Was ich zu Weihnachten gemacht habe und machen werde.

trel ⌂, Montag, 26. Dezember 2011, 11:27 (vor 2372 Tagen)
bearbeitet von trel, Dienstag, 27. Dezember 2011, 04:11

Es gehört sich, festzustellen, daß Weihnachten nicht nur zwei oder drei Feiertage, sondern die volle Zeit vom 25. Dezember bis zum 6. Januar umfaßt. Damit ist die Weihnachtszeit eingefaßt in zwei Pole: einem eher weiblichen, der sich am Lukas-Evangelium orientiert, und einem eher männlichen, der sich am Matthäus-Evangelium orientiert.

Ich weiß nicht, ob einem das in der katholischen und der evangelischen Kirche so genau erklärt wird. In der durch Rudolf Steiner 1922 inaugurierten "Christengemeinschaft", der ich mich verbunden weiß, werden die tieferen Zusammenhänge jedenfalls ernstgenommen. Zur Erinnerung:

Das Lukas-Evangelium erzählt die Geschichte von der nächtlichen Geburt Jesu in einfachen, natürlichen Verhältnissen, nämlich in einer Vieh-Krippe, in Gegenwart von Hirten, die demutsvoll die himmlischen Worte vernommen hatten: "Geoffenbart sei Gott in den Höhen und Friede auf Erde den Menschen, die eines guten Willens sind." - Das Ganze lebt in einer mütterlichen Atmosphäre.

Das Matthäus-Evangelium dagegen beginnt mit einer peniblen Auflistung der Ahnenreihe und einer ernsten Besorgnis des Vaters über die vermutete Untreue seiner Frau. Doch ihm erscheint ein Engel, der ihn aufklärt. Und Joseph ist es auch, der dem göttlichen Sohn den Namen gibt. - Es kamen nun drei bedeutende, inspirierte Männer, Priesterkönige, die dem Kind Geschenke bringen. Und von einem weiteren bedeutenden Mann ist die Rede, der allerdings Unheil bewirkt: König Herodes. Er ordnet den bethlemitischen Kinder-Massenmord an. Und wiederum ist es der Vater, der durch Engel göttliche Weisungen empfängt, dreimal nacheinander, und die Flucht und Rückkehr der Familie organisiert. - Diese Geschichte ist also eindeutig väterlich-männlich gestimmt.

So ist die Weihnachtszeit eingerahmt von einem mütterlichen gestimmten und einem väterlich gestimmten Fest. Letzteres heißt Epiphanias (Erscheinung Gottes im Menschen, Christus in Jesus) oder Tag der Heiligen Drei Könige.

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Üblicherweise macht man sich zu Weihnachten Geschenke, obwohl die Geschenke der drei Priesterkönige (Astrologen!) eigentlich Opfergaben waren: Sie opferten die Weistümer der Alten Welt zugunsten einer neuen, der christlichen Spiritualität. Gold, Myrrhe und Weihrauch waren dafür Symbole.

Doch ich lebe allein und habe nichts zu verschenken, noch empfange ich Geschenke. Mein Sohn, im Dezember 14 geworden, hat sich kurz zuvor von mir losgesagt, ohne vorausgegangene persönliche Differenzen mit mir, aber anscheinend auf Anordnung seiner zwei Mütter. Er hat nämlich außer der biologischen Mutter noch eine rechtliche Mutter, anders gesagt: eine gerichtlich bestellte Vormünderin. Die Alternative wäre gewesen, dem Vater (also mir), das alleinige Sorgerecht zu übertragen, doch das passiert in Deutschland nur selten. Diesen beiden Müttern hat er sich nun unterworfen. Seine letzten Worte an mich waren, ich möge für ihn beten.

