten zum Tod der betreffenden Kultur. Das besondere dieser zweiten Religiosität ist ihre Massenwirkung bzw. die Tatsache, daß sie von unten kommt. Die Massen beginnen wieder zu glauben, zu beten. Die zweite Religiosität manifestiert sich in der Form von zahlreichen Sekten und Kulten, die immer mehr Zulauf finden, und der Verbreitung von esoterischen Moden. Laut Spengler geht mit der zweiten Religiosität der Cäsarismus einher. Es ist die Vollendnung, der Ausgang und das Ende der Demokratie. Demokratie ist für Spengler eine bloße Theorie, die darüber hinweg täuscht, daß es in ihr ein anderes Mittel gibt, das darüber entscheidet, wer wirklich die Macht hat - denn das Volk hat sie sicher nicht. Dieses Mittel ist das Geld. Geld als ein von Gütern völlig abgelöster Begriff ist ein weiteres Symptom einer niedergehenden Kulturseele. Jede Zivilisation ist eine Diktatur des Geldes, jenem Wert, dem sich jetzt alles unterwirft. Geld bedeutet für Spengler den entscheidenden und einzigen echten Machtfaktor in jeder Demokratie.

„Historische Pseudomorphosen nenne ich Fälle, in welchen eine fremde Kultur so mächtig über dem Lande liegt, daß eine junge, die hier zu Hause ist, nicht zu Atem kommt und nicht nur zu keiner Bildung reiner, eigener Ausdrucksformen, sondern nicht einmal zur vollen Entfaltung ihres Selbstbewußtseins gelangt.“ (Ebd., S. 784 **).

Auch eine junge Kultur kann so mächtig sein, daß sie eine alte dort, wo sie zu Hause ist, überlagert. Das Beispiel zwischen der (alten) apollinischen Kultur, auch kurz „Antike“ genannt, und der (jungen) magischen Kultur, auch „Arabien“ genannt, macht es deutlich:

„Solange die Antike sich seelisch aufrecht hielt, bestand die Pseudomorphose darin, daß alle östlichen Kirchen zu Kulten westlichen Stils wurden. Dies ist eine wesentliche Seite des Synkretismus. .... Mit dem Hinschwinden der apollinischen und dem Aufblühen der magischen Seele seit dem zweiten Jahrhundert kehrt sich das Verhältnis um. Das Verhängnis der Pseudomorphose bleibt, aber es sind jetzt Kulte des Westens, die zu einer neuen Kirche des Ostens werden. Aus der Summe von Einzelkulten entwickelt sich eine Gemeinschaft derer, welche an diese Gottheiten und Übungen glauben, und nach dem Vorgange des Persertums und Judentums entsteht ein neues Griechentum als magische Nation.“ (Ebd., S. 800-801 **).

Bevor sich das Verhältnis der Pseudomorphose umkehrt und die Kultur geschichtslos wird, befindet sich die Kultur in ihrer letzten Phase, d.h. ihrer letzten geschichtlichen Phase. Sie ist gekennzeichnet von den letzten großen Taten, den Taten der Cäsaristen, und heißt folglich Cäsarismus.

Cäsarismus bedeutet auch, daß hinter den Parteien, welche die Fassade der Selbstbestimmung des Volkes aufrecht erhalten, die wahre Macht in immer privatere Kreise verlagert wird. Die Parteien selbst lösen sich langsam und zunächst unbemerkt in persönliche Gefolgschaften auf. Sie sind nur noch scheinbar Mittelpunkt der entscheidenden Aktionen, die nach unten die Illusion einer Selbstbestimmung des Volkes aufrecht erhalten. Cäsarismus ist jene Regierungsart, die trotz aller staatsrechtlichen Formen in ihrem inneren Wesen wieder die Herrschaft eines Einzelnen oder einer Gruppe ist - die Macht in Händen haltend, während der Bevölkerung weiterhin Demokratie suggeriert wird. Alle gesellschaftlichen Institutionen sind - trotz ihrer außenwirksamen Beibehaltung - letztendlich ohne Sinn und Gewicht. Bedeutung hat nur die ganz persönliche Gewalt, welche der Cäsar oder an seiner Stelle irgend jemand durch seine Fähigkeiten ausübt. Der Cäsarismus beendet die Diktatur des Geldes und gleichzeitig die Demokratie.

Was uns bevorsteht, ist die typische Geschichte einer ausgereiften Zivilisation, in welcher einzelne Völker (und nicht selten auch immer mehr aus unterschiedlichen Kulturen) um die militärische Vorherrschaft ringen werden. Daß ausgerechnet in dieser Zeit die Vorstellungen von Weltfrieden und Völkerversöhnung aufkeimen, ist laut Spengler kein Widerspruch. Die Abkehr der großen Mehrheit vom Krieg impliziert ja auch die uneingestandene Bereitschaft, die Beute der anderen zu werden, die nicht auf das Mittel des Krieges verzichten wollen. So erklärt es sich, daß die großen Kulturen in ihrem Endstadium nicht selten zum Opfer von immer wechselnden Fremdherrschaften wurden.

Imperialismus ist nach Spengler reine Zivilisation. Der kultivierte Mensch richtet seine Energie nach innen, der zivilisierte nach außen. Doch es sind erstarrte Imperien, deren innere Kraft längst erloschen ist und die ihre Macht höchstens aus einer rein militärischen Überlegenheit ableiten. Im Inneren zerfallen sie langsam aber sicher, was sich am Verfall der Wissenschaften, der Rückkehr der Bevölkerung zu alten Mythen und Religionen, der Kinderlosigkeit und ähnlichen Symptomen offenbart. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Kultur Opfer von anderen wird, Barbaren etwa oder jungen Völkern einer gerade erwachenden Kulturseele.

Und so schließt sich der Kreis. Eine aus dem Fast-Geschichtslosen urplötzlich geborene Kultur erfüllt sich, indem sie ihre eigenen Künste, Stile, Wissenschaften, Kriege, Persönlichkeiten u.s.w. hervorbringt, bis sich ihre Gestaltungskraft langsam erschöpft und schließlich erlöscht. Die Kultur erstarrt, ihre Formen hören auf, sich zu entwickeln und sie kehrt in den nahezu geschichtslosen Zustand zurück, aus dem sie einst erwachsen ist. Diesem Schicksal wird, so Spengler, auch die abendländische Kultur nicht entgehen können.

Kulturtheorie von Hubert Brune

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 07. März 2011, 00:16 (vor 2754 Tagen) @ Herr Schütze

Brune geht unter Vorbehalt von ähnlichen Voraussetzungen aus wie Spengler. Anders als bei Spengler sind bei Brune vor allem folgende Hauptaspekte:

Kulturen sind keine Monaden (wie bei Spengler), sondern grundsätzlich offen gegenüber anderen Kulturen (fast wie bei Toynbee).

Vorgeburtliche Phasen der Kulturen sind von großer Bedeutung (bei Spengler spielen sie nur eine untergeordnete Rolle).

Zivilisatorische Phasen der Kulturen sind auch als bereits „vergreiste“ Phasen noch nicht völlig starr (wie bei Spengler), sondern können noch im Zyklus bleiben - wenn auch nur schwach.

Geschichte der Menschen verläuft auf mindestens zwei Bahnen, d.h. als eine Geschichte i.w.S. (Menschenkultur) und als eine Geschichte i.e.S. (Historienkulturen, die bei Spengler „Hochkulturen“ heißen und als die einzigen geschichtlich relevanten Kulturformen gelten).

Neben diesen Hauptaspekten gibt es noch weniger bedeutsame Aspekte und fast zu vernachläsigende Nebenaspekte, mit denen die Unterschiede zwischen Brune und Spengler in puncto Kulturtheorie herausgeschält werden können.

Kultur ist auch in Brunes Theorie eine zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Raum gebundene kulturelle Gemeinschaftsform - alltagssprachlich auch Kulturkreis genannt -, wird aber großzügiger definiert als in Spenglers Theorie. Für Brune ist sogar die Natur auf gewisse Art eine „Kultur“: die „1. Kultur“ (**). Kulturelle Einschachtelungen sind zu berücksichtigen, um zu verstehen, daß Kulturen in diesem Sinne nichts anderes sind als abgeleitete „Modernen“ aus einer ursprünglichen Kultur:

[image]„Die Natur (Universum, Galaxien u.s.w.) als 1. Kultur ermöglicht die 1. Moderne (»Höheres Leben«); das »Höhere Leben« als 2. Kultur ermöglicht die 2. Moderne (Menschwerdung oder: Menschen-Kultur); die Menschen-Kultur als 3. Kultur ermöglicht die 3. Moderne (Historisierung oder: Neanthropinen-Kultur); die Neanthropinen-Kultur als 4. Kultur ermöglicht die 4. Moderne (Historiographik oder: Historien-Kultur[en]); die Historien-Kultur(en) als 5. Kultur ermöglicht die 5. Moderne (Historismus oder Modernismus der Historien-Kultur[en]).“ **

„Ermöglicht“! Ob die Menschen-Kultur oder die Neanthropinen-Kultur oder die Historien-Kultur(en) auch realisiert wurden und/oder werden, ist prinzipiell nicht wichtig; wir wissen aber, daß es hinsichtlich unseres hier gestellten Themas (Vergleich zweier Kulturtheorien) mindestens eine menschliche Kulturform geben muß, aber auch mehrere menschliche Kulturformen geben kann. Brunes Kulturtheorie stellt sogar drei menschliche Kulturformen in Aussicht, doch zur Verdeutlichung der Geschichte als Unterscheidungsmerkmal kommen nur zwei in Frage, denn die mittlere (Historisierung oder Neanthropinen-Kultur) steckt ja als Übergangsform sowohl in der älteren (Menschwerdung oder Menschen-Kultur) als auch in der jüngeren (Historismus oder Historien-Kultur[en]). Bei dieser Unterscheidung berücksichtigt Brune also zwei kulturelle Phänomene:

(1.) „»Menschen-Kultur« (Evolution bzw. Geschichte der Menschheit) als ein bis heute doch ziemlich abstrakt gebliebener „Kulturkreis“, da die Kultur dieser einen Menschheit ja konkret kaum existiert.“ **

(2.) „»Historien-Kultur« als die aus bislang acht unterschiedlichen »Historien-Kulturen« bestehende »Historiographie-Kultur«, und das heißt: die »Moderne der Moderne der Menschen-Kultur« bzw. die »Historiographie-Kultur der Historisierung der Menschen-Kultur« oder aber sogar die »Zivilisation der Zivilisation der Menschen-Kultur«.“ **

Brune geht davon aus, daß die Kultur als Hyperonym bzw. Superordination die Zivilisation als deren Hyponym bzw. Subordination in sich birgt.

