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Das Vorgehen des Antichrist und der übrigen Sozialisten. Martin Balluch.

admin @, Freitag, 03. Februar 2012, 14:58 (vor 2062 Tagen)
bearbeitet von admin, Freitag, 03. Februar 2012, 15:01

Wie ich schon kürzlich schrieb, wird der Antichrist vom wahren (auferstandenen) Christus nicht zu unterscheiden sein, jedenfalls nicht für den gewöhnlichen Verstand. Das ist allerdings nicht meine eigene Ideee. Erstmals ausgedrückt wurde sie wohl durch Wladimir Solowjew (1853-1900), dem inspirierten russischen Philosophen, und zwar in seinen "Drei Gesprächen", darin die "Kurze Erzählung vom Antichrist" (1899).

Um den Antichrist zu erkennen, bedarf es einer Fähigkeit, die heute erst im Entstehen ist. Nur wenige verfügen bereits über sie. Aber man kann sich üben! Beschränktheit ist nicht zu 100 % Schicksal.

Das, wovon die Sozialisten jeglicher Couleur uns überzeugen wollen, ist in der Regel zunächst immer einleuchtend. Es wendet sich nämlich an christliche Ideen, die in uns veranlagt, nur noch nicht voll entfaltet sind. Und weil sie nicht voll entfaltet sind, sind sie korrumpierbar.

Nehmen wir als Beispiel eine Formulierung, die der "Tierschutz-Aktivist" Martin Balluch einem seiner Werke gegeben hat:

Recht auf Autonomie statt Pflicht zur Leidensminimierung - Kritik an Konsequentialismus und Pathozentrismus (2007).

Leider ist diese Schrift im Internet z.Z. nicht aufrufbar (der entsprechende Verweis ist tot), sodaß ich meine folgenden Aussagen nur mit Vorbehalt machen kann.

Die Formulierung weist aber bereits hin auf ein wesentliches Kriterium, das Christ und Antichrist zu unterscheiden erlaubt. (In anderen Fällen wird die Unterscheidung nicht so einfach sein!)

Der Antichrist (im weiteren Sinne: Sozialist, sei es als Kommunist, Feminist...) will Leiden nicht in sich aufnehmen, teilen und wandeln. Er will nicht, daß es als notwendige Durchgangsstufe verstanden wird und Frucht trägt. Er will den Leidensträger "autonom" machen, das Leiden abwerfen und denjenigen anklagen - nach Möglichkeit auch "bestrafen" -, von dem er meint, daß er sein Leiden unnötigerweise verursacht habe.

Damit verwirft er die Hierarchie und Herrschaft als natürliche Gegebenheit. Er sieht das Böse als Eigenschaft eines an sich mit ihm Gleichberechtigten, der sich unberechtigt über Seinesgleichen erhoben hat, um sich auf dessen Kosten zu bereichern.

Der Sozialist (als "Idealform": Antichrist) will immer "den Unterdrückten befreien".

Unterdrückte, das können sein:

  • Lohnabhängige Arbeiter;
  • Frauen;
  • Kinder;
  • körperlich und geistig Behinderte;
  • Tiere.

Dann wird entweder behauptet; die "Entrechteten" seien in Wirklichkeit gleich; oder aber: sie seien besser.

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Das Gefährliche am Sozialismus ist, daß seine Ideen immer auch einen wahren Kern enthalten.

Was etwa die Tiere betrifft, so handelt es sich um Wesen, die der heutige Mensch einst auf die Tierstufe herabdrücken mußte, um selber zum Menschen zu werden. Das war nicht böse, vielmehr notwendig. Man kann aber auch sagen: die heutigen Tiere hatten sich damals geopfert, um den Menschen den Vortritt zu lassen. Das Verhältnis der Unterdrückung und Ausbeutung ist erst später aufgekommen. Heute ist ein Wandel notwendig.