Umso näher lag es, Weihnachten möglichst eng mit meiner Gemeinde in der erwähnten Christengemeinschaft zu verbringen. Am 24. fuhr ich vormittags hin, um bei den Vorbereitungen für die "Lichterstunde", dem Fest für die Kinder und ihre Eltern, mitzuwirken; später noch einmal zur Teilnahme und um beim Aufräumen zu helfen. Zu Mitternacht ein drittes Mal hin zur Menschenweihehandlung (so nennt man dort das, was sonst Gottesdienst heißt); am 25. morgens ein viertes Mal hin, um an den Handlungen um 8 Uhr und 10 Uhr teilzunehmen.

Insgesamt war ich damit innerhalb eines Tages 12*) Stunden auf dem Fahrradsattel. Das war anstrengend, ist aber gesünder als sich vollzufressen mit Gänsebraten und all den Süßigkeiten, mit denen man ansonsten überhäuft wird. Man bedenke, was die Krankenhäuser in diesen und den nächsten Tagen zu tun haben mit Menschen, die sich schlichtweg überfressen. Aber vielen bekommt's ja, und das sei ihnen selbstverständlich gegönnt.

*) Korrektur: Pardon, es waren 8 Stunden!

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Weihnachten ist auch die Zeit der zwölf Heiligen Nächte.

Hierüber habe ich ein Skript vor mir liegen mit Aussagen, die R.Steiner dem Anthroposophen Herbert Hahn persönlich mitgeteilt hatte. Es wurde mir vor Jahren von einer Angestellten des Waldorfkindergartens geschenkt, den mein Sohn Jahre besucht hatte.

Daraus zitiere ich zunächst für den Advent - obwohl der schon vorbei ist:

Für den Lichtsuchenden sollen in der Advent-Zeit die Widerstände des Lebens ein besonderer Prüfstein sein. Er muß immer bemüht sein, die Personen von der Sache zu trennen, denn Leid und Schwierigkeiten werden uns als Proben geschickt, und die Menschen, durch die uns Schweres geschieht, sind nur das Werkzeug. Einfügen sollen wir uns in jede Situation, ruhen in ihr, ohne uns zu verlieren. - Der Inhalt des großen Verlangens dieser Zeit ist, sich das Göttliche tatsächlich einzuverleiben (Zustand der Geburt), nicht nur in Ausnahmezuständen Göttliches zu erleben. Alles, was mit der irdischen Persönlichkeit zusammenhängt, sollen wir ausschalten. Wir sollen ganz kindhaft sein, ganz entspannt dem anderen gegenüber. Alles, was geredet und gemeint wird, Diskussionen, Gereiztheit, allen diesen Ballast sollen wir lassen.

Vor jeder großen Feier steht eine große Gelegenheit, etwas in sich zu überwinden - das Opfer!

Nun, das paßt doch gut zu meiner Situation: Verlust des einzigen Sohnes, einem Stück meines Lebens. Die Menschen, die mir das antun, sind Werkzeug, können nicht anders. Der Sohn wird eines Tages zu mir zurückkommen, oder auch nicht. Dies alles sei dem Himmel überlassen, jedenfalls während der Weihnachtszeit. - "Der Glaube hat dir geholfen", sagte Jesus - und so ist es! Denn religiöser Glaube ist eine Kraft, kein Defizit an Wissen, wie es von den Atheisten behauptet wird.

Es werden nun die Aufgaben für die einzelnen Adventwochen beschrieben - dies überspringe ich jetzt -, dann weiter:

Am 24. Dezember beginnen die zwölf Heiligen Nächte. Sie sind Symbole für die zwölf Seelenkräfte, die wir in uns lebendig machen müssen. Und so gilt diese Einstellung für immer, nicht nur für die zwölf Nächte allein.

Am 1.1. um 12 Uhr größte Sonnennähe, daher fünfeinhalb Tage vor- und nachher die Zeit der Heiligen Nächte. In diesen dunkelsten Nächten ist uns die Geistessonne am nächsten. Sie durchscheint die Erde von innen, durchlichtet alles, nicht wie später: die Erde von oben bescheinend.