„Man kann die Entwicklung der Menschheit evolutiv und/oder histori(ographi)sch beschreiben, aber sie blieb so lange nur evolutiv, so lange ihr die Schrift fehlte - also ist sie erst seit Beginn der Schrift zusätzlich auch historiographisch. Gemäß meiner Theorie ist die Schriftlichkeit - zusätzlich zu der ihr vorausgegangenen Seßhaftigkeit, der »Neolithischen Revolution«, den ersten Städten u.ä. - der Grund für die Notwendigkeit der Aufteilung einer Erscheinung in zwei Erscheinungen: »Menschen-Kultur« (Evolution bzw. Geschichte der Menschheit) und die in ihr enthaltene »Historiographie-Kultur« (»Historien-Kultur«) mit den unterschiedlichen »Historien-Kulturen«. Die Aufteilung in diese beiden menschlichen Kulturphänome ist auch aus folgendem Grund sehr sinnvoll: Die »Menschen-Kultur« hat bis heute keine wirkliche Einheit bzw. kein wirkliches Organisationssystem werden können, ihre einzelnen „Historien-Kulturen“ dagegen sehr wohl. Die „Menschen-Kultur“ ist diesbezüglich bis heute sehr blaß und abstrakt geblieben - ganz im Gegenteil zu ihren »Historien-Kulturen«.“ **

Zu 1) Die „Menschen-Kultur“ umfaßt also die „Evolution bzw. die Geschichte der Menschheit“ (**),, nämlich: die „Prähominisierung“, die „Hominisierung“ , die „Sapientisierung“ und die „Historisierung“ (siehe Abbildung oben und hier),, ). „Mit ihrer »Moderne« als ihrer »Historisierung« beginnt auch ihre »Zivilisation«, obwohl „»Moderne« und »Zivilisation« nicht genau dasselbe bedeuten.“ (**). In Brunes Kulturtheorie ist auch die Unterschedung von „Neuzeit“, „Moderne“ und „Zivilisation“ bedeutsam (**). (Doch darauf werden wir später eingehen).

„Die Menschwerdung ist noch lange nicht beendet! Sie wird definitiv erst mit dem Tod des letzten Menschen beendet sein. Das letztmalige echte Gefühl der Zusammengehörigkeit der Menschen als eine Menschheit war vielleicht die „Mondlandung“ (1969). Aber Einrichtungen wie die UNO, die ein historienkulturelles - nämlich ein abendländisches (und innerhalb des Abendlandes ein angelsächsisches und also ein genuin sehr wikingerhaftes [Motto: »Nimm dir, was du haben willst!«], zu „individuelles“ und darum unbrauchbares) - Konstrukt ist, oder die WTO dienen lediglich der Minderheit (4%) einer Minderheit (20% **) aller Menschen (100%). UNO, WTO, Weltbank und IWF sind also eher Beispiele dafür, daß ein Zusammengehörigkeitsgefühl aller Menschen eben gerade nicht entstehen soll. Die echten Gefühle dafür müssen aus der kulturellen Seele selbst kommen.“ **

[image]Zu 2) Die „Historien-Kultur“ bedeutet „die aus den 8 »Historien-Kulturen« (die je verschieden sind **) bestehende »Moderne der Menschen-Moderne« - und das heißt: »Moderne der Moderne der Menschen-Kultur« oder auch »Historiographie-Kultur der Historisierung der Menschen-Kultur« oder eben sogar »Zivilisation der Zivilisation der Menschen-Kultur«. »Historien-Kultur« bedeutet somit einerseits die Moderne der Moderne der Menschen-Kultur und andererseits die eigenartigen und sich unterschiedlich (gemäß Spenglers Theorie zu wenig und gemäß Toynbees Theorie zu viel) beeinflussenden Historien-Kulturen (in der Fachliteratur oft »Hochkulturen« oder auch einfach nur »Kulturen« genannt), für die gilt: je näher, desto mehr Berührungen, gegenseitiger Einfluß und also Beziehungen, aber auch entschiedene Abgrenzung voneinander ....“ (**).Wie schon eingangs gesagt: Kulturen sind bei Brune keine Monaden (wie bei Spengler), sondern grundsätzlich offen gegenüber anderen Kulturen (fast wie bei Toynbee).

„Erstes Datum“ einer Kultur ist gemäß Brunes Theorie nicht die „Geburt“, sondern die „Ur-Geburt“ einer Kultur: „die Zeit der Befruchtung oder - genauer gesagt - die Zeit der Schlüpfung. Spengler sah das anders, obwohl auch er im Hinblick auf Kulturen die Vorgeburtlichkeit berücksichtigte und von Schwangerschaft sprach. Er bezog sich aber mehr auf Kulturen zwischen Geburt und Tod.“ (**). So weichen Brunes Daten für den Beginn einer Kultur von Spenglers Angaben erheblich ab. „Spengler vermutete auch, daß beispielsweise Rußland im 18. Jahrhundert die Chance zur 9. Kultur (gemeint ist: »Historien-Kultur« [Herr Schütze]) verpaßt hätte: Fehlgeburt! Rußland hatte (noch) keinen Karl Martell und auch (noch) keinen Karl d. Gr..“ (**). – Es ist ähnlich wie gemäß der Evolutionstheorie in der Natur: Versuch und Irrtum, Optimierung und Versagen; gelingt etwas, entwickelt es sich entsprechend der Möglichkeiten, und gelingt etwas nicht, ist es wieder weg.

[image]Die von Spengler angegebenen Daten bezüglich des „Beginns“ abendländischer Kultur weichen von Brunes angegebenen Daten um Jahrhunderte ab, denn Brunes Daten beziehen sich auf die Zeit um die „Urgeburt“ herum und Spenglers Daten auf die Zeit um die „Geburt“ herum. Das Abendland hatte seine »›Ur‹-Geburt« bzw. »Schlüpfung« in der Zeit von 20 v.C. bis 150 n.C., zu jener Zeit also, als z.B. Kaiser Augustus herrschte, Hermann der Cherusker (Arminius) Rom besiegte, Jesus, Paulus und die Evangelisten lebten und wirkten.“ (**). Die „Uterus“-Zeit, die Brune auch die „vor-/urkulturelle“ Zeit nennt, dauerte auch für das Abendland viele Jahrhunderte. Begriffe wie „pränatal“, „perinatal“, „postnatal“, die in Brunes Kulturtheorie vorkommen, hat Spengler nie benutzt, aber er sprach von „Vorzeit“, und die ging für ihn mit einem wichtigen Datum zu Ende, das Brune eben die „Geburt“ der Kultur nennt. „Das Abendland hatte seine perinatale Zeit zwischen 732, als Karl Martell die Araber besiegte, und 774, als Karl d. Gr. das Langobarden-Reich eroberte. Karls Kaiserkrönung (800) war bereits die Abendland-»Taufe«.“ (**). – Was mich an Brunes Kulturtheorie besonders fasziniert, ist die Berücksichtigung der Zeit, als eine Kultur sich noch im Uterus der „Mutterkultur“ aufhielt. So ist laut Brune z.B. für die „faustische“ Kultur („Abendland“ **) die „magische“ Kultur („Persien/Arabien“ **) die „Mutterkultur“ und die „apollinische“ Kultur („Antike“ **) die „Vaterkultur“. Zum Ausdruck kommt z.B. das „Mütterliche“ in uns vertrauen Begriffen wie dem „Christentum“, das sowohl gemäß Spenglers als auch gemäß Brunes Kulturtheorie in der „magischen“ Kultur seine Wurzeln hat.