Und hier scheiden sich die Geister. So lesen wir in der Wikipedia über Martin Balluch:

"Durch einen Antrag auf Sachwalterschaft für den Schimpansen "Hiasl", wollte er einen Affen zur Rechtsperson und quasi zum Menschen erklären lassen. Im Falle des Erfolges hätten Tiere - je nach Grad der Verwandtschaft zum Menschen - gewisse Menschenrechte und politische Rechte wie z. B. Sozialhilfe, Krankenversicherung, Verfahrenshilfe, Erb- und Eigentumsrechte uvm. beanspruchen können."

(Vgl. auch mein fingiertes Interview: Erste Bonobo-Frau zur Professorin berufen!)

Dabei scheint Balluch noch eine gemäßigte Position zu vertreten. Wikipedia a.a.O.:

Tierrechts-Abolitionisten wie Lee Hall oder Gary L. Francione kritisieren hingegen, dass Tierschutz im Widerspruch zu Tierrechten stehe. Tierschutzforderungen würden die Nutztierhaltung bestätigen, weil sie bloß schlechte Bedingungen kritisieren, aber die Nutzung an sich als gegeben hinnehmen würden. Schutzbestimmungen für tagesaktuelle Probleme könnten keine nachhaltige Verbesserung ethischer Grundsätze bewirken.

(Abolitionisten = Abschaffer, i.d.R. der Sklaverei.)

Wir kennen das ja schon inbezug auf die Perversen. Der Christ wird sagen: Behandelt sie als Kranke, nicht als Kriminelle. Heilen statt strafen. Der Sozialist: Nicht die Perversen sind krank, sondern die Gesellschaft, in der sie leben.

In letzter Konsequenz wird das Böse als "gleichberechtigt" mit dem Guten, ja als das "eigentlich" Gute dastehen, während das Wertsystem, welches darin unterscheidet, als das eigentlich Böse und Bekämpfenswerte gelten wird.

Das ist es, was der Antichrist in letzter Konsequenz anstrebt. Und man glaube nicht, daß eine dergestalt nivellierte Gesellschaft unglücklich sein müsse! Vordergründig kann sie, wenn sie gut organisiert wird, ein nie erreichtes Niveau an Zufriedenheit, an Harmonie, Friedfertigkeit, ja an "Tugendhaftigkeit" (im Sinne einer vorbildlichen Diszipliniertheit) aufweisen.

Nur tief im Innersten werden viele Menschen dann zutiefst verzweifelt sein, im Bewußtsein, daß es ein Ausbrechen für sie nicht mehr gibt. Aber sie werden es nicht äußern können; und zuletzt werden sie es auch nicht mehr spüren.

Eine Minderheit aber wird auf jeden Fall außerhalb dieser "perfekten" Gesellschaft überleben und schließlich eine neue, höher entwickelte Menschheit heranbilden. Diese Unbeugsamen werden selbstverständlich einen hohen Preis dafür entrichtet haben.

admin

Sozialisten geht es NIE um „Befreiung von Unterdrückten“, sondern IMMER um sich

Küchenzaubermeister, Freitag, 03. Februar 2012, 17:52 (vor 2062 Tagen) @ admin
bearbeitet von Küchenzaubermeister, Freitag, 03. Februar 2012, 19:50

Leider habe ich auch hier einen dicken Patzer entdeckt:


Der Sozialist (als "Idealform": Antichrist) will immer "den Unterdrückten befreien".

Unterdrückte, das können sein:

  • Lohnabhängige Arbeiter;
  • Frauen;
  • Kinder;
  • körperlich und geistig Behinderte;
  • Tiere.

Dann wird entweder behauptet; die "Entrechteten" seien in Wirklichkeit gleich; oder aber: sie seien besser.

Wahrscheinlich ist dieser Text auch so gemeint gewesen, wie ich ihn förmlich korrigiert habe. Trotzdem: Man sollte sich da, wo man sich unmißverstanden wissen will, auch unmißverständlich ausdrücken.

In diesem Beispiel haben wir es also mit der umgekehrten Seite desselben Phänomens sprachlicher Mißverständlichkeit zu tun. Im Admin-Text Hier bedarf es eines weiteren Schrittes liegt das Problem auf der passiven Seite des Sprachverständnisses, im Admin-Text Vorgehen des Antichrist und der übrigen Sozialisten liegt das Problem auf der aktiven Seite des Sprachverständnisses.