In die zwölf Heiligen Nächte soll man sehr wachbewußt hineingehen. Für die erste Nacht bis 1 oder 2 Uhr wach bleiben; während der anderen Nächte möglichst regelmäßig, also zur gleichen Zeit zu Bett gehen. Überhaupt einen regelmäßigen Rhythmus leben in dieser Zeit. Ist das im Äußeren nicht möglich, dann soll man es innerlich versuchen. Wer die Stille im äußeren Ritus nicht durchführen kann, soll versuchen, sich der Heiligkeit der Zeit stets bewußt zu sein. Besonders bewußt auch die Pflichten erfüllen, eingedenk, daß man sie in heiliger Zeit verbringt. Sich selber aber nichts durchgehen lassen, keine hälichen Regungen in der Seele haben, immer strenger und strenger mit sich selber sein.

Im Weihnachtserlebnis, in den zwölf Heiligen Nächten, wird der Keim gelegt zu den zwölf Monaten des Jahres. Darum sind diese zwölf Tage so wichtig. Wenn wir z.B. in den ersten Tag entgleiten, legen wir einen Keim, der im ersten Monat negativ im Blute aufgeht.

Wir müssen versuchen, die zwölf Tage gesetzmäßig und richtig zu verleben, denn wir brauchen jedes Jahr, um an unserer Wiedergeburt zu arbeiten, und dürfen keines verlieren.

Die nun folgenden Anweisungen und Erklärungen für die einzelnen Tage und Nächte übergehe ich, weil sie für die meisten Leser zu esoterisch, d.h. zu schwer verständlich sein dürften.

Nur dies noch:

Besonders entscheidend ist, was wir uns in der Silvesternacht vornehmen. In der Silvesternacht gibt uns der Volksgeist für einige Augenblicke frei. Was wir dann denken, wird von den höchsten Hierarchien ergriffen - und es trägt die Kraft der Verwirklichung in sich.

Der Volksgeist gehört zu den Erzengeln, den Archangeloi. Diese stehen eine Stufe höher als die Engel (Angeloi). Jeder Mensch hat einen Angelos, seinen "Schutzengel", der die Reihe der vergangenen und die Zielrichtung der künftigen Verkörperungen überblickt, und der durch unser fehlerhaftes Verhalten ständig gleichsam gekreuzigt wird, weil er für uns vor dem Vater geradesteht. Er wirkt vertikal (vgl. die Himmelsleiter) und ist dem Heiligen Geist zugeordnet.

Die Erzengel oder Volksgeister wirken hingegen horizontal. Sie umkreisen die Erde und öffnen sich uns einmal im Jahr während der Weihnachtszeit bzw. den physisch dunkelsten Nächten, wo das Geisteslicht am hellsten ist. Sie sind dem Sohn zugeordnet.

Soweit für diesmal. Ich wünsche meinen Lesern besinnliche Tage und Nächte!

trel

Was ich zu Weihnachten gemacht habe und machen werde.

Thomas @, Hannover, Montag, 17. Dezember 2012, 21:45 (vor 2014 Tagen) @ trel

Hallo trel,

kannst du mir sagen, wo ich die komplette Mitteilung R.Steiners an H.Hahn finde. Also das Skript der Kindergärtnerin???
- Das wäre sehr nett.

Liebe Grüße Thomas

Was ich zu Weihnachten gemacht habe und machen werde.

trel ⌂, Mittwoch, 19. Dezember 2012, 20:06 (vor 2012 Tagen) @ Thomas

kannst du mir sagen, wo ich die komplette Mitteilung R.Steiners an H.Hahn finde. Also das Skript der Kindergärtnerin???


Tut mir leid, da müßte ich selber googeln. Es gibt aber inzwischen ein Buch oder Buch-Manuskript, welches diesen Text noch weiter ausführt oder interpretiert.