[image]Die Einteilung der einzelnen Phasen einer Kultur orientiert sich in Brunes Theorie an natürlichen Kreisläufen. Die Einteilung in 12 Phasen ist sinnvoll, weil sie sowohl auf die Jahreszeiten als auch auf die Tageszeiten verteilbar sind. Die Phasen bezeichnet Brune gemäß seiner Konzeption einer „Kultu(h)r“ entweder (tageszeitlich) mit der Uhrzeit im 2-Stunden-Rhythmus (0-2 bis 22-24 [„Uhr“]) oder (jahreszeitlich) mit den Tierkkreiszeichen (Steinbock bis Schütze). Die Kultur beginnt ihr „Leben“ also bzw. mit Beginn des „Tages“ um „0 Uhr“ bzw. mit Beginn des „Winters“ am „21./22. Dezember“. Der Kreislauf ist prinzipiell nie beendet, weil er ja eine Periodizität darstellt. Also beginnt er am Ende des „Kulturtages“ bzw. des „Kulturjahres“ von neuem, wenn das Schicksal dies zuläßt. Diese Zyklizität bezieht sich auf alle Kulturen. Gemäß Brunes „Fünf-Kulturen-Theorie“ (**), die er auch „Fünf-Modernen-Theorie“ oder einfach „5+X“ nennt, ereignet sich nichts wirklich „Neues“ - hierin stimmen Brune und Spengler überein -, denn alles ereignet sich prinzipiell schon in der „1. Kultur“ (**) - der Natur, dem Universum, dem Kosmos, dem Weltall. Daß trotzdem Entwicklung stattfindet, hat mit der Kultur-(Ur)symbolik zu tun, denn eigentlich passiert in den anderen vier Kulturen quasi immer wieder das Gleiche, das nur dadurch verschiedenartig wirkt, da es jeweils auf das Ursymbol zurückgeht und darum Ausdruck einer bestimmten Kulturseele ist, die die einzigartige Prägung verleiht. Brune akzeptiert die eben erwähnte Entwicklung nur als eine in einen Zyklus integrierte Entwicklung, also als einen Aspekt in einer Spirale; ansonsten hält er es auch diesbezüglich mit Spengler, der in Anlehnnung an Goethe formulierte:

„Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis.“ (Oswald Spengler, a.a.O. **).

Wenn wir Menschen dank Planck, Einstein und Heisenberg in der Lage sind, die Kernspaltung oder gar die Kernfusion zu „betreiben“, so sagt das zwar etwas über unsere kultur-(ur)symbolischen Leistungen aus, aber ansonsten nur etwas darüber, was die Natur schon seit der Strahlungs-Ära (10 oder 20 Sekunden bis 100000 oder 1 Mio. Jahre nach dem sogenannten „Urknall“ **) „betreibt“. Wir können nichts tun, was nicht vor uns schon die „1. Kultur“ (**) getan hat. Und selbst dann, wenn wir wie Hubert Brune die „4 (Grund-)Naturkräfte“ als „Natur-Seelenbild“ (** [möglich wären auch z.B. die „Symmetrie“ oder der„Symmetriebruch“ o.ä.]) und die die „Elementarteilchen“ als „Natur-Ursymbol“ (**) [möglich wären auch z.B. der„Raum“, die „Zeit“ o.ä.]) benennen können, wissen wir nicht, warum was geschieht.

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Antwort auf beide Darstellungen.

admin @, Montag, 07. März 2011, 16:05 (vor 2753 Tagen) @ Herr Schütze

Ich habe lange überlegt, was ich darauf antworten kann. Bewunderns- und nachahmenswürdig finde ich vor Allem die grafischen Darstellungen durch Brune. Sie zeugen von einer Kunstfertigkeit, die ich mir auch zueigen machen will - um dann allerdings das von mir vertretene Modell darzustellen.

Ebenso zeugt die sprachliche Darstellung Spenglers von einer großen Kunstfertigkeit. Sie ist auf ihre Weise bilderschaffend und fordert zu einer grafischen Ausgestaltung geradezu heraus.

Sachlich dagegen erscheinen mir beide Konzepte als unzureichend, genauer gesagt, als konstruiert. Diese Konstruktionen entbehren nicht einer inneren Logik, ja Ästhetik. Es fehlt ihnen aber, aus meiner Sicht, der volle Realitätsbezug.

Der volle Realitätsbezug ist erst hergestellt unter Berücksichtigung der geistig schaffenden personalen Mächte. Diese werden von Spengler geleugnet, von Brune zumindest nicht berücksichtigt. Werden sie aber als gegeben gesetzt - sei es aus unmittelbarer Intuition, sei es aus einem zunächst nicht begründbaren Für-wahr-halten -, so kommt man zu Kulturepochen von jeweils etwa 2100 Jahren, die sich sich wiederum in Abschnitte von etwa 300 Jahren aufteilen lassen, sowie zu Knotenpunkten, Komplikationen usw. Diese Aufteilungen sind aber nicht willkürlich und nicht an den Phänomen orientiert, sondern in Zusammenhang mit geistigen personalen Wesen gesehen.

Die Evolutionen dieser Wesen bilden wiederum ein kompliziertes Geflecht. Ich bin gegenwärtig in der für mich unbefriedigenden Lage, daß ich mir selbst erst den Überblick erarbeite und also gar keine überzeugenden Darstellungen geben kann. Ich weiß aber, daß ich mich, sobald ich dazu in der Lage bin, mich der grafischen Darstellung bedienen werde, wie Brune sie in mustergültiger Weise beherrscht.

Der entscheidende Unterschied zwischen "meinem" und den anderen beiden Konzepten ist, abgesehen von der Berücksichtigung geistiger personaler Mächte, die moralische Komponente, die damit verbunden ist. Unter dieser Voraussetzung ist Kulturgeschichte nicht mehr ein nur ästhetische Beschäftigung, sondern eine solche, die das Gewissen bewegt. Man ist nicht mehr nur Betrachter, sondern man ist Beteiligter.

Kulturgeschichte ist dann nicht mehr ein Gemälde, das man "mit interesselosem Wohlgefallen" anschaut, sondern sie wird zu einem Drama, das Gefühle und innere Bewegungen ("Emotionen") erzeugt. Man kann dann auch nicht mehr neutral bleiben. Man weiß, daß man sich entweder schon entschieden hat oder noch seine Entscheidung wird treffen müssen.

Gruß
trel

Antwort auf die Antwort auf beide Darstellungen.

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 07. März 2011, 23:58 (vor 2753 Tagen) @ admin

Lieber Admin, die von Ihnen angesprochenen Antinomien sind mir alle bekannt - auch die Vorgeschichten, Geschichten und Nachgeschichten dazu -, ich hatte eher eine Information über Rudolf Steiner und dessen Anthroposophie erwartet, wie mein damaliger Text ja auch bezeugt (**). Vielleicht könnten Sie mir folgenden Satz erläutern: „Der volle Realitätsbezug ist erst hergestellt unter Berücksichtigung der geistig schaffenden personalen Mächte.“ (**). Wer sind - Ihrer Meinung oder Ihrem Glauben nach - diese „geistig schaffenden personalen Mächte“?

Gruß

Herr Schütze

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Geistige Hierarchien im Überblick. - Erzengel-Regentschaften.

admin @, Dienstag, 08. März 2011, 13:45 (vor 2752 Tagen) @ Herr Schütze
bearbeitet von admin, Dienstag, 08. März 2011, 17:24

Wer sind - Ihrer Meinung oder Ihrem Glauben nach - diese „geistig schaffenden personalen Mächte“?

Gut, ich gebe auf die Kürze eine erste Zusammenstellung, unter Vorbehalt der mehrfachen Überarbeitung dieses Eintrags bis hin zu einem folgenden Eintrag.

Trinität
Vater
Sohn
Heiliger Geist

Erste Gruppe (wirkend im Kosmos)
1. Seraphim (Geister der Liebe)
2. Cherubim (Geister der Weisheit)
3. Throne (Geister des Willens)

Zweite Gruppe (zuständig für die irdische Natur)
4. Kyriotetes (Geister der...)
5. Dynameis (Geister der Bewegung)
6. Exusiai (Geister der Form)

Dritte Gruppe (zuständig für die Menschheit)
7. Archai (Urkräfte, Zeitgeister)
8. Archangeloi (Erzengel, Volksgeister)
9. Angeloi (Engel, pers. Schutzengel)

"Zehnte Hierarchie"
10. Mensch

--------------------------

Hier sind zunächst einige Unklarheiten:

Sowohl die Geister einer der neun "Schichten" werden als Hierarchien bezeichnet, als auch - und vor Allem - die Dreiergruppen, als auch das Schichtengefüge selbst. Ferner wird bisweilen auch umgekehrt gezählt.

Die vollständige Aufzählung und elementare Charakterisierung der höheren Wesen findet sich erstmals bei Dionysius Aeropagita. Die mit weitem Abstand gründlichste Beschreibung aber wurde gegeben durch Rudolf Steiner, und zwar unter evolutivem Gesichtspunkt in seiner "Geheimwissenschaft im Umriß" (1910, sehr detailliert, aber trocken und ungegliedert); unter mehr aufgabenbezogenem Aspekt in der Vortragsreihe "Die geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen"; sowie in zahlreichen anderen Vorträgen.

Für die Kulturepochen sind natürlich zuständig die Zeitgeister (Archai), aber auch die Erzengel, insofern sie nach dem "Rotationsprinzip" Unterabschnitte bilden und dabei die Ränge wechseln. Es sind ihrer sieben, benannt nach den Planeten (wobei, wie traditionell üblich, auch Sonne und Mond unter die Planeten gerechnet werden). Ferner gibt es z.B. luziferische Erzengel als Sprachgeister. Alle luziferischen Wesen stehen sozusagen auf Zwischenstufen, da sie in ihrer regulären Entwicklung retardiert bzw. zurückgefallen sind.

Im Grunde ist aber alles noch viel komplizierter. Das israelitische Volk wurde geleitet von Jahve, einer von sieben Exusiai. Der hatte seinen "Wohnsitz" auf dem Mond bezogen, weil er nur von dort seiner Aufgabe gerecht werden konnte. Das klingt auf den ersten Blick fantastisch oder märchenhaft, bei gründlicherer Beschäftigung dann nicht mehr.

-------------------

Soeben habe ich den Artikel Kulturepochen der Netzseite AnthroWiki aufgerufen und folgende Aufstellung der nachatlantischen Kulturepochen kopiert:

[image]

1. Urindische Kultur (7227 - 5067 v. Chr.)
2. Urpersische Kultur (5067 - 2907 v. Chr.)
3. Ägyptisch-Chaldäische Kultur (2907 - 747 v. Chr.)
4. Griechisch-Lateinische Kultur (747 v.Chr. - 1413 n. Chr.)
5. Germanisch-Angelsächsische Kulturepoche (1413 - 3573 n. Chr., unsere gegenwärtige Epoche)
6. Slawische Kulturepoche (3573 - 5733 n. Chr.)
7. Amerikanische Kulturepoche (5733 - 7893 n. Chr.)