Unbedarfte Leser des Admin-Textes mit dem Problem auf der aktiven Seite des Sprachverständnisses könnten - beispielsweise - zu dem Glauben verführt werden, der Sozialist sei ein „guter Mensch“ (daher also: „Gutmensch“!), weil er Unterdrückten helfe. Der Sozialist ist aber in Wirklichkeit einer der größten Ausbeuter aller Zeiten!

Wahrscheinlich sind auch Sie dieser Meinung, aber: warum ist das dann nicht an Ihrem Text auch genauso deutlich erkennbar?

Schöne Grüße aus der (Nicht-Gerüchte-)Küche!

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Sozialisten geht es NIE um „Befreiung von Unterdrückten“, sondern IMMER um sich

admin @, Freitag, 03. Februar 2012, 20:53 (vor 2062 Tagen) @ Küchenzaubermeister

Leider habe ich auch hier einen dicken Patzer entdeckt:


Der Sozialist (als "Idealform": Antichrist) will immer "den Unterdrückten befreien".

Unterdrückte, das können sein:

  • Lohnabhängige Arbeiter;
  • Frauen;
  • Kinder;
  • körperlich und geistig Behinderte;
  • Tiere.

Dann wird entweder behauptet; die "Entrechteten" seien in Wirklichkeit gleich; oder aber: sie seien besser.

Unbedarfte Leser des Admin-Textes mit dem Problem auf der aktiven Seite des Sprachverständnisses könnten - beispielsweise - zu dem Glauben verführt werden, der Sozialist sei ein „guter Mensch“ (daher also: „Gutmensch“!), weil er Unterdrückten helfe. Der Sozialist ist aber in Wirklichkeit einer der größten Ausbeuter aller Zeiten!

Hm, ich habe doch die betreffende Passage in Anführungszeichen gesetzt:

...will immer "den Unterdrückten befreien".

Die Anführungszeichen sollen darauf hinweisen, daß die Unterdrückung nur deklariert ist und es daher auch nichts zu befreien gibt.

Im nächsten Satz habe ich dann die Anführungszeichen fortgelassen. Vielleicht ist das mein Fehler?

Aber ich habe sie das zweitemal deshalb weggelassen, weil ich eine "Anfangsberechtigung" der Sozialisten einräume.

Nochmal: Die Sozialisten überzeugen (leider) deshalb zunächst, weil ihre Botschaft aus Wahrem und Falschen gemischt ist. Diese Art von Irrtümern ist die gefährlichste überhaupt.

Es stimmt nämlich, daß die Industriearbeiter anfangs großenteils ausgebeutet wurden. Es dürfte ebenso stimmen, daß Frauen zeitweilig (!) von den Bildungsmöglichkeiten zu sehr ausgeschlossen waren. Ebenso, daß die Schwäche von Kindern, Behinderten und Tieren bisweilen ausgenutzt wird.

Diesen Übeln kann aber auf die Weise begegnet werden, wie christliche Sozialreformer es immer getan haben. Die Sozialisten wollen hingegen nicht befreien, da gebe ich Ihnen recht. Sie nutzen die berechtigte Empörung gegen die partielle Ungerechtigkeit, um daraus einen kollektiven Aufstand, eine Revolution, anzufachen. Dazu gehört auch, daß sie sich illegitim zu Wortführern aller dieser Gruppen machen. Letztlich geht es ihnen um die eigene Macht, und dazu mißbrauchen sie die jeweiligen Gruppen, in denen Mißstände zu beklagen sind. Diese Mißstände einiger Weniger werden dann stark aufgebauscht und fälschlich zu Gruppenschicksalen erhoben.

Sind Sie insoweit mit mir einverstanden?

admin

Sozialisten geht es NIE um „Befreiung von Unterdrückten“, sondern IMMER um sich

Küchenzaubermeister, Freitag, 03. Februar 2012, 23:56 (vor 2062 Tagen) @ admin

Sind Sie insoweit mit mir einverstanden?

Ja, bin ich!

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