Ich könnte am folgenden Sonntag in der Gemeinde, wo ich diesen Text gesehen habe, einmal nachfragen.

Gruß
trel

Was ich zu Weihnachten gemacht habe und machen werde.

Helmut Reichardt @, Freitag, 27. Dezember 2013, 23:13 (vor 1639 Tagen) @ trel

Lieber Unbekannter,
Schade daß Du die Texte, die Herbert Hahn zu den Zwölf Heiligen Nächten erhielt, aus Rücksichtnahme ("zu esoterisch") nicht mitgeteilt hast. Ich war auf der Suche nach dem deutschen Original, nachdem ich wiederholt über englische Übersetzungen "gestolpert" war. Vielleicht teilst Du sie ja doch mit, wenn Du gefragt wirst bzw. darum gebeten wirst?
Danke dennoch für Deine offene Mitteilung.
Ich hoffe, die Verbindung zu Deinem Sohn belebt sich wieder; weiss selbst um den Schmerz über Trennendes zwischen mir und meinen (erwachsenen) Kindern und kenne auch das Gefühl, es müsse wohl an der - oder in Deinem Fall den Müttern liegen.
Ich glaube inzwischen allerdings, daß dieser unser Gedanke über die (aus unserer Sicht schädigende) Wirksamkeit der Mutter/der Mütter nicht nur nicht hilfreich sondern regelrecht kontraproduktiv ist - und nichts zur Heilung der Beziehung zu unseren Kindern beiträgt!.

Was ich zu Weihnachten gemacht habe und machen werde.

trel ⌂, Montag, 30. Dezember 2013, 01:31 (vor 1637 Tagen) @ Helmut Reichardt

Schade daß Du die Texte, die Herbert Hahn zu den Zwölf Heiligen Nächten erhielt, aus Rücksichtnahme ("zu esoterisch") nicht mitgeteilt hast. Ich war auf der Suche nach dem deutschen Original, nachdem ich wiederholt über englische Übersetzungen "gestolpert" war. Vielleicht teilst Du sie ja doch mit, wenn Du gefragt wirst bzw. darum gebeten wirst?

Ich müßte das Skript auffinden und dann abtippen. Ich hoffe, das Montag nachmittags tun zu können.

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Ich glaube inzwischen allerdings, daß dieser unser Gedanke über die (aus unserer Sicht schädigende) Wirksamkeit der Mutter/der Mütter nicht nur nicht hilfreich sondern regelrecht kontraproduktiv ist - und nichts zur Heilung der Beziehung zu unseren Kindern beiträgt!

Das kommt aber auf den Einzelfall an. Pauschalurteile (Frauen/Mütter sind bessere Menschen) bringen niemandem etwas. Sie können ja Ihren Fall einmal darstellen und mir erklären, worin Ihre schädigende Wirksamkeit bestanden hat. Nur sollten Sie von Ihrem Fall nicht auf alle anderen Fälle schließen.

Gruß
trel

Text von Herbert Hahn zur geistigen Einstellung während der Heiligen zwölf Nächte.

trel ⌂, Dienstag, 30. Dezember 2014, 21:32 (vor 1271 Tagen) @ trel
bearbeitet von trel, Dienstag, 30. Dezember 2014, 21:55

Liebe Leser,

aufgrund wiederholter Bitten habe ich nun das Manuskript, das anscheinend im Internet nicht verfügbar ist, endlich einmal vollständig abgeschrieben.

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[Überschrift im Manuskript:]

Von Advent bis 6. Januar. Ausspruch Rudolf Steiners, von H.Hahn mitgeteilt.