Dort findet sich auch die Zeichnung von Steiner.

Siehe dort auch den Artikel Zeitgeister.

Weiteres als Überarbeitung dieses Eintrags, sonst durch Folgeeintrag.

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Nachtrag um 17:24 Uhr:

Die AnthroWiki erläutert unter dem Stichwort Erzenegle-Regentschaften die Unterteilung der Kulturepochen wie folgt:


Während die Zeitgeister (-> Archai) ganze Kulturepochen führen, leiten die höchstentwickelten Erzengelwesenheiten kleinere, etwa 300 - 350 Jahre währende Entwicklungsabschnitte. Rudolf Steiner hat dazu folgende Angaben gemacht (Lit.: GA 245, S 171):

Oriphiel (Saturn) 200 v. Chr. - 150 n. Chr.
Anael (Venus) 150 - 500 n. Chr.
Zachariel (Jupiter) 500 - 850 n. Chr.
Raphael (Merkur) 850 - 1190 n. Chr.
Samael (Mars) 1190 - 1510 n. Chr.
Gabriel (Mond) 1510 - 1879 n. Chr.
Michael (Sonne) November 1879 - ca. 2300 n. Chr.

Schon der Mystiker Trithemus von Sponheim hatte diese Abfolge der Erzengel-Regentschaften festgehalten, ging aber von einer festen Dauer von jeweils 354 Jahren 4 Monaten aus. Er orientierte sich dabei am synodischen Mondenrhythmus von ca. 29 1/2 Tagen. Damit ergibt sich das Mondenjahr zu 12 * 29 1/2 = 354 1/3 Tage. Nimmt man nun je einen Tag für ein Jahr, wie es einer alten chaldäischen Regel entspricht, ergibt sich die Periodendauer von 354 Jahren 4 Monaten (und 12 Tagen, wenn man ganz genau rechnet). Trithemus setzt so rechnend den 4. Juni 1525 als Beginn des Gabriel-Zeitalters fest und kommt auf den September/Oktober 1879 für den Anfang der neuen Michael-Zeitalters. (Lit.: Vreede, S 31) Rudolf Steiner hat durch seine unmittelbare geistige Forschung gefunden, dass dieses kosmische Maß nicht ganz exakt eingehalten wird, sondern in gewissen Grenzen variiert.


Den o.g. Erzengeln oder Archangeloi kommen dabei unterschiedliche, eindeutig feststellbare Eigenschaften zu, welche somit den Charakter des jeweiligen Abschnitts bestimmen.

So ist etwa Gabriel eng mit den Vorgängen der Reproduktion verbunden. Er war es auch, welcher der Maria die Geburt eines Kindes ankündigte. Der Mondrhythmus entspricht bekanntlich dem der weiblichen Periode sowie dem Reproduktionszyklus einiger niederer Tiere. Das entsprechende Zeitalter spiegelt sich auch z.B. in den Hauptwerken der Ethnologie bis etwa 1879 wider, als Forscher wie Morgan (auf den sich Fr.Engels beruft) sich vor Allem für die Verwandtschaftsverhältnisse bei den Völkern interessierten.

Gruß
trel

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Lebensepochen und Rassebildung

admin @, Dienstag, 08. März 2011, 17:49 (vor 2752 Tagen) @ admin
bearbeitet von admin, Dienstag, 08. März 2011, 18:43

Dem Artikel Rassen der AnthroWiki entnehme ich folgende Grafik:

[image]

Es sind fünf Rassen, wobei ihre Fünfzahl so notwendig ist wie die Zahl der fünf Finger der Hand. Die der Venus zugeordnete Rasse ist die malayische; die dem Mars zugeordnete ist die mongolische. - Siehe dazu den Unterabschnitt "Lebensepochen und Rassebildung".

Soweit in Kürze.

----------------------

Exkurs:

Zum Rassismusvorwurf gegen die Anthroposophie. Dazu steht in dem o.g. Artikel das Nötige. Zwei Sätze möchte ich jedoch hervorheben, weil sie sinngemäß auch auf den Sexismus (Feminismus) anwendbar sind:

Nur wenn man den Menschen als geistiges Wesen anschauen lernt, kann man wahrhaft alle rassistischen Tendenzen überwinden, ohne zugleich die notwendige menschheitsweite Differenzierung der leiblichen Wesensglieder leugnen zu müssen.

Anerkennt man den Menschen hingegen nur als körperliches Wesen, so muß man im Sinne der vielzitierten "Toleranz" danach trachten, die körperlichen Unterschiede der Menschen möglichst zu verwischen.

Letzteres tut auch der Identitäts-Feminismus nach A.Schwarzer u.a. Da der Geist des Menschen, welcher ihm erst seine Menschenwürde gibt, nicht angemessen berücksicht wird, müssen dann die körperlichen Unterschiede tabuisiert und die Gegner einer solchen Tabuisierung kriminalisiert werden.

Die Differenz-Feministen sind insofern ehrlicher, als sie die Unterschiede keineswegs leugnen, vielmehr hervorheben. Aber ihre Geist-Leugnung läßt dann ihren Sexismus umso reiner hervortreten.

Man könnte sich darüber streiten, was "besser" ist: Die hilflose Tatsachenverbiegung der Identitätsfeministen und Genderisten, oder der brutal offene Sexismus der Differenz-Feministen.

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trel

Danke für beide Darstellungen

Herr Schütze ⌂ @, Donnerstag, 10. März 2011, 01:44 (vor 2751 Tagen) @ admin

Danke!

Bleibt nur noch die Frage nach Ihrer persönlichen Einstellung zu Rudolf Steiner und seiner Anthroposophie. Ist beispielsweise Ihr Glaube, ihre Glaubensrichtung oder ihre geistige Orientierung durch Steiner stark beeinflußt?

Gruß!

Herr Schütze

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Anthroposophie als Weltanschauung

admin @, Donnerstag, 10. März 2011, 08:17 (vor 2751 Tagen) @ Herr Schütze

Ist beispielsweise Ihr Glaube, ihre Glaubensrichtung oder ihre geistige Orientierung durch Steiner stark beeinflußt?

Eindeutig ja. Und das geschah in meiner Lebensmitte (d.h. in der Mitte des 5. Jahrsiebents), keineswegs etwa über eine Indoktrination durch ein anthroposophisch orientiertes Elternhaus. Zwar wußte ich von Steiner schon in meiner Jugendzeit, hatte auch in einige seiner Bücher hineingeschaut, aber während langer Zeit keine innere Beziehung dazu entwickelt. Ich sagte mir: "Das kann alles stimmen, oder auch nicht." Um mich dann ernsthaft mit ihm zu befassen, bedurfte es erst der nötigen Reife. Bis dahin hatte ich vieles aus dem Bereich von Philosophie, Psychologie und Religionswissenschaft gelesen; ich war also schon nicht mehr ganz unbedarft.

Der entscheidende "Vorteil" der Steiner-Lektüre war und ist für mich, abgesehen von den überwältigenden Ausblicken auf neue geistige Horizonte, der Anspruch auf Wissenschaftlichkeit für Gebiete, die bisher dem Glauben vorbehalten waren. Nun wird ja dieser Anspruch auch von anderer Seite erhoben; man kann sogar sagen, daß die Wissenschaft heute die Funktion der Kirche übernommen hat, für viele Menschen also selbst zur Glaubensinstitution geworden ist. Aber in dem, was Steiner vorstellt, wird dieser Anspruch eingelöst. Man muß sich nur selber auf den Weg machen. Freilich ist das anstrengend!

Mir sind auch kritische Urteile bekannt. Meist kommen sie von enttäuschten Waldorf-Eltern. Die Enttäuschungen sind mir verständlich, denn Anthroposophen haben sich vieler schwerer Versagen schuldig gemacht. Ich selbst hatte mit ihnen fast nur unangenehme Erfahrungen. Soweit sich damit aber Kritik an Steiner bzw. an seinen Ergebnissen verbindet, so hat sich diese für mich immer als vollkommen haltlos herausgestellt.

Einräumen muß ich, daß Steiner sehr schwer zugänglich ist. Daß die für das öffentliche Publikum bestimmten Bücher, z.B. "Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten", neu geschrieben werden müßten, hat er selber gesagt (und auf entsprechende Initiativen gehofft); umgekehrt maß er den Vortragsnachschriften, die viel anregender wirken, wenig Bedeutung bei.

Bücher von Klages, Spengler, Jung usw. enthalten sehr viel Weisheit, aber es ist eine solche der Vergangenheit. Sie bedeuten ein Ende. Die Schriften von Steiner hingegen eröffnen Zukunft. Man muß nur eben den neuen Weg selbst beschreiten; der Umgang in anthroposophischen Kreisen, wo Steiner wiederum mumifiziert wird - mit dieser Mumifizierung hat schon seine Witwe begonnen, vgl. hier - ist vielmehr enttäuschend. Als Einführung in die Anthroposophie empfehle ich das Frühwerk von Tomberg, d.h. seine Betrachtungen über das Alte und Neue Testament. Zwar setzt der Autor die Kenntnis des gesamten Steiner-Werks voraus, aber dafür kann man ja heute auf die "AnthroWiki" zurückgreifen.

