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Die tiefe Bedeutung der Himmelfahrt Christi.

admin @, Freitag, 03. Juni 2011, 19:28 (vor 2665 Tagen)

Am Tag der Himmelfahrt Christi erlebten dessen Jünger den Verlust ihres Meisters ein zweites Mal. Das erste Mal geschah es mit der Kreuzigung. Schon damals war die Bestürzung groß. Dann aber erschien er ihnen als Auferstandener. Thomas wollte es zunächst nicht glauben. Aber auch er ließ sich durch Erfahrung belehren. Es folgte eine Art "Unterricht" während 40 Tagen.

Am Tage der Himmelfahrt verließ Jesus seine Jünger also nochmal, und diesmal endgültig. Wohin ging er? Wieder zum himmlischen Vater? Nein, diesmal zur himmlischen Mutter. Der Himmel, von dem hier die Rede ist, ist ein erd-naher Himmel. Es ist die Wolkensphäre, der atmosphärische Umkreis. In einem bestimmten Sinne erfüllte sich das Wort: "Ich bleibe bei euch bis an der Welt Ende".

Das wurde aber nicht sofort verstanden. Vielmehr wirkte die sogenannte Himmelfahrt schockierend und deprimierend. Es entstand in der Gruppe die Frage: Was sollen wir nun tun? Uns auflösen, leben wir vorher? Oder zusammenbleiben? Und dann? Es entstanden drei Strömungen, die benannt werden können wie folgt:

1. Der Traditionsstrom: Ritualisiertes Nacherleben der Ereignisse im Jahreslauf.
2. Aufschreiben der Tatsachen ingestalt der Evangelien; Diskussion, Theologie.
3. Esoterisches Christentum: Kontaktaufnahme mit dem Himmel.

Die erstgenannte Strömung ging von den Frauen (Maria; Maria Magdalena) aus; die zweite von Jüngern um Petrus ("Petrinisches Christentum"); die dritte von Johannes ("Johanneisches Christentum").

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Daß der Vatertag auf Himmelfahrt verlegt wurde, ist insofern ganz unpassend. Wenn schon mit einem christlichen Fest, dann hätte er mit dem Karfreitag verbunden werden müssen. Denn das war der Tag, da Jesus zum Vater ging.

Die Verzweiflung der Jünger ermöglichte dann aber die "Ausgießung des Heiligen Geistes", die wir zu Pfingsten feiern (oder feiern sollten, anstatt darin nur willkommene Ferientage zu sehen). Dies war ein Tag der Tröstung und der Kommunikation. Auch hier spielte die himmlische Mutter eine bedeutende Rolle, nämlich die der Mittlerin zwischen Erde und der Himmelswelt.

Wichtig: Die Öffnung des Himmels versteht sich nicht von selber. Wer sie nicht erbittet; wer in ihr keine Notwendigkeit sieht, für den findet sie auch nicht statt. Insofern ist Pfingsten, anders als die anderen festlichen Ereignisse, keine Notwendigkeit, sondern eine "Zugabe" für die ernsthaft Bemühten.

trel

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