Für den Lichtsuchenden sollen in der Advent-Zeit die Widerstände des Lebens ein besonderer Prüfstein sein. Er muß immer bemüht sein, die Personen von der Sache zu trennen, denn Leid und Schwierigkeiten werden uns als Proben geschickt, und die Menschen, durch die uns Schweres geschieht, sind nur das Werkzeug. Einfügen sollen wir uns in jede Situation, ruhen in ihr, ohne uns zu verlieren. - Der Inhalt des großen Verlangens dieser Zeit ist, sich das Göttliche tatsächlich einzuverleiben (Zustand der Geburt), nicht nur in Ausnahmezuständen Göttliches zu erleben. Alles, was mit der irdischen Persönlichkeit zusammenhängt, sollen wir ausschalten. Wir sollen ganz kindhaft sein, ganz entspannt dem anderen gegenüber. Alles, was geredet und gemeint wird, Diskussionen, Gereiztheit, allen diesen Ballast sollen wir lassen.

Vor jeder großen Feier steht eine große Gelegenheit, etwas in sich zu überwinden - das Opfer!

Weihnachtseinstellung

Gnade: Advent, das Licht, das kommt, um alles zu erleuchten in der tiefsten Nacht. Die Erde hat sich ganz leer gemacht, das Leben eingezogen. Sie ist wie eine leere Schale. Alle Säfte im Pflanzenreich ziehen sich zurück. So bereitet sie sich vor, göttliche Kräfte zu empfangen.

Im ersten Advent soll der Mensch sich durchringen zur Opferbereitschaft, zu Dienst- und Liebesbereitschaft. Er soll sich mit den inneren Augen sehen und diesen Tag als die Feier des Verlangens nach Geburt erleben. Die Weihe der Feier ist: Ich weihe mich dem Dienst des Geistes der Liebe, des Geistes der Liebe, des Geistes, der in mir geboren werden soll. Die Gedanken richten sich auf den kommenden Christus im Menschen.

Zweiter Advent. Der Mensch beginnt zu suchen und empfindet bei seinem Suchen, daß er allein nichts vermag. So bereitet er sein Herz vor, daß darin das Göttliche einziehen kann, denn da ich Negatives abbaue, wird Raum für das Göttliche.

Dritter Advent. Der Mensch sucht die wahre Wirklichkeit, die im Geistigen liegt. Der Schlüssel zu ihr und zu allem geistigen Erkennen ist das Opfer. Die Stimme der Stille sagt: Ich will niemandem wehetun, ich will alles vergeben.

Vierter Advent. Der Mensch hat den Pfad gefunden und bereitet sich vor, ihn zu betreten. Das bedingt die Beherrschung des irdischen Körpers; nur dann kann der Gottessohn im Menschen erwachen. Das Streben in dieser Zeit ist, das Reich Gottes durch sich, durch seine Haltung und sein Wirken sichtbar zu machen in der Welt. Wir sind die Träger auch dieses ewigen Geistesreiches. - Die Adventsstufen sind Bewußtseinsstufen in der Seele.

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Am 24. Dezember beginnen die zwölf Heiligen Nächte. Sie sind Symbole für die zwölf Seelenkräfte, die wir in uns lebendig machen müssen. Und so gilt diese Einstellung für immer, nicht für die zwölf Nächte allein.

Am 1.1. um 12 Uhr größte Sonnennähe, daher fünfeinhalb Tage vor- und nachher die Zeit der Heiligen Nächte. In diesen dunkelsten Nächten ist uns die Geistessonne am nächsten. Sie durchscheint die Erde von innen, durchlichtet alles, nicht wie später: die Erde von oben bescheinend.

In die zwölf Heiligen Nächte soll man sehr wachbewußt hineingehen. Für die erste Nacht bis 1 oder 2 Uhr wach bleiben; während der anderen Nächte möglichst regelmäßig, also zur gleichen Zeit zu Bett gehen. Überhaupt einen regelmäßigen Rhythmus leben in dieser Zeit. Ist das im Äußeren nicht möglich, dann soll man es innerlich versuchen. Wer die Stille im äußeren Ritus nicht durchführen kann, soll versuchen, sich der Heiligkeit der Zeit stets bewußt zu sein. Besonders bewußt auch die Pflichten erfüllen, eingedenk, daß man sie in heiliger Zeit verbringt. Sich selber aber nichts durchgehen lassen, keine häßlichen Regungen in der Seele haben, immer strenger und strenger mit sich selber sein.