Beste Grüße!
trel

Frage am Rande - Suchmaschine

Herr Schütze ⌂ @, Samstag, 12. März 2011, 14:05 (vor 2748 Tagen) @ admin

Lieber Admin,

Entschuldigung dafür, daß ich Sie zwecks dieses Themas nicht per E-Brief schreibe, aber wir wissen ja, wie es damit so läuft: Man klickt vieles weg, weil man geglaubt hat, es sei spamverdächtig, und es war in Wirklichkeit die Nachricht der Allerliebsten.

Ich habe nämlich eine Frage zu Ihrer Suchmaschine. Ich bin auf der Suche naxch einer geeigneten Suchmaschine. Die Ihrige scheint mir genau die richtige zu sein. Schnell und ohne Werbung für einen etwaigen Suchmaschinen-Anbieter (Host u.s.w.).

Würden Sie mir vielleicht verraten, wie Sie sie erstellt haben bzw. wer Ihr Suchmaschinen-Anbieter ist. Ich brauche nur die Adresse und eventuell den Code.

Vielen Dank!

Herr Schütze

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Frage am Rande - Suchmaschine

admin @, Samstag, 12. März 2011, 14:55 (vor 2748 Tagen) @ Herr Schütze

Ich bin auf der Suche nach einer geeigneten Suchmaschine. Die Ihrige scheint mir genau die richtige zu sein. Schnell und ohne Werbung für einen etwaigen Suchmaschinen-Anbieter (Host u.s.w.).

Würden Sie mir vielleicht verraten, wie Sie sie erstellt haben bzw. wer Ihr Suchmaschinen-Anbieter ist. Ich brauche nur die Adresse und eventuell den Code.

Sehr geehrter Herr Schütze,

die Suchmaschine dieses Forums ist Bestandteil der - kostenlosen - Forumsoftware. Sie kommen auf die Seite des Anbieters, wenn Sie diese Seite ganz nach unten rollen und den kleinen grauen Schriftzug "powered by my little forum" anklicken. Von dort können Sie die Forumsoftware herunterladen.

Wie Sie die Suchmaschine für sich allein in eine andere Netzseite einbauen, kann ich Ihnen allerdings nicht sagen. Dazu reichen meine PHP-Kenntnisse nicht aus; ich müßte selbst erst experimentieren. Ich kann Ihnen nur sagen, daß die Suchfunktion auf der main.tpl-Datei auftaucht ("topsearch") im Bereich "menu". Weiterhin gibt es eine search.inc.php-Datei und eine search.inc.tpl-Datei, und eventuell noch mehr in dieser Art. Das Dateisystem des Forums ist sehr viel komplizierter als eine gewöhnlichen, selbst sehr umfangreichen Netzseite.

Wahrscheinlich funktioniert die Suchmaschine auch nur auf einer php-Seite. Ich habe auf meinem MannPassAuf!-Portal die meisten SexismusKritik-Seiten von .html auf .php umgestellt, allerdings aus einem anderen Grund, nämlich weil ich nur so ein gemeinsames Menu einbauen konnte. Fast jede der etwa 70 sk-Seiten (z.B. http://mann-pass-auf.de/sk70.php, Titel: "Tittenrepublik Deutschland: Gleiche Augenhöhe?") enthält eine PHP-Funktion (mit Ausnahme derjenigen großen Seiten, die eigene Inhaltsverzeichnisse haben), welche mir erlaubt, ein gemeinsames Inhaltsverzeichnis in der linken Spalte aller Seiten einzubauen, so daß ich nicht jedesmal, wenn ich einen neuen Artikel und eine neue Seite veröffentliche, die Inhaltsverzeichnisse aller 70 sk-Seiten erweitern muß. Ich nehme jetzt immer nur eine Erweiterung in der Menu-Seite vor. Diese wird dann auf allen sk-Seiten sofort sichtbar.

Freundliche Grüße!
admin

Danke

Herr Schütze ⌂ @, Sonntag, 13. März 2011, 00:33 (vor 2748 Tagen) @ admin

Das nützt mir leider nichts, aber macht auch nichts! Trotzdem: Danke!

Ihre Ausführungen zur Anthroposophie als Weltanschauung sind interessant. Ich werde darauf eventuell später zurückkommen, weil ich mich erst einmal mit anderen Dingen beschäftigen muß.

Freundliche Grüße!

Herr Schütze

Anthroposophie als Weltanschauung

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 21. März 2011, 19:56 (vor 2739 Tagen) @ admin

Lieber Thomas R. E. Lentze (Admin)!

Sie schrieben, daß die „Bücher von Klages, Spengler, Jung u.s.w. sehr viel Weisheit“ enthalten, aber „eine solche der Vergangenheit“, daß sie für Sie „ein Ende“ bedeuten. Ich sehe das etwas anders, obwohl ich weiß, daß man auch für Ihre Argumentation gut Gründe anführen kann. Vielleicht verfolgt jeder das Gebiet, das er am besten verteidigen kann, dann am konsequentesten, wenn er sich dabei auch seines Verbündeten sicher sein kann, der ebenfalls auf diese Weise das Gebiet, das er am besten verteidigen kann, am konsequentesten verteidigt. Ich meine, daß es nun mal viele verschiedene Feinde und Fronten gibt - gerade in modernen Zeiten, wo es überall gleichzeitig knallt -, und daß es deswegen am sinnvollsten ist, sich die Verbündeten nicht so auszusuchen, wie es in der Vergangenheit oft geschehen ist - vor allem (leider!) auf der sogenannten „rechten“ Seite. Mit Ehrlichkeit kommt man in den Kämpfen, in den Kriegen der Moderne nicht weiter.

Verdeutlichen kann das vielleicht noch besser folgender Satz von einem der von Ihnen erwähnten drei, die bekanntlich zur „Konservativen Revolution“ des 1. Drittels des 20. Jahrhunderts gezählt werden: „Wie, wenn sich eines Tages Klassenkampf und Rassenkampf zusammenschließen, um mit der weißen Welt ein Ende zu machen?  Das liegt in der Natur der Dinge, und keine der beiden Revolutionen wird die Hilfe der andern verschmähen, nur weil sie deren Träger verachtet. Gemeinsamer Haß löscht gegenseitige Verachtung aus.“ (Oswald Spengler, Jahre der Entscheidung, 1933, S. 164). Die Mächtigen der „Weißen“, besonders die in Europa und hier ganz besonders die in der EU, sind heute tatsächlich Verbündete der „Farbigen“, sie beschützen sie in altbekannter Manier des „Klassenkampfes“, um den „Rassenkampf“ zu tarnen (ebenfalls altbekannt), den sie gemeinsam gegen das Volk der „Weißen“ führen. Nur die „Weißen“ (und unter ihnen wiederum am meisten die Deutschen) sind so effizient ausbeutbar, weil nur sie eine so effizient ausbeutbare Mittelschicht und eine so mit den „Farbigen“ verbündete Ober- und Unterschicht haben. Und wer hier ein linguistisches Experiment durchführen möchte, ersetzt „Farbige“ durch „Frauen“ und „Weiße“ durch „Männer“ und erkennt sofort, daß hier immer wieder derselbe moderne politische Mechanismus solche an die Macht strebenden Bewegungen fordert und fördert.

Wir haben Antiegalitaristen (Antikommunisten), Antifeministen, Antigenderisten, Antiislamisten, Antimigrationisten, Antikapitalisten (soweit sie den zuvor genannten nicht widersprechen), um nur die wichtigsten Strömungen gegen die feindlichen Strömungen zu nennen, zu denen auch die Globalkapitalisten und ihre Funktionäre - wo auch immer sie offiziell sitzen (UNO, EU-, OIC u.ä.) und die meisten „weißen“ Staaten, (denn sie sind nicht mehr souverän!) - zu zählen sind. Es ist also eine große Aufgabe für uns, dagegen auch nur etwas zu unternehmen. Daher meine Aufforderung, hier gemeinsam und nicht - gemäß der „Seit-1945-Tradition“ - als einzeln und zerstritten vorzugehen. Nur so werden wir in die Lage versetzt, den gemeinsamen Feind bzw. die gemeinsamen Feinde zu besiegen. Es geht letztendlich doch nur darum. Unsere Gegner wissen das ganz genau. Sie verhalten sich auch entsprechend. Sie lassen keine Möglichkeit aus, sich als Opfer darzustellen, um an die Macht zu kommen. In Wirklichkeit aber sind sie gar keine Opfer! Und wenn sie in der Vergangenheit vielleicht auch welche waren, so sind sie es heute ganz gewiß nicht mehr, weil sie mit Hilfe ihrer Viktimologie - also: mit ihren rechtlich-politischen Helfern (Rechtsanwälten, Politaktivisten, zuletzt auch Vertretern aus Parlament und Regierung) - seit Ende des 18. Jahrhunderts immer mehr Rechte und dadurch immer mehr Macht zugestanden bekommen haben und heute fast den ganzen Globus beherrschen. Und weil dies nicht umsonst zu haben war und ist, war und ist dafür ein Preis zu zahlen. Diesen Preis zahlen WIR: die Weißen, die Deutschen, die Mittelschicht, die Männer! Zukünftige am meisten!

Freundliche Grüße

Herr Schütze

P.S.

Verweise zum Text:

http://www.hubert-brune.de.html/spengler_jde.html#klassenkampf_und_rassenkampf
http://www.hubert-brune.de.html/kapitalismuskritikkritik.html#e_u
http://www.hubert-brune.de.html/menschenrechte_als_untergangsbeschleunigung.html#vnw_i_vnw_a
http://www.hubert-brune.de.html/menschenrechte_als_untergangsbeschleunigung.html#ms_m_e_r
http://www.hubert-brune.de.html/uno_reform.html
http://www.hubert-brune.de.html/kapitalismuskritikkritik.html#e_u
http://www.hubert-brune.de.html/raddatz_aphorismen.html#k_a_d_i

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Anthroposophie als Weltanschauung

admin @, Dienstag, 22. März 2011, 17:33 (vor 2738 Tagen) @ Herr Schütze


http://www.hubert-brune.de.html/spengler_jde.html#klassenkampf_und_rassenkampf


Lieber Herr Schütze!