Im Weihnachtserlebnis, in den zwölf Heiligen Nächten, wird der Keim gelegt zu den zwölf Monaten des Jahres. Darum sind diese zwölf Tage so wichtig. Wenn wir z.B. in den ersten Tag entgleiten, legen wir einen Keim, der im ersten Monat negativ im Blute aufgeht.

Wir müssen versuchen, die zwölf Tage gesetzmäßig und richtig zu verleben, denn wir brauchen jedes Jahr, um an unserer Wiedergeburt zu arbeiten, und dürfen keines verlieren.

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24./25. Dezember: Der Heilige Abend, an dem Christus der Seele geboren wird. Und die Seele fragt, kann ich mit all meinen Schwächen und Mängeln und Leidenschaften erlöst werden?

Symbol: Der Stall von Bethlehem, denn in dessen Niedrigkeit und Armut wurde das Licht der Welt hineingeboren. Die Stimme der Stille dringt zur Seele und lehrt sie, das Gute in uns und in den anderen freudig zu bejahen.

Mysterium: Die suchende Seele im Dunkel eines weglosen Waldes (Steinbock: Göttlicher Geist wird im Stoff geboren. Geist und Stoff, das A und O, berühren sich, und es entsteht Leben.)

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25./26. Dezember: Die Johannesnacht: Der Adler der Seele hebt die Schwingen und sieht, von höherer Warte zurückblickend, auf sein Leben. Der Mensch erkennt darin das Karmagesetz.

Mysterium: Wahl des steilen oder breiten Weges. Schwer zu finden ist der Pfad des Geistes für das Fleischgeborene. (Bhagavadgita:) Ich-gebundenes oder Menschheit geweihtes Leben (Wassermann).

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26./27. Dezember: Nun folgen die drei Nächte der weißen Lilie. Die Seele erkennt, daß sie sich nicht zu halten vermag, daß sie wieder hinuntergezogen wird, weil noch so viel Erdhaftes an ihr ist. Die Seele schickt sich bewußt an, den irdischen Körper zu reinigen, indem sie jede Speise gleichsam als heilige Wegzehrung ansieht. "Ich bin das Brot." Wir kommen aus dem Brote, leben auf dem Entwicklungsweg aus dem Brote und kehren zurück in das Brot.

Mysterium: Nie das Ziel vergessen bei den weiten Wanderungen im Erdreich (Fische).

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27./28. Dezember: Bewußt den Astralkörper reinigen. Antipathie und Sympathie wird in All-Liebe umgewandelt. Leidenschaft und Begierden schweigen. Die Christuskraft durchleuchtet und durchkraftet in uns, was luziferisch ist, was ahrimanisch ist.

Mysterium: Die Arbeit an mir selbst dient dem Wohle des Ganzen. Der Erzengel Uriel hält uns den Spiegel vor, in dem wir sehen, wer wir sind (Widder).

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28./29. Dezember: Bewußt den Gedankenkörper reinigen. Gedankenzucht, Konzentration auf Positives. Umwandeln der schwarzen Gedankentauben in weiße, denn unser Denken gleicht, solange es nicht bewußt in Zucht genommen wird, einem Taubenschlag. Diesen Taubenschlag auch schließen vor fremden, negativen Gedanken.

Mysterium: Tempel, den Jesus reinigt (Stier).

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29./30. Dezember: Nun folgen die drei Nächte des Schwertes. Petrus-Nacht: Nacht der Schwertweihe. Jeder muß sich das Schwert der Unterscheidung selbst schmieden. Jeder muß mit geistiger Willenskraft die beiden Stücke, das Todlose, Ewige, und das Vergängliche zusammenschmieden, um die Wahrheit kennenzulernen.