Ich habe mir vorerst Spenglers Texte zur "farbigen Weltrevolution" durchgelesen. Vielen Dank für diesen Hinweis, die Texte sind äußerst interessant. Allerdings falsch verlinkt: Sie haben nach de. immer noch ein html eingesetzt. Richtig lautet der erste Verweis so:

http://www.hubert-brune.de/spengler_jde.html#klassenkampf_und_rassenkampf

Ich erwäge daraufhin, mir Spenglers Buch "Jahre der Entscheidung" zu kaufen. Damit wäre das Geld zweifellos gut angelegt.

Dennoch bleibt festzustellen, daß Spengler anscheinend "nur" eine Diagnose liefert, wenn auch eine glänzende. Durch Einsicht allein kommen wir da aber nicht heraus. Dazu gehört vielmehr Lebenswille. Diesen wiederum bekommen wir nur "von oben". Denn so wie ein Kind nicht gesund aufwächst ohne das geistig-moralische Vorbild seines Vaters - auch wenn es in der Schule noch so viel Wissen aufnimmt -, so kann auch die Menschheit nicht gesund evoluieren, wenn sie die Kräfte der geistigen Hierarchie nicht empfängt.

Natürlich wächst ein Kind auch im geistigen, sogar im physischen Dunkel heran. Und auch die Menschheit evoluiert auf irgendeine, allerdings ungesunde Weise. Es überwiegen dann bald die Degenerationsvorgänge, und Blüten wachsen nur noch aus dem Sumpf heraus. Das zeigt sich z.B. in der Sexualmagie der Babylonier sowie heutiger Schwarzmagier. Auch Steiner hat beschrieben, wie man mit Energien, die aus dem Stoffwechselbereich kommen, ein allerdings ungesundes Hellsehen entwickeln kann. Es parasitiert an den vitalen Kräften. Das ist aber nicht das Hellsehen, das ein Anthroposoph anstreben wird, zumal es nicht kulturbildend wirken kann.

Er sagte übrigens voraus, daß eine natürliche Fortzeugung des Menschen in absehbarer Zeit nicht mehr möglich sein wird, weil die Frauen - überall! - unfruchtbar werden, siehe hier:

http://wiki.anthroposophie.net/Fortpflanzung

Diese Degeneration ist angeblich unabwendbar. Sie ist aber auch nicht beunruhigend, wenn man annimmt, daß unter planmäßigen Umständen neue Formen des menschlichen Lebens möglich sein werden. Meine Frage ist nun, wie man zu Kräften kommt, die einem neues Leben ermöglichen, und zwar jetzt schon; Kräfte, die einen auch immunisieren gegen politische Tendenzen der rassischen, sexualen und politischen Degeneration. Es geht m.E. ausschließlich über den christlichen Heilsweg. Doch die kirchliche Dogmatik ist da nicht hilfreich.

Wie dem sei, ich werde auch noch die übrigen Texte lesen, die Sie angegeben haben. Ich freue mich, Sie über dieses Forum getroffen zu haben. Sie können und sollten natürlich auch jederzeit eigene Threads eröffnen, sodaß das betreffende Thema dem Leser sofort in die Augen fällt.

Herzliche Grüße!
trel

Anthroposophie als Weltanschauung

Herr Schütze ⌂ @, Dienstag, 22. März 2011, 20:55 (vor 2738 Tagen) @ admin

Lieber Thomas R. E. Lentze,

Entschuldigung für die Fehler. Sie sind mir sogleich auch aufgefallen. Aber es war trotzdem schon zu spät.

Hier noch einmal die Verweise zu meinem Text vom 21.03.2011 19:56:

http://www.hubert-brune.de/spengler_jde.html#klassenkampf_und_rassenkampf
http://www.hubert-brune.de/kapitalismuskritikkritik.html#e_u
http://www.hubert-brune.de/menschenrechte_als_untergangsbeschleunigung.html#vnw_i_...
http://www.hubert-brune.de/menschenrechte_als_untergangsbeschleunigung.html#ms_m_e_r
http://www.hubert-brune.de/uno_reform.html
http://www.hubert-brune.de/kapitalismuskritikkritik.html#e_u
http://www.hubert-brune.de/raddatz_aphorismen.html#k_a_d_i

Damit das Navigieren für Sie einfacher ist.

Wie dem sei, ich werde auch noch die übrigen Texte lesen, die Sie angegeben haben. Ich freue mich, Sie über dieses Forum getroffen zu haben. Sie können und sollten natürlich auch jederzeit eigene Threads eröffnen, sodaß das betreffende Thema dem Leser sofort in die Augen fällt.

Ich bin allerdings kein sogenannter „Internet-Surfer“. Mit anderen Worten: Es kann mitunter lange und länger dauern, bis ich hier wieder schreibe.

Falls also einmal meine Antwort nicht direkt erfolgt, bitte Geduld haben!

Herzliche Grüße

Herr Schütze

Anthroposophie als Weltanschauung

Herr Schütze ⌂ @, Dienstag, 22. März 2011, 21:03 (vor 2738 Tagen) @ admin

Heimlicher Völkermord

Herr Schütze ⌂ @, Montag, 28. Februar 2011, 23:56 (vor 2760 Tagen) @ Herr Schütze

Heimlicher Völkermord

Bevor wir das Thema angehen, müssen wir verstehen, was Völkermord ist. Gemäß Artikel 2 der Konvention der Vereinten Nationen von 1948 über die Verhinderung und Bestrafung des Verbrechens des Völkermords (CPPCG) findet man unter den Definitionen der Vereinten Nationen über Völkermod - zusammen mit Akten des Krieges und der Gewalt - die folgenden zwei Definitionen finden:

- Maßnahmen einzuführen, die darauf abzielen, Geburten innerhalb der Zielgruppe zu verhindern.

- Der Zielgruppe vorsätzlich Lebensbedingungen aufzuerlegen, die dazu bestimmt sind, ihre physische Vernichtung im Ganzen oder in Teilen herbeizuführen.

„Inzwischen sind Maßnahmen eingeführt worden, um die Zahl der Geburten unter den europäischen Ureinwohnern bedeutend zu reduzieren. .... Die Empfängnisverhütungspille, die ursprünglich für verheiratete Frauen als Mittel zur Familienplanung erhältlich war, wird nun als Waffe der Frauenbefreiung gefeiert und in den weißen westlichen Nationen stark gefördert. Sie ist natürlich auch ein Mittel, um Kinder nicht in der Anzahl zu haben, wie sie jede Rasse braucht, um zu überleben. Selbst wenn die Pille versagt, ist es nun zum ersten Mal in der Geschichte leicht und in fast jeder westlichen Nation legal, unerwünschte Schwangerschaften abzubrechen. Als Folge von Gesetzen, die zur selben Zeit erlassen wurden, in der die Empfängnisverhütungspille weit verbreitet verfügbar gemacht wurde, sind im ganzen Westen Millionen um Millionen ungeborener Kinder getötet worden, hauptsächlich, in riesigem Ausmaß, aus Bequemlichkeitsgründen statt aus medizinischer Notwendigkeit (einschließlich dessen, was man das Szenario »verlasse den Freund und töte das Kind« nennen könnte). Wie bei der Empfängnisverhütung wird auch die Abtreibung wiederum sowohl als Recht als auch als Mittel zur Frauenbefreiung dargestellt; tatsächlich wird unterstellt, daß man frauenfeindlich sei, wenn man gegen die Abtreibung ist. In der Tat stellt die Populärkultur jene, die für das Leben sind, als böse oder unausgeglichen dar, während Leute, die für den Tod sind (<A HREF="http://www.reserveforum.de/index.php?id=475">**</A>), als anständig, rational und sogar ziemlich heroisch dargestellt werden.“ (Sarah Maid of Albion, Der heimliche Genozid, 2011 <A HREF="http://www.hubert-brune.de/fundgrube_www_2.html#dhg>**</A>).

Heimlicher Völkermord (Fortsetzung)

Herr Schütze ⌂ @, Freitag, 04. März 2011, 22:45 (vor 2756 Tagen) @ Herr Schütze

Empfängnisverhütung gibt es zwar - mit unterschiedlicher Wirksamkeit - seit einigen Jahrtausenden, aber nie ist die Vermeidung des Schwangerwerdens so leicht gewesen wie seit 1960 (Antybabypille: Zulassung am 23.06.1960; zuerst auf dem Markt am 18.08.1960). Millionen und Abermillionen eingeborener weißer Kinder, deren Empfängnis die Natur beabsichtigte, sind seitdem als direktes Ergebnis der Antibabypille nicht empfangen worden. Die Empfängnisverhütungspille war ursprünglich für verheiratete Frauen als Mittel zur Familienplanung erhältlich und wurde schon bald darauf als Waffe der „Frauenemanzipation“ gefeiert und in den westlichen weißen Nationen stark gefördert. Selbst wenn die Pille versagt, ist es seitdem leicht und in fast jeder westlichen Nation legal, unerwünschte Schwangerschaften abzubrechen. Als Folge von Gesetzen, die zur selben Zeit erlassen wurden, in der die Empfängnisverhütungspille weit verbreitet verfügbar gemacht wurde, sind im ganzen Westen weitere Millionen um Millionen ungeborener Kinder getötet worden, hauptsächlich, in riesigem Ausmaß, aus Bequemlichkeitsgründen statt aus medizinischer Notwendigkeit (einschließlich dessen, was man das Szenario »verlasse den Freund und töte das Kind« nennen könnte). Wie schon bei der Empfängnisverhütung wird auch die Abtreibung wiederum sowohl als Recht als auch als Mittel zur „Frauenemanzipation“ dargestellt; tatsächlich wird unterstellt, daß man frauenfeindlich sei, wenn man gegen die Abtreibung ist.

„In der Tat stellt die Populärkultur jene, die für das Leben sind, als böse oder unausgeglichen dar, während Leute, die für den Tod sind, als anständig, rational und sogar ziemlich heroisch dargestellt werden. Ist es nur ein Zufall, daß die beiden größten gesellschaftlichen Veränderungen, die sich auf die menschliche Fortpflanzung auswirken, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur Folge hatten, daß zig Millionen westlicher Kinder nicht geboren wurden? Falls doch, dann gibt es hier einen weiteren Zufall.“ (Sarah Maid of Albion, Der heimliche Genozid[/i).

„Mit der De-facto-Straffreistellung des Schwangerschaftsabbruchs wurde ein einmaliges Sonderrecht für Frauen geschaffen. Obwohl nach unserer Verfassung auch das noch ungeborene Leben geschützt ist, ließ das Bundesverfassungsgericht bei diesem Tötungsdelikt eine Ausnahme vom Bestrafungsgrundsatz in Form der strafausschließenden vorhergehenden Beratung zu. Auch darüber hinaus bleibt durch weitgefaßte Indikationen ein Schwangerschaftsabbruch für die Frau so gut wie in jedem Falle straffrei. Schwangeren Frauen ist damit faktisch ein Tötungsrecht über ihre ungeborenen Kinder eingeräumt, ihre Befindlichkeit wurde über das Lebensrecht der Kinder gestellt. Dies wurde zugelassen, obwohl bei der schon seit langem zur Verfügung stehenden Vielzahl an Verhütungsmöglichkeiten von vorneherein »ungewollte« Schwangerschaften kaum noch vorkommen dürften! Die Väter müssen weder befragt, noch informiert werden - sie haben die Entscheidung der Mütter und deren Folgen schlicht hinzunehmen.“ (Georg Friedenberger, [i]Feminisiertes Recht - feminisierte Justiz).

„Sexismus ist doch, wenn ein Mann eine Frau ungebeten anlächelt, also erniedrigt, oder ihre fehlende Beischlafs-Zustimmung nicht erkannt hat (wie sich nach dem Ende der Beziehung irgendwann herausstellt), oder wenn er eine Bewerberin nicht einstellt. Richtig? Das entscheidet, wer die Macht hat. Und zumindest über das Leben eines ungeborenen Menschen hat die Frau die totale Macht .... Tatsächlich haben die Befürworter des pränatalen Mordes ihre Forderung immer gerechtfertigt mit dem Überleben der Frau. Sie haben den Fall, daß das Austragen eines Kindes das Überleben der Mutter unter Umständen gefährdet, zum Regelfall erhoben. Die Mutter habe folgenden Standpunkt einzunehmen: »Entweder überlebt er, der manngezeugte Mensch - oder ich überlebe als selbstbestimmte Frau, als Herrin über meinen Leib.« Das Töten gezeugten Lebens durch die Frau ist eine - nicht hinreichende, aber notwendige - Bedingung, um die Macht des Mannes zu brechen. Nicht grundlos bezeichnete daher Georg Friedenberger die freie Abtreibung als die Königsdisziplin des Radikalfeminismus. Für die Fälle, wo doch ein Kind zur Welt kommt, war es nötig, die Macht des Vaters zu brechen, d.h. ihm eigenmächtig das Kind zu entziehen und den Automatismus der Unterhaltspflicht in Gang zu setzen. Ein weiterer Schritt bestand darin, ihn jederzeit durch Anruf bei der Polizei aus der Wohnung werfen zu können. Ist er immer noch nicht völlig demoralisiert, so wird ihm im nachhinein Vergewaltigung vorgeworfen. Die Beweislastumkehr macht es möglich. Diese Schritte sind jetzt alle gesetzlich abgesichert. Das ist eine Grundlage, auf welcher der globale Androzid nach Solanas bzw. nach Gearhart vollzogen werden kann. Das ist die Schaffung einer fast rein weiblichen, also besseren Welt wenn nicht durch einen physischen Androzid, dann durch Parthenogenese oder selektive Abtreibung - oder sagen wir doch gleich: durch Eugenik. Eugenik in letzter Konsequenz! Männer werden für Leistungserbringung und Kampfeinsätze zwar auch dann noch benötigt, in geringer Stückzahl. Sie müssen dann nur gut unter Verschluß gehalten werden, so wie die Erreger von Pest und Milzbrand in den Labors für biologische Kriegsführung. .... Sind denn Männer bei Frauen so unbeliebt? Nein, bei Frauen nicht. Das Problem ist nur, daß Feministinnen (also Sexistinnen), die Männer nun wirklich nicht mögen, sich für Frauen halten, vor allem meinen, in deren Namen sprechen zu dürfen. Und Frauen sind leider ein bißchen wie Kinder, d.h. beeinflußbar. Viele Männer übrigens auch. Das macht es noch schlimmer. .... Die Männer müssen dazugebracht werden, freiwillig an ihrer Auslöschung mitzuwirken, so wie eine besiegte Nation. Sie müssen ein unauslöschliches Schuldgefühl eingepflanzt kriegen, eine tiefe Scham, eine noch tiefere Resignation. Sie müssen zu Taten veranlaßt werden - zu Amokläufen -, die ihnen selbst vor Augen führen, daß sie kein Überlebensrecht besitzen.“ (Admin, Lenin - Hitler - Schwarzer, 24. September 2010, 18:13 **).

Fortsetzung folgt ...

Heimlicher Völkermord (Fortsetzung)

Herr Schütze ⌂ @, Freitag, 04. März 2011, 22:47 (vor 2756 Tagen) @ Herr Schütze

Es folgt der gesamte Text von Georg Friedenberger:

„Weiten Teilen der Gesellschaft scheint jedoch nicht bewußt zu sein, wie sehr die tatsächliche Entrechtung der Männer insbesondere in die »westlichen Zivilisationen« bereits Einzug gehalten hat. Besonders den insoweit offensichtlich recht unbedarften Männern selbst scheint dies erst langsam aufzugehen. Viele von Ihnen sehen sich immer noch auf der stärkeren Seite und meinen Frauen beschützen zu müssen. Geht man die wesentlichen Sonderrechte und Bevorzugungen für Frauen nüchtern durch, so läßt sich konkretisieren:

Mit der De-facto-Straffreistellung des Schwangerschaftsabbruchs wurde ein einmaliges Sonderrecht für Frauen geschaffen. Obwohl nach unserer Verfassung auch das noch ungeborene Leben geschützt ist, ließ das Bundesverfassungsgericht bei diesem Tötungsdelikt eine Ausnahme vom Bestrafungsgrundsatz in Form der strafausschließenden vorhergehenden Beratung zu. Auch darüber hinaus bleibt durch weitgefaßte Indikationen ein Schwangerschaftsabbruch für die Frau so gut wie in jedem Falle straffrei. Schwangeren Frauen ist damit faktisch ein Tötungsrecht über ihre ungeborenen Kinder eingeräumt, ihre Befindlichkeit wurde über das Lebensrecht der Kinder gestellt. Dies wurde zugelassen, obwohl bei der schon seit langem zur Verfügung stehenden Vielzahl an Verhütungsmöglichkeiten von vorneherein »ungewollte« Schwangerschaften kaum noch vorkommen dürften! Die Väter müssen weder befragt, noch informiert werden - sie haben die Entscheidung der Mütter und deren Folgen schlicht hinzunehmen.

Das Ehescheidungsrecht von 1977 darf als beispielloses Ausbeutungsrecht bezeichnet werden. Mit seiner Hilfe wird es in aller Regel Frauen ermöglicht, ihre geschiedenen Männer nach Strich und Faden abzuzocken, solange und soweit diese nur entsprechend leistungsfähig sind. Geschiedene Frauen können Unterhalt nach Ehestandard fordern, selbst wenn sie die Zerrüttung selbst herbeigeführt und/oder nichts zu diesem Standard beigetragen haben. Erziehen sie auch nur ein Kind, so müssen sie bis zu dessen vollendetem 8. Lebensjahr nicht einmal Teilzeit arbeiten, Vollzeit erst nach dem 16. Lebensjahr. Dagegen wird von nicht privat (vom Ex-Ehemann) alimentierten alleinerziehenden Müttern (mit Sozialhilfe) - zu Recht- schon ab dem 3. Lebensjahr eine Teilzeitbeschäftigung erwartet. Dieses von Feministinnen durchgesetzte »Recht« ermöglicht es Frauen also, eine Ehe ohne weiteres zu verlassen und dann, auch ohne jede Gegenleistung, vom geschiedenen Mann dennoch auf nicht absehbare Zeit versorgt zu werden.

Solches »Recht« hat nicht mehr den an sich grundgesetzlich verbürgten Schutz der Familie zur Grundlage, vielmehr geht es hier ausschließlich um die Sicherung der Machtposition der Frau im familiären Bereich. Dabei geht Frauenwohl auch über Kindeswohl.

Der tatsächlichen »Frauenemanzipation« hingegen leistet dieses »Recht« einen Bärendienst, denn es fördert gerade die Frauen, die selbst kaum etwas gelernt haben und sich nur auf das Einkommen des (geschiedenen) Ehemannes verlassen. Berufstätige Frauen und wirklich eigenständige Frauen werden damit geradezu verhöhnt!