Mysterium: Gottessohn mit Menschensohn verschmelzen (Einssein - Zwillinge).

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30./31. Dezember: Die Schlange am Schwertkauf: Weisheit. Man soll sich mit erhebender Lektüre beschäftigen. Es ist die Nacht des großen Befehls.

Das Mysterium der Tätigkeit: Wer befiehlt über unsere Seele? Wer ist der Herr unserer Seele, der Täter unserer Taten? Wir haben die Freiheit. Den guten Willen in uns stärken (Krebs).

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31.Dezember / 1.Januar: Das Kreuz am Schwertknauf: Das Opfer. Umgürtet mit dem Schwert der Christuskraft spricht die Zunge der Wahrheit, ohne verletzen zu können. Es ist die Nacht des Ent-setzens.

Mysterium: Der Ritter, der Streiter mit der Lanze des Willens und dem Schwert der Erkenntnis, der Hund als Symbol des Gehorsams ihm zur Seite. Hinter ihm Tod und Teufel. Auf bestimmter Stufe der Erkenntnis führt jeder falsche Schritt schneller ins Verderben. Der Sieg wird errungen durch das Erfülltsein von der Göttlichkeit, dem Verantwortungsbewußtsein und der unermüdlichen Treue gegenüber den Aufgaben des Lebens (Löwe).

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1./2. Januar: Nun folgen drei Nächte der Krone. Loslösen von Nur-Intellekt oder die Loslösung des Intellekts von der irdischen Gebundenheit und Zweckhaftigkeit. Es ist die dreimal heilige Nacht, in der das niedere Ich abfällt und mir der Wunsch bleibt zu dienen, sich hingeben zu dürfen (Jungfrau).

[Hier wie auch teilweise unten kein Mysterium zur betreffenden Nacht angegeben.]

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2./3. Januar: Die Nacht, in der aus dem Dienen das größte Opfer erwächst. Gehorchen - horchen - hören lernen auf die innere Stimme und die Zeichen des Göttlichen.

Mysterium: Der Rufer in uns durch die verschiedenen Inkarnationen hindurch. Seine Klarheit nimmt zu durch Opfer und Entscheidung (Waage).

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3./4. Januar: Die Nacht: Der Kampf mit dem Hüter der Schwelle.

Mysterium: Die Gralsburg in uns aufbauen. Sich immer mehr in Treue zum Höchsten bekennen (Skorpion).

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4./5. Januar: In der Nacht wird die errungene Krone zu Füßen des Göttlichen niedergelegt, denn wir haben sie zwar selber erkämpft, aber daß wir sie erringen durften, ist Gnade, ist Gesetz des Geistigen. Denn Gnade ist Zustrom aus einer Quelle, die der Mensch aus menschlicher Kraft nicht zu zwingen vermag. Nun wird Anfang und Ende eine raumlose Zeit, zeitloser Raum, alles ist Ewiges, Heiliges jetzt. Die zielstrebigen Kräfte des Schützen müssen so eingesetzt werden, daß er geistiges Gut in Empfang nehmen kann.

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Das, was wir in den zwölf Heiligen Nächten erkannt und empfangen haben, müssen wir nun in das Leben hineintragen und die Materie und das Seelische durchgeistigen.

Die Heiligen zwölf Nächte sind entscheidend für das Leben und Schicksal des ganzen kommenden Jahres. In ihnen kann ein guter Keim unseres Wollens gelegt werden. Besonders entscheidend ist, was wir uns in der Silvesternacht vornehmen. In der Silvesternacht gibt uns der Volksgeist für einige Augenblicke frei. Was wir dann denken, wird von den höchsten Hierarchien ergriffen - und es trägt die Kraft der Verwirklichung in sich.

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[Ende des Manuskripts.]

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