- Sexuelle Belästigung, Mißbrauch, Vergewaltigung in der Ehe: Die Straftatbestände sind so ausgelegt, daß bereits die bloße Anschuldigung meist auch zur Verurteilung führt. Der beschuldigte Mann hat also kaum eine Chance wirksamer Verteidung. Der strafrechtliche Grundsatz »Im Zweifel für den Angeklagten« ist hier weitgehend außer Kraft gesetzt. Derartige Strafregelungen ermöglichen der Frau in praktischer Konsequenz auch eine ständige Erpressungsmacht. Bekanntlich werden besonders in Scheidungsverfahren Vorwürfe etwa des Kindesmißbrauchs erhoben, um Sorgerecht und Unterhaltszahlungen zu erlangen.

- Obwohl innerhäusliche Gewalt erwiesenermaßen mindestens ebenso oft von Frauen wie von Männern ausgeht, richten sich insoweit alle bestehenden und beabsichtigten Gesetze ausschließlich gegen diesbezügliche Männergewalt. Frauengewalt bleibt ungesühnt und soll wohl auch ungesühnt bleiben!

- Im Sozialrecht können Frauen um Jahre früher in die Rente gehen, obwohl sie die wesentlich höhere Lebenserwartung (mit + 7 Jahren) haben und so viel länger aus den Rentenkassen versorgt werden müssen.

- Im wichtigen Berufsfeld des öffentlichen Dienstes dürfen Frauen bei Einstellungen und Beförderungen generell bevorzugt werden, auch wenn sie nicht gleich- oder höher qualifiziert sind denn ihre männlichen Mitbewerber. Es wird massiv versucht, solche Regelungen auch privaten Arbeitgebern aufzuzwingen.

- Wehr- und Ersatzdienst: Männer müssen dienen, Frauen dürfen es !

- Der geschlechtsspezifische Notwehrbegriff, wie er in vielen Staaten der USA »gehandhabt« wird, läßt Frauen, die ihre Partner ermordet haben, oft mit glatten Freisprüchen davonkommen. Wenn sie nur behaupten, von ihm mißhandelt worden zu sein, wird ihnen vielerorts »Notwehr« zugebilligt!

Dies dürfte wohl der vorläufige Höhepunkt feminisierter Jusitz sein: Frauen brauchen ihre Männer nicht zu verlassen, wenn sie sich (tatsächlich oder nicht) mißhandelt fühlen - sie dürfen sie auch töten! In Fällen, in denen Frau hauptsächlich an das Geld des Partners herankommen will, dürfte sich diese Lösung durchaus als die schnellere und praktischere erweisen ....

- Erste Anzeichen reiner Frauenjustiz zeigen sich inzwischen auch bei uns - NOVO berichtete darüber: Ansätze solcher Verfahrensweisen waren in den letzten »WEIMAR(-Böttcher)«-Prozessen erkennbar. In einem Augsburger Prozeß wäre eine Frau, die ihre drei (3) Kinder ermordet hatte (und dies auch gestand), beinahe freigesprochen worden - besonders auf Antrag der zuständigen Staatsanwältin. Begründet werden sollte dies mit dem Grundsatz »Im Zweifel für die Angeklagte«, weil Gutachter nicht eindeutig ihre Schuldfähigkeit bestätigen mochten. Wenn das »In dubio pro reo« so rigoros zu verstehen wäre, könnte kaum noch ein Mörder verurteilt werden. In den meisten dieser Verfahren werden psychiatrische Gutachten eingeholt - und streng genommen zeigt das Gericht schon mit dem Beschluß, ein solches Gutachten anzuordnen, daß irgendwelche Zweifel an der Schuldfähigkeit bestehen. Jedenfalls könnte der Gutachter gleich selbst das Urteil sprechen, wenn das Gericht keinen Ermessens- und Beurteilungs-Spielraum mehr hätte! Trotz psych. Gutachtens hat also das Gericht immer noch nach seiner eigenen Überzeugung zu entscheiden. Gutachten dienen dabei nur der (möglichen) Hilfestellung.

An dieser Stelle die Frage: Hätte wohl in gleicher Situation (also bei gleichlautenden Gutachten und gleichgelagerten Ausreden im übrigen) die Staatsanwältin auch dann auf Freispruch plädiert, wenn anstelle der Mutter der Vater auf der Anklagebank gesessen hätte?

Das »In dubio pro reo« wird also bei verschiedenen Straftatbeständen zuungunsten von Männern eingeengt oder ganz aufgehoben, stehen dagegen Frauen vor dem Richter, besteht eine Neigung zu uferloser Ausdehnung dieses Begriffes!

FAZIT:

Wenn das »Recht« sich weiterhin zu ungunsten der männlichen Menschheitshälfte entwickelt, ist der sagenumwobene »Amazonenstaat«, in dem Männer lediglich noch als ausgebeutete Arbeitskräfte und in begrenztem Umfang zur Fortpflanzung gebraucht wurden, im übrigen aber getötet werden durften, in der Tat bald nicht mehr nur Utopie: Schon heute ist die Zahl männlicher Arbeitssklaven, insbesondere nach Ehescheidungen, Legion. Und so „praktische Einrichtungen“ wie der geschlechtsspezifische Notwehrbegriff ermöglichen es bereits, einen unliebsam gewordenen Partner sogar zu beseitigen, ohne mit einschneidenden Folgen rechnen zu müssen!“ (Georg Friedenberger, Feminisiertes Recht - feminisierte Justiz).

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Heimlicher Völkermord. Doch die Bewegung der Lebensschützer erstarkt.

admin @, Samstag, 05. März 2011, 11:00 (vor 2755 Tagen) @ Herr Schütze

[Friedenberger:] Wenn das »Recht« sich weiterhin zu ungunsten der männlichen Menschheitshälfte entwickelt, ist der sagenumwobene »Amazonenstaat«, in dem Männer lediglich noch als ausgebeutete Arbeitskräfte und in begrenztem Umfang zur Fortpflanzung gebraucht wurden, im übrigen aber getötet werden durften, in der Tat bald nicht mehr nur Utopie

Zum Glück gibt es zunehmend auch Gegenstimmen, vgl. hier:

Endlich: US-Gesetzentwurf definiert Abtreibung als "pränatalen Mord"

Das Buch von Friedenberger steht in meinem Regal. Ich kann nur jedem empfehlen, sich dieses Buch sich zuzulegen und zu lesen. Für unsereinen sagt es nichts Neues, aber es ist doch frappierend, wie früh jemand die Probleme erkannt hat, und wie wenig (gar nichts!) seither getan wurde, um der Apokalypse entgegenzusteuern.

admin

Frauen sind die besseren MörderINNEN (oT)

Dekadenzverweigerer, Donnerstag, 03. März 2011, 09:24 (vor 2757 Tagen) @ Herr Schütze

oT

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"Pro Femina": Nicht die Täterinnen, wir sind schuld an pränataler Euthanasie !

admin @, Donnerstag, 31. März 2011, 17:08 (vor 2729 Tagen) @ Herr Schütze
bearbeitet von admin, Donnerstag, 31. März 2011, 20:09

In der JF erschien unter dem Titel Abtreibungszahlen - Statistik hilft nicht" ein kurzer Artikel von Kristijan Aufiero, dem Vorsitzenden der "Lebenschutzorganisation Pro Femina".

Darin stellt der Vorsitzende fest, daß dem Statistischen Bundesamt zufolge die Zahl der "Abtreibungen" im vergangenen Jahr sich auf 110.400 beläuft, während sie in Wirklichkeit bei über 200.000, also sagen wir: bei rund dem Doppelten, liegen dürfte.

Nun meint er:

Keine Frau treibt gerne ab.

Irgendwie ist sie also gezwungen, nämlich durch "die Umstände". Dann zieht er eine Folgerung, die in dem Schlußsatz gipfelt:

Das Phänomen der Massenabtreibung in Deutschland ist im Grunde genommen eine massenhafte unterlassene Hilfeleistung.

[image]

Diese Hilfeleistung zu erbringen, ist seine Organisation gerne bereit - vorausgesetzt, sie kriegt genügend Geld. Dafür rührt der Vorsitzende kräftig die Werbetrommel, und ebenso kräftig drückt er auf die Tränendrüsen: In der JF-Online-Ausgabe ist seit Monaten ganz oben eine Werbung dieser Organisation zu sehen, die eine weinende Frau zeigt. Siehe Foto links.

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Doch um nicht einseitig zu werden, laßt uns doch mal die "Aktion Gnadentod" der Nationalsozialisten beleuchten. Hitler schrieb im Jahre 1939 in einem privaten Brief:

Reichsleiter Bouhler und Dr. med. Brandt sind unter Verantwortung beauftragt, die Befugnisse namentlich zu bestimmender Ärzte so zu erweitern, dass nach menschlichem Ermessen unheilbar Kranken bei kritischster Beurteilung ihres Krankheitszustandes der Gnadentod gewährt werden kann.

Ja, hat Hitler das gerne beschlossen - oder war er bzw. waren die Beteiligten durch irgendwelche dazu gezwungen worden? Falls ja, sind sie natürlich unschuldig.

[image]

Mehr noch:

Das deutsche Volk hat sich gegenüber den Gnadentod-Aktivisten massenhaft der unterlassenen Hilfeleistung schuldig gemacht! ;-) Bestimmt haben die dann auch geweint. Sie wollten ja nicht, sie mußten einfach. Man hat ihnen ja keine andere Wahl gelassen. Die deutschen hätten spenden müssen, dann wären die Täter beraten worden und aus ihrem schrecklichen Dilemma herausgekommen.

So mußten sie eben weinen. :-( Und tun, was sie tun mußten. Oder doch nicht?

Egal, die Frauen dürfen's. Straffrei.

admin

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